Schnuller gibt es menschheitsgeschichtlich gesehen erst einen winzigen Augenblick lang und sollen ja letztlich nichts anderes, als die Brust zu ersetzen, damit auch bei Abwesenheit der Mutter oder Amme das Kind seinem Grundbedürfnis nach Saugen zur Beruhigung nachgehen kann. Warum sollte ich meinem Kind also einen leblosen Ersatz statt des Originals geben? (Die meisten Kinder lernen m.W. durchaus, so zu nuckeln, dass nicht viel Milch kommt. Und das bisschen ist dann eben quasi das "Betthupferl", das ja auch viele westliche Kulturen praktizieren - man denke allein an die berühmten "warme Milch mit Keksen", die Kinder in vielen amerikanischen Haushalten vor dem Zubettgehen bekommen, oder wenn sie nicht schlafen können auch nachts...)
Bei der Alternative "Schnuller" vs. "Brust" zum Einschlafen/Trost liegt mir daher eher der Gedanke nahe, dass mein Kind nicht lernen soll, Trost bei Gegenständen zu suchen sondern lieber bei Menschen, die es liebhaben
Wenn mein Sohn sich das für später behält, dass er mit Kummer zu mir, seiner Freundin, Schwester, ... geht und redet oder sich mal umarmen lässt oder was gemeinsam isst... oder dass er sich vielleicht später mal am Abend - vielleicht beim Abendessen im Gespräch oder beim Kuscheln im Bett - bei seiner Partnerin und den Kindern rückversichert, dass alles mit der Beziehung in Ordnung ist, bevor er beruhigt einschläft (denn auch das ist Stillen ja: sagen, dass alles in Ordnung ist und man beruhigt einschlafen kann, weil Mama da ist und Hunger - der ja existenziell bedrohlich ist für Kinder - nicht zu befürchten sein wird), soll mir das sehr Recht sein
