Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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layla
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Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von layla »

Ich bin wieder schwanger (ca. 12.Woche) und mein Sohn 15 1/2 Monate stillt noch ausgiebig (auch nachts), er isst allerdings auch zusätzlich.
Am Anfang der Schwangerschaft dachte ich aufgrund der schmerzenden Brustwarzen sofort ans Abstillen und habe versucht meinen Sohn vermehrt zum Essen zu überreden. Das hatte zur Folge, dass er erstmal gar nichts mehr essen wollte, erst an die Brust und falls danach noch Hunger oder Appetit war, dann hat er ein Häppchen gegessen. Na ja, dann habe ich den Druck rausgenommen und mich mit dem Gedanken angefreundet vielleicht Tandem zu stillen. Allerdings würde ich bis dahin gerne das stillen schon weiter reduzieren wollen, einfach weil es schon schmerzt und zwischendurch nach Tagesform auch einfach anstrengend ist.

Meine Hebamme meinte allerdings, dass sie eher zum abstillen vor der Geburt raten würde. Sie hat oft erlebt, dass es dem Körper schon gut tut, mal 2 Monate vor der Geburt nicht zu stillen und Tandemstillen hätte sie bei den Müttern als anstrengend erlebt. Der Große wollte dann immer stillen, wenn das Kleine stillte, sie hat dann schon viel Eifersucht und Disskussion erlebt.

Sorgen machen mir die Nächte. Mein Sohn stillt nachts noch oft. Momentan hat er auch eine Nuckelphase, was bei schmerzenden Brustwarzen echt unangenehm ist. Eine Nacht konnte ich das nuckeln nicht mehr ertragen und habe ihm eine Wasserflasche gegeben, die er erst ganz lustig fand, aber letztendlich nicht akzeptiert hat. Also, habe ich ihn 1 1/2 Stunden rumgetragen bis er eingeschlafen ist, um dann beim ablegen doch nachzustillen :roll: . Fakt ist, dass ich das nicht durchhalten würde, wenn ich ihn nachts rumtragen müsste anstatt zu stillen. Der Papa kann das nicht übernehmen, weil mein Sohn dann arg weint. Wenn dann müsste ich das nächtliche abstillen übernehmen. Aber ich sehe da gerade keine Lösung für mich. Weinen lassen halte ich nicht aus (auch, wenn ich ihn dabei im Arm halte) und fürs rumtragen habe ich im Moment nicht die Energie.

Bis zur Geburt ist noch was hin, dennoch ist die Zeit auch kurz. Ich glaube nicht, dass sich mein Sohn von alleine abstillt. Und nach der Geburt wird das sicher auch erst mal nichts.

Wie sind eure Erfahrungen? War das Tandemstillen o.k. für euch oder hättet ihr letztendlich besser vor der Geburt abgestillt? Wie waren eure Nächte? Wenn ihr abgestillt habt, wie hat es funktioniert?
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Sabsi
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Re: Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von Sabsi »

Ich stille ja noch nicht sehr lange tandem, und meine Große ist halt auch schon deutlich älter als Dein Sohn. Trotzdem möchte ich Dir meine Erfahrung mitteilen...
Als sonderlich anstrengend empfinde ich das Tandemstillen nicht. Im Gegenteil könnte ich mir vorstellen, dass es für die Große und die Eifersucht gut ist, wenn sie sieht, dass sie auch stillen darf, wie das Baby, und dass es uns das Zusammenleben dadurch sogar leichter macht. Immer wollen, wenn das Baby stillt, das hatten wir nur in den allerersten Tagen. Und da hab ich sie auch, wenn möglich, gelassen. Bei übervollen Brüsten (beginnendem Milchstau?) ist es prima, wenn die Große dem Kleinen "hilft". Sie kriegt feste Stellen einfach besser weggetrunken als der kleine Zwockel, der nach der Milch, die "von alleine" fließt, schon pappsatt ist.
Mittlerweile sind wir wieder in etwa bei dem Stand, den wir vor der Schwangerschaft hatten: Wir stillen zum Aufwachen, zum Mittagsschlaf und abends zum Einschlafen, und manchmal nochmal zwischendrin. Und wenn ich sage, jetzt gehts nicht, weil der Kleine trinkt, dann ist das in den meisten Fällen auch okay und sie wartet. Ausnahme extreme Müdigkeit.
Ich bin froh, dass wir die Schwangerschaft durchgestillt haben - trotz schmerzenden BW, trotz 10 Wochen ohne Milch - für meine Große, aber auch für mich. Denn wenn sie mal wieder einen Rappel hatte, dann hilft es mir, beim Stillen in diesen innigen Momenten, wieder zu erkennen, dass sie ja eigentlich keine Oberzicke ist, sondern auch nur ein kleines Menschlein ist, dass mich braucht. Ich würde es zum aktuellen Stand immer wieder so machen. Und wenn beide gleichzeitig stillen und die Große dem Kleinen übers Köpfchen streichelt, dann bin ich überzeugt davon, das richtige zu tun.

Liebe Grüße,
Sabsi, die jedem, der ihr vor 2 Jahren erzählt hätte, sie würde mal tandem (bzw. überhaupt eine Dreijährige) stillen, den Vogel gezeigt hätte :lol:
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Nudelsuppe
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Re: Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von Nudelsuppe »

Ich stille über ein Jahr Tandem. Klar gibt es mal Momente wo man sich mit zwei Stillkindern überfordert fühlt, aber trotzdem bin ich total froh, dass wir Tandem Stillen! Eifersucht gab es hier wirklich noch nie, die Kinder lieben sich abgöttisch, vielleicht ist es bei uns so intensiv, weil beide sicher sein können, sie haben einen Platz an der warmen Quelle.
Meine große hatte in der Schwangerschaft deutlich weniger gestillt, selten öfter als zwei Mal am Tag, eher weniger. Sie hat sich auch während der Schwangerschaft nachts abgestillt. Ich bin froh, dass ich es durchgehalten habe, ihr die Möglichkeit zu geben, sich selbst abzustillen. Seit einigen Tagen sagt sie immer energischer "Jetzt bin ich 4 Jahre alt, jetzt bin ich groß, ich höre auf zu Stillen" So hab ich es mir gewünscht, mal sehen wie es weiter geht.
In Summe: Ich find Tandemstillen gut :lol:
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Re: Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von FamilieChaos »

ich hab noch ein bissl bis zum Tandemstillen.Meine Tochter hat auch noch sehr viel gestillt,wo ich schwanger wurde.Das nahm dann immer mehr ab,bis sie nur noch selten morgens und zum einschlafen trank bzw. das momentan ja immer noch so macht.Vor den Nächten hatte ich auch Angst,weil ich keine Lust hätte,2 Kinder nachts zu stillen.Naja das hatte sich dann irgendwann von selber erledigt.Seit gut 8 Wochen oder so schläft madame durch.
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Re: Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von Twinmom »

Hallo

Ich stille zwar keine unterschiedlich alten Kinder, aber dafür auch zwei :wink:

Zum Stillen in der Nacht: Ja, es ist schwer und ich komme oft an meine Grenzen, ABER es geht. Mein Mann schläft die meiste Zeit ausquartiert aufm Sofa. Ich habe dann ein Kind links neben mir im Bett das andere rechts und drehe mich einfach immer nur auf die Seite, wo grade Trinken oder Nuckeln gefordert wird. Das klappt so eigentlich ganz gut und ich schlafe meist auch weiter.

Persönlich würde ich dir schon Mut machen, zwei Kinder zu Stillen, es ist einfach ein schönes Gefühl. (Auch wenn ich wie gesagt keine Erafhrung mit unterschiedlichem Alter der Kinder habe.)
Schlaf wird vollkommen überbewertet......Essen übrigens auch....und Freizeit sowieso.....

Wir haben unser Glück verdoppelt 17. Sepetember 2009
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Feleni
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Re: Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von Feleni »

Also ich habe mich gegen das Tandemstillen entschieden und daher im April begonnen, aktiv abzustillen.
Ich hab dazu auch nen Treat laufen, den ich eh mal auf aktuellen Stand bringen.

Ich hab zu viele Genervt-vom-Großen-Kind-Storys gehört. Das mag ich nicht "ausprobieren" und vom Zeitpunkt her finde ich es auch ok.
M. ist jetzt 18 Monate alt und wir haben jetzt ne Weile 3 Tage, dann sogar einmal 5 Tage Stillpause gemacht. Ich versuche jetzt bei 4 Tagen zu bleiben erst mal.
LG U. mit M. und unseren Kindern J. (*07/06), M.(*11/08) und F. (*10/10)
Mein Blog Mien lütte Stuuv - aber eher privat jetzt
WkZaT

Re: Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von WkZaT »

Huhu,
stille auch (noch) nicht Tandem, hätte aber kein Problem damit...sind bei uns ja fast die selben Altersabstände :)
Lara ist jetzt 19 Monate und ich bin in der, Grübel..., 27. Woche, die Zeit so um die 20. Woche war bei uns ziemlich happig, Lara wollte nachts auch Dauernuckeln, es hat weh getan, es war kaum mehr Milch da, war auch oft verzweifelt!
Habe auch ans Abstillen gedacht, aber dann doch meine bewährte "Halte-durch-es löst sich von selbst" Taktik angewendet und seit 2 Wochen schläft Lara praktisch durch, mit einmal kurz aufwachen und rückversichern ob alles okay ist und sie hat sich von ganz alleine nachts abgestillt!
Wohlgemekt von fast 19 Monaten alle zwei Stunden wach werden, meistens noch öfters, mit Dauerstill-Phasen und keinen schönen Nächten!
Morgens zum wach werden und kuscheln, zum Mittagsschlaf und Einschlafen möchte sie noch stillen und selten zwischendurch, wenn sie sich weh getan hat...
Und ich hätte auch nie, nie, nie gedacht, dass das einfach so passiert, weil sie halt so viel gestillt hat in der Nacht und so schlecht geschlafen hat!
Und jetzt bin ich so froh, sie selbst den richtigen Zeitpunkt bestimmen habe lassen! Und fast schon ein bißchen traurig, dass es bei uns nicht mehr zum Tandemstillen kommt :(
Ich würde es auch nochmal so machen, halte durch, das Erstgeborene muss eh noch soviel von der Mama "abgeben"!
Und bis zur Geburt ist ja noch ein wenig Zeit!
carrymeclose
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Re: Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von carrymeclose »

Hallo Layla,

das gleiche Thema beschäftigt mich auch gerade sehr. Unsere Kleinen sind genau gleich alt und ich bin auch gleich weit schwanger.

Ich habe allerdings vor ca 6 Wochen so mehr oder weniger nachts abgestillt. War eher ungeplant, hat aber besser geklappt als befürchtet. Hier hab ich beschrieben wie das lief: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 1&start=30.
Ich stille aber ab 5 Uhr morgens wieder, denn sonst würde sie nicht wieder richtig einschlafen und nach stillen schläft sie meist nochmal 2 Stunden.
(Momentan stillen wir nachts wieder, da sie vor 3 Tagen eine Magenverstimmung hatte und kaum Beikost ist)

Ich bin auch echt hin- und hergerissen bezüglich Tandemstillen oder abstillen. Da ihr das Stillen aber noch soooooo wichtig ist und sie recht mäkelig ist was das Essen angeht, hab ich aber irgendwie das Gefühl, gar keine Wahl zu haben. Deswegen stillen wir jetzt schon erst mal weiter, auch wenn ich selbst ehrlich gesagt lieber nicht tandemstillen will.
leben in UK mit Tochter (Jan '09) und Sohn (Nov '10)
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Jägerin
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Re: Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von Jägerin »

Ich habe keine Erfahrungen zum Tandemstillen, aber zum "nachts abstillen". Wir stillen nachts nur noch zu bestimmten Uhrzeiten (ca. 23 Uhr und ab 4/5 Uhr) und das hat bei meinem Vielstiller auch besser als erwartet geklappt.
Ausnahmen haben wir bei Krankheit natürlich auch (aktuell stündlich wegen Erkältung).

Ich würde einfach überlegen, wie ICH denke, dass ich am besten klarkomme.

Ich wünsche dir eine gute Entscheidungsfindung.
LG
Jägerin mit (06), (08) und (2012)
layla
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Re: Tandemstillen vs. vor der Geburt abstillen

Beitrag von layla »

Danke für die vielen Antworten!

@ Jägerin Na ja, ich überlege, womit ich am Besten klar komme, aber so genau weiß man es vorher nicht. Ich stille meinen Sohn noch sehr gerne und fände es schon komisch, wenn es plötzlich weg wäre. Allerdings gegen reduziertes Stillen hätte ich nichts.

Diese Nacht war mal wieder arg anstrengend. Er wollte dauernuckeln und mir taten die Brustwarzen weh und ich konnte so nicht schlafen. Irgendwann habe ich ihn abgedockt und gesagt, dass es im Moment nicht geht, weil die Brust schmerzt. Mit viel streicheln hat er auch versucht einzuschlafen, ist aber immer wieder wach geworden und hat dann doch nach der Brust geweint, die ich ihm gegeben habe. Dennoch für die Nächte würde ich mir wünschen, dass er sich bis zur Geburt abstillt.

@carrymeclose Ja, irgendwie ist es bei uns auch so, dass mein Sohn das stillen noch sehr einfordert und ein abstillen so ein arger Kampf wäre, dass ich mich frage, ob es das wert ist.

@Ziegelie und Familiechaos Ein solches freiwilliges nächtliches Abstillen würde ich mir auch wünschen.

@Felini Ganz so abgeneigt bin ich dem tandemstillen nicht, ein reduzieren des Stillens werde ich allerdings schon wegen der schmerzenden Brustwarzen versuchen.

@Twinmom Dennoch vor den Nächten habe ich Sorge. Ich komme mit einem Nachtstiller schon an meine Belastungsgrenze...

@Nicole1980 Ich glaube, zu der Frage des Tandemstillens kommt für mich noch, ob ich wirklich eine richtige Langzeitstillmama bin. Aus jetziger Perspektive würde ich meinen Sohn mit 4 Jahren nicht mehr stillen wollen. Zwar hätte ich auch anfangs nicht gedacht, dass ich nach einem Jahr immer noch so viel und gerne stille...hm, mal schauen.

@ Sabsi Wie habt ihr 10 Wochen ohne Milch durchgehalten? Hat deine Tochter einfach weiter genuckelt? Ich hätte gedacht, dass die Kinder dann nicht mehr stillen mögen, wenn gar keine Milch mehr kommt?!

Hm, im Fazit bin ich dem Tandemstillen nicht abgeneigt, nachts würde ich allerdings gerne nur 1 Kind stillen wollen. Na ja, mal sehen, wie sich die nächsten Nächte so entwickeln. Schön wäre, wenn er sich nachts selber abstillen würde...
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