Stillen und Gesundheit der Mutter

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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amber78
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Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von amber78 »

Hallo,

folgender Sachverhalt: Seit knapp einem Jahr gehe ich wieder arbeiten. 3 Monate habe ich voll gearbeitet, seit September gehe ich 6 Stunden.
Seit ich wieder arbeiten gehe, habe ich jeden Infekt, den es gab, mitgenommen und ziemlich schlimm ausgebrütet. Das längste "Am-Stück-Arbeiten" waren gerade mal 4 Wochen. Spätestens danach war ich wieder krank. Meine Maus ist weniger krank, obwohl man ja sagt, dass sie in der KiTa-Zeit öfter krank sein werden. Liegt vielleicht auch daran, dass sie bei einer Tagesmutti ist, die nur weitere 3 Kinder betreut.

Ich habe das Gefühl, dass ich ihr die Krankheitserreger immer abnehme und selbst ausbrüte.

Meine Ärztin, bei der auch meine Tochter (jetzt 23 Monate alt) Patientin ist, weil die Ärztin Allgemeinmedizinerin und KiÄ ist, meinte heute, dass das Langzeitstillen mir die notwendige Energie raubt.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie habt ihr die Doppelbelastung Mama, Familie und Beruf mit Langzeitstillen erlebt?
Vielleicht habt ihr auch Erfahrungen, wie ich dem ganzen "Teufelskreis" entgehen kann, was ich machen kann, um mein Immunsystem etwas zu stabilisieren?

Abstillen kommt nicht in Frage, da ich das für Essentiell halte - auch bei meiner 23 Monate alten Tochter. Außerdem liebt sie ihre "Titti". :6:

Vielen Dank für eure Antworten.
Lieben Gruß
amber78


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LaLeMi
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Re: Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von LaLeMi »

Ich schreib später evtl. mehr, nur soviel: bei mir war/ist es genauso. Ich habe schon den Eindruck, daß mich das Stillen/LZS dahingehend beeinflußt.
Ich habe wieder gearbeitet, seit die Motte 1 Jahr alt ist. (Teilzeit, ca. 20 STd.) Sie selbst hat auch die ersten Infekte in der Krippe nur am Rande mitgenommen, ich war quasi das gesamte Winterhalbjahr krank... nachdem ich zuvor im Sommer schon Pfeiffersches Drüsenfieber hatte ...und dann wieder im nächsten Winter nicht viel besser - und jetzt in der Schwangerschaft erst recht wieder...
Insgesamt ist es vermutlich eher die Mehrfachbelastung (zumal Tochterherz z.T. schon recht anspruchsvoll war) als jetzt speziell das Stillen an sich, aber ein bißchen spielt es wohl auch mit rein.
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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Re: Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von jusl »

Ist vermutlich die Frage, was man da persönlich als Ursache oder Auslöser ansieht oder ansehen möchte. Ich stille seit 7 Jahren, und bin höchstens einmal pro Jahr erkältet. Sonstige Infekte, Magendarm oder sowas, habe ich quasi NIE (kann mich jedenfalls nicht erinnern...). Das war schon vor der Stillzeit so, und jetzt halt immernoch.

Aber in Zeiten von massivem Schlafmangel, negativem Stress (ich erinnere mich dunkel an fiese Zeiten nach irgendwelchen Uni-Prüfungen und sowas), da fühl ich mich auch angeschlagen. Egal ob schwanger, stillend oder keins davon.

Ob Stillen tatsächlich die eigene Immunabwehr herabsetzt, bezweifle ich, aber wenn das Stillen eine Frau von gesundem, frischen Essen, viel Bewegung an der frischen Luft und Sport und sonstigem Gut-zu-sich-selbst-Sein ABHÄLT, dann wundert ein gefühlter Zusammenhang wohl nicht ;-)

LG;
Julia
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Wallhalla
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Re: Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von Wallhalla »

Ich bin 30h die Woche arbeiten gegangen. Und es hat sehr gut geklappt.
Jetzt so im nachhinein (bin ja gerade in Elternzeit :wink: ) frage ich mich selbst, wie ich das geschafft habe.

Und ich war in diesen drei Jahren genau eine Woche krank (schwangerschaftsbedingt).
Mein Großer war nie ernsthaft krank, bzw. hat er nur in den Ferien gefiebert (gutes timing :lol: ).

Aber am ersten Geburtstag habe ich schon gespürt, dass das stillen meinem Körper einiges abverlangt.
Ich hatte mein totales Minimum-Gewicht und konnte essen was ich wollte - es ging nix drauf.

Was mir geholfen hat:
+ Ausgewogene Ernährung (das selbstgekochte Abendessen ist für mich ein muss)
mit guten Kohlenhydraten für meinen erhöhten Energieverbrauch (mein Leibgericht im Winter: Salzkartoffeln mit Sauerkraut :D )
+ stillen (half mir beim "runterkommen" von der Arbeit)
+ unser Garten - ist der absolute Stresskiller und Bewegung an der frischen Luft ist ganz wichtig beim Bürojob!
+ mein Mann, der mir auch mal einen freien Wochend-Nachmittag verschafft hat

Schau dass dein Immunsystem erstmal wieder auf Vordermann kommt. Vielleicht hilft ja so eine Aufbaukur?!
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LaLeMi
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Re: Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von LaLeMi »

Ja, das eigentliche Prob ist, daß bei Viel- oder Dauerstillen bei LZS und Nur-Akzeptanz der Mutter insofern für's Einschlafen und in der Nacht der Schlafmangel etc. halt nicht auf den Papa oder so übergebbar ist ;-)
Lieben Gruß von LaLeMi mit den beiden Maimäusen 2007 und 2010 und dem Septembermäuserich 2013

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Re: Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von amber78 »

Herzlichen Dank für die lieben Antworten.

Wahrscheinlich besteht wirklich nur ein gefühlter Zusammenhang zwischen dem Stillen und der häufigen Krankheit.

Ich selbst fühle mich in meiner Situation (z. B. meine Arbeit) nicht wirklich wohl. Und die Wirtschaftskrise gepaart mit der "arbeitsgefüllten" Region tut ihr übriges dazu, diese Situation ändern zu können. Es gibt leider keinen Job für mich, weshalb ich meinen jetzigen Job behalten muss. Leider ist dieser befristet und ich habe noch einen Druck mehr im Nacken, einen neuen Job zu finden.

Ich habe also erkannt, was ich ändern muss. Jedoch kann ich das nicht von jetzt auf gleich, da wir auf das Geld angewiesen sind.
Vielleicht gibt es hinter diesem Hintergrund Tipps, wie ich aus dieser Situation das Beste machen kann, damit ich nicht mehr so oft krank bin. Neben den Fehltagen ist es nicht besonders schön, immer wieder krank zu sein.

Ich werde auf jeden Fall mal an mir und meinem gesunden Essen, Bewegung und Gut-zu-mir-sein arbeiten. Vielleicht hilft es mir ja schon.

Ich danke nochmals für eure Antworten!
Lieben Gruß
amber78


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Maja
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Re: Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von Maja »

Mir haben die Stillzeiten schon aufs Immunsystem geschlagen - man hat halt gemerkt, dass mein Immunsystem auch immer fürs sehr infektanfällige Kind "mitgearbeitet" hat :wink: Allerdings kamen eben auch Mengen an Belastungsfaktoren dazu, wie zuwenig Schlaf, zuviel Stress, kein Sport, wenig Bewegung an der frischen Luft, nicht immer ganz optimale Ernährung, etc. "Nur" das Stillen hätte mir sicher nicht viel ausgemacht, krankheitsmäßig.

Die ständigen Infekte haben mich allerdings über die Jahre so sehr in eine Eisenmangelanämie reingebracht, dass da mit Ernährung nicht mehr viel zu reissen war. Erst durch Eiseninfusionen wurde es wieder deutlich besser, außerdem habe ich Vitamin B12 zugesetzt, aber das nur als Beispiel, denn wo man einen Mangel haben könnte und was man dann dagegen tut ist sehr individuell und kann nicht einfach mal so in einem Forum beantwortet werden :wink: Was ich eher damit sagen will: achte auf Deine Reserven in jeder Hinsicht - woher soll Dein Immunsystem sonst noch Kraft schöpfen?

Alles Gute!
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amber78
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Re: Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von amber78 »

@wallhalle: Was mache ich bei einer Aufbaukur genau? Ich hatte mir das auch alles vorgenommen, was du so aufgeschrieben hast. Selbstgekochtes Essen, einen Tag pro Woche frei, Gartenarbeit...

All das könnte ich auch machen, jedoch fehlt mir wirklich der Elan dazu. Ich komme Nachmittags heim und bin irgendwie mit meiner Situation überfordert. Ich spiele sehr gern mit meiner Tochter, könnte mir aber nicht vorstellen, am Abend mit ihr gemeinsam frisch zu kochen. Deshalb gehe ich lieber mittags essen - in einem Bio-Lädchen um die Ecke.

Ich habe Abends keine Lust mehr, im Garten etwas zu machen, zumal ein Teil von Bauschutt (wir bauen noch Haus) zugestellt ist. Ich habe Abends zu nichts mehr Lust - selbst die Wäsche macht mein Mann.

Eigentlich müsste ich vor Energie strotzen und mich wohl fühlen, weil ich so einen tollen Mann und eine recht pflegeleichte Tochter habe.
Vielleicht will ich auch einfach nur mal alles niederschreiben, was mich bedrückt. Das hilft schon mal gut.
Danke fürs "Zuhören".
Lieben Gruß
amber78


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Minchen
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Re: Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von Minchen »

Ich kenne das zu gut, seit der Große da ist, bin ich ständig krank. Ich würde es aber auch nicht auf das Stillen schieben, sondern mehr auf das drumherum. Erstmal bekommt man natürlich durch die Kinder ganz andere Erreger ins Haus. Ich hatte inzwischen schon sehr verschiedene Erkältungen, Magen-Darm-Grippen etc. Im letzten Jahr hatte ich die Zusatzbelastung Schwangerschaft und da bin ich mir sicher, dass mich das in der Gesamtheit sehr geschwächt hat.
Zum anderen aber schwächen mich persönlich vor allem die schlaflosen Nächte. Immer, wenn ich denke, ich fühl mich etwas angeschlagen und müsste mal ne Nacht schlafen, dann schlafen die Kinder garantiert horromäßig(weil sie den Infektja meistens schon haben) und danach kann ich quasi drauf warten. :roll:

Übrigens gehe und ging ich nicht arbeiten, seit die Kinder da sind, insofern ist das bei mir nicht der Zusammenhang.
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
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Wallhalla
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Re: Stillen und Gesundheit der Mutter

Beitrag von Wallhalla »

amber78 hat geschrieben:@wallhalle: Was mache ich bei einer Aufbaukur genau?
Es gibt da so einiges: Schüssler Salze, was Homöopathisches, Tabletten usw.
Geh am besten zu deiner Ärztin und lass dich beraten. Vielleicht macht sie auch mal ein Blutbild.
amber78 hat geschrieben:Ich hatte mir das auch alles vorgenommen, was du so aufgeschrieben hast. Selbstgekochtes Essen, einen Tag pro Woche frei, Gartenarbeit...
Du musst ja nicht von jetzt auf gleich alles ändern. Mach es so wie es DIR passt!

Gerade das mit dem selbstgekochten Essen kann einen nochmal stressen, [url]das sollte es aber nicht.[/url]
Ich koche gerne und es ist immer eine gute Abendbeschäftigung, auch für den Kleinen (jetzt Großen)
amber78 hat geschrieben:All das könnte ich auch machen, jedoch fehlt mir wirklich der Elan dazu. Ich komme Nachmittags heim und bin irgendwie mit meiner Situation überfordert. Ich spiele sehr gern mit meiner Tochter, könnte mir aber nicht vorstellen, am Abend mit ihr gemeinsam frisch zu kochen. Deshalb gehe ich lieber mittags essen - in einem Bio-Lädchen um die Ecke.
Ja das ist der Teufelskreislauf. Mach einfach was euch beiden gefällt! Am besten an der frischen Luft.

Ich bin direkt nach der Kita los, denn wenn ich mich einmal auf die Coach gesetzt habe konnte ich mich auch nicht mehr aufraffen.
Und das Mittagessen klingt doch vernünftig! Täglich eine Handvoll Obst (z.B. zwei Äpfel) noch dazu und deine Abwehr ist bald wieder auf Vordermann gebracht.
amber78 hat geschrieben:Ich habe Abends keine Lust mehr, im Garten etwas zu machen, zumal ein Teil von Bauschutt (wir bauen noch Haus) zugestellt ist. Ich habe Abends zu nichts mehr Lust - selbst die Wäsche macht mein Mann.
Du musst ja nicht "echte" Gartenarbeit verrichten. Die Lustlosigkeit schieb ich jetzt mal auf deine Mangelerscheinungen :wink:
Wenn das aber länger anhalten sollte wurde ich mir aber nochmal Rat holen

Besorg dir ein paar hübsche Blümchen die du jeden Tag gießen musst,
oder einen tollen Liegestuhl.
Habt ihr eigentlich einen schon einen Sandkasten?
amber78 hat geschrieben:Eigentlich müsste ich vor Energie strotzen und mich wohl fühlen, weil ich so einen tollen Mann und eine recht pflegeleichte Tochter habe.
Vielleicht will ich auch einfach nur mal alles niederschreiben, was mich bedrückt. Das hilft schon mal gut.
Danke fürs "Zuhören".
Keine Ursache :wink:
Sagst du das auch ab und an deinen Mann? Die hören das nämlich auch sehr gerne :D
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