Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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kruemelkekschen
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Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von kruemelkekschen »

Hallo,

ich habe hier in dem Forum schon so viele hilfreiche Antworten bekommen, dass ich direkt noch eine Frage stellen möchte. Wie handhabt ihr das mit dem Stillen bei nächtlichem Aufwachen? Mein Sohn wacht ca. alle 2-3 Stunden auf, manchmal hält er auch 4 Stunden aus. Ich stille ihn meist direkt nach dem Aufwachen, noch bevor er schmatzt oder ähnliche Hungersymptome zeigt. Zum einen kann ich ihn dadurch schnell wieder in den Schlaf bekommen und zum anderen ist das unser Erfahrungswert (allerdings noch aus den ersten Monaten), dass er in diesem Abstand Hunger hat.
In letzter Zeit wacht er aber häufiger nachts auf, manchmal schon nach einer halben Stunde. Ich denke dann, dass er ja eigentlich keinen Hunger haben kann und versuche ihn erstmal anders zu beruhigen (kraulen, zureden, auf den Arm nehmen). Meist fängt er dann aber direkt an zu weinen und dann nehme ich ihn doch an die Brust. Dann ist er auch ruhig. Da er schon länger nachts immer wieder häufiger aufwacht, schließe ich Zähne oder einen Schub eigentlich als Ursache dafür aus.
Nun überlege ich, ob ich es "richtig" mache, wenn ich ihn immer an die Brust nehme. Oder lernt er so schon früh, andere Probleme (außer Hunger) durch essen zu lösen? Er bekommt immer Milch, wenn er an der Brust ist, er nuckelt also nicht nur. Oft ist es dann auch so, dass er relativ viel Milch spuckt, wenn er häufig aufgewacht ist und daruch häufig an der Brust war. Ich denke, dass es daran liegt, dass er eigentlich keinen Hunger hatte.
Bisher habe ich noch nichts anderes ausprobiert, weil ich ihn ja auch nicht weinen lassen möchte und sich die Brust nun mal sehr gut zum Beruhigen eignet. Für mich ist das natürlich sehr bequem, aber ist das auch für meinen Sohn das Richtige? Oder müsste ich probieren, ihn anders zu beruhigen, wenn er kurz nach dem Stillen wieder aufwacht? Der Gedanke ist halt nur, weil er dann eben sehr viel spuckt und ich nicht möchte, dass er denkt, dass sich alle Probleme durch essen lösen lassen (falls er das in dem Alter überhaupt schon kann).

LG kruemelkekschen
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kicka

Re: Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von kicka »

huhu :) ich kann dir sagen, dass ich genau die gleichen sorgen hatte... mittlerweile habe ich viel gelesen (vor alem hier 8) ) und auch die erfahrung gemacht, dass das genau richtig ist, wie du es machst - auf dein bauchgefühl verlassen und immer nach bedarf stillen - gerade bei einem so kleinen muckelchen, der ja auch noch gar nicht verstehen würde, warum es plötzlich keine milch mehr gibt - würde ich immer stillen, wenn er danach verlangt...
ist für uns mütter nicht immer so klasse ;) aber das hört auch wieder auf - das sind nur phasen ;)

kennst du das buch "in liebe wachsen" oder "geborgene babys" oder auch "die neue elternschule"? allesamt großartig und bestärkend!!

gggggggggglg kicka
Saray
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Re: Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von Saray »

N'abend,
mein Kleiner ist inzwischen acht Monate alt, alle 2-4 Stunden stillen war für mich auch völlig ok, aber in den letzten Wochen ist er halbstündlich aufgewacht und wollte nur noch dauernuckeln. Mir war klar, dass das kein Hunger sein kann und irgendwann war ich total fertig. Wegen Zahnens brauchte mein Sohn aber Zuwendung und ich bin jetzt gerade dabei "Schlafen statt schreien" von Pantley zu lesen. Dazu gibt es auch einen Thread in "Schlaf kindlein...", denn hatte ich vorher gelesen.
Mir gefällt die Idee des sanften Umgewöhnens sehr gut und die letzten Nächte klappt es tatsächlich ihn öfter mit streicheln und sshhh Lauten zu beruhigen. Mal sehen wie es weitergeht.
Ich glaube "Frustessen" gewöhnst Du ihm an der Brust sicher nicht an, eher Nähe und liebevolle Zuwendung. Nur wenn es Dir zuviel wird würde ich alternative Beruhigungsmethoden suchen.
eine ruhige Nacht
Saray
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joso
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Re: Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von joso »

die windelfrei-mamas hätten bestimmt noch die Idee einzubringen, dass Kinder unruhig werden/munter werden, wenn sie mal pipi müssen (und einfaches Abhalten erleichterung schafft und zu ruhigem Weiterschlafen/Stillen verhilft)

Ansonsten wäre die Frage des Schlafrhythmuses *wieschreibtmandas?* Kinder "lernen" ja erst, mehrere Tiefschlafphasen miteinander zu verbinden und dazwischen werden sie unruhig/wach und weinen ggf. Das muss dann in der tat nichts mit Hunger zu tun haben. Es könnte ein einfaches Beruhigungsritual reichen.

unser einfaches Beruhigungritual ist z.B. die Brust ;-) Und Kinder in dem Alter von Deinem kannst Du mit Brust und Muttermilch und Mutterliebe noch gar nicht dazu bringen, ALLE Bedürfnisse mit Essen/Trinken zu kompensieren - Du STILLST in diesem Alter "lediglich" die wirklich wiochtigen Bedürfnisse deines Kindes ;-)
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elica
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Re: Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von elica »

@saray: welchen thread genau meintest du (im Schlaf-Forum)? Ich stille meine Kleine auch alle 2-4h, vor allem weil es für mich viel einfacher ist, sie bequem im Sessel gekuschelt (oder in der zweiten Nachthälfte bei mir im Bett) zu stillen, statt sie lange herum zu tragen. Ich würde gerne längerfristig eine andere Lösung finden...
elica aus der Schweiz mit Mädel (Juli 09), Junge (Halloween 11) und Minimädel (Juli 14)
Saray
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Re: Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von Saray »

@ elica Ich meine den
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... it=pantley
Allerdings finde ich alle vier Stunden stillen total ok für mich, wir waren ja bei dauernuckeln mit halbstündlichem Weinen. Ist bei mir jedoch der erste Zwerg, da kann man Schlafmangel ausgleichen ;-)
Ich habe mir das Buch jetzt gekauft, bin noch nicht durch aber es klingt gut. Mein Kind an ein Kuscheltier binden (eine von vielen Möglichkeiten) möchte ich aber nicht, da bin ich lieber das Kuscheltier. Der bessere Nachtschlaf nach ausgiebigem Mittagsschlaf funktioniert schon mal super.
LG Saray
mit kleinem Frechdachs (7/09)
jusl
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Re: Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von jusl »

Hallo Krümelkekschen,

die Fragen, die Du Dir stellst, beschäftigen sicherlich viele stillende Mütter.
Nun überlege ich, ob ich es "richtig" mache, wenn ich ihn immer an die Brust nehme. Oder lernt er so schon früh, andere Probleme (außer Hunger) durch essen zu lösen?
Darauf gibt es keinerlei Hinweis. Essstörungen treten bei ehemals nach Bedarf gestillten Kindern nicht häufiger auf als bei Kindern, deren Stillzeiten von außen reglementiert wurden. Allerdings ist bekannst, dass bei den reglementierten Kindern Ersatzhandlungen wie Daumenlutschen o.ä. signifikant häufiger auftreten.
Oder müsste ich probieren, ihn anders zu beruhigen, wenn er kurz nach dem Stillen wieder aufwacht? Der Gedanke ist halt nur, weil er dann eben sehr viel spuckt und ich nicht möchte, dass er denkt, dass sich alle Probleme durch essen lösen lassen (falls er das in dem Alter überhaupt schon kann).
Nein, Du kannst definitiv alles einfach so weiter laufen lassen, wenn Du möchtest; dies stellt zweifellos gesundes Stillverhalten dar. Der Idee, Kinder auf diese Art und Weise zu lehren, dass sich "Probleme nur mit Essen lösen lassen", mag zwar auf den ersten Blick naheliegen, ist aber ganz sicher falsch, denn:

* Stillen ist mehr als nur Essen. Stillen ist wesentlicher Teil der Kommunikation zwischen Mutter und Kind, befriedigt das Nähebedürfnis, schafft Sicherheit, killt Stresshormone und beruhigt. Kinder sind auf diese Eigenschaften unbedingt angewiesen; wird nicht gestillt, muss die Mutter aktiv für entsprechenden Ersatz sorgen.
* Das "Lösen von Problemen durch Essen" stellt stets eine ERSATZHANDLUNG dar. Dafür gibt es unzählige Beispiele (ich bin einsam, mir ist langweilig, ich bin unsicher, ich bin nervös, ich bin müde - dies dürften die Hauptgründe für Essen als Ersatzhandlung sein. Statt dem Griff zur Schokolade wäre es entsprechend EIGENTLICH besser, unter Menschen zu gehen, sich eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen, sich unangenehmen Gefühlen zu stellen usw.). Bei Babys allerdings ist das Stillbedürfnis ja das ORIGINAL; dann NICHT zu stillen wäre die ERSATZhandlung. Deshalb kann keine Rede davon sein, etwa ungünstiges Essverhalten oder falsches Problemlösungsverhalten durch Stillen nach Bedarf zu fördern; darauf gibt es keinerlei Hinweis. Im Laufe der Kleinkindjahre verschwindet das Stillbedürfnis ganz von allein; viele Mütter berichten von Situationen wie "Na, magst Du stillen?"-"Nein, Buch angucken!". Wenn die Mutter dies möchte, spricht überhaupt nicht dagegen, bis dahin einfach nach Bedarf zu stillen zu warten, bis es soweit ist.

LG;
Julia
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kruemelkekschen
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Re: Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von kruemelkekschen »

Vielen Dank für Eure Antworten. Dann bin ich ja echt beruhigt. Über was man sich so alles Gedanken machen kann :)

Ich habe das Buch "Schlafen statt Schreien" von E. Pantley. Ich finde ihre Gedanken nicht schlecht. Bisher habe ich nur ausprobiert, ob mein Sohn auch ohne Einschlafstillen schlafen kann. Ab und zu klappt das sogar, aber nur beim zu Bett gehen.Wenn er in der Nacht aufwacht, braucht er eigentlich immer die Brust zum wieder einschlafen.

@Saray: ich habe für meinen Sohn ein kleines Kuscheltier. Er hält sich gerne an mir fest (vor allem beim Stillen und beim Schlafen). Und da ich nicht mit ihm um 19 Uhr ins Bett gehe, bekommt er dann sein Kuscheltier zum Festhalten. Ich will ihn nicht daran binden, aber es hilft ihm zu schlafen. Wenn ich dann später ins Bett gehe, hat er auch manchmal das Kuscheltier angenuckelt. Es scheint ihm also auch dabei zu helfen, wieder einzuschlafen, wenn er wach geworden ist. Die Nacht verbringt er dann bei uns im FB und dann bin ich ja auch wieder da zum Festhalten und Annuckeln :)
mit Schul-, Vorschul-, Kindergartenkind und Baby
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Minchen
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Re: Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von Minchen »

ch kann mich allen anderen auch nur anschließen - wir haben in dem Alter IMMER gestillt, wenn die Kinder es wollten und auch danach hab ich daran laaaaaaange nichts geändert. Mein Großer kam mit 8 Monaten teilweise halbstündlich und so hab ich einfach mit ihm im Arm geschlafen udn er konnte nuckeln wie er wollte. Der Kleine ist abends sehr unruhig, das ist nerviger, weil ich zB gestern genau zum Finale des Tatorts zum dritten Mal hin musste... :roll: :mrgreen: Mich stört es aber auch nicht mehr so sehr, weil ich ja weiß, dass es vorbei gehen wird.

Ne Essstörung kannst Du Deinem Kind übrigens eher dann antrainieren, wenn Du es machst, wie meine Freundin: wenn das Kind tagsüber stillen will, gibt sie ihr stattdessen was Süßes - dann akzeptiert sie das NEIN. Juchuh, das Kind wünscht sich Zuwendung und bekommt stattdessen Süßkram! :? :roll:
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)
L-Mama
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Bei nächtlichem Aufwachen stillen?

Beitrag von L-Mama »

joso hat geschrieben:die windelfrei-mamas hätten bestimmt noch die Idee einzubringen, dass Kinder unruhig werden/munter werden, wenn sie mal pipi müssen (und einfaches Abhalten erleichterung schafft und zu ruhigem Weiterschlafen/Stillen verhilft)
So als Windelfrei-Mama kann ich das wirklich bestätigen. Meine Tochter wird auch oft zwischendurch wach. Sie stillt, schläft ein, nach 30-90 min muss sie Pipi und schläft direkt wieder ein, nach dem ich sie abgehalten habe. Sie ist dann ähnlich unruhig wie wenn sie stillen möchte. Wenn sie stillen will dreht sie sich suchend von rechts nach links, wenn sie Pipi muss, dann streckt sie sich eher.

Kurz bevor der erste Zahn kam wollte sie allerdings auch öfter mal im Halbstundenrhythmus stillen.
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