Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

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Daria
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Daria »

xknäckebrotx hat geschrieben:
darkdragonsoule hat geschrieben: ich wäre schon stolz gewesen wenn ich das selbst geschafft hätte.
Ja aber warum denn?
och, weil man doch immer stolz ist, wenn man was alleine ohne hilfe geschafft hat, oder? (jedenfalls in unserer kultur) also, das optimum in der hinsicht wär dann wohl eine erfolgreiche alleingeburt ;-)
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Zierbanane
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Zierbanane »

xknäckebrotx hat geschrieben:Ich konnte das zwar auch nicht nachvollziehen, aber es hat mich doch verblüfft, dass jemand ohne Beeinflussung von Krankenhaus-Maschinerie und nach der Information über Pro und Contra, nach der Lektüre der einschlägigen Bücher zum Thema und nach Gesprächen mit Frauen ganz selbstbewusst diese Entscheidung trifft. Und ich finde, die Frage ist schon interessant: Warum wird denn umgekehrt die "natürliche Geburt" ohne Schmerzmittel und Intervention so glorifiziert, dass jede, deren Geburt anders verläuft, sich schon mal die Frage stellen könnte, warum sie es eigentlich nicht so gut hinbekommen hat.
Ich habe sie auch genauso getroffen und werde zu 90% unser nä. Kind per KS bekommen.

xknäckebrotx hat geschrieben:Also ich finde die Frage nach dem Schmerz schon interessant, warum der Schmerz unter der Geburt so positiv besetzt ist und Frauen, die das gerne vermeiden möchten, von den Befürwortern der "natürlichen" Geburt mitunter so geächtet werden bis zur Strafe, dass sie damit die Mutter-Kind-Beziehung aufs Spiel setzen. Bzw. woher der Stolz kommt "Ich habe es ohne Schmerzmittel etc. geschafft" - warum ist das eine Sache, auf die Frau dann so stolz ist?
Der Schmerz unter der Geburt ist zB von mir überhaupt nicht positiv besetzt. Ich hab mich gefühlt wie im Todeskampf und das war noch eine "normale" Geburt innerhalb von 4h. Und ja, die 2. Geburt war ohne Schmerzmittel, aber ich bin weiß Gott nicht stolz drauf und mich ko*** mittlerweile solch ein Stolz so richtig an. :oops:

xknäckebrotx hat geschrieben:Aber das ist jetzt ja nur Geplänkel, ich würde das wirklich gerne mal lesen, um mir ein Bild machen zu können, von welcher Seite aus die Argumentation kommt.
Ich habe bei meiner 2. Geburt 2 mal sehr intensiv nach einer PDA verlangt und hätte mich auch durchaus auf einen KS eingelassen, hätte man mir einen angeboten. Da ich als Gebärende kein Notfall war, hat man mich einfach machen lassen und kein Mensch ist gekommen! Mir wurde zwar ganz schnell klar das ich da jetzt allein durch muß und habe umgeschaltet und mich dem ganzen "hingegeben", aber gebracht hats mir nichts. Im Gegenteil, mein Beckenboden war Wochenlang der einer alten Frau (es war unklar ob das jemals wieder was wird ohne ne OP!) und ich habe psychisch darunter so gelitten das ich mir sowas nie wieder antun will. Da half auch die beste Beleghebamme, das tollste KH und all der ganze "Schrums" und dieses blödsinnige "Brimbamborim" ums Gebären nichts!

Jahrelang habe ich alle Frauen, die sich freiwillig für einen KS entschieden haben für komplett verrückt erklärt. Meine Meinung hat sich total geändert.

Was Coccolone schreibt finde ich im übrigen sehr ermutigend.
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Zierbanane
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Zierbanane »

Sandküste hat geschrieben:....
Ausgeliefertsein beim Kaiserschnitt - hmm, ja, doch ich sehe das so. Ich liege dort, bewegungsunfähig,
bin auf das KÖnnen der Ärzte angewiesen, auf Medikamente. Davor hätte ich eine Riesenangst, ja. Ich kann dann absolut nichts beeinflussen.....
Ich bin wahrscheinlich ein Typ der froh ist wenn er mal was "abgeben" kann. Gebären ist für mich wie ums Leben ringen. Ich brauch das nicht unbedingt nochmal.
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Zierbanane
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Zierbanane »

darkdragonsoule hat geschrieben:´...
ich habe bei der ersten geburt eine pda gehabt,ganz zum schluss.ich konnte nicht selbsständig pressen und mein sohn musste per saugglocke und zange,mit schnitt,aus mir raus geholt werden.ich wäre schon stolz gewesen wenn ich das selbst geschafft hätte.ausserdem fühlt es sich auch ganz anderst an wenn man das selbst macht als entbindet mich eine fremde person von meinem kind...
Ich konnte beim 1. Kind trotz PDA wunderbar mitpressen. Eine PDA kann man gut dosieren. Der einzige Unterschied war das ich nicht solche Schmerzen hatte.
Gewitterwölkchen

Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Gewitterwölkchen »

Ich hatte bei Ben nach der Verlegung aus dem Geburtshaus (Schmerzen ohne Ende) einen KS (weiter Schmerzen ohne Ende) und nun eine natürliche Geburt unter Spinalanästhesie (heftig aber erträglich schmerzhaft und ambulant). Die Eröffnung hab ich komplett zuhause gemacht und fand es megaschmerzhaft und hab auf dem Weg in die Klinik gebetet, dass ein Anästhesist abkömmlich ist.

War er glücklicherweise. :lol:


Ich hab bei Ben gedacht, es muss natürlich sein ohne Hilfsmittel. Den Anspruch hab ich nach der ersten Geburt abgelegt und würde nun immer wieder die zweite Variante wählen. Wenn ich zum Zahnarzt gehe bitte ich ja auch nicht darum, mir den Zahn ohne Betäubung zu ziehen.
Vielleicht hängt es auch mit dem persönlichen Schmerzempfinden zusammen.
Meines hat definitiv eine niedrige Reizschwelle.
Und ich habe auch nicht das Gefühl, irgendetwas nicht geleistet zu haben oder damals mehr geleistet zu haben im GH oder sowas. Das Kind ist gesund auf der Welt und der Geburtsvorgang war erträglich. Den Anspruch auf ein tolles Geburtserlebnis habe ich nach Benjamins Geburt überarbeitet.
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darkdragonsoule
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von darkdragonsoule »

bei mir war dass so dass die geburt seid drei tagen in gange war und die wehen waren aber schon ziemlich stark.ich war irgendwann wie ans bett gefesselt,keiner ermutigte mich zur bewegung usw.da wusste ich noch garnichts über das thema geburt.ich hab halt auch nicht drüber nachgedacht weil ich sicher war dass mich jemand leiten wird.

als ich dann aber so ganz alleine da stand und garnicht wusste was mit mir passiert habe ich angst bekommen und mich total verklemmt.ich hatte schon den shcmuck abgenommen und einen blasenkatheter gelegt bekommen und sie wollten mich grade in den op schieben.weil ich davor aber noch größere angst hatte,oder vielleicht auch weil da was von mir abfiel weil ich wusste dass jetzt jemand nach mir schaut,ging der mumu auf und yves rutschte tiefer.

auf jeden fall war das ein riesen durcheinander mit dem tropf und wieder hemmer.ich habe schon versucht zu pressen,hatte auch wehenschmerzen,aber keine presswehen.meine kraft reichte nicht aus um ihn da rauszubekommen.

xknäckebrotx hat geschrieben:

darkdragonsoule hat geschrieben:ich wäre schon stolz gewesen wenn ich das selbst geschafft hätte.



Ja aber warum denn? "


weil das in der natur der frau liegt denke ich.das ist irgendwo verankert.weil das mein körper ist und mein baby ist ein teil von mir welches aus mir gewachsen ist,und ich möchte mich von meinem kind trennen,es hinauspressen,es soll nicht jemand fremdes mein kind aus mir herausholen.

ich bin mir schon irgendwie sicher dass dem kind etwas fehlt wenn es sich nicht durch den geburtskanal auf den weg macht,das hinderniss nicht durchbrechen muss.ich denke auch dass wenn das kind sich nicht einstellt und nicht tieferrutscht oder in querlage liegt und man absolut nichts dran ändern kann,es von einem ks keinen psychischen schaden erleiden wird weil es für mutter und kind auf natürlichem weg nicht geht und das kind das spürt.

ich schätze schon dass ein kind bei der geburt auch schmerzen hat.diese enge (diese kopfplatten können sich doch verschieben damit der kopf in einer bestimmten position da durchkommt) die den kopf drückt und diese starke beugung.und hinterher die kälte und trockenheit,die erste luft in der lunge...

klar da würden manche sagen dass die ks geburt sanfter sei.aber sanft heisst für mich nicht gleich "schmerzlos und ohen druck",sondern eher natürlich und so wie es vorgesehen ist und sanft zur psyche weil es so ja bestimmt ist.

ihr kennt sicher die geschichte von adam und eva.dadurch dass sie von den verbotenen früchten gegessen haben wurden sie bestraft.die bestrafung war dass sie unvollkommen sind und es weitergeben.du sollst unter schmerzen dein kind gebären,oder so...wenn sie diesen fehler nicht gemacht hätten,wäre die geburt (anscheinend) ganz schmerzlos,und alles würde normal verlaufen,ohne komplikationen.
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darkdragonsoule
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von darkdragonsoule »

ich hab übrigens beim zweiten kind am schluss (kurz vor den presswehen und währenddessen-und ich musste die im auto verheben-) auch übelste schmerzen gehabt.ich hätte nie gedacht dass ich sowas aushalten kann.aber das ist ja ein anderer shcmerz,anderst als "hilfe was stimmt mit mir nicht,ich bin krank und das ist sinnlos.."
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Leila
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Leila »

Gewitterwölkchen hat geschrieben:Ich hatte bei Ben nach der Verlegung aus dem Geburtshaus (Schmerzen ohne Ende) einen KS (weiter Schmerzen ohne Ende) und nun eine natürliche Geburt unter Spinalanästhesie (heftig aber erträglich schmerzhaft und ambulant). Die Eröffnung hab ich komplett zuhause gemacht und fand es megaschmerzhaft und hab auf dem Weg in die Klinik gebetet, dass ein Anästhesist abkömmlich ist.

War er glücklicherweise. :lol:


Ich hab bei Ben gedacht, es muss natürlich sein ohne Hilfsmittel. Den Anspruch hab ich nach der ersten Geburt abgelegt und würde nun immer wieder die zweite Variante wählen. Wenn ich zum Zahnarzt gehe bitte ich ja auch nicht darum, mir den Zahn ohne Betäubung zu ziehen.
Vielleicht hängt es auch mit dem persönlichen Schmerzempfinden zusammen.
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*unterschreib* Ich war auch vor meiner ersten Geburt der Meinung, och, das haben x Generationen von Frauen vor mir auch ohne Schmerzmittel, PDA etc. geschafft, warum sollte ich das dann nicht schaffen. Gut, nach 29h Wehen habe ich dann noch mal überlegt... :shock: :mrgreen: Mir hat die PDA echt geholfen. Gebracht hat sie insofern was, das ich den KS, der dann doch gemacht werden mußte, weil sich am Mumu immer noch nichts getan hatte (5cm), bei Bewußtsein erlebt habe. Nun ja, toll ist ein KS bestimmt nicht, es ist nun mal eine OP, die auch ein Infektionsrisiko hat (vor allem, wenn die Blase schon gesprungen war). Und ich habe natürlich prompt so eine Infektion in der Bauchhöle abgegriffen... :twisted: :roll: Das war alles andere als lustig, ich wäre fast daran gestorben und gegen diese Schmerzen sind Wehen ein Picknick, ehrlich... Eine Hebamme im GH in den USA hat mal in einer Fernsehserie über Wehen gesagt: There is a reason why they are called LABOUR and not picnick... Ist was dran... Wie es bei Nr. 2 wird, weiß ich noch nicht, ich strebe in jedem Fall eine natürliche Geburt an (allein schon, um zu wissen, wie das ist), aber sicher nicht um jeden Preis, und bestimmt nicht aus Teufel komm raus ohne PDA...

Lieben Gruß

Anja
Teenie-Töchter 01/2008 und 06/2010

"Alles im Leben hat seine Zeit,
jedes Ding hat seine Stunde unter dem Himmel.
Für das Geboren werden gibt es eine Zeit
und eine Zeit für das Sterben." Kohelet

"God, grant me the serenity to accept the things I cannot change,
courage to change the things I can,
and wisdom to know the difference." Reinhold Niebuhr
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darkdragonsoule
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von darkdragonsoule »

Vielleicht hängt es auch mit dem persönlichen Schmerzempfinden zusammen.
ja das denke ich auch.es kommt ja auch drauf an wie mein becken gebaut ist,wie das verhältnis kopf zu becken ist,in welcher körperlichen verfassung ich grade bin,welchen seelischen schmerz ich grade mit mir rumtrage usw..sowas kannd en schmerz verstärken,ganz sicher
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Re: Isabelle Azoulay "Die Gewalt des Gebärens"

Beitrag von Zierbanane »

darkdragonsoule hat geschrieben:ich hab übrigens beim zweiten kind am schluss (kurz vor den presswehen und währenddessen-und ich musste die im auto verheben-) auch übelste schmerzen gehabt.ich hätte nie gedacht dass ich sowas aushalten kann.aber das ist ja ein anderer shcmerz,anderst als "hilfe was stimmt mit mir nicht,ich bin krank und das ist sinnlos.."
Ich fand das grauenhaft. Ich dachte ich reiß von oben bis unten auf und konnte auch den Kopf nicht anfassen. Das hätte mir meinen Schmerz nur noch mehr näher gebracht. Ich konnte das einfach nicht....der Gedanke das da im Geburtskanal, halb drin, halb draußen ein Kopf ist, der die Größe einer kleinen Melone hat.... :shock:
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