Laktoseunverträglichkeit beim Stillbaby

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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moon
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Laktoseunverträglichkeit beim Stillbaby

Beitrag von moon »

Hallo,

Mein Sohn (4 Monate) hat seit gut 3 Wochen grünen Stuhl, 1 bis 2 mal am Tag. Davor war er eher der Typ, der einmal pro Woche die Windel voll mit MuMiStuhl hatte. Daher hat mich dieser abrupte Wechsel sehr irritiert. Ich schob es erst auf die Erkältung, die er zeitgleich bekommen hatte, dann auf Stress, den er durch seine 3 jährige Schwester, die auch erkältet und deshalb zu Hause war. Doch das hat sich inzwischen alles gelegt. Was geblieben ist, ist der grüne "Durchfall".

Unsere KiÄ tippt auf Laktoseunverträglichkeit. Dazu muss man wissen, dass meine 3 jährige Tochter bereits positiv darauf getestet ist und es daher recht wahrscheinlich ist, dass der kleine Bruder die selbe Anlage dazu hat. Meine Tochter hatte von anfang an Probleme mit der Verdauung, nahm auch schlecht zu, so dass wir mit 6 Monaten mit Beikost starten mussten. Die Unverträglichkeit wurde allerdings erst mit 2 Jahren festgestellt.
Der Kleine hat bisher gut zugenommen, ist allerdings eher schlank für seine Größe. Bis auf hin und wieder Bauchweh geht es ihm bisher prima. Nun mach ich mir aber trotzdem Sorgen, ob der grüne Stuhl nicht doch ein Zeichen für Laktoseintoleranz ist und es nun so weitergeht, wie damals bei meiner Tochter. Falls das Gewicht meines Sohnes stagniert, werden wir wohl wieder mit Brei starten müssen. Stillen möchte ich natürlich weiter, weil die Vorteile der Muttermilch hoffentlich die Nachteile durch die unverträgliche Laktose aufwiegen. Eine Alternative wäre natürlich laktosefreie Säuglingsnahrung, falls es das überhaupt gibt. Oder wie würde man ein laktoseintolerantes Baby denn am besten ernähren?

Bei meiner Tochter habe ich mir da nicht so die Gedanken gemacht. Ich habe Beikost eingeführt und daneben gestillt bis sie ca. 1 Jahr alt war. Groß geworden ist sie auch so, obwohl wir nichts von der LI wussten. Da war halt nur immer dieser doofe Durchfall, der uns schliesslich stutzig werden ließ. Doch nun beim Kleinen überlege ich wirklich, ob wir etwas anders machen sollen. Kürzer stillen oder vielleicht sogar länger und dann irgendwann auf laktosefreie Kuhmilchprodukte umstellen? Hat jemand Erfahrung, wie man mit LI beim Baby umgehen soll? Schadet MuMi bei einer Laktoseunverträglichkeit oder ist es besser mit den Verdauungsproblemen zu leben, weil MuMi noch viele andere Vorteile hat?
LG, moon mit Tochter (11/06) und Sohn (8/09)
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ellaundbo
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Re: Laktoseunverträglichkeit beim Stillbaby

Beitrag von ellaundbo »

die expertinnen kommen sicher noch... ich kann dir nur aus meiner erfahrung sagen das meine tochter auch ganz lange grünen stuhl hatte, sie hat aber keine unverträglichkeiten, bis heute nicht. das ist nach einer weile dann einfach weg gegangen. es kann auch einfach daran liegen das gerade eine darmumstellung bei deinem kleinen stattfindet, die zähne einschießen oder es kann auch ein infekt sein. es gibt viele möglichkeiten...
ich dachte auch immer das laktoseintoleranz bei so kleinen so gut wie nie vorkommt.... *grübel* (DAS wissen mit sicherheit die expertinnen).
lieselliesel
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Re: Laktoseunverträglichkeit beim Stillbaby

Beitrag von lieselliesel »

Hallo Moon,

ich schreib mal so, was MEIN Wissensstand ist.

Noch eine Frage: ist das "einzige" Problem deines Sohnes im Moment, dass er häufig grünen Stuhlgang absetzt?


moon hat geschrieben:Mein Sohn (4 Monate) hat seit gut 3 Wochen grünen Stuhl, 1 bis 2 mal am Tag. Davor war er eher der Typ, der einmal pro Woche die Windel voll mit MuMiStuhl hatte.
Stuhlverhalten ändert sich beinahe so häufig wie Schlafverhalten. Auch die farbe des Stuhls hat bei normalem Geruch kaum etwas zu sagen.


moon hat geschrieben:Unsere KiÄ tippt auf Laktoseunverträglichkeit. Dazu muss man wissen, dass meine 3 jährige Tochter bereits positiv darauf getestet ist und es daher recht wahrscheinlich ist, dass der kleine Bruder die selbe Anlage dazu hat.
Die Anlage dazu haben wir als Menschen. Nach heutigem Forschungsstand ist die Laktoseunverträglichkeit der genetische Normalfall. Im Erwachsenenalter. Laktoseunvertäglichkeit im ertsten Lebenshalbjahr ist EXTREM selten und ja eigentlich "natürlicherweise" auch nicht mit dem Leben vereinbar, weil ein Kind unter 4-6 Monaten sich nur von Milch ernähren KANN.


moon hat geschrieben:Meine Tochter hatte von anfang an Probleme mit der Verdauung, nahm auch schlecht zu, so dass wir mit 6 Monaten mit Beikost starten mussten. Die Unverträglichkeit wurde allerdings erst mit 2 Jahren festgestellt.
Wie grade beschrieben ist es sehr wahrscheinlich, dass Deine Tochter erst mit 2 Jahren die Fähigkeit verloren hat, Laktose zu verstoffwechseln.


moon hat geschrieben:Bis auf hin und wieder Bauchweh geht es ihm bisher prima.
DAS spricht gegen echte Laktoseunverträglichkeit, denn die macht Verdauungsbeschwerden aller erster Güte. Zumindest aber Übellaunigkeit ;-)


moon hat geschrieben:Stillen möchte ich natürlich weiter, weil die Vorteile der Muttermilch hoffentlich die Nachteile durch die unverträgliche Laktose aufwiegen.
Nein, bei einem wikrlich laktoseintoleranten Baby wiegt das nicht die Nachteile auf, weil das Baby dann nicht genug Kohlenhydrate über die Mumi aufnehmen kann. Laktose ist die einzige Zuckerart in Mumi (und die ist da in RAUHEN Mengen drin). Wenn ein Baby also keine oder kaum Laktaseaktivität hat, kann es die Laktose nicht in Glukose und Galactose aufspalten und hat damit zu wenig Zucker zum verbrennen. Das wird aber bei euch nicht das Problem sein, da es eurem Kind ja gut geht.


moon hat geschrieben:Eine Alternative wäre natürlich laktosefreie Säuglingsnahrung, falls es das überhaupt gibt. Oder wie würde man ein laktoseintolerantes Baby denn am besten ernähren?
Richtig. Man müsste laktosefreie Säuglingsnahrung nehmen.


Wünsch euch alles Gute, Ma
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mayra
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Re: Laktoseunverträglichkeit beim Stillbaby

Beitrag von mayra »

Kann es nicht sein, dass er einfach zur Zeit sehr viel "Vormilch" trinkt (trinkt er sehr häufig sehr kurz?) und davon kann sich der Stuhl grün verfärben...

Wenn er ja keine Anzeichen macht, dass es ihm schlecht geht, kann ich mir kaum vorstellen, dass er irgendeine Erkrankung haben soll... :?
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Jojoli
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Re: Laktoseunverträglichkeit beim Stillbaby

Beitrag von Jojoli »

Hallo Moon,
Du stellst Dir ähnliche Fagen wie ich in Bezug auf meine kleine Lilli. Die ist jetzt auch 4+ Monate, hat schon seit ca 2 Monaten arg mit Blähungen und Winden zu tun. Jetzt wirds allerdings besser. Nachdem der Stuhlgang erst Senfgelb war, wird er im Moment grün. Da ich selber LI habe und meine 4jährige Tochter überhaupt keine Milch oder Milchprodukte isst, frage ich mich , ob Lilli vielleicht auch eine Laktoseintoleranz hat. Allerdings meinte der KiArzt, in Muttermilch wäre weniger Laktose drin als in Flaschenmilch. Lilli ist kein Schwergewicht, eher fein und zart, aber Sie nimmt stetig ein wenig zu und deshalb denkt er nicht, dass eine Spezialnahrung nötig ist.
Da wir einen schwierigen Stillstart hatten, möchte ich auf keinen Fall aufhören zu stillen.Ich werde abwarten und hoffe, das sich die Blähungen, Winde und verschiedene Stuhlgangfarben einfach als verschiedene Phasen der Reifung von Lillis Verdauunsapperat erweisen.
Die 4jährige wollte mit ca. 10 Monaten nicht mehr Stillen und hat auch sehr bald (ca 5 Monate) angefangen, nach dem Essen vom Tisch zu gieren. Irgendwo wissen die Kleinen auch, was gut für sie ist, und falls Lilli auch nicht länger stillen will und lieber Essen vom Tisch haben will, kann ich das dann akzeptieren. Aber bis dahin wird einfach gestillt.
Lieben Gruss Gisela
moon
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Re: Laktoseunverträglichkeit beim Stillbaby

Beitrag von moon »

Erstmal Danke für die Antworten.

Also das Einschiessen der Zähne wäre schon eine Möglichkeit. Damit hat der Kleine gerade kräftig zu tun. Sieht so aus, als ob bald die ersten beiden Zähne kommen. Trotzdem macht mich halt der nun schon bald 4 Wochen anhaltende "Durchfall" unsicher. Dazu kommt ja noch, dass der Kleine neuerdings beim Stillen sehr unruhig ist, d.h. er zappelt, überstreckt sich, dockt ab und wieder an usw. Wenn ich ihn dann kurz hochnehme, kommt meist auch ein kleines Bäuerchen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Ursache des zappelns ist, sondern eher, dass er durch das unruhige Trinken Luft geschluckt hat. Nehme ich ihn ganz von der Brust, beruhigt er sich nach kurzer Zeit wieder. Von dem sonst entspannten Stillen ist allerdings keine Spur und auch das Einschlafstillen, das wir sonst praktizieren, gestaltet sich im Moment schwierig, wenn es denn überhaupt funktioniert. Irgendwie kommt mir das ganze sehr seltsam vor und ich vermute da doch eine Verbindung mit dem "Durchfall".

Zuviel Vormilch kann es eigentlich nicht sein, da wir ja noch genauso lange stillen wie in den ersten Monaten und da gab es ja keine Probleme (pro Mahlzeit eine Brust und ca. 20 min)

Zu der Laktoseintoleranz:
ich denke, dass sich so eine Unverträglichkeit nicht von heute auf morgen einstellt, sondern dass allmählich immer weniger Laktase produziert wird. Das passiert - wenn man das entprechende Gen hat - in der Regel erst im Erwachsenenalter, seltener schon im Kindes- oder Kleinkindalter. Meine Tochter z.B. hat - im Nachhinein betrachtet - schon von anfang an Verdauungsprobleme gehabt. Sie war ein typisches Kolikbaby, nahm nur langsam zu und hatte auch nach Beginn der Beikost so gut wie immer weichen Stuhl oder Durchfall. Wir haben das erstmal so hingenommen und auch ein wenig mit Weglassen von Lebensmitteln rumprobiert, was aber keine Besserung brachte.
Eher durch Zufall hat die KiÄ dann mal auf Laktoseintoleranz getestet.
Nach der Diganose haben wir die Ernährung umgestellt und erst nach mehreren Wochen hat sich die Verdauung normalisiert. So lange brauchte der Darm, um sich zu regenerieren. Kleine Mengen Laktose verträgt meine Tochter immernoch ohne Probleme (also z.B ein Stück WeihnachtsSchoki ;) ) und insgesamt sind und waren ihre Beschwerden nicht so extrem, wie es bei manchen anderen absolut Laktoseintoleranten der Fall ist. Aber ich gehe mal davon aus, dass sich ihre LI dahin noch weiterentwickeln kann/wird. Schliesslich ist sie ja erst 3 Jahre.
Und ebenso denke ich, dass sich eine LI, die sich schon im Kindesalter entwickelt, schon beim Säugling zeigen kann, also dass er Laktose nicht so gut verträgt. Dabei sind Babys, die von anfang an _gar keine_ Laktose vertragen, zum Glück sehr selten. Mein Sohn hat die Muttermilch bisher recht gut vertragen, aber durch die neuerlichen Problemchen vermute ich, dass sich da vielleicht doch eine LI entwickelt. Aber bis dahin werden wir nun erstmal abwarten und Tee bzw. Muttermilch trinken :5:
LG, moon mit Tochter (11/06) und Sohn (8/09)
jusl
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Re: Laktoseunverträglichkeit beim Stillbaby

Beitrag von jusl »

Hm, nee, eigentlich ist es wohl etwas anders:
NORMALERWEISE werden weite Teile der Weltbevölkerung im KINDESALTER (zwischn 4 und 7) weitgehend laktoseintolerant (v.a. in Asien und Afrika). DAS ist der Normalfall (und - wenig verwunderlich - passend zum natürlichen Abstillalter). Selten schon mit 2-3 Jahren, was aber biologisch gesehen ja auch kein Problem darstellt (in diesem Alter hören ja sehr viele Kinder von allein mit Stillen auf).
Und MANCHMAL entwickelt sich eine LI auch erst im Erwachsenenalter (bei mir z.B. erst mit 28..)

LG;
Julia
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