Du hast ja wirklich einiges zu tragen in Eurer Situation! Mit dem Herzproblem umzugehen ist sicherlich nicht einfach und Du hast ja auch noch größere Kinder, die Deine Zuwendung und Aufmerksamkeit brauchen. Hoffentlich hast Du auch ein wenig Entlastung.
Ich bin mittlerweile dazugekommen, mich ein wenig in Eure Thematik einzulesen.
Biancuzzo schreibt in "Stillberatung" (1. Auflage 2005) S. 309-312 einiges zum Stillen von Babys mit angeborenen Herzfehlern (
hier kann man es teilweise online einsehen).
Wenn ich Deine genauere Schilderung richtig verstanden habe, hat Dein Baby einen Ventrikelseptumdefekt, den Biancuzzo beispielhaft mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen erläutert.
Sie schreibt auf S. 309, Babys mit Herzfehlern sollen gestillt werden, weil Muttermilch hier besonders vorteilhaft sei (die Immunglobuline der Muttermilch schützen die besonders infektanfälligen Säuglinge); auf S. 310 betont Biancuzzo, daß das Trinken an der Brust für ein Neugeborenes physiologischer sei, als das Trinken an der Flasche; eine Studie ergab, daß die Sauerstoffsättigung beim Stillen deutlich höher ausfiel, als die ermittelten Werte während der Flaschenfütterung - bei keinem gestillten Kind trat ein Sauerstoffmangel auf, anders beim Füttern mit der Flasche.
Auf S. 312 kommt Biancuzzo zu der Schlußfolgerung, daß die Belastung der Säuglinge beim Trinken in Relation zur aufgewandten Energie stehe, wobei auf die Ermüdungsanzeichen geachtet werden solle.
Die Anregung auf S. 311 zur Probelmatik einer Gedeihstörung ist, darauf zu achten, daß das Baby
genug Hintermilch bekommt, es ist also besser, es länger an einer Seite trinken zu lassen, als kürzeres Anlegen an beiden Brüsten. Oder eben (nachdem sich Deine Milchmenge ja gut eingespielt hat) die gleiche Seite wieder anzubieten, wenn Deine Kleine eher kürzer gestillt hat.
Das Gedeihen des Babys ist oberstes Gebot.
So kann es durchaus auch sinnvoll sein, zusätzlich (angereicherte) Muttermilch zu geben. Zum Zufüttern werden allerdings alternative Fütterungsmethoden angeregt, da das Füttern mit der Flasche zu einer Saugverwirrung führen kann; die Technik an der Flasche ist eine andere, die Zungenbewegung muß genau andersherum ablaufen und einige Babys kommen damit nicht zurecht (was weitere Probleme nach sich ziehen kann). Ich bin etwas erstaunt über die Einschätzung Deiner Hebamme, wie macht sie es denn fest, daß Deine Kleine problemlos zwischen Brust und Flasche wechseln kann?
"Bechern" wäre doch eine Alternative, die das Baby nicht zusätzlich anstrengt.
Ich wünsche Dir viel Kraft für Dein Baby!