K.arina hat geschrieben:Auch auf die Gefahr hin mich jetzt ganz schrecklich unbeliebt zu machen

aber ich finde schon, dass man die Angebote von Stillräumen wahrnehmen kann und vielleicht auch sollte.
Meistens sind das ja die Wickelräume - und das finde ich wirklich indiskutabel zum Stillen.
K.arina hat geschrieben:Insbesondere wenn es sich um ein so großes Kind handelt. Ich stille meinen gleichaltrigen Sohn auch noch, allerdings nicht mehr immer und überall. Er ist fast 2 1/2 Jahre, in meinen Augen gibt es da keine Notwendigkeit stante pede in der Stadt anzudocken.
Das mag für Euch so sein, ich sehe das anders. Bei uns kann es durchaus sein, daß das Stillen sehr notwendig ist, wenn wir unterwegs in der Stadt sind. Und ich bin so selbstbewußt, weil ich vom Stillen so überzeugt bin, daß wir das dann auch tun! Im Sling geht das z.B. so dezent, daß es niemand mitbekommt, bzw. mitbekommen muß.
K.arina hat geschrieben:Stillen in dem Alter ist keine Nahrungsaufnahme mehr und daher nicht mehr zwingend erforderlich wie bei einem Säugling sondern doch vielmehr ein sehr inniges Kuscheln (zumindest bei uns).
Auch andere Bedürfnisse nach Stillen können zwingend und dringend sein, wie z.B. Trost (und Stillen tröstet nun mal in der Kleinkindzeit).
K.arina hat geschrieben:Ich befürchte, dass man mit Statements wie: "Ist doch so natürlich!" oder "Sonst wird es nie normal in der Öffentlichkeit!" ein bisschen das Feindbild von Frau Frömel (schreibt die sich so?) schürt. Es hat in meinen Augen schon etwas Provokantes ein so "großes" Kind mitten im Laden anzulegen, eben weil es nicht sein MUSS, sondern durchaus auch verschiebbar wäre.
Daher finde ich die Bitte des Mitarbeiters zum Stillen in den eigens dafür ausgestatteten Raum zu gehen durchaus angemessen.
Alles, was man anders als die breite Masse macht, kann diese auch provozieren - wo willst Du da die Grenze ziehen? Darf man ein Kind dann nicht mehr tragen, weil es unüblich ist und alle die Karre schieben? Das Attachment Parenting ist in einer Gesellschaft, die distanziert erzieht, auch unüblich - da eckt es z.B. auch an, wenn man sein Kind ernst nimmt.
Und was unsichere Zeitgenossen als Feindbild verstehen, interessiert mich ehrlich gesagt nicht besonders. Ich nehme in sofern Rücksicht, daß wir dezent stillen und bei uns ist das Stillen eben nicht immer verschiebbar.
Frömel hat in ihrem Geschreibsel das längere Stillen als extrem hingestellt (und damit auf einer sehr niederen Ebene dumm und dämlich Vorurteile weiter geschürt) - und das Bild ändert sich nur, wenn viele Frauen einfach selbstverständlich und selbstbewußt stillen, wo es sich eben ergibt.
(Müßig zu erwähnen, daß ich in den mittlerweile über 7 Jahren, die ich stille, NOCH NIE einen negativen Kommentar zum Stillen - weder zur Babyzeit, noch in der Kleinkindzeit bekommen habe).