Bin aktuell in der 20. SSW und habe eine beinahe 18 Monate alte Tochter, die 1x tägl. zum Mittagsschlaf, abends zum Einschlafen und ca. 1-3x pro Nacht stillt. Mit meiner Frauenärztin bin ich an sich ganz zufrieden, fachlich ist sie o.k., aber sie ist halt einfach sehr "konventionell" eingestellt, oder wie man das nennen mag. Dass sie mit meiner "alternativen" Haltung zum Thema Stillen nicht konform geht, hab ich mir eigentlich denken können. Sie wusste auch bisher nicht, dass ich noch stille, ich war nämlich über 1 Jahr nicht mehr dort... ich weiß, das ist nicht o.k. und ich hätte öfter hinmüssen, aber irgendwie hab ich die Kurve nicht gekriegt
Jedenfalls bin ich in meiner Haltung schon recht selbstbewusst und kann diese auch vertreten, aber trotzdem hat mich ihr Statement etwas aus der Bahn geworfen. Ihrer Meinung passen "Schwangerschaft und Stillen einfach hormonell nicht zusammen" (???), der Körper "brauche das ganz Östrogen nun für das Kind im Bauch" und überhaupt müsse ich "mit meinen Kräften haushalten"
Allein der Gedanke ans Abstillen hat mich in dem Moment so unheimlich traurig gemacht, dass ich dachte, mir kommen gleich die Tränen. Mir ist auf der Rückfahrt vom Arztbesuch wirklich ganz klar geworden, dass ein Abstillen für mich im Moment absolut nicht in Frage kommt, ganz zu schweigen von meiner Tochter, die noch so sehr an "ihrer Bu" hängt. Nie im Leben könnte ich uns das jetzt nehmen.
Hm, ich weiß jetzt gar nicht genau, was eigentlich mein Problem ist, ich kann durchaus auch bei meiner FÄ selbstbewusst zu meiner Meinung stehen, aber ich vermute, dass sie mich diesbezüglich in den nächsten Monaten noch mehr unter Druck setzen wird.
Wie würdet ihr dann reagieren?
Mit irgendwelchen Flyern oder Texten aus dem I-Net mag ich der FÄ nun nicht kommen, ich schätze, das hätte eh keinen Zweck.
Einfach sagen, ja ich hab abgestillt und sozusagen "heimlich weitersillen"? Ist eigentlich nicht mein Ding, denn wenn niemand dazu steht, wird Stillen während der Schwangerschaft immer ein Tabu bleiben, was es ja scheinbar noch ist. Denn überhaupt reagiert mein Umfeld zum allergrößten Teil auch recht verwundert bis entsetzt über die Tatsache, dass ich "sogar jetzt" noch weiterstille, wo meine Maus doch mit anderthalb Jahren nun wirklich zu alt dafür ist...
Eigentlich möchte ich einfach nur bei meiner Meinung bleiben und einfach nur mein Recht als Mutter wahrnehmen, ganz allein aus MEINEM Bauch entscheiden zu dürfen, wie ich in dieser Sache verfahre und eigentlich finde ich, genau SO sollte ich es der FÄ auch sagen - "Danke für Ihre Meinung dazu aber ich habe da eine ganz andere und das ist, bitteschön, meine Sache" - oder wie?
Sorry für dieses Megaposting, aber ich musste mich mal irgendwo "auskotzen" und würde mich über ein paar Statements freuen, oder auch Erfahrungsberichte, wie die Tandemstillerinnen bzw. die unter Euch, die währen der Schwangerschaft weitergestillt haben, die Situation erlebt haben und erleben.
LG
