Stillverunsichert

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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oriana
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Stillverunsichert

Beitrag von oriana »

Hallo, ich bin neu hier!
Ich bin 38 Jahre alt und seit Ende Januar09 Mutter eines ganz wundervollen Sohnes. Für mich war immer klar, dass ich stille - ganz im Gegensatz zum Tragen. Gekommen ist es so, dass wir nun ausschlieslich Tragen (der KiWa war der volle Fehlkauf und wir versuchen gerade ihn wieder loszuwerden) und auch noch vollstillen, ich mich aber zunehmend komisch damit fühle.

Und das kommt so: Meine SchwiMa hat ihre beiden Kinder ausschliesslich mit der Flasche ernährt. Wenn Milan nun weint sagt sie immer "Der hat Hunger " oder "Vielleicht hast du was Falsches gegessen" usw. Ich meine Milan weint echt extrem selten und sie scheint der Meinung zu sein, das Einzige Bedürfnis, dass er hat ist Essen, Essen...
Meine Mutter sagt "Der arme Junge, nur Muttermilch - bekommt er immer noch nichts anderes. (Wir haben jetzt vor ca einer Woche mit Breiversuchen angefangen. Nu ja, Begeisterung sieht anders aus...)
In der Krabbelgruppe in der ich war, haben nur ich und noch eine Mama, deren Tochter 2 monate jünger war, vollgestillt. Die anderen haben sich darüber aufgeregt was für eine Schweinerei ihre 4 monate alten Babys beim Essen veranstalten.
Die anderen Bekannten um mich herum füttern ihre Kinder 10 Tage nach der Geburt mit Tee, bzw die babys in Milans Alter weden alle kräftig zugefüttert...

Ich komm mir langsam total Alienmässig vor....Hilfe!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
So will ich mich nicht fühlen.
Und jetzt les ich auch noch dass bei älteren Müttern mehr Schadstoffe in der MuMi sind!
Ich meine ich stille eigentlich wirklich gern und finds ein totales Wunder was da läuft. Nur bin ich es langsam leid obige Kommentare bzw. Blicke abzukriegen . Ich wollte eigentlich ganz lange stillen aber inzwischen frage ich mich ob ich meinen Sohn in einem Jahr oder so nicht damit ausgrenze ,wenn er noch am Busen hängt und die ganze Umgebung so anders drauf ist.

Kann mich jemand verstehen, oder steht ihr da alle drüber bzw. macht solche Erfahrungen nicht?

Ich meine ich vertrete das Tragen und auch das Stillen, aber ich merke wie ich langsam wackelig werde.

Lg oriana
Liebe Grüsse Oriana

Unser absolut Obermegaklasse-Sohn Milan wurde im Januar 2009 zuhause geboren und ist seitdem familiengebettet,gestillt und getragen.
LucieLu
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Re: Stillverunsichert

Beitrag von LucieLu »

Ersteinmal HALLO und Herzlich Willkommen!

Also - ich stille -wie viele hier :D - auch noch!!! Warum nicht??? Ich bin sogar sehr stolz darauf!!! Heute in der Pekip-Gruppe war ich wohl auch die einzigste, die ihr Kind gestillt hat - und das ist mir so egal.

Stillen ist so gut für´s Kind und so praktisch - die anderen schleppen jetzt immer ihre Gläschen mit sich rum und die Trinklerntassen... ich packe einfach meine Brust raus...
Essen und aus dem Becher trinken tun wir dann in Ruhe und ohne Ablenkung zu Hause (mikroskopische Mengen 8) )
LG
Andrea

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Nudelsuppe
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Re: Stillverunsichert

Beitrag von Nudelsuppe »

Mir ging es auch ähnlich, mir hat es geholfen dass ich mich einer Stillgruppe angeschlossen habe, da sind viele "Aliens" 8) :lol:

Mit der Zeit ist mir auch immer mehr ein Fell gewachsen gegen solche :roll: Kommentare. Ich bin immer sicherer geworden mit der Zeit und ich strahle das auch aus. Wenn wir in solche Diskussionen geraten, spüren meine Gesprächspartner schnell, dass ich überzeugt bin von dem was wir leben und können es auch immer öfter nachvollziehen.

Vor 3 Jahren hätte ich jeden für bekloppt erklärt, der mir gesagt hätte dass ich mal tandemstillen werde und auch meine dreijährige noch gern stille :lol: Das gleiche gilt auch fürs Tragen.

Auch SuT bringt mir da viel Rückhalt.

Liebe Grüße,
Nudelsuppe
mit mehreren Kindern
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bina1307
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Re: Stillverunsichert

Beitrag von bina1307 »

Ich kann dich da voll verstehen. Und ich hatte lange Probleme damit mit den Blicken klar zu kommen.

Und auch meine "Schwiegermutter" sowie meine Mutter hatten beide nicht /bzw. kaum gestillt. Als ich dann mit Beikost angefangen, meinet meine Schwiegermama nach 2 Wochen schon: "Oh, wie schön der Kleine zugenommen hat! Man sieht, dass er endlich etwas richtiges bekommt!" :shock: :evil:
Ich hab sie dann nur doof angelächelt und gesagt, dass er ja bisher max. 70g Pastinake oder Kartoffbrei ist und da ja noch gar keine Kalorien drin sind.
"Aber es tut ihm auf alle Fälle gut, mal nicht nur Muttermilch zu bekommen. Echt gut, sieht er aus!" :(

Naja, und seiteher sag ich diesbezüglich gar nichts mehr. Plötzlich- wo mein Kleiner 15 Monate ist- und alle andere das lange Stillen kritisieren meint sie immer nur: "Es gibt doch nicht gesünderes und kuscheligeres für meinen Enkel. Solange es beiden gut tut, sollen sie das so weiter führen." :wink:
oriana hat geschrieben:Ich meine ich stille eigentlich wirklich gern und finds ein totales Wunder was da läuft. Nur bin ich es langsam leid obige Kommentare bzw. Blicke abzukriegen . Ich wollte eigentlich ganz lange stillen aber inzwischen frage ich mich ob ich meinen Sohn in einem Jahr oder so nicht damit ausgrenze ,wenn er noch am Busen hängt und die ganze Umgebung so anders drauf ist.


Wieso solltest du deinen Kleinen später it dem Stillen ausgrenzen? Meinst du, dass die anderen Kinder komisch reagieren?
Also ich bin auch die einzigste die in der Krabbelgruppe noch stillt (alle hatten aber 6 Monate voll gestillt und dann mit 9-10 Monaten abgesteillt) und Noah ist da wie alle andern Kindern auch, außer, dass er eben vorallem zum Trösten noch an Mamas Busen geht.


Und wenn ich inzwischen unterwegs bin und mein Kleiner wird müde, will er natürlich gestillt werden. Die Blicke werden immer aufdringlicher, vorallem seit mein Kleiner ein paar Worte redet und läuft.
Aber mit jedem Blick fühl ich mich stärker und ich steh da drüber!

Ich hoffe, dass du für euch einen gutenn Weg findest, denn das Stillen sollte für dich und deinen Kleienen Freude sein!
Liebe Grüße von Sabrina (`82) mit Geschenketochter Selinè (09) und den drei Jungs Noah ('08), Niklas (´13), Nils (`16) und **(`12u.`14) im Herzen
Kleiner Bauchzwerg (Sept'19)


"Mit Kindern vergehen die Jahre wie im Flug. Doch Augenblicke werden zu Ewigkeiten! "
Jochen Mariss
Marilu

Re: Stillverunsichert

Beitrag von Marilu »

Hallo und herzlich willkommen! :D

Schade, wie das Umfeld uns immer wieder verunsichern kann...aber hier wirst du viel Rückhalt finden!
Mir ging es ähnlich wie vielen hier; unsere Eltern- und z.T. Großelterngeneration hat einfach nicht, oder nicht länger als ein paar Wochen oder max. Monate, gestillt. Meine sind "hineingewachsen" - mit mir. Am Anfang große Skepsis, am 1.Geburtstag noch "ach du stillst immer noch ?!" und jetzt macht meine Schwiegermutter LZS-Werbung im Bekanntenkreis :lol:

Hier möchte ich dich beruhigen:
oriana hat geschrieben:Ich wollte eigentlich ganz lange stillen aber inzwischen frage ich mich ob ich meinen Sohn in einem Jahr oder so nicht damit ausgrenze ,wenn er noch am Busen hängt und die ganze Umgebung so anders drauf ist.
In einem Jahr werden sich die "Kumpels" von deinem Sohn überhaupt nicht drum scheren, ob er Mumi oder Flasche oder keins von beidem bekommt. Die einzigen, die es vielleicht befremdlich finden (und auch die haben sich bis dahin wahrscheinlich daran gewöhnt), werden ihre Eltern sein. Und die finden dann eher dich als ihn seltsam.
Wie es im Kindergartenalter ist, weiß ich (noch :wink: ) nicht. Aber mit 2 interessiert sich kein Kind dafür!
oriana
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Re: Stillverunsichert

Beitrag von oriana »

Oh - ich sage D A N K E für die schnelle und warme Reaktion von Euch. :D
Das Gesagte zum Thema "Ausgrenzung" (ich weiss noch nicht,wie das mit textreinkopieren geht) leuchtet mir ein. Ich merke es macht eine Unterschied für mich ob ich nur weiss, dass es Mamas gibt, die das so" handeln" wie wir oder ob ich mit ihnen direkt "reden" kann. Fühle mich gestärkt darin den Weg-zu-gehen... wenn ihr versteht, was ich meine.
Vielen lieben dank an bina1307, es tat gut zu hören, dass es bei dir mit der coolness auch gedauert hat.
Lg oriana
Liebe Grüsse Oriana

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Re: Stillverunsichert

Beitrag von jolie2008 »

Leider wird stillen nicht so wirklich anerkannt hierzlande. (mein Eindruck) So paar Monate stillen - 3 sind schon super - werden hoch anerkannt als wenn es ne Weltklasseleistung wäre. Stillt man aber mehr wie die "berühmt berüchtigten" 6 Monate ist man schon ein Freak. Wie man dann mit über ein Jahr stillen heißt will ich hier nicht ausschreiben. :roll: Es wird einfach zuviel Milupa und co. Werbung gezeigt: die Kinder sind gesund, haben Abwehrkräfte und kriegen so und sowas mit....unglaublich sowas. Stillwerbung kenn ich nur aus dem I-net.

Die typischen Sprüche: "Kind wird nicht satt", "du hast was Falsches gegessen", "Flasche geben ist besser" sind so typisch und werden sicher in einigen Jahren noch mehr auftauchen. Da muss man einfach drüberstehen. Mumi ist einfach das Beste fürs Kind. PUNKT. Da gibts kein Gegenargument! :lol:
oriana
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Re: Stillverunsichert

Beitrag von oriana »

Das woran ich zu knabbern habe momentan, sind vor allem die Eltern um mich rum, die Kinder im etwa gleichen Alter wie unseres. Gerade heute war ein Bekannter von uns zum Mittagessen da. Sein Sohn kam am selben Tag zur Welt wie Milan, und als wir so gegessen haben war er ganz verwundert und erzählte, dass der Jonas jetzt schon Zeter und Mordio schreien würde, weil er noch keine Nudel in den Mund bekommen hätte. :?
Ich meine so was verunsichert mich einfach. Machen wir was falsch usw.?(eher rhetorisch gefragt) :roll:
Im Übrigen habe ich auch das Gefühl, dass viele Mütter so schnell wie möglich wieder zu ihren alten Gewohnheiten zurück wollen und darum zügig abstillen.(Kind schläft durch, mama kann wieder Alkohol trinken, das kKind übers WE zu Oma und Opa bringen.....als wenn es nicht früh genug "abgenabelt werden könnte.Ich meine, es ist grundsätzlich nichts falsches dran auch wieder an sich zu denken, aber manchmal habe ich das Gefühl wie´s dem kleinen Mitmenschen damit geht wird gar nicht so beachtet.)
Ach ja, und natürlich krabbelt Jonas schon durch die Wohnung und zieht sich an den Möbeln hoch (7,5 Monate), während mein Tragetuchkind so langsam anfängt sich mit aufgestützten Armen nach hinten zu bewegen... Jonas lag die ersten Monate ausser beim Stillen nur irgendwo in der Wohnung auf dem Rücken, da kann ich schon verstehen ,dass er alles tut um dabei zu sein. Seine Mama fragte mich übrigens ,ob ich keine Angst davor hätte, mein Kind durch das Tragen zu sehr auf mich zu fixieren.....ohne Worte.
Liebe Grüsse Oriana

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mellmull
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Re: Stillverunsichert

Beitrag von mellmull »

Hallo oriana,
ich finde es toll, wie du das machst.
oriana hat geschrieben:Im Übrigen habe ich auch das Gefühl, dass viele Mütter so schnell wie möglich wieder zu ihren alten Gewohnheiten zurück wollen und darum zügig abstillen.(Kind schläft durch, mama kann wieder Alkohol trinken, das kKind übers WE zu Oma und Opa bringen.....als wenn es nicht früh genug "abgenabelt werden könnte.Ich meine, es ist grundsätzlich nichts falsches dran auch wieder an sich zu denken, aber manchmal habe ich das Gefühl wie´s dem kleinen Mitmenschen damit geht wird gar nicht so beachtet.)
Leider geht es mir im Moment genauso. Die meisten Umfeld-Mamis mit gleichaltrigen Babies fangen jetzt an mit Flasche und Brei, weil das ja sooooo viel leichter ist.
Fag mich, was daran leichter ist, stillen ist doch so bequem ( und schön). Aber da geht es vielen um ihre "verlorene Freiheit"!
Ich versteh das immer nicht: In ihrem Job wollen diese immer alle ÜBER-produktiv und ÜBER-alles hinaus kommen und wenn sie dann Mami sind , verurteilen sie diejenigen, die "ÜBER-" Mami sein wollen. Nur weil sie ihr Kind lieb haben und ihm das Beste was sie haben (MM) geben wollen. Komisch !

Vor ein paar Tagen bekam ich das von einer Mami zu hören. "Also ich bin jetzt am abstillen, denn schließlich hab ich ja jetzt die von der WHO empfohlenen 6 Monate fast eingehalten und wenn ich jetzt aufhöre, dauert das eh noch mal nen Monat...das reicht dann aber auch!"
Und sie meinte noch, sie freue sich jetzt endlich wieder auf ihre Arbeit im Beruf.

Also ich bin dann lieber "ÜBER"- Mami und stille so lange wie meine Süße mag!

Liebe Grüße Melanie
Liebe Grüße von Melli
Verplüscht und zugenäht
GwAMg

Re: Stillverunsichert

Beitrag von GwAMg »

:roll:
JA, mir fehlen ja bei manchen auch die Worte....

Ne Bekannte war vor ein paar Monaten hier zum Kaffeetrinken und sah, dass meine große ein richtiges Bett hat "oh ih habt ja gar kein Kinderbett mehr" ähm ja, wir haben das Kinderbett ja auch früher nur für den Mittagsschlaf benutzt und abends lag sie da drin bevor wir ins Bett kamen (weil sie im Bett immer so viel rumrollte) naja und dann hab ich aber schon vor einem Jahr das Gitte komplett abgebaut und seitdem schläft sie in nem "normalen Bett"...

Nun sagt doch die Bekannte tatsächlich: Und wie macht ihr das mit dem EInschlafen?

Ich :?: :?: :?:

Sie: Ja weißt du, wir haben das Gitter abgebaut (ihr Sohn ist etwas Jünger als meine Große) aber dann kam er abends anstatt zu schlafen doch tatsächlich zu uns ins Wohnzimmer gedackelt, da hab ich das Gitter halt wieder dran gemacht..

:shock: :shock: :shock: :shock:
Für mich war auch bevor ich so Familienbettüberzeugt war ein Kinderbett nur deswegen mit Gittern versehen um das kleine Baby vorm rausfallen zu schützen...aber doch nicht um es als Gefängnis zu nutzen....

Also es gibt schon komische Eltern...
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