Mie hat geschrieben:Ich hab im KH auch immer Laktosefreies Essen bestellt, das haben die so notiert aber die schauen auch nur, dass keine Milch drin ist oder Sahne. Fertigsoßen zB, daran denkt keiner
Und Butter hatte ich trotzdem jeden Morgen auf dem Tablett, obwohl ausdrücklich Margarine bestellt war. Diese sog. Ernährungsberaterinnen die die Bestellungen aufnehmen, haben leider selbst oft garkeine Ahnung von den Unverträglichkeiten und müssen sich von den Patienten aufklären lassen, was sie essen dürfen und was nicht. Wenn der Patient das selbst nicht so genau weiß, dann ist es umso doofer. Kann man ihm aber nicht vorwerfen, gerade alte Leute haben einfach keine Ahnung davon, weil die Ärzte sie kaum aufklären (oh wunder, ich hatte sogar schon Ärzte die keine Ahnung von einer Laktoseintoleranz hatten) und weil sie keinen Kontakt zu anderen Betroffenen haben wie wir zB im Internet.
Man sollte mal dran denken, dass das nicht nur unangenehme Blähungen macht sondern auch Bauchweh etc bis hin zu schlimmen Krämpfen und Durchfall. Ist zwar bei jedem etwas anders in der Ausprägung aber so kanns sein und so gehts vielen. Leider.
Zum Krankenhaus kann ich nur sagen: ja, die Ungewissheit, ob da nun wirklich keine Laktose (besonders in Soßen und Brühen etc.) drin ist, ist echt nervig

Ins Krankenhaus (war dieses Jahr leider schon zweimal drin) haben mich übrigens Laktase-Kapseln gebracht

Die vertrage ich anscheinend noch deutlich schlechter als wenn ich mal was mit Laktose erwische. Die ersten zwei / drei Male ging es noch gut und dann hat es dreimal zu Dauerbrechattacken geführt, die zweimal im KKH-Aufenthalt endeten

Laktase werde ich also nie wieder nehmen.
Aber: die Diät-Assistentin im KKH war für mich ein wahrer Segen!

Beim Arzt (Gastro-Enterologe, der den H2-Atemtest gemacht hat) hatte man mich nämlich sehr wohl darüber aufgeklärt, was ich alles nicht mehr essen dürfte - allem voran eben sämtliche Milchprodukte (aber auch die meisten Fertiggerichte, Wurstsorten, ...). Ich bekomme aber Margarine echt schon von Kindheit an kaum runter und die laktosefreie Butter schmeckte mir auch nur mäßig, laktosefreien Käse fand ich eklig (ich aß bis dahin nur Bio-Milchprodukte - und Minus L hieß eben: konventionelle Milchwirtschaft

)
Jedenfalls wies mich die Diät-Beraterin darauf hin, dass es verschiedene Stufen der LI gibt und man ausprobieren sollte, wieviel Laktose man noch verträgt. Die meisten Menschen mit LI vertragen immernoch ca 8-10g Laktose täglich (statt der 20 - 30 g in mitteleuropäsischer Normalkost). Deshalb hatte eben auch Schnittkäse und Butter auf meinem Tablett gelegen - was ich dann jedesmal bemängelt hatte

. Naja, langer Rede kurzer Sinn:
Ich kann wieder Bio-Butter essen (die absolute Menge Laktose, die man sich mit 10g Butter aufs Brot schmiert ist verschwindend gering). Normaler Bio-Emmentaler, Bio-Bergkäse, Bio-Gouda ... gehen auch alle (auf den Tabellen schauen: 0g Kohlenhydrate heißt eben auch 0g Laktose!), weil die langsam genug gereift sind - da ist die Laktose abgebaut. Joghurt in geringen Mengen vertrage ich auch - aber nur, wenn er nicht erhitzt wurde, also die Bakterien noch leben, die den Milchzucker dann abbauen helfen.
Laktosefreie Milch gibt es auch in Bio-Qualität - schmeckt soooooo viel besser als die Minus-L oder Breisgauer aus dem Supermarkt. (Gutes Gewissen der Kuh gegenüber inklusive).
Ich lasse halt Laktose überall dort weg, wo sie vermeidbar ist (Bio-Wurst, Bio-Wiener etc. enthält meist keine, ebenso Bio-Brühen), esse also kaum Fertigprodukte und gönne mir dafür eben die Restlaktose in Bio-Käse und "laktosefreier" Bio-Milch. Leider gibt es Sahne nur konventionell *schnüff* - aber da finde ich die Inhaltsstoffe von Soja-Sahne so gruselig, dass ich dann lieber konventionelle L-Minus-Sahne kaufe.
Ich bekomme zwar von zuviel Laktose (wenn ich z.B. irgendwo eingeladen bin und es nicht vermeiden kann) auch ganz fiese Blähungen und Bauchkrämpfe, aber wenn ich mich selbst zu Hause ernähre, ist inzwischen die LI (ich habe nämlich leider noch andere Einschränkungen der Ernährung) mein geringstes Problem
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Achso, noch zur Ausgangsfrage wegen dem generellen Weglassen: Ich hatte am Anfang auch gedacht: wenn mein Körper keine Milch will und das ja schließlich bei 80% der Erwachsenen auf der Welt so ist, dann leb ich eben ohne. Ich fand es aber sehr schwierig, mich dann noch ausgewogen zu ernähren ohne auf mir nicht schmeckende, hochverarbeitete Produkte aus Soja und ähnlichem zurückzugreifen. Auch mein "in Ländern ohne Milchkonsum haben die Leute doch auch nicht mehr Ostheoporose" habe ich inzwischen revidieren müssen - zumindest muss man da wohl noch viele andere Faktoren mitbedenken wie z.B. unsere sehr schlechte Vitamin-D-Versorgung hier in Deutschland.
Wie ausgewogen und dennoch Eiweiß- und fett-haltig genug (und nicht zu kohlenhydratlastig) man seine Ernährung dann eben ohne Milchprodukte hinbekommt, hängt aber ja noch von vielen anderen Faktoren des persönlichen Lebens ab. Für mich war es halt letztlich mit Milchprodukten doch wesentlich besser als ohne. Muss aber ja nicht bei jedem so sein.