Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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rose
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von rose »

unsere maus ist jetzt auch 3 und spricht einwandfrei deutsch und französisch. sie schaltet auch sofort um, wenn wir uns zb zu dritt (franz. papa) unterhalten, von einem satz zum anderen, jenachdem, an wen sie sich adressiert. ich glaube aber, dass ich ein klein wenig besser deutsch spricht... vom satzbau her ist auch alles perfekt.

allerdings hat mich neulich ein bekannte sehr verunsichert: er meinte, dass sie wohl NIE beide sprachen beherrschen wird, sprechen und schreiben ok, aber nicht beherrschen. und er meinte, dass es total wichtig sei heutzutage, zumindest eine von beiden sprachen perfekt zu beherrschen, vorallem die sprache, in deren land man lebt... ich glaube das aber nicht... und wenn nicht, ist es doch auch egal, oder? kommt immer drauf an, was man macht. ich beherrsche das französsiche ja auch nicht, aber trotzdem kann ich hier leben!
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marscygale
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von marscygale »

was meint denn die Bekannte mit "beherrschen"? Die Kinder beherrschen die Landessprache immer perfekt, die zweite oder dritte Sprache hängt dann vom Einsatz der Eltern ab. Abgesehen beherrschen nicht mal die Franzosen selbst ihre eigene Sprache, va. nicht in Schrift, sorry sowas wie von deiner Bekannten würde ich mir nicht sagen lassen. Wo wohnst du denn in F? :wink:
Grüsse
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rose
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von rose »

marscygale hat geschrieben:was meint denn die Bekannte mit "beherrschen"? Die Kinder beherrschen die Landessprache immer perfekt, die zweite oder dritte Sprache hängt dann vom Einsatz der Eltern ab. Abgesehen beherrschen nicht mal die Franzosen selbst ihre eigene Sprache, va. nicht in Schrift, sorry sowas wie von deiner Bekannten würde ich mir nicht sagen lassen. Wo wohnst du denn in F? :wink:
also mit beherrschen meinte er "maitriser". wir waren bei dem bekannten zu besuch. meine kleine tochter ist recht schüchtern und hat mit ihm kein wort gesprochen. er meinte dann, dass er den eindruck hat, dass sie ihn nicht versteht und kein französisch kann :? hat mich ziemlich gewurmt.. darauf hin kam dann eine diskussion zustande, wo er eben meinte, dass sie weder die eine, noch die andere sprachen "beherrschen" würde. also gut sprechen und so schon, aber eben nicht beherrschen. er meinte, er würde es an seinen nachbarn sehen. die sprechen zuhause französisch (die mutter) und der vater okzitanisch. die kleine tochter (ca 12 jahre) würde in beiden sprachen gravierende fehler machen, die man aber halt so im sprachgebrauch nicht besonders merkt. aber ihr würde es wohl schwer fallen, korrekte aufsätze und so zu schreiben...

wir wohnen in der nähe von toulouse und du? marseille war das glaub, oder?
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marscygale
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von marscygale »

Jupps, Marseille, grosse dreckige, aber irgendwie auch coole Stadt :D . Boah, die Franzosen sind ja was penibel wenn es um ihre Sprache geht. Frag ihn doch mal nach einem Aufsatz aus seiner Kindheit. Unsere Babysitterin kommt aus der deutschsprachigen Schweiz, sie war 12 als sie hergekommen sind und hat vor den Sommerferien ein Spitzenabitur hingelegt.
Sorry, aber das sind so Vorurteile von Leuten, die sich mit dem Thema gar nicht beschäftigt haben. Mein Partner ist mit arabisch aufgewachsen und hat keine Probleme nen Aufsatz zu verfassen. Es gibt genauso viele Leute, die mit französisch aufwachsen und Probleme bei solchen Dingen haben wie halt auch "andere" muttersprachler. Ich selbst mochte immer gerne schreiben, meine Schwester überhaupt nicht, das ist so unterschiedlich. Vielleicht sollten die Franzosen mal ihr Schulsystem beleuchten, da werden schon Kinder in der Vorschule zu Losern abgestempelt, da sie mit 5 noch nicht ihren Namen in Schreibschrift schreiben können oder einfache Substraktionen( :shock: ) nicht hinbekommen.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von leylabuldag »

Meine Kinder wachsen mit deutsch-türkisch auf.Ich deutsche,papa Türke.
Leyla ist 6 Jahre alt,versteht alles auf türkisch,aber sprechen tut sie es nicht.Nur wenn wir in Türkei für ein paar Wochen sind,nach 2-3 Wochen fängt sie mit den Kindern dort an türkisch zu sprechen.Aber sobald wir wieder zuhause sind war es das auch.
Vielleicht kommt es ja noch,sie traut sich wohl nicht so richtig..Lg
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von marscygale »

das ist aber schade, aber solange sie die Sprache versteht. Guckt sie deutsches Fernsehen? Habt ihr auch Hörspiele auf türkisch? Ist der Papa der Einzige, der türkisch mit ihr spricht?
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von leylabuldag »

Ihr Papa spricht meistens türkisch mit ihr,ich eher selten.
Türkisches Fernsehen interessiert sie kaum,Hörspiele hat sie keine türkischen aber Ihr Papa hat ihr Bücher geschenkt.Jetzt gibt es in ihrer Schule auch eine türkisch AG, da geht sie total gerne hin....der Lehrer ist ja so nett!!!Sie ist total begeistert von dem.Vielleicht fängt sie ja doch noch an zu sprechen,wir machen da mal keinen Stress.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Hauptstadtkind »

Manche Büchereien haben auch richtige Abteilungen für fremdsprachige Medien *tipp*. Auch speziell für Kinder - Romane, Bilderbücher etc.
mit Großkind (7) und Kleinkind (3)

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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Nusserl »

Ich spreche mit unserer tochter österreichisches deutsch, mein mann italienisch. da wir in der schweiz leben, lernt sie in der krippe schwitzerdütsch.
im moment merkt man, dass sie ein bissi langsmer ist in der sprachentwicklung, da sie nur mama, papa und wau sagt :lol: aber laut dem supertollen buch "kinderjahre" von remo largo (echt empfehlenwert für alle lebenslagen mit kleinkind) holen zwei- oder mehrsprachige kinder alles auf bis zum schuleintritt.
vom verständnis her merkt man keinen unterschied bei ihr. ich lese ihr auch dei kinderbücher auf italienishc vor, wenn sie es will. kommentieren tue ich es aber auf deutsch. ansonst hört sie ja genügend italienisch von ihrem vater und per skype von den italienischen grosseltern. denke, das funktioniert echt super.

ich habe jetzt wieder vermehrt mit der babyzeichensprache angefangen. wir verwenden die deutsche version, die auf der deutschen gebärdensprache basiert, nur einfacher zeichen. gebärdensprache ist ja leider nicht international, sondern wie auch die lautsprache je nach land unterschiedlich.
gerade jetzt ist sie in der phase, wo sie echt frustriert wird, wenn ich nicht verstehe, was sie will. da sind gebärden echt sinnvoll. ich habe mit 9 monaten angefange, aber es dann wieder schleifen lassen. vor 3 wochen habe ich es wieder neu begonnen und sie hat schon 2 neue zeichen gelernt. natürlich ohne druck nur mit viel spass. in der krippe sind sie zum glück sehr aufgeschlossen. ich sage ihnen immer wenn sie ein neues zeichen kann, damit sie sie auch "verstehen".
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Thistle
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Thistle »

Hmm...ich bin mal gespannt, wie und wann es bei uns losgeht. Seit ein paar Tagen ahmt Soph Worte, die wir sagen, nach. Ob das wohl der Anfang ist? ;) Sie versucht sich derzeit an Dingen wie 'niiiiii' (=nice), 'peeeaaa' (=pear). 'Hi' und 'Boo' sagt sie schon ein Weilchen, aber ansonsten hält sie sich bisher eher bedeckt. 8)
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