jusl hat geschrieben:Spendermilch ist daher bei Frühchen, deren Mütter nicht selbst stillen/pumpen können oder wollen (der Anteil Nichtstillender ist hier höher als bei reifgeborenen Babys),
Aber woran liegts? An der oftmals mangelnden Unterstützung in der Klinik! Es würden sicher viel mehr Frühchenmütter pumpen/stillen, wenn ihnen nicht schon von Beginn an die Illusion genommen wird.
Das ist schon etwas komplexer, denke ich. Einmal ist der Anteil an Müttern mit schweren gesundheitlichen Problemen (Gestose, HELLP-Syndrom, Diabetes, Zigaretten- und Alkoholabusus usw.) bei extremen Frühchen viel höher als bei Müttern von Reifgeborenen (u.a. DESHALB kamen die Kinder ja so früh). Eine Mutter, die auf der Intensivstation um das eigene Leben kämpft, kann ihr Kind kaum das Stillen lehren.
Außerdem berichten manche Mütter frühest geborener Kinder, dass die teils wochenlange Angst vor dem möglichen Tod des Kindes leichter zu ertragen war, wenn sie sich erstmal "nicht so sehr aufs Kind einlassen", dementsprechend auch weniger an der Pflege des Kindes beteiligt sind und nicht stillen/pumpen. (ich weiß, dass andere Mütter gerade die Tatsache, ihrem Baby wenigstens ihre Milch geben zu können, als heilsam empfinden).
Mütter von Reifgeborenen können mit ihren Kinder ja oft sehr schnell heim, und zuhause klappt das Stillen wegen der gewahrten Intimsphäre oft viel besser als unter Beobachtung im KH. Frühchenmütter können dies natürlich nicht.
DAZU kommen dann mitunter stillunfreundliche KKH-Routinen (die teils so schlimm sein können, dass für manche Mütter Stillen schlicht unmöglich gemacht wird ). Die fachkundige Anleitung muss für Mütter von Frühchen noch besser sein als für Mütter von Reifgeborenen, da Frühchen spezielle Schwierigkeiten haben können, die bei Reifgeborenen gar nicht auftreten.
LG,
Julia
Naja, ich weiß ja wovon ich spreche. Ich habe ja ein Frühchen und kam während unseres 10 wöchigen Intensivaufenthaltes mit vielen Müttern in Kontakt. Darunter waren Gestosefrauen, Diabetikerinnen, Frauen nach Not-KS usw. und ich muß sagen das all diese Frauen (früher oder später) für ihre Kinder gepumpt haben! Diese wunderbare Leistung schreibe ich aber auch zum Großteil dem kompetenten Personal der Klinik zu, die diese Frauen dazu ermutig und jederzeit unterstützt hat. Auch in "schwierigen Fällen" wo das Leben des Kindes noch in den Sternen stand war immer jemand für die Familien da und ja, es ist auch während unserer Zeit ein Baby verstorben.
Ich denke eine gute fachkundige Unterstützung und das Vertrauen in Mutter und Kind macht hier mehr als die "halbe Miete" aus.
Ja sicher, und Du hast da natürlich superviele Erfahrungen (offenbar in einem sehr guten KH) gemacht. Aber immerhin kann es für gesunde Mütter von gesunden Kindern in vermeintlich völlig unspektakulären Situationen schon sehr schwer sein, problemloses Stillen zu etablieren. Und statistisch treten stillhinderliche Umstände bei Frühchenmüttern defintiv deutlich öfter auf als bei gesunden Müttern Reifgeborener.
Also, ich kenne eine Hebamme, die das Kind einer Freundin gestillt hat, weil die keine Milch hatte. Das ist ja dann schon eine Amme, oder?
feli
"Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht,
damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen."
Khalil Gibran
hilltopsheep hat geschrieben:Also, ich kenne eine Hebamme, die das Kind einer Freundin gestillt hat, weil die keine Milch hatte. Das ist ja dann schon eine Amme, oder?
im gewissen sinne...
aber eine frau die gewerblich und regelmäßig ein fremdes kind stillt, gibt es definitiv nicht mehr.
jusl hat geschrieben:Ja sicher, und Du hast da natürlich superviele Erfahrungen (offenbar in einem sehr guten KH) gemacht.
Ja, zum Glück! Lies mal unseren Stillbericht!
den hab ich unter stillberichten nicht gefunden *tomatenaufdenaugen..*
kannst du mir den link geben? danke.
(mein sohn war auch auf der intensiv, allerdings reifgeboren und ein toller stiller - wenn wir mal durften - und von den frühchenmüttern hat keine einzige abgepumpt. das ist ja mein traum: als stillberaterin an diesem krankenhaus wenigstens hin und wieder einer mutter zum pumpen und dann eventuell zum stillen zu helfen..)
War mit meinem Sohn auch fünf Tage auf Intensiv, die beiden Milchpumpen waren immer frei, war die einzige die da pumpte.
Die beiden Frühchen im Zimmer meines Sohnes war immer alleine (und ich immer bei ihm), das eine hatte einmal die Mutter da die musste nämlich was unterschreibene und das andere hatte nie Besuch....
Mit
drei Jungs (03/06/09)
im chaotischen ADHS/AUtisten Haushalt..
Mäusebrot hat geschrieben:War mit meinem Sohn auch fünf Tage auf Intensiv, die beiden Milchpumpen waren immer frei, war die einzige die da pumpte.
Die beiden Frühchen im Zimmer meines Sohnes war immer alleine (und ich immer bei ihm), das eine hatte einmal die Mutter da die musste nämlich was unterschreibene und das andere hatte nie Besuch....
*schluck* Das muß für dich ja auch schlimm gewesen sein die beiden Babys immer alleine zu sehen, oder?