Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
mzw
gut eingelebt
Beiträge: 40
Registriert: 02.10.2008, 18:07

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von mzw »

olle hat geschrieben:
mzw hat geschrieben:Ich kann mein Kind genausowenig vor allen negativen Einflüssen schützen - ich versuche nach meinen eigenen Möglichkeiten, ihm eine gute Kindheit zu bieten - und zwar OHNE mich dafür kaputtzumachen. Was bringt es meinem Kind, wenn es alles darf und entscheiden darf, wenn ICH dann krank werde, weil ich nicht genug schlafe (etc)?
Nein, im schlimmsten Fall machst du lieber dein Kind kaputt :?: :shock:
Sorry, olle, aber das ist jetzt schon leicht übertrieben. Wenn du mir unterstellen möchtest, ich hätte mein Kind misshandelt oder gequält, dann informiere von mir aus gern das Jugendamt. Ich finde deinen Kommentar echt daneben... :?
olle hat geschrieben:
mzw hat geschrieben:aber ich denke mal ihr werdet mir recht geben, dass auch ein Mittelweg zum Erfolg führen kann.
Ist der Erfolg der, dem Kind zu zeigen, dass du die Stärkere bist? Das weiß es schon, deswegen meldet es sich mit seinen Bedürfnissen bei dir und nicht umsonst hast du ein schlechtes Gewissen gehabt, als dein Kind brüllte und du nicht hingingst - sowas nennt man auch Mutterinstinkt und nur weil der seit über tausenden von Jahren funktionierte (als man noch als Nomade urch die Gegend zog) gibt es die Menschheit immer noch-. Dein Kind weiß nicht, das es in seinem Zimmer in seinem Bett sicher ist! !
Weiß es inzwischen aber schon! Es gibt KEIN Geknatsche mehr, wenn ich ihn mittags/abends hinlege, er kuschelt mit dem Teddy und schläft ruhig ein. Nur ab und an beschwert er sich kurz, wenn ich rausgehe, bevor er eingeschlafen ist. Ich bezweifle, dass er daran zerbricht, dass er hier nicht seinen Willen kriegt. Ich hatte die ersten 7 Monate seines Lebens kein Problem damit, nicht allein seine Mutter, sondern auch seine Einschlafhilfe, sein Teddy, sein Schnuller, seine Schmusedecke, sein Heizkissen, sein Licht und sein Schatten zu sein, und zwar sehr gern auch 24h am Tag. Irgendwann aber ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich meinem Kind zutrauen kann, dass er eigenständiger wird. Beim einen Kind ist das innerhalb einen Jahres, beim anderen vielleicht bis zur Einschulung noch nicht. WANN ist der richtige Zeitpunkt, ein Kind im eigenen Bett schlafen zu lassen? Ist das nicht eine genauso schwierige Entscheidung, wenn man ein Familienbett jahrelang konsequent weiterführt?

Genau da hat mir aber mein "Mutterinstinkt" gesagt, dass es Zeit für eine Veränderung ist. Der ist auch bei mir durchaus noch vorhanden - ein schlechtest Gewissen quält mich genauso, wenn ich ihn fremdbetreuen lasse, ihm Dinge zu essen gebe, die nicht vollwertig-biobio-zuckerfrei-gesund sind, sondern ihm einfach Spaß machen. Aber auch dahingehend lerne ich hinzu: er wird nicht krank von Sahnetorte alle halbe Jahre, vom Traubenzucker nach dem Impfen, von der täglichen Frustration, dass sich die Welt eben NICHT allein um ihn dreht, sondern es da noch andere Leute gibt, die mitentscheiden. Ich halte das, ganz ehrlich gesagt, für einen ganz natürlichen Lernprozess, den auch die Nomadenkinder damals haben durchmachen müssen, indem sie sich innerhalb eines Sozialgefüges untergeordnet haben.
mzw hat geschrieben:Bis dahin muss jeder selbst entscheiden, wie er sein Kind großzieht - denn jeder trägt auch selbst die Konsequenzen
Jepp, DU musst entscheiden wie du dein Kind groß bekommst, aber die Konsequenzen trägt in erster Linie DEIN KIND und nicht du! Dein Kind verläßt irgendwann DEIN Haus, aber mit den möglichen Folgen des ferberns wird es selbst ein Leben lang zu kämpfen haben![/quote]

Bevor wir uns dafür entschieden haben, es mit dem eigenen Zimmer und Bettchen zu probieren, haben wir uns durchaus umfassend mit dem Thema beschäftigt und Literatur beider Richtungen studiert. Wenn es eine einzige tolle und allgemeingültige Lösung gäbe, dann würde ich mich durchaus dafür interessieren. Jeder findet letzten Endes dann doch seine eigene Methode. Für den einen ist es das Ferbern, für den anderen eben nicht. Ich denke immer noch, dass wir eine Lightversion dessen angewandt haben, was nicht schön, aber (in unserem Falle) wirksam war - und dass unser Kind davon KEINEN Schaden davontragen wird.
Aber klar: auch das wird man sicher erst in 20-30 Jahren sagen können...
Sabsi hat geschrieben:*grusel* Solche Tipps kann ich einen Mainstreamforum noch halbwegs verknusen, aber doch nicht hier, wo man sich sooo viele Gedanken um das beste für sein Kind macht :( Ich stehe mal wieder voll hinter Baba und finde es ganz grausam. Wenn mein Mann mich nicht zu meinem weinenden Baby gelassen hätte, na dem hätte ich was erzählt!
Verstehe schon, dass es dich wundert, das in einem durchweg still-und-tragefreundlichen Forum zu lesen, aber ich muss dich kurz aufklären: Im Mainstreaming-Forum schlagen einem ganz andere Schoten entgegen - da wird man als Langzeitstiller "pervers", "eklig" und "abartig" geschimpft und braucht die Idee des Familienbettes wirklich gar nicht erst ansprechen. :(
Daher bin ich froh, dass ich DIESES Forum gefunden habe, hoffe allerdings, dass ich mit meiner von der euren eben teilweise abweichenden Einstellung nicht ständig anecken muss!
Wie gesagt: jeder entscheidet für sich selbst, und ein Forum lebt eben auch davon, dass unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht werden können... sowohl gute als auch schlechte.
Benutzeravatar
Muschelsucherin
SuT-Legende
Beiträge: 9489
Registriert: 24.11.2008, 14:12
Wohnort: Wetteraukreis

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Muschelsucherin »

mzw hat geschrieben:Wenn du mir unterstellen möchtest, ich hätte mein Kind misshandelt oder gequält, dann informiere von mir aus gern das Jugendamt.

Ferbern IST Misshandlung und Quälerei für ein hilfloses Baby.
mzw hat geschrieben: Weiß es inzwischen aber schon! Es gibt KEIN Geknatsche mehr, wenn ich ihn mittags/abends hinlege

Weil er weiß, dass seine Mama nicht kommt, wenn er ruft. Weil er gelernt hat, dass sein Weinen sinnlos ist und sich keiner kümmert. Deswegen hat dein Kind aufgegeben nach dir zu rufen. :cry:


Daher bin ich froh, dass ich DIESES Forum gefunden habe, hoffe allerdings, dass ich mit meiner von der euren eben teilweise abweichenden Einstellung nicht ständig anecken muss!

Ich denke schon, dass du grade hier mit Gegenwind rechnen musst, bei solchen Meinungen.


Wie gesagt: jeder entscheidet für sich selbst, und ein Forum lebt eben auch davon, dass unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht werden können... sowohl gute als auch schlechte.

Schön, dass du die deinen schon als schlecht erkannt hast.
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

Bild

ClauWi-Trageberaterin GK
xknäckebrotx

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von xknäckebrotx »

Wollt ihr euren Diskurs nicht lieber im Schlaf-Forum weiterführen und mit Lalune eruieren, wie sie ihre momentane Situation verbessert?

*einbisschengelangweiltistvongesprächendiesichimkreisdrehen*
mzw
gut eingelebt
Beiträge: 40
Registriert: 02.10.2008, 18:07

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von mzw »

@xknäckebrotx:
Das fand ich sehr gut beschrieben!
Hab ne kurze Nachfrage: wie alt ist deine Tochter jetzt, und in welchem Alter habt ihr die Punkte 1-5 durchgehabt?
Baba hat geschrieben: Ferbern IST Misshandlung und Quälerei für ein hilfloses Baby.
Das ist DEINE Meinung, und ganz gewiss auch die einiger anderer User. Von mir aus gerne auch die der Mehrheit aller hier registrierter Forenteilnehmer.
Meine ist es nicht. Auch die meines Mannes nicht. Auch nicht die meiner Stillberaterin. Und es ist sicher müßig jetzt auszudiskutieren, wer am Ende recht hat - denn darum geht es nicht. Unser Kind ist NICHT misshandelt oder gequält worden, dadurch dass es abends auch mal hat schreien müssen.
Baba hat geschrieben: Ich denke schon, dass du grade hier mit Gegenwind rechnen musst, bei solchen Meinungen. ]
Vollkommen in Ordnung. Ich will auch unsere Methode nicht als Nonplusultra darstellen, sondern habe lediglich berichtet, wie wir es gemacht haben.
Baba hat geschrieben: Schön, dass du die deinen schon als schlecht erkannt hast.
[/quote][/quote]

Das hast DU gesagt, wäre aber nicht nötig gewesen, denn mir war durchaus vorher klar, wie du dazu stehst. Ich würde sie nicht als schlecht bezeichnen, aber auch nicht als gut. Sie ist nicht ideal, aber sie ist nicht durchweg "schlecht", auch wenn du mir sicher noch hundertmal widersprechen magst.
mzw
gut eingelebt
Beiträge: 40
Registriert: 02.10.2008, 18:07

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von mzw »

xknäckebrotx hat geschrieben:Wollt ihr euren Diskurs nicht lieber im Schlaf-Forum weiterführen und mit Lalune eruieren, wie sie ihre momentane Situation verbessert?

*einbisschengelangweiltistvongesprächendiesichimkreisdrehen*
Wäre wirklich besser. Von mir aus gern...
Benutzeravatar
Muschelsucherin
SuT-Legende
Beiträge: 9489
Registriert: 24.11.2008, 14:12
Wohnort: Wetteraukreis

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Muschelsucherin »

Knäcke, du hast recht. Ich reg mich eh zu sehr auf und Lalunes Thread wurde auch missbraucht.

Mzw, lies halt auf der Seite, die ich dir verlinkt habe. Da haben mehrere Wissenschaftler geschrieben, dass ferbern schädlich IST. Es handelt sich also nicht nur um eine Meinung.
Liebe Grüße von B. mit Bär (März 2008), Maus (März 2010) und

Bild

ClauWi-Trageberaterin GK
Benutzeravatar
ninaK
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 377
Registriert: 10.08.2008, 14:43
Wohnort: Im schönen Brandenburger Land

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von ninaK »

hallöle!
nach kurzem schucken und mitleid für ein fremdes baby möchte ich nun auch noch ein paar worte dazu schreiben.

ich denke zum abstillen führt der weg erstmal über das stillen am tag zu reduzieren. daraus folgt das das kind tagsüber mehr isst und dadurch vielleicht auch besser schläft.
mein sohn hat auch so aufdringlich gefummelt und mich bedrängt das mir das stillen nicht mehr gefiel. er wurde mit 15 monaten abgestillt. er stillte zu diesem zeitpunkt tagsüber gar nicht mehr, da musste er ja immer so viel spielen und hatte gar kein interesse am stillen. nachts kam er auch nicht so oft, blieb als schwierigkeit nur das frühstillen. er spielte eigentlich nur mit der buse und trank kaum, deshalb beschloss ich eines tages es ganz sein zu lassen. ich lenkte ihn ab und so verlief das abstillen bei ihm total einfach.

bei den mädels hab ich jetzt eine ganz andere situation. sie essen nicht so gut und ich stille sie nachts noch häufig. da sie sanfter sind, hab ich aber auch kein problem damit, obwohl ich auch ganz gern mal richtig schlafen würde. tagsüber kommen sie nicht so oft und wollen stillen.

ich denke wenn man ein kind hat, welches so vehement nach der brust verlangt, braucht es sie auch noch. an deiner stelle könnte ich mir vorstellen erstmal das stillen tagsüber zu reduzieren. da hat man ja genug ablenkungsmöglichkeiten. vielleicht bringt das erfolg und du kannst später auch das nächtliche stillen leichter entwöhnen.

und übrigends schläft bei uns auch der papa beim sohn und die mädels bei mir. unser bett ist nicht gross genug für alle und die babys sind doch wichtiger. ausserdem ist es eine begrenzte anstrengende zeit, ich finde als mutter kann man sich da durchbeissen. ich hab zwillinge, ich weiss wovon ich spreche :wink: die beziehung leidet nicht darunter, eher steigt die liebe, da ich meinem mann seine einstellung so toll finde. und mit dem mann hat man ja noch viel mehr zeit im leben um mit ihm im bett zu schlafen.
babys eine halbe stunde brüllen zu lassen ist einfach nur grausam und gemein! musste ich nun doch noch loswerden.
Liebe Grüße sendet Nina! :lol:

mit
Nico (Feb.2005)
Susan + Luisa (Apr.2008)
Benutzeravatar
Zierbanane
SuT-Legende
Beiträge: 8587
Registriert: 21.03.2008, 11:18
Kontaktdaten:

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Zierbanane »

ich habe mir das "gordon-modell" jetzt noch mal angesehen und ich kann mich damit NULL anfreunden. das ist ja fast wie ferbern. ich glaub, ich werd dann doch lieber warten bis sich das von selbst gibt.

und ich steh übrigens dazu, dass ich es egoistisch finde, wegen einem erneuten kinderwunsch das kind abzustillen. (sollte das allein der grund sein). es sei denn ich bin über 35 und die uhr tickt laut.
grisetta
gut eingelebt
Beiträge: 20
Registriert: 09.01.2009, 18:36

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von grisetta »

Hallo,
ich habe bisher nur mitgelesen, weil ich zum Thema Abstillen nichts beitragen kann, aber nun möchte ich doch mal meine bescheidene Meinung loswerden - ich finde es traurig, dass eine Mutter, die seit fast zwei Jahren stillt (und ca ein Jahr lang voll gestillt hat) und nun aus diversen Gründen gerne abstillen möchte und nach Wegen sucht, das möglichst "kindgerecht" zu machen, hier als egoistisch bezeichnet wird.

Viele Grüße
grisetta
Emilia Sonderbar
hat viel zu erzählen
Beiträge: 200
Registriert: 28.06.2007, 00:23
Wohnort: Magdeburg

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Emilia Sonderbar »

Oi, so viele Beiträge. Ich werde jetzt, ohne die anderen zu lesen, erst mal auf deine letzte direkte Antwort eingehen.

Irgendwie ähnelt deine Situation meiner damaligen. Nur dass ich zu dem Abstillzeitpunkt des Großen schon im 3ten Monat schwanger war. Ich hatte zu dem Zeitpunkt eine regelrechte Abneigung gegen das Stillen entwickelt, vor allem weil es sooo weh tat. Am Anfang der SS hatte ich mir eigentlich vorgenommen, ihn durchzustillen und dann Tandem, weil es dem Großen extrem wichtig war und er auch noch relativ viel stillte. Aber dann ging es einfach nicht mehr. Reduzieren half nicht, es frustrierte uns beide und artete oft in einen Kampf aus. Somit habe ich einfach von einem auf den anderen Tag abgestillt. Wie ich das gemacht habe, weiß ich nicht mehr so genau. Ich glaube, ich habe ihm einfach erklärt, dass es mir weh tut und ich nicht mehr möchte. Und dass er, wenn das Baby da ist, wieder stillen darf. Es gab sicher ein paar Tage Tränen ect., aber ich habe die Zeit jetzt nicht mehr als eine schreckliche in Erinnerung. Er hat sich dann einfach von selbst andere Wege gesucht, um Nähe zu bekommen. Er hat dann mit meinem Bauch gekuschelt, was er heute immer noch macht zum Einschlafen.

Ob du mit dem Abstillen auch eine gewisse Abgrenzung erreichst, und dein Kleiner weniger auf dich angewiesen ist, wäre ich mir gar nicht so sicher. Du bist sicher immer die meiste Zeit für ihn da gewesen, und die engste Bezugsperson. Und das wirst du wohl auch vorerst bleiben. Bei uns war bzw. ist das noch genauso. Den Papa hat unser Großer erst mehr akzeptiert als er sich längere Zeit intensiv um ihn kümmern mußte und beide (meinerseits arbeitsbedingt) mehrere Stunden alleine miteinander verbrachten. Nach der Zeit durfte der Papa ihn auch mal ins Bett bringen, und er hat nicht elend geweint, wenn ich mal weg gegangen bin.

Ich hoffe, dass ihr bald euren Weg finden werdet, der alle zufrieden macht. Vielleicht kann dir ja meine Geschichte auf weitere Gedanken bringen.
Liebe Grüße von Emilia mit Sohn (02/06) und Tochter (10/08)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“