Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Lalune
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Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Lalune »

Hallo,

seit ca. 3-4 Monaten denke ich darüber nach, meinen nun 20 Monate alten Sohn abzustillen. Zunächst um endlich wieder einen Eisprung zu bekommen. Aber das allein war mir nicht Grund genug, um es übers Herz zu bringen, ihn abzustillen. Also, habe ich ihn weiter gestillt, immer nach Bedarf. Inzwischen aber mag ich nicht mehr stillen, da er immer mehr anfängt beim Stillen an mir herumzufummel, kleine Krusten aufzukratzen, in die Brüste zu kneifen, beim Einschlafen in die Brust zu beißen, etc. Kurz, ich werde immer genervter beim Stillen. Ich bin soweit, daß ich wirklich nicht mehr will und ich finde es überhaupt nicht schön, mit diesem Gefühl zu stillen.

Ich stille ihn noch morgens. Er schläft bei uns im FB und so weckt er mich meist kurz vor dem Wecker. Wenn wir dann unterwegs sind, geht es ohne Stillen. Dann stille ich ihn zum Einschlafen für seinen Mittagsschlaf und seit drei Wochen lasse ich das Stillen nach dem Aufwachen weg. Immer noch protestiert er und zieht den ganzen Nachmittag an mir herum. Gestern beim Abendessen wollte er nicht sitzen bleiben, sondern von mir gestillt werden. Ich versuchte, ihm einfach zu sagen, daß ich nicht möchte, erst zum Einschlafen, wenn er ins Bett geht. Es war ein riesiges Drama für uns beide. Er hat furchtbar geweint, sich auf dem Boden gewälzt, auf dem Arm halten konnte ich ihn nicht, weil er so sehr um sich geschlagen und getreten hat. Papa konnte ihn auch nicht beruhigen. Er wollte unbedingt wieder zu mir. Irgendwann haben wir es geschafft, ein Buch anzuschauen. Sein großer Bruder hat ihm das Buch "vorgelesen". Das war so süß. Wir haben so das Stillen ca. 1 Stunde rausgeschoben. Dann sind wir ins Bett und er ist auch eingeschlafen. Nachts wird er mehrmals wach und will stillen. Hier habe ich aber noch keine Versuche unternommen, ihn nicht zu stillen. Bis vor drei Wochen war es auch so, daß er auch nachts keine Windeln trug. Immer wenn er unruhig wird, weiß ich er muß Pipi. Aber er kann im Halbschlaf nur pieseln, wenn ich ihn andocke, damit er entspannen kann. Durch einige Umstände im Urlaub konnte ich ihn jetzt nachts nicht mehr abhalten und zog ihm eine Windel an. Da weiß ich jetzt gar nicht, was ich machen soll.

Heute abend wollte ich ihn wieder nur Einschlafstillen. Er machte auch einen sehr müden Eindruck (wir haben keine feste Einschlafzeit, denn er schläft eh nur ein, wenn er müde ist. Ich habe ihn um 20 Uhr gestillt. Danach ist er munter wieder aufgestanden. Er ist erst um 22 Uhr stillen eingeschlafen. Dazwischen habe ich ihn noch 2x gestillt. Also, ich kann gar nicht, nur einschlafstillen. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich kann ihn nicht langsam abstillen. Kann es sein, daß nur ganz oder gar nicht geht? Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, ihn von heute auf morgen gar nicht mehr zu stillen. Wie soll ich ihn denn trösten? Oder besser gesagt, womit?Nachts will ich mal versuchen, ihm Wasser anzubieten, brauche aber erst noch einauslaufsichere Flasche. Kuhmilch trinkt er manchmal morgens oder auch mal zwischendurch, aber nie mehr als 30-50ml auf einmal.

Mein Mann ist inzwischen auch schon extrem genervt, weil der Kleine immer nur zu mir will. ER klebt den ganzen Tag an mir. Wir waren nun im Urlaub und ich konnte keine 2 Schritte von ihm weggehen, ohne Geschrei.

Bin gerade sehr genervt und das tut mir aber auch sehr leid.

Habt ihr ein paar Ideen? Ich will endgültig abstillen , und zwar in absehbarer Zeit.



Sorry, daß es so lang geworden ist.
liebe Grüße,

Bianca mit drei Söhnen (05/05), (11/07), (10/10)
und Sternchen (12/09)

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Lalune
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Lalune »

Hm, ich bin etwas traurig, aber auch irritiert, daß so viele lesen, aber niemand was schreiben mag. Ich bin grad echt verzweifelt, was dieses Thema angeht.


Ich weiß natürlich, daß es den meisten hier ums Stillen, nicht ums Abstilen geht. Vielleicht sollte ich noch ein paar Infos dazuschreiben.

Ich habe den Kleinen von Anfang an sehr oft uns immer nach Bedarf gestillt. Beikost hat er lange, egal in welcher Form abgelehnt. Er fing erst an etwas zu essen, als er 8 - 10 Zähne hatte. Bis er ca. 13/14 Monate alt war, aß er nichts außer mal ein Stückchen Reiswaffel oder Apfel oder Salatgurke. Bis zu dem Alter hab ich ihn quasi voll gestillt (und das war auch absolut OK für mich). Noch heute ißt er nicht sehr viel, wie ich finde. Und ich finde bei ihm kein Lieblingsessen. Was er heute mag, rührt er morgen nicht an und umgekehrt. Ich habe immer selbst gekocht, nie Gemüsegläschen gekauft. Vor ein paar Wochen habe ich dann eines geschenkt bekommen und hab's mal ausprobiert, als er unser Essen nicht mitessen wollte. Und, obwohl es mir persönlich gar nicht gefällt, hat er davon gegessen. Nach einem drittel der Menge wollte er aber nicht mehr. Da er den gekaufen Brei scheinbar lieber essen mag, hab ich nun doch ein paar Gläschen gekauft, aber er ißt immer nur max 2/3 der Menge. Ich hoffte eben, daß er, wenn er satt ist, nicht mehr so viel bei mir trinkt. Aber MuMi geht bei ihm scheinbar immer rein. Also, der Weg übers Essen geht wohl auch nicht. Wollte eben langsam die Stillmahlzeiten reduzieren.

Letzte Nacht habe ich mal mitgezählt. Zwischen 22 uhr und 9 Uhr morgens habe ich ihn 10x gestillt. Für heute nacht habe ich mir eine auslaufsichere Flasche mit Wasser zurechtgestellt. Mal sehen, ob er etwas davon annimmt. Wie soll ich die Mahlzeiten nachts denn reduzieren? Jedes zweite Mal Wasser anbieten? Und was, wenn er aufs Stillen besteht? Wenn er schreit, wird mein 4jähriger auch wach und mein Mann.


Muß Abschicken
liebe Grüße,

Bianca mit drei Söhnen (05/05), (11/07), (10/10)
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Lalune »

So, ich war gerade bei ihm. Die neue Flasche fand er zwar heute mittag ganz toll, aber eben hat er sie nichtmal in den Mund genommen. Nur geschrien und sich hin und her gewälzt. Habe ihn dann eben doch gestillt.


Ich hoffe, daß doch jemand einen Tip für uns hat. Ich finde lange stillen eigentlich auch gut, aber bei mir stimmt das Gefühl nicht mehr. Ich bin genervt beim Stillen und so mag ich das nicht.

Vielen Dank vorab.
liebe Grüße,

Bianca mit drei Söhnen (05/05), (11/07), (10/10)
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Altraia
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Altraia »

Einen tollen Tipp, wie die Situation gleichzeitig für Dich UND Deinen Sohn besser werden kann, habe ich leider nicht, und wohl auch sonst gerade niemand hier, daher die sehr spärlichen Antworten ;-)

Er ist 20 Monate alt, Du willst insgesamt nicht mehr lange stillen, das Gefummel nervt Dich. Ich finde, Du hast das Recht, zunächst einmal die Fummelei zu unterbinden. Wenn er nicht aufhört, brichst Du eben jedesmal das Stillen ab. Vorausgesetzt natürlich, Erklärungen nützen nichts. Dann könntest Du nachts eine Zeit festlegen, in der nicht gestillt wird, z.B. "nicht stillen, solange es dunkel ist". Solche Änderungen wirst Du natürlich nicht ohne Protest durchsetzen können.
Ich finde lange stillen eigentlich auch gut, aber bei mir stimmt das Gefühl nicht mehr. Ich bin genervt beim Stillen und so mag ich das nicht.
Dann ändere es!

Ist nicht böse gemeint ;-)
Liebe Grüße,
Christine mit Sohn (2/05), Tochter (6/07) und Tochter (2/14)
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Emilia Sonderbar »

Hallo Bianca,
Ich verstehe noch nicht so ganz, warum du abstillen möchtest? Weil dein Sohn so sehr an dir festhällt? Das wird er vielleicht auch machen, wenn du nicht mehr stillst.
Und wenn du absolut nicht mehr stillen möchtest, solltest du überlegen, deinen Kleinen von heute auf morgen abzustillen. Diese klare Ansage wird euch beiden sicher besser tun. Wenn du doch noch stillen willst, nimm einfach den Druck raus, reduzieren zu müssen. Dass ergibt sich dann sicher von selbst.
Das sind so meine Gedanken, die mir beim Lesen gekommen sind.
Liebe Grüße von Emilia mit Sohn (02/06) und Tochter (10/08)
Lalune
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Lalune »

@Altraia: Ich habe bisher das Gefummel unterbunden, indem ich seinen freien Arm festgehalten habe. Sobald ich ihn loslasse, geht das Gefummel weiter. Früher (keine Ahnung bis wann das war) hat er meinen Bauch gestreichelt, das fand ich schön, aber er wird immer aufdringlicher. Was ich überhaupt nicht leiden kann ist, wenn er an der nicht stillenden Brust herumtatschen und ziehen und kneifen will. Innerlich regt mich das immer total auf. Ich sag ihm schon immer, daß ich das nicht mag und schiebe auch seinen Arm weg, wobei ich dazu aber schon ziemlich Kraft brauche, da er sich dagegen sträubt. OK. Ich werde mal ganz konsequent ihn immer abdocken, wenn er das macht und werde berichten.

@Emilia Sonderbar: Ja, ich will abstillen, weil ich mich beim Stillen nicht mehr wohl fühle, aber ich liebe meinen Sohn ja auch und will ihm nicht wehtun. Mir ist schon klar, daß ihm das Stillen viel bedeutet und deshalb wollte ich das langsam machen bzw. dachte/ hoffte ich immer, daß er es von sich aus reduzieren wird. Der Gedanke von heute auf morgen abzustillen kam mir auch schon, aber ich werde es wohl nicht ertragen, ihn so leiden zu sehen, außerdem habe ich Angst unsere gute Beziehung zu zerstören. Er ist normalerweise ein sehr unkompliziertes und glückliches Kind, aber nur, wenn ich in der Nähe bin. Wir waren jetzt 3 Wochen am Meer und ich konnte nur 2x baden gehen und während den paar Minuten hat er ununterbrochen auf Papas Arm geweint. Ich habe ihn bisher sehr viel gestillt, er schläft bei uns im Bett und er wurde ausschließlich getragen. Ich habe ihm sehr gerne sehr viel gegeben und habe das Gefühl, daß ich mich wieder ein bißchen mehr abgrenzen möchte.
Es gibt ja auch noch einen weiteren Grund im Hintergrund. Wir wünschen uns ein drittes und letztes Kind. Aber es darf auch nicht mehr so lange dauern. Ansonsten muß ich wieder arbeiten gehen. Dann müßte ich den Kleinen fremdbetreuen lassen, was ich mir bei ihm gar nicht vorstellen kann, denn er bleibt nichtmal beim Papa. Das finde ich, wäre dann noch schlimmer. Wenn ich aber möglichst bald schwanger werden würde, dann könnten wir die Zeit noch überbrücken und Krümel hätte Zeit bis er 3 ist und könnte dann mit seinem großen Bruder in den KiGa gehen. Nur, bisher hatte ich noch keinen Eisprung, war vor kurzem beim FA.

So, jetzt will ich aber schlafen gehen.
liebe Grüße,

Bianca mit drei Söhnen (05/05), (11/07), (10/10)
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olle

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von olle »

Hallo Lalune,
ich hab mal ein paar Gedanken für dich:
Lalune hat geschrieben:da er immer mehr anfängt beim Stillen an mir herumzufummel, kleine Krusten aufzukratzen, in die Brüste zu kneifen, beim Einschlafen in die Brust zu beißen, etc.
Das kenne ich sehr gut. Ich habe mir deswegen eine Stillkette besorgt, damit mein Kind eine Alternative zu meiner Haut hat und habe sie meinem Kind konsquent als Alternative in die Hand gedrückt - das erfolgreich bei allen meinen Kindern! Anfangs ist es müßig, dann gewöhnen sie sich dran und zum einbinden ins Tuch ist das auch eine nette Sache (aber darum gehts ja grad nicht).
Lalune hat geschrieben:Aber er kann im Halbschlaf nur pieseln, wenn ich ihn andocke, damit er entspannen kann. Durch einige Umstände im Urlaub konnte ich ihn jetzt nachts nicht mehr abhalten und zog ihm eine Windel an. Da weiß ich jetzt gar nicht, was ich machen soll.
Kannst du ihm tags ein Signal geben, das ihr dann mit in die Nacht nehmt, oder stillst du ihn tags auch, wenn er mal muss?
Lalune hat geschrieben:Wie soll ich die Mahlzeiten nachts denn reduzieren? Jedes zweite Mal Wasser anbieten? Und was, wenn er aufs Stillen besteht?
Habt ihr schon versucht, die Schlafplätze zu verändern? Er schläft neben deinem Mann und seinem Bruder, du dann neben deinem großen Kind. Nächtliche Veränderungen würde ich an Wochenenden beginnen oder im Urlaub bei sowieso veränderter Umgebung, funktioniert häufig ganz gut.
Lalune hat geschrieben:Ich habe immer selbst gekocht, nie Gemüsegläschen gekauft. Vor ein paar Wochen habe ich dann eines geschenkt bekommen und hab's mal ausprobiert, als er unser Essen nicht mitessen wollte. Und, obwohl es mir persönlich gar nicht gefällt, hat er davon gegessen. Nach einem drittel der Menge wollte er aber nicht mehr. Da er den gekaufen Brei scheinbar lieber essen mag, hab ich nun doch ein paar Gläschen gekauft, aber er ißt immer nur max 2/3 der Menge. Ich hoffte eben, daß er, wenn er satt ist, nicht mehr so viel bei mir trinkt.
Ich finde diese Menge bei einem Kind in dem Alter normal, vor allem dann, wenn er vorher noch nie "richtige" Mengen gegessen hat. Soweit ich weiß wissen Stillkinder schon, wann sie satt sind und das Stillen im Anschluss würde ich als Nachtisch werten.
Dann ist es aber auch so, dass reine Gemüsegläschen weniger Kalorien haben als Muttermilch, mich wundert nicht, dass er dann noch trinken möchte. Er wird auch Kohlenhydrate brauchen!
Lalune hat geschrieben:Mein Mann ist inzwischen auch schon extrem genervt, weil der Kleine immer nur zu mir will. ER klebt den ganzen Tag an mir. Wir waren nun im Urlaub und ich konnte keine 2 Schritte von ihm weggehen, ohne Geschrei.
Mich würde interessieren, wie du reagierst, wenn er schreit. Läufst du gleich wieder zu ihm hin, oder hat dein Mann auch die Chance, zu versuchen, ihn zu beruhigen? Stillkinder brauchen ihren Vater! Ich habe die Beobachtung gemacht, dass viele Mütter immer gleich zu ihrem Kind rennen, wenn es brüllt, obwohl es beim Vater (die zweitwichtigste Person innerhalb der Familie) ist. Auch dieser ist in der Lage das Kind zu beruhigen. Manchmal dauert es länger und sie machen es auf eine andere Art als Mütter, aber sie brauchen auch eine Chance!
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Sabsi
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von Sabsi »

Zum Abstillen habe ich auch keinen Rat - wir stillen noch nach Bedarf, der sich von ganz alleine reduziert hat. Meine Tochter fummelt auch, und das nervt mich teilweise tierisch. Dann halte ich einfach die andere Brust zu. Wenn sie dann versucht, meine Hand wegzuziehen, dann erkläre ich ihr, dass ich das nicht möchte, und wenn sie nicht aufhört, dann docke ich sie ab. Entweder es reicht ihr und sie zieht weiter, oder sie protestiert und lässt dann beim Weiterstillen die andere Brust meist in Ruhe.

Weswegen ich aber eigentlich schreibe: Wer sagt denn, dass Dein Sohn weniger an Dir klebt, wenn Du abstillst? Vielleicht klammert er dann erst recht, weil er Angst hat, Dich ganz zu verlieren, wo Du ihm die Brust ja schon weggenommen hast. Ob er sich von Deinem Mann trösten lässt, hat mit dem Stillen nichts zu tun. (Meine Tochter lässt sich vom Papa trösten, schläft sogar in letzter Zeit oft mit ihm ein.) Auch dass er besser schläft ohne Stillen ist eine gewagte Annahme, auf die ich nicht bauen würde. Ganz ehrlich: In Deiner Situation - mit der kleinen Klette daheim - würde ich es mir sehr gut überlegen, ob ich ein neues Baby verkraften würde. Wenn ich mir in schlimmen Nächten (da stillen wir teilweise alle ein, zwei Stunden - es wird aber zum Glück immer seltener, dass wir "schlimme Nächte" haben...) vorstelle, ich müsste jetzt neben der Süßen auch noch ein kleines Baby versorgen, stillen, zum (wieder ein-)Schlafen bringen... Nee danke, da bin ich mit der einen echt ausgelastet. Erst jetzt, wo wir immer mehr Nächte haben, in denen ich zwischen 23 und 7:30 einfach nur schlafen kann und nicht stille, Rücken kratze, kuschele, kann ich mir vorstellen, auch ein zweites Kind versorgen zu können, ohne dabei ganz auf dem Zahnfleisch zu gehen. In der Situation, dass ich schon mit den vorhandenen Kindern am Limit laufe und genervt bin, würde ich mir sicher nicht noch ein drittes Kind "antun". Nimms mir nicht übel, aber das waren meine spontanen Gedanken beim Lesen Deiner Posts.

Liebe Grüße,
Sabsi
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mzw
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Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von mzw »

Hallo Bianca,

ich kann dich voll und ganz verstehen - habe selbst vor ein paar Tagen hier mit ähnlichem Anliegen gepostet. Mein Sohn ist allerdings erst 12 Monate alt... ansonsten erkenne ich sehr viel an Gemeinsamkeiten wieder. Auch hier geht das Gefummel an der anderen Brust oder wasimmer grad in der Nähe ist, los. Das ist für mich allerdings das Zeichen, dass er unkonzentriert und nicht mehr wirklich hungrig/durstig ist. Dann wird abgedockt, die Seite gewechselt oder die aber die Stillmahlzeit beendet. Gibt es Protest, nehme ich ihn fest in den Arm und sage ihm, dass nun Schicht im Schacht ist - ich stille derzeit nur morgens und abends (Ausnahmen während des Zahnens oder nach Impfungen etc.). Beißt er mich, dann schimpfe ich und docke direkt ab. Das kommt nur selten vor, ist aber ganz klar ein Austesten seiner Grenzen bei uns. Hört er nicht damit auf, gibt's erstmal keine Brust mehr (ich stille dann 5min später weiter, und dann beißt er auch nicht mehr zu).

Das "nächtliche Abstillen" war bei uns etwas einfacher, da er mit 7 Monaten in sein eigenes Bettchen und Zimmer umziehen musste. Das ist mir auch schwergefallen, war aber nötig, da mein Mann durch das nächtliche Schmatzen und Grunzen nicht mehr schlafen konnte und ich in der Stillposition auch keinen Schlaf fand. Denn nachts hat er gern auch mal 4 Stunden am Stück genuckelt... das ging einfach nicht mehr. Die erste Zeit allein im Zimmer habe ich noch gehorcht, ob er schläft. Am Anfang hat er bis zum Einschlafen grundsätzlich eine halbe Stunde lang gejammert, teilweise auch gebrüllt. Das fand ich schlimm, aber mein Mann hat mich festgehalten, damit ich nicht reingehe. Denn das hab ich am Anfang probiert, und das Ergebnis war, dass er nach jedem erneuten Tröstversuch weitere 30min bis zum Einschlafen gebraucht hat.

Ich habe mir auch immer vor Augen gehalten, dass es ihm dreckig gehen muss, wenn er da allein im Zimmer weint - aber es hat nicht langt gedauert, und aus 30min wurden 15, und aus 15 dann 5... und nun sind es maximal 5 Sekunden des Protestes, wenn ich nach dem Abendritual (Stillen, Wickeln/Umziehen, Abendgebet, Gute-Nacht-Lied, Teddy in den Arm) aus dem Zimmer gehe. Dann grummelt er noch kurz vor sich hin, beklagt sich bei Teddy über seine Rabeneltern und schläft ein.
Nachts geht mein Mann hoch, wenn er arg laut schreit und wir davon aufwachen. Denn wenn ICH es täte, dann würde er NUR Stillen wollen, sonst nichts. Und wenn es "nur" ein schlechter Traum war, dann hilft es auch, wenn der Papa ihn auf den Arm nimmt und ihm beruhigend im Takt auf den Rücken klopft und dazu die "Pippi-Langstrumpf"-Titelmelodie summt. Dabei schläft er dann wieder halb ein, und er kann ihn zurück ins Bettchen legen.

Ich habe seitdem ich reduziert habe meine Periode wieder, und das bislang regelmäßig. Ob es für eine erneute Schwangerschaft langt, weiß ich noch nicht, aber ich hoffe es ähnlich wie ihr - meine Elternzeit endet auch im September nächsten Jahres. Danach hätte ich natürlich noch ein Jahr Zeit, aber ich hätte auch gern so einen Zweijahresabstand wie ihr bei euren ersten beiden Kindern.... Wenn du komplett abstillen willst, dann wäre es sicher nötig, dass du dich räumlich vom Ort des Geschehens entfernst! Der Gedanke, dass das Kind sehr unter dem Verlust des Stillens leiden könnte, ist auch bei mir immer da, aber ich würde auch sagen, dass du mit knappt zwei Jahren wirklich das Beste für ihn getan hast und dir keine Vorwürfe wirst machen müssen. Andere Frauen müssen auch (meist ungewollt) plötzlich abstillen aufgrund von Medikamenteneinnahmen, OP, Dienstreisen oder ähnlichem. Den Stress wird zunächst dann dein Mann haben, aber der drängt ja auch darauf, dass sich etwas ändert, also muss er da durch... oder?

Die Idee mit dem nächtlichen Wasser geben finde ich gut. Ich habe das auch am Anfang gemacht (jetzt gibt's nachts gar nichts mehr zu trinken, er fordert es nicht mehr ein). Tropfsicher ist beispielsweise der Trinklernbecher von Tupper. Wir benutzen auch die Strohhalmbecher, die aber sind neim Trinken im Sitzen praktischer.

Ich wünsch euch viel Glück bei euerm Unterfangen. Berichte doch unbedingt weiter, wie es läuft. Ich kann mir denken, dass es schwierig ist, euch gute Tipps zu geben, denn eure Situation ist anstrengend, und niemand will euch da etwas raten, was euch noch mehr Stress bringt. Letzten Endes geht dann doch Probieren über Studieren, denn jedes Kind ist anders...

Gruß
mzw
mzw
gut eingelebt
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Registriert: 02.10.2008, 18:07

Re: Langsam abstillen funktioniert nicht! Ich mag nicht mehr.

Beitrag von mzw »

Was ich gerade erst sehe: Vergiss die Sache mit dem eigenen Zimmer - ihr fühlt euch im Familienbett ja ansonsten wohl... ich wollte euch da nichts absprechen!

Solltest du die radikale Methode vorziehen, dann könntest du den Großen vielleicht mitnehmen und beispielsweise für 3 Tage zu einer Freundin oder Oma/Opa gehen (nur so weit entfernt, dass man das Experiment zur Not auch kurzfristig wieder abbrechen kann).

Was die Futtermengen angeht, so hat es bei uns auch so angefangen. Mit 8 Monaten habe ich angefangen, am Tag ein Drittel Mini-Gläschen zu füttern. Das sind 20ml, also 2-3 Löffelchen. Mehr ging nicht rein. Das konnte ich aber dann auf ein halbes, später ein Drittel Großglas, jetzt schaffen wir mittags ein halbes großes Glas. Meist nehme ich jedoch von unserem Essen etwas beim Kochen ab, bevor ich es würze. Mein Sohn steht auf ungesalzenes gedünstetest Gemüse (ganz grob gestampf): Möhren, Kohlrabi, Lauch, Zucchini...). Das stopft er sich schon selbst mit den Fingern in den Mund. Ähnlich verhält es sich mit Spiralnudeln oder Ravioli. Butterbrote mit Käse (unbedingt mit Frisch- oder Schmierkäse verklebt als Doppelstulle in Streifen angerichtet - mist Rinde inzwischen) isst er auch ohne Probleme. Birnen und Bananen futtert er so weg, so dass ich keine Fruchtgläschen mehr kaufe. Ich biete von unserem Essen immer mal wieder eine Kleinigkeit an, meist jedoch fordert er am Familientisch selbst ein, was ihn interessiert.

Der o.g. Strohhalmbecher ist von der Fa. N*uby. Bei D*M gibt es noch einen, der preisgünstiger ist.
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