Ach ja, ein leidiges Thema.... *seufz* Ihr sprecht mir aus der Seele!
Dass meine Tochter ein halbes Jahr lang nix außer Mumi bekam, haben sowohl meine Eltern als auch die Schwiegis noch gut verkraftet. Das Problem ging los, als das halbe Jahr rum war - ab da fielen sämtliche Grenzen.... "Warum darf den das aaaaaaaarme Kind nicht mal ein Stück Brot - ein Stückchen Wurst - ein bisschen Eis probieren usw. usw. usw." - ich war echt genervt von meiner Mutter. Und mein Vater hatte ständig so Sprüche drauf wie: "Gell, DAS würdest du jetzt auch mal gerne probieren, nicht wahr? Nicht immer nur das labberige, ungewürzte Gemüse!"
Meine Schwiemu ist eher so von der Sorte, dass sie ständig erzählt, wie toll und wie viel doch ihre eigenen 3 Kinder gegessen haben (natürlich isst unsre Maus immer besonders mäkelig, wenn die Schwiegis zu Besuch sind

), und wie komisch es doch ist, dass unsere Kleine nicht so viel essen mag... Ob es nicht doch vielleicht daran liegt, dass ich immer noch so viel (zu viel natürlich) stille????!!!

Und überhaupt sollte sie doch abends endlich mal ne Flasche warme Milch trinken, dann "weiß man ja, was sie haben" und das sättigt ja so toll, und iiiiiihre Kinder haben das ja soooo gemocht blablablabla.....
Seit unser Kindlein ca. 1 Jahr alt ist, isst sie auch nicht mehr großartig viel Breikost, sondern hauptsächlich schon vom Tisch mit, halt das, was babygeeignet ist. Und da gings dann richtig los... Einmal hatte ich sie für 2 Std. bei meinen Eltern abgegeben und als ich die Maus abholen kam, komm ich doch tatsächlich drüber zu, wie meine Mutter ihr mit nem kleinen Löffelchen
das weiße Innere eines Mohrenkopfes (sorry, weiß grad nicht wie die Dinger polit korrekt heißen

) in den Mund schiebt - und als sie mich sieht, meint meine Mama nur: "Oh, jetzt kriegt die Oma geschimpft!"
Ich hätte echt k.... können!!!! Ich war so wütend!!! ich frag mich auch, was das Tolle daran ist, dem Kind dauernd Salzstangen, Tuc, ein halbes Croissant, ein Stückchen Kuchen etc. vorsetzen zu wollen? Ich war damals echt sauer und hab das auch sehr deutlich gezeigt; mein Mann steht da zum Glück voll dahinter und hat meine Eltern auch mal sanft "zurechtgewiesen", was ich echt toll von ihm fand. Danach wurd es ein bissel besser - kann ja auch kein Problem sein, statt Süßkram mal nen Apfel kleinzuschneiden oder ne Birne? (Mein Papa: "Darf denn das aaaarme Kind noch nicht eeeeeeeeeinmal was Süßes!" *grrrrrrr*)
Ich seh das mit dem Zucker selber noch nicht mal soooo eng, ich ess ja auch süßes (etwas zuviel, aber das ist ein anderes Thema

), aber das hat doch noch soooo viel Zeit, bis ein Kind 5, 6 Jahre ist, dann ist das sicherlich auch vom Kind ausgehend viel mehr Thema, weil sie es sich dann selber verlangen, es bei Freunden mitkriegen. In dem Alter könnte ich mich auch mit der Regelung abfinden, dass bei Oma eben andre Regeln gelten (in Maßen natürlich!). Aber: Warum um Himmels Willen muss ich denn mit so Zeug anfangen, wenn das Baby grade mal 13 Monate ist? Geht mir echt nicht in den Kopf.
Aber unsere Elterngeneration ist irgendwie der Meinung, mit Süßem dem Kind ganz unbedingt und sicher "Was Gutes" zu tun. Warum hab ich trotzdem noch nicht begriffen.
S. mit großem Mädchen *04/08 und fast großem Mädchen *02/10 und kleinem Mädchen *12/14 und winzigem Sternenbübchen *+11/17 im Herzen
Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten.
Hilde Domin