antikörper in der muttermilch

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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rose
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antikörper in der muttermilch

Beitrag von rose »

hallo,

wie war das nochmal, mit den antikörpern in der muttermilch? inwieweit wird das baby/kleinkind vor infekten geschützt? wenn ich zb krank werde, sind dann in meiner milch meine antikörper gegen die akute krankheit enthalten?

wenn ich jetzt rein theoretisch meiner älteren tochter (2,5 jahre, wurde 17 monate gestillt) jeden tag ein glas meiner milch (stille noch meine 10monate alte tochter)abgebe, ist sie da auch ein wenig gegen infektionskrankheiten geschützt oder rentiert sich das bei nur einem täglichen glas nicht..

und ich hab auch mal gelesen, dass sich der gehalt an vitaminen, nährstoffen, antikörper etc dem bedarf des babys anpasst.. wie funktionniert das, woher "weiss" meine brust das?
jusl
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Re: antikörper in der muttermilch

Beitrag von jusl »

wenn ich zb krank werde, sind dann in meiner milch meine antikörper gegen die akute krankheit enthalten?
Ja. Dies hat zur Folge, dass sich Babys (genau wie der Rest der Familie) bei der Mutter anstecken, aber (im Gegensatz zum Rest der Familie ;-)) keine oder deutlich mildere Symptome entwickeln, sprich: das Baby wird meist nicht krank, und wenn doch, dann wird es schneller wieder gesund.
wenn ich jetzt rein theoretisch meiner älteren tochter (2,5 jahre, wurde 17 monate gestillt) jeden tag ein glas meiner milch (stille noch meine 10monate alte tochter)abgebe, ist sie da auch ein wenig gegen infektionskrankheiten geschützt oder rentiert sich das bei nur einem täglichen glas nicht..
Die "Messung" der Rentabilität ist ohnehin schwierig (denn Dir fehlt ja der direkte Vergleich wie es ohne Muttermilchgabe wäre ;-)), aber 1 Glas Muttermilch am Tag hat sicher einen Effekt, denn allein ein Tropfen(!) Muttermilch enthält schon ca 4000 lebendige Zellen.
(Übrigens gibt es Studien, dass erwachsene Tranplantationspatienten bei täglicher Zufuhr von 300ml frischer Frauenmilch schneller wieder gesund werden und weniger Abstoßungsreaktionen zeigen - soviel zum Thema "Rentieren" ;-))
ich hab auch mal gelesen, dass sich der gehalt an vitaminen, nährstoffen, antikörper etc dem bedarf des babys anpasst.. wie funktionniert das, woher "weiss" meine brust das?
Dies ist noch nicht vollständig verstanden (das, was wir heute über Muttermilch wissen, ist vermutlich deutlich weniger als das, was wir wissen...) - aber u.a. das Kind selbst ist an diesem Vorgang ganz sicher aktiv beteiligt: dadurch, dass es selbst Keime über die Brust in de mütterlichen Körper einbringt, entwickelt die Mutter Antikörper, die über die Milch wiederum das Kind schützen. Aber auch hormonelle Veränderungen bei der Mutter haben sicherlich Einfluss (z.B. bei der Tatsache, dass sich bei Ankunft eines kleinen Geschwisterchens die Milch an die Nahrungsbedürfnisse des Neuankömmlings anpasst)
Ein spannendes Thema! :D

LG;
Julia
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tania
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Re: antikörper in der muttermilch

Beitrag von tania »

tolle frage, tolle antwort, super forum!!
tania mit sohn *09 und sohn *12
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tania
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Re: antikörper in der muttermilch

Beitrag von tania »

@jusl: kannst du mir ein buch empfehlen, wo sowas drinsteht? gerne etwas komplexer. hab mir heute auf der lll-seite mal die bücher angeschaut, aber da ich hier in italien nicht mal eben so reinschauen kann, würde mich eine empfehlung sehr freuen.
tania mit sohn *09 und sohn *12
Waschbaer78
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Re: antikörper in der muttermilch

Beitrag von Waschbaer78 »

Mein baby hustet gerade ..gibt er kir nun seine "Keime" und ich passe die Mumi an?Ab wann muss ich aebr zusätzlich behandeln?Bei Fieber?
mit besonders wundervollem Sohn (01/09)
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jusl
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Re: antikörper in der muttermilch

Beitrag von jusl »

@tania - ganz spontan:
"Physiologische Grundlagen der Säuglingsernährung" von der WHO, "Stillen und Muttermilchernährung" von der BZgA, und wenn Du es gerne ganz genau wissen möchtest, dann kannst Du Dr. Christiane Bergmann kontaktieren, die in der AFS für Fragen zur Immunologie zur Verfügung steht; sie kann Dir sicher weiterführende Fachliteratur/Primärliteratur nennen.

Und danke fürs Lob! :D

@waschbaer - in der Regel sind leichte Erkältungskrankheiten mit mäßiger Temperatur nicht behandlungsbedürftig; häufiges Stillen, Geduld und etwas Ablenkung, dann ist der Spuk nach wenigen Tagen vorbei. Im Zweifelsfall allerdings, oder wenn Du das Gefühl hast, dass es schlimmer wird: lieber ab zum Kinderarzt. Gute Besserung!

LG;
Julia
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Anke*F
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Re: antikörper in der muttermilch

Beitrag von Anke*F »

das hängt auch damit zusammen, dass du im täglichen umgang mit deinem kind immer wieder mit den ausscheidungen (schweiß, urin, stuhlgang, speichel) in berührung kommst (über die haut und auch oral), und dein körper so die informationen bekommt was deinem kind fehlt, oder was es für krankheiten hat. dementsprechend passt sich die zusammensetzung der milch an und dein kind bekommt immer was es gerade so braucht an nährstoffen und antikörpern.
rose hat geschrieben:hallo,

und ich hab auch mal gelesen, dass sich der gehalt an vitaminen, nährstoffen, antikörper etc dem bedarf des babys anpasst.. wie funktionniert das, woher "weiss" meine brust das?
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marabou
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Re: antikörper in der muttermilch

Beitrag von marabou »

Aber wie sieht das denn aus beim Tandemstillen? Die Brust weiß doch nicht, dass da zwei oder vielleicht auch mehr Kinder dran trinken????? Ist die Milch dann pro Kind Nährstoffärmer???
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tania
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Re: antikörper in der muttermilch

Beitrag von tania »

@jusl: vielen dank, gleich bestellt! ich bin ja sowas von begeistert vom stillen (also theoretisch und praktisch 8) )..
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jusl
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Re: antikörper in der muttermilch

Beitrag von jusl »

Anke*F hat geschrieben:das hängt auch damit zusammen, dass du im täglichen umgang mit deinem kind immer wieder mit den ausscheidungen (schweiß, urin, stuhlgang, speichel) in berührung kommst (über die haut und auch oral), und dein körper so die informationen bekommt was deinem kind fehlt, oder was es für krankheiten hat. dementsprechend passt sich die zusammensetzung der milch an und dein kind bekommt immer was es gerade so braucht an nährstoffen und antikörpern.
Ich habe jetzt gerade keine wiss. Abhandlung auf dem Schirm, die diese Theorie im Detail beleuchtet. Aber ich ich gebe hier zu bedenken (damit keine Missverständnisse aufkommen), dass sich eineganze Reihe von Nährstoffgehalten in der Muttermilch NICHT verändert bzw. beeinflusst werden kann (es sei denn, die Mutter hat einen Mangel, dann kann über Supplementierung der Gehalt in der Milch wieder normalisiert werden).
marabou hat geschrieben:Aber wie sieht das denn aus beim Tandemstillen? Die Brust weiß doch nicht, dass da zwei oder vielleicht auch mehr Kinder dran trinken????? Ist die Milch dann pro Kind Nährstoffärmer???
Siehe obere Beiträge - immunologisch "weiß" die Brust das. Hormonell beeinflusst ist Milch fürs Babys da (etwa die Bildung des Kolostrums passiert aus hormonellen Gründen), aber trinkt danach ein anderes Kind "weiter", ändern sich Fettgehalt u.ä. entsprechend. Die Qualität der Milch leidet darunter keineswegs.

LG,
Julia
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