Ach, Du erinnerst mich so sehr an uns vor einem Jahr...
Wir hatten auch keine Ahnung, woher auch? Ich fand dann eine tolle Stillgruppe und kam auch zu den besagten Büchern, die sowohl mir als auch meinem Mann die Augen geöffnet haben.
Wir waren vorher auch der Meinung, der Kleine müsse doch auch endlich alleine einschlafen, ohne Brust und auch mal ohne Mama. Das geht bis heute nur selten - inzwischen (seit er ungefähr 9 Monate alt ist) lässt er sich von Papa schlafen bringen, aber auch nur, wenn ich ihn vorher gestillt habe. In der Krippe klappt es trotz andersartiger Befürchtungen meinerseits ganz klasse, er schläft ganz schnell und unkompliziert ein. Neulich haben wir ihn tagsüber auch mal bei Oma gelassen und er schlief auch dort mittags ohne Brust - aber in Omas Arm. Die Kleinen brauchen eben Wärme und Nähe und das endet nicht kurze Zeit nach der Geburt und meiner Meinung nach auch nicht in den nächsten Jahren. Sie werden sich dann schon noch früh genug von uns abnabeln - ich mache mir jedenfalls keine Sorgen, dass mein Sohn mit 16 Jahren noch bei uns schlafen will oder zum Einschlafen die Brust braucht.
Mal ganz ehrlich: gibt es etwas schöneres als die Nähe zu diesem kleinen Wesen? Und das Gefühl, geliebt und gebraucht zu werden? Ich ärger mich im Nachhinein so sehr, dass ich den Kleinen einige Monate in der Wiege neben mir haben schlafen lassen ud auch der Meinung war, ich müsse ihn im Wagen herumfahren, obwohl ich in mir ein so großes Nähebedürfnis hatte, dass ich ih wohl besser vom ersten Tag an getragen hätte. Ehrlich, ich bin im Nachhinein richtig traurig deswegen. Aber ich hatte vorher nicht wirklich darüber nachgedacht und -gelesen, so dass ich weder vom Tragen noch vom Familienbett viel wusste. Nun, da das zweite unterwegs ist, weiß ich jetzt schon, dass ich alles anders machen werde - oder zumindest vieles.
Meine Mutter redet mi bis heute rein, aber das ignoriere ich inzwischen. Sie kann eben weder mit Stillen, noch mit Tragen oder Familienbett etwas anfangen - in ihrer Generation war das eben auch alles sehr unüblich und so kann man es ihr wohl auch nicht übel nehmen.
Hör auf Dein Gefühl, das ist meine wichtigste Erfahrung. Wenn Du sie gern nachts im Arm hältst, dann tu es! Wenn Du sie gern in den Schlaf stillst, dann tu es (und genieß es, es werden Zeiten kommen, in denen sie abends nicht schlafen will trotz Müdigkeit und Du mit Sehnsucht daran zurückdenkst, wie einfach es war...)! Lass Dir nicht von anderen reinreden und hör auf Dein Herz und Deinen Bauch. Sie ist noch sooo klein und sie braucht Dich gerade jetzt noch sooo sehr. Ich gebe zu, es ist anfangs nicht immer einfach, sein Leben so umzustellen - man ist ja absolut vom Kind bestimmt. Aber gleichzeitig ist es auch sooo schön, wenn man sich endlich richtig darauf einlassen kann und sich auf seinen gesunden Instinkt verlässt!
Ich wünsche Euch eine wunderbare Babyzeit!
"Tanze mit Deinem Baby im Mondschein, wenn es die Nacht zum Tag macht, singe fröhliche Lieder mit Deinen Kindern im Regen, mache Kissenschlachten, matsche mit ihnen im Schlamm und springe in Pfützen, macht ein Picknick UNTERM Tisch - vergiss nie: in 20 Jahren wirst Du sagen, es war die schönste Zeit Deines Lebens!"
von Minchen mit Frühling (2008), Sommer (2009), Herbst (2013) und Winter (2011)