Das Muli hat geschrieben: Achja dazu auch noch was:
Bevor ein Kind sich "alle Informationen selbst besorgen kann" wird wohl schon noch ein bißchen vorarbeit nötig sein, oder? Also Bibliothek, PC etc das sind ja Dinge, die man nicht einfach so benutzen kann - man muß lesen lernen, schreiben wohl besser auch...und gut wäre es ebenfalls, wenn man schon gelernt hätte, Informationen selbst zu filtern - dass also nicht alles, was man liest tatsächlich wahr ist und nicht jede Quelle wirklich vertrauenswürdig ist... also ich sehe das durchaus ziemlich viel Arbeit für die betreuenden Eltern, und es ist sicher auch wichtig, dass die Eltern bestimmte Fähigkeiten haben, dass sie selbst die verschiedenen Informationskanäle kennen, damit umgehen können und ihre neugierigen Kinder zu deren vernünftigen Gebrauch anleiten können! einfach ist das sicher nicht, und ich selbst wäre mir nicht sicher, ob ich das so einfach könnte - und ich bin auch Akademikerin...
Und wenn ich mir überlege, wie schwierig es war in den ersten Monaten meines Studiums mir plötzlich alle Informationen selbst zu besorgen, ohne Lehrer, der mir Tips gibt und mich dabei unterstützt - ich denke, bis es soweit ist, dass ein Kind das alles selbst kann, ist es schon fast kein Kind mehr
Ich traue es meinen Kindern durchaus zu, diese Fähigkeiten selbst zu entwickeln. Ich denke für uns ist es so schwierig, weil wir uns diese Form des selbstbestimmten Lernens ja schonlange abgewöhnt haben/hatten. Und dann ist die Umstellung natürlich groß.
Jedes Kind lernt aus sich heraus laufen, sehr viele lernen aus eigenem Antrieb und ohne Hilfe (!) lesen und schreiben. Ich denke, dann kann es durchaus so weitergehen. Das Kind liest Zeitschriften, Bücher, sieht fern; da gibt es bestimmte Sachverhalte, die es interessieren, und über die es mehr erfahren möchte. Die dann auch "Fächer", wie Geographie, Geschichte, Naturwissenschaften usw. streifen. Und die es sich selbst erarbeitet. Ja - wie studieren, nur dass die Kinder wirklich alles aus Interesse heraus machen, und deshalb viel motivierter sind, als viele Studenten, die nur für den nächsten Schein arbeiten.
Ich denke nicht, dass die Eltern permanent geistig verfügbar sein müssen. Man kann doch auch zuhause arbeiten (Büroarbeit, sämtliches Kreatives wie nähen, töpfern, tischlern; Tageskinder o. Pflegekinder betreuen u.v.m.)
Wenn man lieber ausser Haus arbeitet, können auch béide Eltern Teilzeit arbeiten.
Ich denke auchnicht, dass man Lehrere sein muss, um freilernende Kinder zu haben. Der klassische Lehrer ist ein Wissensvermittler, und genau das brauchen freilernende Kinder nicht.
Und Natürlich kann man nicht alles wissen, was die Kinder interessiert,das kann aber auch kein noch so guter Lehrer. Es reicht doch, denn Kinder bei der Wissensbeschaffung zu assistieren, sie z.B. zur Bibo zu begleiten oder jemanden Kompetenten zu finden ( gerade für handwerkliche/musische Angelegenheiten).