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Wie Kleinkind langsam abstillen?

Verfasst: 23.11.2009, 09:37
von Moni_SK
Hallo,

nun komme ich endlich mal dazu in diesem schönen Forum zu schreiben,
und dann ist es gleich ein Abstillposting....hm.

Zur Frage:

Mein 4.Kind ist jetzt ca. 3,5 Jahre alt.
Er stillt sehr gern und sehr oft. Hat sehr sehr lange Beikost verweigert, ist heute noch ein spärlicher Esser.
Er geht tagsüber in die KiTa da ich arbeite (bin selbständig),
das ist auch kein Problem.
Aber er stillt nachts noch sehr oft und das würde ich gern so langsam mal einstellen.....denn mir geht das an die Substanz.
Wenn er nur stillen würde, wärs ja noch erträglich, aber seit einigen Monaten "krabbelt" er mir dabei auch immer an der anderen Seite herum (was ich nicht wirklich gut leiden kann.... :? ) ,
was nachts zur Folge hat, dass ich deshalb beim stillen nicht weiter schlafen kann....

Ich habe schon versucht ihm klar zu machen, dass ich das nicht möchte,
dass mir das unangenehm ist usw..
Manchmal akzeptiert er es, aber oft schleicht er sich doch wieder an :D ,
oder er will seinen Willen gegen meine setzen:
Wenn ich sage "Ich möchte das nicht." sagt er: "Ich möchte das aber!"

Ähm ja :).

Ich habe mein 3.Kind auch 3 Jahre gestillt,
kurz nach ihrem 3.Geburtstag bin ich allein zur Kur gefahren (BournOut) und als ich wiederkam war sie quasi abgestillt. Hat zwar noch gern gekuschelt und mal ein Küsschen drauf gedrückt, aber das wars dann.

Jetzt eure Erfahrungen und Tipps bitte: Wie kann ich das kleine Dickköpfchen dazu bringen,
weniger zu stillen, vor allem nachts,
und irgendwann ganz abszustillen??

Ach ja: das der Vater die Nacht übernimmt könnt ihr vergessen,
ich bin quasi alleinerziehend, mein Lebenspartner lebt 400km weit weg und kommt nur alle 14 Tage.
Eine Nacht haben wir das mal probiert ..... leider ist der gute Mann nicht wirklich stressresistent und sah sich nicht in der Lage das freiwillig noch ein paar Nächte mitzumachen.
Der Kleine wachte wie gewohnt mehrfach nachts auf, wollte Mamabrust,
die war nicht da (ich musste dringend über Nacht wegfahren),
also schrie er immer 15min....bis er wieder einschlief.

Da wir in einem sehr hellhörigen Mietshaus wohnen....ist das total doof.

Ich weiß jetzt echt nicht mehr weiter,
es muss aber eine Lösung her.

viele GRüße von Moni.

Re: Wie Kleinkind langsam abstillen?

Verfasst: 23.11.2009, 09:51
von Erika
Hallo Moni,

hast Du das schon mal gelesen? http://www.rabeneltern.org/schlafen/wis ... rdon.shtml
Ich bin sicher, wenn Du das liest, merkst Du schnell, ob das für Eure Situation passen könnte.

Ich kann leider noch keine eigene Abstillerfahrung beitragen. Aber vielleicht hilft Dir dieser Link?

LG
Erika

Re: Wie Kleinkind langsam abstillen?

Verfasst: 23.11.2009, 21:58
von Moni_SK
Liebe Erika,

vielen Dank für diesen guten Link!

Ich werde das versuchen....auch wenn das sicher total schwierig durchzuziehen ist,
wenn man sowieso schon ziemlich am Ende der Kräfte und Nerven ist....
Ich werde berichten :).

liebe Grüße, Moni.

Re: Wie Kleinkind langsam abstillen?

Verfasst: 24.11.2009, 09:53
von Moni_SK
Guten Morgen,

also das wird nichts mit der Methode.....leider :( . Jedenfalls nicht so.

Ich habe das heute Nacht probiert. Habe ihn nur kurz gestillt,
als er dann ziemlich schnell nur noch genuckelt hat und am wiedereinschlafen war,
habe ich ihn vorsichtig abgedockt. Er hat sofort übellaunig reagiert :roll: ,
da hab ich ihm gesagt, dass er jetzt schlafen kann und ihn getröstet und liebkost und getreichelt.....leider war nach 1 Minute das Geschrei schon so wütend, dass ich abgebrochen habe.....und ihn gestillt habe.

Dr. Gordon hat das zwar so vorausgesagt,
und auch gesagt, man solle vorher die Nachbarn "warnen"....aber er wohnte vermutlich nicht in einem Beton-Plattenbau der 70er Jahre! :twisted:

Ehrlich,
das kann ich meinen Nachbarn nicht zumuten.
Ich würde das auch so 5-10 Minuten aushalten.....vermutlich.

Unter mir wohnt eine alleinerziehende Mutter, die muss 6:30 Uhr mit den Kindern aus dem Haus - die kann ich nicht um ihre Nachtruhe bringen!
Meine Nachbarn haben ihr Schlafzimmer neben meinem.
Ich bin heute Nacht dann von Kinderweinen wach geworden! Und es war die kleine Tochter meine Nachbarn, welche wohl krank ist und weinend und hustend zu den Eltern ins Schlafzimmer kam.
Davon bin ich wach geworden, obwohl es nur "normales" Kinderweinen war!
Mein Kleiner brüllt aber wütend wie ein Löwe! :twisted:

Also, das geht nicht.

Was ich heute Nacht dann gemacht habe: Ich habe ihn nach längerem Stillen, wenn er eigentlich schon wieder eingeschlafen war, abgedockt und wenn er gesucht hat,
ihm immer gesagt: "schlaf noch ein bissl" oder so ähnlich.
Das hat ganz gut geklappt.

Nur auf die Art und Weise wird das wohl etliche Wochen dauern......

Gibts hier keine Langzeitstillerinnen die mir ihre Erfahrunge berichten können?
Leider komme ich ja erst nach 100 Beiträgen in das Langzeitstillforum....na, ich hoffe ja nicht,
dass ich 100 mal hier schreiben muss, bis der Schlingel besser schläft! ;)

viele Grüße, Moni.

Re: Wie Kleinkind langsam abstillen?

Verfasst: 24.11.2009, 10:27
von Iris
Liebe Moni,
erstmal herzlich willkommen hier!
Ja, das ist eine belastende Situation, zumal Du nun so lange gestillt hast und damit ja wohl auch gut im Einklang warst. Hast Du schon einmal das Buch "Wir stillen noch" gelesen? Dort gibt es einige Tipps zum sanften Abstillen.
Zum Stillen am Tag wird z. B. empfohlen, dem Kind alternative Beschäftigungen, bei denen es Deine ganze Aufmerksamkeit hat, anzubieten - z. B. ein schönes Spiel, ein interessantes Buch, basteln...
Was ich ganz wichtig finde, ist, dass Du Deine eigenen Wünsche respektierst. Das "Krabbeln" an der anderen Seite würde ich mir niemals gefallen lassen. Meine Tochter würde das auch gerne bzw. bohrt gerne ihre Fingernägelchen in meine Brust (aua!). Ich schiebe ihre Hand dann konsequent weg und wenn das nichts nützt, docke ich ab. Das ist recht effektiv. Sie lässt es dann meist und stillt friedlich weiter. Ansonsten müssen wir halt etwas Protestgebrüll ertragen, was ich aber am Tag o. k. finde.
Nächtens ist das alles etwas schwieriger. Dass Gordon in Eurer Situation nur schwerlich in Frage kommt, sehe ich ein. Aber falls das Programm doch etwas für Euch ist: Warum sprichst Du nicht mal mit der Nachbarin darüber? Vielleicht sieht sie es gelassener, als Du denkst. Oder sie hat bald Urlaub und würde sich dann weniger gestört fühlen. Ich kenne einige, die mit Gordon bzw. ähnlicher Vorgehensweise nächtens abgestillt haben und dafür nur wenige Nächte benötigt haben. Im Alter Deines Kindes halte ich das für ziemlich realistisch.
Eine Alternative wäre das Buch "Schlafen statt schreien" von Elisabeth Pantley. Sie gibt Tipps zur Strukturierung des Tagesablaufs, zur Einführung von Schlafritualen und auch zum Reduzieren des nächtlichen Stillens. Dazu gehört z. B. die Methode, nachts zwar dem Stillwunsch für eine Weile (z. B. 10 Minuten) nachzugeben und dann konsequent immer wieder abzudocken. Wenn das Kind protestiert, darf es wieder ran, nach z. B. 10 Sekunden wird wieder abgedockt, so lange, bis das Kind aufgibt. Manche erleben die Methode als erfolgreich, manche haben allerdings den Eindruck, dass es das nächtliche Stillen nur verlängert.
Beide Bücher gibt es übrigens in den meisten Stillgruppen zum Ausleihen.