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Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 15.10.2009, 12:22
von Minchen
Das Thema gab es ja schon oft, aber es ist schwierig, aus den vielen Themen die Erfolgs- oder Mißerfolgsgeschichten herauszusuchen. Daher würden mich Eure Geschichten zu dem Thema interessieren.

Mein Problem hab ich ja schon ein paarmal geschildert: ich stille tandem und habe immer wieder das Problem, dass der Große nachts sehr oft wach wird und sich nur mit der Brust beruhigen lässt. Für mich wird das zunehmend anstrengend, weil ich durch das Stillen beider Kinder inzwischen fast gar nicht mehr schlafe. Ehrlich gesagt glaube ich langsam auch nicht mehr an eine Phase, dafür geht das jetzt schon zu lange, Ende nicht in Sicht. Zudem trinkt er so oft (teilweise 4-5 Mal), dass er morgens manchmal nass ist! :shock: Ich bin halt ne Milchkuh und er trinkt auch, bis alles weg ist... :roll:

Ich bin hin und hergerissen, weil ich ihm grundsätzlich geben möchte, was er braucht. Aber das Problem ist, dass ich das nun langsam tagsüber nicht mehr schaffe. Ich bin dauermüde und zwar so sehr, dass ich nicht mehr autofahren mag, weil ich Angst habe, durch die Müdigkeit nicht mehr sicher fahren zu können. Wer mich kennt weiß, dass ich viel aushalte, aber grad gelange ich an meine Grenzen. Und auch der Große ist inzwischen schon morgens müde, ich glaube, auch für ihn ist das ständige Aufwachen kräftezehrend. Und dann den halben Tag beide Kinder bei Laune zu halten, wenn man selbst kurz vor dem Einschlafen ist, ist ganz schön schwierig...

Entlastung habe ich schon, mein Mann hilft viel im Haushalt und macht viel mit dem Großen und auch Oma kommt oft vorbei, aber der Kleine lässt sich nur von mir versorgen. So kann ich ihn nicht mal eben für zwei Stunden abgeben um zu schlafen. Mit dem Kleinen schlafen klappt irgendwie auch nicht, denn der hat noch keinen Rhythmus und schläft oft nur beim Tragen...

Meine Sorge ist, dass sich trotz des - bestimmt anstrengenden - nächtlichen Abstillens nichts ändert, daher wollte ich von Euch mal hören, wie es gelaufen ist. Wie habt Ihr es gemacht? Klappt es auch im Familienbett? Wurden die Kinder danach immernoch so oft wach oder schliefen sie dann auch besser? Wenn ich ihn statt stillens dann herumtragen muss, ist mir ja auch nicht geholfen...

Danke Euch für Eure Berichte!

Re: Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 15.10.2009, 14:47
von prinzesschenmama
uiuiui...das ist genau das, wovor ich gerade ein bißchen Angst habe.. Kann Dir leider keinen Tip geben, da ich (noch) nicht in der Situation bin. Wir wollen aber eigtnlich auch anfaqngen zu üben fürs 3. und da Clara momentan auch nachts dauerstillt, mach ich mir da auch ein wenig Sorgen.
Ich abonnier hier mal und warte, ob es Antworten gibt!
Wie ist das denn mit Deinem Kleinen? Trinkt der Nachts dann auch so viel? Und ist für ihn dann überhaupt genug übrig, wenn der Große schon alles weggetrunken hat? Klingt jetzt vielleicht blöd die frage, aber da hab ich nicht so viel Ahnung.

LG,
Andrea

Re: Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 15.10.2009, 19:44
von Minchen
Der Kleine hat einen ganz anderen Rhythmus - er trinkt tags sehr viel und nachts fast nichts mehr. Er kommt manchmal nur zweimal in der Nacht. Wäre er der einzige, der nachts wach wird, ginge es mir deutlich besser. Der Große hat noch nie gut geschlafen, das ist nichts neues für uns. Aber er hat schon lange Zeit deutlich besser geschlafen, auch als der Kleine schon da war. Deswegen bin ich mir auch sicher, er könnte richtig gut und vermutlich sogar nahezu durchschlafen, wenn das Stillen nachts nicht wäre. Ich weiß halt nur nicht, ob er auch ohne Stillen ständig wach würde...

Mit der Milch ist es unproblematisch - ich war schon immer mit viiiiieeeel Milch gesegnet und habe die Brüste aufgeteilt. Insbesondere für den Großen ist das ne gute Lösung, weil ich ihm so immer sagen kann, dass er nur die eine bekommt, weil das "seine" ist. Es funktioniert ohne Probleme, die Brüste haben auch dieselbe Größe und tun nicht weh.

Habe inzwischen beschlossen, diese Nacht mit dem Kleinen auf der Couch zu verbringen. Mir gehts hundeelend, mir ist übel vor Müdigkeit. Ich brauche dringend Schlaf... :(

Re: Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 15.10.2009, 20:09
von Angela83
Oh je du Arme :(
Ich kann dich aber voll verstehen - ich bin jetzt schon am Limit mit nächtlichem ca. 4-5 mal Stillen von nur einem Kind!
Jetzt bin ich schwanger und am überlegen wie das dann mit zweien sein wird!

Ich aboniere hier einfach mal, es gibt bestimmt ein paar Erfahrungsberichte :wink:

Re: Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 16.10.2009, 20:12
von Minchen
Keiner einen Bericht für uns?!? :(

Habe die Nacht nicht durchgehalten. Der Große ließ sich von seinem Papa nicht beruhigen und so bin ich nach einer Stunde, in der er immer wieder einschlief und wieder wach wurde, doch wieder ins Schlafzimmer... Ich bringe das einfach nicht übers Herz... :( Er hat immer nach mir gerufen, dass Papa da war, hat ihn gar nicht interessiert. Er hat dann die ganze Nacht an mir geklebt...

Re: Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 17.10.2009, 12:45
von prinzesschenmama
Ja, das kenn ich... :( papa ist nachts einfach nciht gefragt und ich halte das auch überhaupt nicht aus, wenn sie dann so weint.
Ich hab jetzt von einer freundin gehört, dass in dem Buch "schlafen statt schreien" auch was zu dem Thema drin steht. ich werds demnächst auch mal lesen. Vielleicht ist das ja was?

LG,
Andrea

Re: Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 17.10.2009, 12:56
von Tiamat
Ich kann noch nichts berichten, werde das aber demnächst auch angehen.
Hast du Gordorn gelesen?

Ich denke da musst DU mit deinem Kind durch, Papa kann nur helfend zur Seite stehen. :?

Re: Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 17.10.2009, 14:04
von milkshake
ich kann berichten - allerdings möchte ich dazu sagen, daß jede situation/familie/kind individuell ist und man vorher nie weiß, welche konsequenzen ein vorgehen haben wird...

ich war als AE immer sehr darauf bedacht, meine ressourcen nicht zu schwächen. als meine tochter 16 monate alt war (also in ähnlichem alter wie dein kleiner), verließen mich meine nächtlichen kräfte und ich war mir 100%ig sicher, daß ich nachts nicht mehr stillen wollte. diese gewißheit ist wichtig, weil das kind deine unsicherheit sonst spürt und spiegelt. :wink:

meine tochter war und ist intellektuell recht gut "ansprechbar", so daß ich ihr bereits mittags erklärte, daß die brust nun nachts auch schlafen wird und ich sie wieder stillen werde sobald es draußen hell ist (das wäre so gegen 5 uhr gewesen da sommer). sie verstand auch - und weinte da bereits drauflos. mir graute schon vor der nacht... :shock:

abends stillte ich sie, wie gewohnt, gegen 22 uhr das letzte mal, als ich zubett ging. dann wachte sie - auch wie gewohnt - so gegen 1 uhr auf, und dann im rythmus von mindestens 1 std. (sie schläft bei mir im bett). es war grauenvoll - 2-3 nächte waren wirklich hart für uns beide. sie hat geweint, gewütet, geschrien, protestiert.... :( ich hab getröstet, getragen, geschunkelt, gewippt, gesungen.... ich habe sie nie alleine gelassen und immer wieder erklärt, daß die brust auch schlafen muß und sie tags aber wieder ganz viel stillen darf. alternativ hat sie dann entdeckt, daß es sich auf meinem bauch gut weiterschlafen läßt :lol: was für mich trotz ihrer wenigen 9kg dann dauerhaft doch eher ungemütlich war. außerdem hat sie geschnullert, ein großes plus in dieser zeit!

in den ersten paar nächten habe ich also kaum schlaf bekommen. ich habe vorher versucht, es auf eine zeit zu legen, wo ich kaum termine habe, so daß wir tags mal ein mittagsschläfchen machen konnten. ich habe auch versucht das schnuffeltier mehr zu integrieren, aber da war kaum interesse von meiner tochter. nach 3 nächten hatte sie es komplett akzeptiert - und nach 2 (endlos erscheinenden :lol: ) wochen hat sie dann entschieden, nicht mehr auf meinem bauch weiterschlafen zu wollen, sondern schlummert seitdem wieder fröhlich neben mir.

ein tipp noch: trage ein hochgeschlossenes nachthemd damit deine brust nicht rausguckt und verlockt!

für uns war es eine gute lösung: seitdem schlafen wir beide viel besser! sie hatte damals tags vermehrt gestillt, als ausgleich sozusagen. und wie man an meiner sig sieht: wir haben fröhlich bis vor kurzem eine schöne stillbezíehung gehabt! :D

wie deine entscheidung aussehen wird, weiß ich nicht. aber ich drücke dir die daumen und vor allem, daß du dir in deiner entscheidung sicher bist! :D

Re: Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 19.10.2009, 15:54
von mirami
Das Thema ist bei uns auch sehr aktuell!

Ich habe ja Zwillinge. Tagsüber stillen wir gar nicht mehr - dafür geht es abends/nachts rund. Vor 22/22.30 ist kein Zapfenstreich abzusehen - und dann muss ich ungefähr 5 bis 6 mal raus bis morgens um 7 Uhr.

Dadurch, dass ich noch nicht mal abends mal ne Stunde für mich habe drehe ich immer mehr am Rad. Heute hat mir ein lieber Freund etwas gesagt, das ich echt gut fand: "Kinder fordern. Das tun Sie auch. Und Eltern haben das Recht NEIN zu sagen."
Seiner Ansicht nach ist mein nächtliches Nein kein richtiges Nein. Wenn ich drüber nachdenke mag er Recht haben. Mir graust einfach vor dem Gebrüll (Miriam ist da ganz extrem wütend und schreit immer neinneinneinnein...) in der Nacht am liebsten würde ich meine Sachen packen und nen Wochenend-Trip machen....denn wenn die eine dann schläft wird sie von der anderen geweckt und bei mir wollen sie halt immer nur stillen. Und mein Mann WILL irgendwie gar nicht helfen. Ich glaube er versteht das Ganze auch nicht - schließlich musste er in über 2 Jahren (schon die Schwangerschaft über war schlafen ein Fremdwort wegen des Riesen-Bauches) max. 4 oder 5 mal KURZ aufstehen (bis ich halt dann frei war...).

Oh Mensch - ich hoffe es kommt noch Input. Ich habe einfach keinen Bock mehr :evil:

Re: Nächtliches Abstillen - bitte um Eure Erfahrungen

Verfasst: 19.10.2009, 17:13
von BEcKa
Ich (wir) haben Nathan vor kurzem nachts abgestillt. Ich nehme ihn bevor ich ins Bett gehe (gegn 10:15) nochmal zum stillen hoch und lege ihn dann wieder ab. Normalerweise habe ich mich dann neben ihn gelegt zum schlafen und gegen halb 4:00 kam er nochmal und ab 5:00 zum Dauernuckeln bis halb sieben. Ich kann das aber schlichtweg nicht länger. Nun schläft die Brust bis 6:00 morgens.

Was haben wir gemacht?
Betten getauscht, mein Mann liegt nun neben Nathan
Wenn Nathan nachts weint versucht er ihn zu beruhigen und geht nötigenfalls auch mit ihm raus ins Wohnzimmer.
Es war nie so, dass er sich gar nicht hätte beruhigen lassen, aber unglücklich war er schon.

Ergebnis? Er wacht immer noch oft auf, obwohl wir das bestimmt schon einen Monat so machen (er hatte aber auch ne Erkältung und gezahnt) manchmal lässt er sich leicht beruhigen, in anderen Nächten hilft nur aufstehen und rumtragen (mein Mann ist wirklich tapfer - und sieht jetzt mal warum ich so überanstrengt war, es ist ziemlich gemütlich sich einfach zurücklehnen zu können, weil das der Job des anderen ist......)

Nathan hat auch schon drei Nächte durchgeschlafen und wir hoffen, dass es bald ganz so weit ist.