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Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 21.09.2009, 12:46
von Skoura
Hallo. Hier vielleicht ein etwas ungewöhnliches Problem?

Meine Tochter wird bald 10 Monate und kriegt Beikost seit 6,5 Monate. Sie isst sehr gern. Allerdings liebt sie die Brust auch sehr.

Wenn ich zuhause bis, stillen wir nach wie vor ca. 10 Mal pro Tag. Sie trinkt mal mehr, mal weniger, manchmal aus Langeweile, zum EInschlafen oder zum Trost, aber es kommt fast immer auf 10 Mal.

Ich frage mich nun, ob sich das irgendwann mal ändert. Grundsätzlich hab ich nichts gegen das Stillen, im Gegenteil, ich genieße es sehr. Allerdings werde ich mein Arbeitspensum (momentan 17,5 Stunden) bald auf 25 und dann 35 Stunden aufstocken - müssen - und hatte eigentlich gehofft, dass sich bis dahin das Stillpensum von selbst reduziert hätte.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Ich hab das Gefühl, ihr Gewalt anzutun, wenn sie dann gezwungen sein wird, an Arbeitstagen ao lange auf die Brust zu verzichten. Und wie wird es werden, wenn ich nicht arbeite (Urlaub, Wochenende)? Werden wir an solchen Tagen weiter 10mal stillen und an den anderen nur noch 5? Wie wird die Brust das verkraften?

Fragen über Fragen...

Re: Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 21.09.2009, 13:17
von mikiund4
Hallo!
Mit meinem Stilljunkie Niclas habe ich die Erafhrung gemacht, daß es weniger wird ...allerdings erst nach dem 2ten Geburtstag. Aber wenn ich nicht da war hat ers ohne Probleme auch ohne geschafft.
Lg Michaela

Re: Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 21.09.2009, 14:31
von joso
Meine Erfahrung war, das sich mein Sohn den gegebenheiten angepasst hat. War ich da - hat er es genossen und gestillt gestillt gestillt. War ich nicht da, so war es für ihn auch i.O. er hat dann halt etwas anderes zu sich genommen oder aber gewartet, bis ich wieder da war. Ich habe mit meinem Referendariat weitergemacht, als er 13 Monate alt war (und bis kurz vorher war er vollgestillt) Und, was für mich nicht ganz so toll war - er hat das Stillen dann auf nachts verlagert :roll:

Aber eines ist sicher: Es wird weniger werden :wink: Spätestens, wenn Dein Kind eine Berufsausbildung macht, wird es nicht mehr gestillt werden wollen *tröst*

Re: Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 21.09.2009, 14:54
von Sonnenblume23
Hallo,

bei all meinen vier Mäusen war es im ersten Lebensjahr so, das wir ständig gestillt haben. Bei uns war es also ganz genauso. Aber nach dem ersten Geburtstag haben wir eigentlich immer einen Rhythmus bekommen. Dann haben wir "nur" noch nach dem Aufwachen, zum Mittagsschlaf, zum Einschlafen abends und nachts gestillt. Ganz langsam habe ich die Mäuse daran gewöhnt und es lief auch gut. Ich denke, irgendwann muß man als Mutter, ein bisschen den Weg vorgeben, damit man nicht ständig stillt.

Re: Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 21.09.2009, 21:05
von Skoura
das macht mir ja mut.

mein hauptproblem ist/ war, dass ich erwartet hatte, sie würde weniger stillen,w enn sie 10 monate alt ist, und dann könnte ich problemlos wegbleiben tagsüber.

na ja, das mit der arbeitsvertrag steht jetzt halt, ich werde ab oktober dann tagsüber weg sein. wenn ich mit ihr am wochenende weitermachen kann wie gehabt und unter der woche für sie kein problem ist, sich anders zu ernähren, dann ist ja eigentlich alles gut.

nur die brust macht mir sorgen. ich hatte shcon öfters milchstau und einmal ne schwere mastitis. ob das nciht dann noch größere probleme geben wird mit dem dauernden wechsel und ich eines tages deswegen abstillen muss?

Re: Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 21.09.2009, 21:06
von Sonnenblume23
Vielleicht streichst du zwischendurch einfach mal aus, wenn du das Gefühl hast, du hast zu viel Milch? Irgendwie wird sich das finden, denke ich.

Re: Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 21.09.2009, 23:43
von vroni
Sonnenblume23 hat geschrieben: ...
Dann haben wir "nur" noch nach dem Aufwachen, zum Mittagsschlaf, zum Einschlafen abends und nachts gestillt. Ganz langsam habe ich die Mäuse daran gewöhnt und es lief auch gut. Ich denke, irgendwann muß man als Mutter, ein bisschen den Weg vorgeben, damit man nicht ständig stillt.
Es gibt auch Mütter, die diesen Weg nicht so vorgeben, sondern ihren Kindern selbst die Zeit lassen, diesen Weg zu finden und dem Stillen zu entwachsen - das geschieht nämlich auch ohne Manipulation, manchmal allein durch den Tagesablauf, wie er sich ergibt. Mit der Entwicklung tritt das Stillen sukzessive in den Hintergrund.

Man zerrt ja auch nicht an den Kindern, damit sie schneller wachsen, oder schubst sie, damit sie schneller laufen lernen...

Re: Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 22.09.2009, 08:00
von Traumwind
Ich schließe mich da Vroni an. ;-)

Meine Tochter ist auch seit jeher eine Vielstillerin, trotz Beikost (die sich seit ein paar Tagen schubbedingt auf nur ein paar kleine Löffel beläuft), stillt sie immer noch sehr viel und kommt nach wie vor alle 1,5 - seltener alle 2 Stunden. Für mich ist das okay, ich habe momentan noch die Zeit. Auch kann ich inzwischen mal ohne Probleme länger als 2 Stunden weg sein und mein Mann kann die Zeit mit Reiswaffeln und Wasser überbrücken. Das geht problemlos.

Ich denke, Deine Tochter wird sich an Deine Arbeitszeiten gewöhnen und das stillen auf die Zeiten verlegen in denen Du da bist, da bin ich mir sicher. ;-)

Re: Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 22.09.2009, 08:52
von joso
Lies mal im Mutterschutzgesetz nach - Wenn Du arbeiten gehst, hast Du Anspruch auf Stillpausen (auch um ggf. die Milch auszustreichen/abzupumpen) Diese Zeit muss als Arbeitszeit gerechnet werden und ist unabhängig vom Alter des Stillkindes.
§ 7
Stillzeit

(1) Stillenden Müttern ist auf ihr Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde freizugeben. Bei einer zusammenhängenden Arbeitszeit von mehr als acht Stunden soll auf Verlangen zweimal eine Stillzeit von mindestens fünfundvierzig Minuten oder, wenn in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgelegenheit vorhanden ist, einmal eine Stillzeit von mindestens neunzig Minuten gewährt werden. Die Arbeitszeit gilt als zusammenhängend, soweit sie nicht durch eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden unterbrochen wird.

(2) Durch die Gewährung der Stillzeit darf ein Verdienstausfall nicht eintreten. Die Stillzeit darf von stillenden Müttern nicht vor- oder nachgearbeitet und nicht auf die in dem Arbeitszeitgesetz oder in anderen Vorschriften festgesetzten Ruhepausen angerechnet werden.

(3) Die Aufsichtsbehörde kann in Einzelfällen nähere Bestimmungen über Zahl, Lage und Dauer der Stillzeiten treffen; sie kann die Einrichtung von Stillräumen vorschreiben.

(4) Der Auftraggeber oder Zwischenmeister hat den in Heimarbeit Beschäftigten und den ihnen Gleichgestellten für die Stillzeit ein Entgelt von 75 vom Hundert eines durchschnittlichen Stundenverdienstes, mindestens aber 0,38 Euro für jeden Werktag zu zahlen. Ist die Frau für mehrere Auftraggeber oder Zwischenmeister tätig, so haben diese das Entgelt für die Stillzeit zu gleichen Teilen zu gewähren. Auf das Entgelt finden die Vorschriften der §§ 23 bis 25 des Heimarbeitsgesetzes vom 14. März 1951 (BGBl. I S.191) über den Entgeltschutz Anwendung.



Mehrarbeit, Nacht- und Sonntagsarbeit

(1) Werdende und stillende Mütter dürfen nicht mit Mehrarbeit, nicht in der Nacht zwischen 20 und 6 Uhr und nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden.

(2) Mehrarbeit im Sinne des Absatzes 1 ist jede Arbeit, die

von Frauen unter 18 Jahren über 8 Stunden täglich oder 80 Stunden in der Doppelwoche,
von sonstigen Frauen über 8 1/2 Stunden täglich oder 90 Stunden in der Doppelwoche
hinaus geleistet wird. In die Doppelwoche werden die Sonntage eingerechnet.

(3) Abweichend vom Nachtarbeitsverbot des Absatzes 1 dürfen werdende Mütter in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft und stillende Mütter beschäftigt werden

in Gast- und Schankwirtschaften und im übrigen Beherbergungswesen bis 22 Uhr,
in der Landwirtschaft mit dem Melken von Vieh ab 5 Uhr,
als Künstlerinnen bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und ähnlichen Aufführungen bis 23 Uhr.
(4) Im Verkehrswesen, in Gast- und Schankwirtschaften und im übrigen Beherbergungswesen, im Familienhaushalt, in Krankenpflege- und in Badeanstalten, bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen, anderen Schaustellungen, Darbietungen oder Lustbarkeiten dürfen werdende oder stillende Mütter, abweichend von Absatz 1, an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden, wenn ihnen in jeder Woche einmal eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 24 Stunden im Anschluss an eine Nachtruhe gewährt wird.

(5) An in Heimarbeit Beschäftigte und ihnen Gleichgestellte, die werdende oder stillende Mütter sind, darf Heimarbeit nur in solchem Umfang und mit solchen Fertigungsfristen ausgegeben werden, dass sie von der werdenden Mutter voraussichtlich während einer achtstündigen Tagesarbeitszeit, von der stillenden Mutter voraussichtlich während einer 7 1/4stündigen Tagesarbeitszeit an Werktagen ausgeführt werden kann. Die Aufsichtsbehörde kann in Einzelfällen nähere Bestimmungen über die Arbeitsmenge treffen; falls ein Heimarbeitsausschuss besteht, hat sie diesen vorher zu hören.

(6) Die Aufsichtsbehörde kann in begründeten Einzelfälle Ausnahmen von den vorstehenden Vorschriften zulassen.



http://www.sidiblume.de/info-rom/arb_re/arbs/muschg.htm
aber bei der AFS gibt es da auch ein gutes Blatt dazu:
Stillen und Erwerbstätigkeit

Re: Stillen stillen stillen - wird das mal weniger?

Verfasst: 22.09.2009, 08:55
von joso
Achso ... warum ich Dir das hier reinkopiert habe...

Wenn Du den Eindruck hast, Du würdest evtl einen Milchstau bekommen, wenn Du wieder mehr arbeiten gehst, dann stehen Dir Zeiten zu, in denen Du ausstreichen kannst. ;-)