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Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 19.09.2009, 21:33
von Jägerin
Hallo...

Mein Sohn ist jetzt bald 14 Monate und stillt noch recht viel. Eigentlich ißt er noch keine komplette Mahlzeit, die Hauptnahrungsquelle ist wohl noch das Stillen. Er mag hauptsächlich Obst, rohes Gemüse, Brot/Brötchen mit und ohne Aufstrich, Käse, etwas vom Familienessen, abends gerne mal einen Getreide-Milch-Brei. Für mich ist das auch total okay.

Ab Oktober gehe ich wieder in Teilzeit arbeiten, 2 Vormittage und einen ganzen Tag (habe genug Pause dazuwischen, dass ich zum Stillen nach Hause kann). Der Kurze ist in dieser Zeit bei den Großeltern (meinen Schwiegis).
Ich habe nun Angst, dass meine Schwiegis ihm zu viel "ungesundes" zu essen geben, weil er bei den Sachen, die er darf eben nicht so viel ißt. Von Käse, Wurst, Keksen, Bratwurst, Pommes, Kuchen etc. würde er aber sicher jede Menge essen, wenn man ihn lassen würde, und ich habe die Befürchtung, dass er sowas dann auch bekommt.
Meine Große, die ich allerdings schon mit 12 Monaten abgestillt habe, die aber auch schon immer gut alles gegessen hat, hat dort im ersten Lebensjahr "Verbotenes", sprich zuckerhaltige Sachen bekommen. Ich weiß das, weil ich Krümel und Schokoladenspuren gefunden habe und auch von der Patentante so einige Dinge gehört habe.
Das hat mich ziemlich sauer gemacht, aber alle Gespräche haben nichts geholfen. Gut, es hat ihr jetzt nicht so viel ausgemacht, wir sind mit ihren Eßgewohnheiten hier zuhause trotzdem zufrieden.

Aber wird der Kleine in seinem Stillen beeinflusst, wenn er zuviel von oben genanntem an diesen Tagen bekommt? Ich möchte sehr gerne noch länger stillen, ich habe mich sehr geärgert, dass ich bei der Großen mit einem Jahr abgestillt hatte.

Ich habe schon mit meinem Mann gesprochen, dass er demnächst mit seiner Mutter über das Thema spricht, und ihr ggf. das Eugster-Buch (ist das überhaupt sinnvoll für Oma?) zu Lesen gibt.
Ich hatte auch schon an eine Fremdbetreuung durch eine Tagesmutter gedacht, aber da spricht im Moment dagegen, dass er sich sehr schwer tut mit anderen Leuten, außer uns und den Großeltern; die Großeltern sich ansonsten sehr gut um die Kinder kümmern und wir uns eine Tagesmutter einfach nicht leisten können.
Ab November wird mein Mann aber vielleicht den Tag übernehmen können, den ich ganztags arbeite.

Gibt´s evtl. noch andere Oma-taugliche Literatur? Ich glaube, die Schwiegis finden das LZS zudem auch noch befremdlich :roll:

Danke für´s Lesen, wer´s bis hierhin geschafft hat :wink: Wenn ich zu wirr geschrieben habe, bitte nachfragen.
Ich hoffe, mir kann jemand zu der Fragestellung behilflich sein.

Re: Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 19.09.2009, 21:57
von Nudelsuppe
Ich finde es ganz wichtig konkrete Vorgaben zu formulieren und in Ruhe zu besprechen, bei Bedarf auch Zusatzinfos geben, um das Verständnis leichter zu ermöglichen. Schlussendlich sollte klargestellt werden, dass diese Vorgaben auch eingehalten werden.
Es ist schon eine Vertrauensfrage.
Ich bin auch recht kleinlich, weil unsere große keine Kuhmilch verträgt, inzwischen haben es die skeptischen Großeltern auch begriffen, ich war auch wirklich lange geduldig immer wieder zu wiederholen.

Wegen dem Stillthema ist vielleicht das AFS Faltblatt ganz nett [url:http://www.afs-stillen.de/cms/cms/upload/faltblaetter/afs-grosseltern.pdf]Stillkinder brauchen ihre Großeltern[/url]. Da sind viele Vorteile beleuchtet und auch die WHO Stillempfehlung ist erwähnt.

Ich drück die Daumen dass ihr das Verständnis gut wecken könnt und ihr so einen guten Weg findet.

Re: Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 19.09.2009, 22:08
von Nudelsuppe
Wer verlinken kann ist klar im Vorteil :roll:
Wegen dem Stillthema ist vielleicht das AFS Faltblatt ganz nett Stillkinder brauchen ihre Großeltern. Da sind viele Vorteile beleuchtet und auch die WHO Stillempfehlung ist erwähnt.

Re: Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 19.09.2009, 23:02
von Jägerin
Hallo Nicole,

danke für deine Anwort und den Link. Über den Stillbeginn sind wir ja schon lange hinaus, aber ich denke trotzdem, dass der Flyer für Oma interessant sein könnte. Schade, dass dort nichts zum Langzeitstillen und Beikost drin steht, oder gibt es da auch noch einen extra Flyer?
Gespräche mit meiner Schwiegermutter finde ich sehr schwierig. Ich habe das Gefühl, das manche Dinge einfach nicht bei ihr ankommen. Ich möchte nicht, dass seine Eßgewohnheiten vermurkst werden, noch bevor er vernünftig und vollwertig ißt. Bin gerade am überlegen, wie ich kurz und prägnant meine Wünsche formulieren kann. Etwa so:

- Zwischenmahlzeiten: viel Obst, Naturjoghurt, Dinkelstangen, Reiswaffel, Brötchen
- keine Süßigkeiten, Kekse, Kuchen etc.
- Mittagessen: Gemüse, Rokost, Kartoffeln (KEINE Pommes), Nudeln, Reis, etwas Fleisch
- Abendessen: Brot oder Milchbrei (Fleischwurst sollte nicht der Hauptanteil sein)

Das mit den Süßigkeiten wird schon wieder schwierig, weil ich da Ausnahmen zulassen muss für den Nachmittag, wenn beide Kinder bei den Großeltern sind. Bekommt die Große Süßes (Ja, sie weiß schon wo der süße Schrank ist), will auch der Kleine etwas abhaben. Aus Außnahmen werden bei Oma aber ganz schnell die Regel....

Dann muss ich selber noch aufpassen, was ich dem Kleinen in Anwesenheit der Oma gebe. Er darf ja auch MAL Pommes oder etwas Kuchen oder einen Keks, aber eben nicht regelmäßig.

Hm, wo ich das selber so formuliere, denke ich, das kann was werden. Schriftlich habe ich ihnen noch nie was gegeben.
Mein Männe ist Grafiker, der kann´s ja noch schön gestalten, dann können sie sich das an den Kühlschrank hängen.

Re: Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 21.09.2009, 12:03
von Julinka
Hallo,

ich kann Dir sooo gut nachfühlen, was Deine Bedenken sind.

Unser Kleiner ist zwar erst 5 Monate alt und wird vollgestillt, aber meine Schwimu fragt auch schon seit Monaten (!), wann er ENDLICH was RICHTIGES bekommt :evil:
Kein Wunder: selbst hat sie ihre 2 Kinder nie gestillt und bereits mit 10 Wochen :shock: mit Brei angefangen, und zwar nicht als Beikost, sondern Ersatzkost.

Wir haben auch seit Beginn an auf Aufklärung gesetzt. Wir haben ihr vor der Geburt erzählt, daß ich stillen werde und genau erklärt, warum das so gut und wichtig ist. Wir haben ihr das obengenannte AFS-Faltblatt ausgedruckt und, und , und...

Aber: Sie schenkt uns zur Geburt ein Fläschchen und fragt, welche Produktserie wir benutzen, damit sie sich das für zuhause auch zulegen kann, damit sie ihn auch füttern kann! :evil: :shock: :evil:
Selbst da haben wir ihr nochmal geduldig (und sind nicht ausgerastet) erklärt, daß und warum wir stillen werden und vorerst keine Flasche brauchen. Ihr Kommentar: "Naja, aber Du willst doch sicher mal Tee zufüttern." Als wir das verneinten, war sie auch noch beleidigt!
Es ist mir jedenfalls ein Rätsel: Ist sie einfach nur ignorant, egoistisch (sie möchte ihn auch füttern können), glaubt die Argumente nicht, neidisch, daß ich stille, sie aber nie???

Was ich damit sagen will: Ich glaube es gibt Menschen, die können und wollen nichts annehmen, da kann man tun, was man will :( Schriftliche "Beweise", freundliche Erklärungen, klare, drastische Ansagen, bei uns alles für die Katz...

Momentan lasse ich meine Schwiemu auch nur "unter Aufsicht" (durch meinen MAnn) auf unseren Kleinen aufpassen, aber auch bei uns wird der Zeitpunkt kommen, da wir sie ihn allein betreuen. Und davor habe ich jetzt schon Bauchschmerzen!

Geholfen hat Dir mein Beitrag leider nicht, aber zumindest weißt Du, daß Du nicht die einzige mit diesen Problemen bist!
Falls noch jemand eine tolle Idee hat, würde auch ich mich freuen.

LG

Re: Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 21.09.2009, 12:29
von seline
Hey Julinka, sprichst du von mir????
Genau die Sitution haben wir auch hier.Gestern wurde dem Wurm mal wieder n Kloß zum Halbjährigen"angeboten".
Tee wird auch immer gerne erwähnt und ich hab echt Bedenken wenn er mal kurz allein bei Oma ist das sie was in ihn reinflößt....sicherheitshalber oder so.
Obwohl sie sonst recht vernünftig ist und uns eigentlich machen lässt.
Aber ihre 2 Kinder hat sie auch nur 6 Wochen oder so gestillt.....und das andere Enkelchen bekam glaub ich auch bald das Fläschen(wo sie eben mitfüttern konnte....) also MUSS Felix ja auch bald ran(in ihrer Welt)weil sies nur so kennt.
Aber immerhin haben wir n halbes Jahr vollstillen "rausgehandelt" und haben bis dahin erstmal keine Diskussionen mehr.Danach wirds wohl recht schwierig....

Re: Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 21.09.2009, 12:45
von Lösche Benutzer 2872
Ich kann das gut nachvollziehen. Wir ziehen demnächst zu meiner Oma. Nun waren wir schon mal drei Tage da und sie würde dem Kind am liebsten ständig irgendwelches ungesundes Zeug geben. Dann läuft sie ewig hinter der kleinen her um sie zu füttern. Mensch, wenn sie satt ist ist sie satt und wenn sie Banane und Dinkelstange verweigert muss man nicht direkt Kuchen hinterhergeben. Und wenn wir ihr das sagen ist sie beleidigt. Ihren hat es doch auch nicht geschadtet. Das wird schwierig werden.
Da wird auch kein gutes Zureden helfen. Wir ziehen hin, weil sie immer vergesslicher wird. Noch ist es nicht soooo schlimm, aber wenn die Kleine so alt ist, dass man nicht einfach mehr nein sagen oder das ungesunde wieder wegnehmen kann ohne das die Maus dann weint. :(

Re: Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 21.09.2009, 13:39
von Jägerin
Julinka hat geschrieben:
Was ich damit sagen will: Ich glaube es gibt Menschen, die können und wollen nichts annehmen, da kann man tun, was man will :( Schriftliche "Beweise", freundliche Erklärungen, klare, drastische Ansagen, bei uns alles für die Katz...

Momentan lasse ich meine Schwiemu auch nur "unter Aufsicht" (durch meinen MAnn) auf unseren Kleinen aufpassen, aber auch bei uns wird der Zeitpunkt kommen, da wir sie ihn allein betreuen. Und davor habe ich jetzt schon Bauchschmerzen!

Geholfen hat Dir mein Beitrag leider nicht, aber zumindest weißt Du, daß Du nicht die einzige mit diesen Problemen bist!
Falls noch jemand eine tolle Idee hat, würde auch ich mich freuen.

LG
Oh, du hilfst mir auch damit, dass ich weiß, ich bin nicht allein.
Ich find´s nur schade, dass ich mit meiner schwiMu nicht auf einen Nenner komme. Vor den Kindern hatten wir ein super Verhältnis; momentan habe ich immer das Gefühl, sie ist unterschwellig beleidigt; versuche ich ein Gespräch in die Richtung, ist natürlich alles in Ordnung. Aber ich fühle, das sie innerlich distanziert zu mir ist (wie ich allerdings andersherum auch, was ich versuche zu ändern).

Mit meiner Mutter hätte ich nicht solche Probleme; sie akzeptiert, was ich nicht will, auch wenn sie´s anders sieht.

Re: Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 21.09.2009, 13:41
von Jägerin
Ich habe mir übrigens fest vorgenommen meiner Tochter und Schwiegertochter später nicht reinzureden, sondern nur helfend zur Seite zu stehen.

Re: Beeinflusst Oma unser Stillen?

Verfasst: 21.09.2009, 15:11
von kirasundnikismama
Hmmmmm?


Wenn deine Schwiegermutter den kleinen unbedingt "verwöhnen" will kann sie ja Pommes im Ofen selbermachen?

Pizza mit viel Gemüse und Volkornteig backen???

Und Kekse mit Vollkornmehl ohne Zucker backen???

Früchteriegel statt Schoko anbieten?

Gesund ist ja nicht gleich unlecker!


Ich kenne das Thema sehr gut von meiner Mama! :roll:

Wünsche Dir das ihr einen gemeinsamen Weg findet! :D