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Stillen und arbeiten

Verfasst: 14.09.2009, 18:22
von Waschbaer78
Ich suche hier einen Rat,weil ich einfach gar nicht weiss wie ich mich entscheiden soll und auch kann..
Ich arbeite ab januar wieder,da ist mein Kind 1 Jahr alt..Ich arbeite zwar nur halbtags wieder..aber da ich eine Labortätigkeit ausüber,müsste ich darauf bestehen aus dem Labor genommen zu werden.Unsere Substanzen sind ungestested,und man weiss nicht,ob sie in die Mumi gehen,und wenn ja,ob sie abends wieder draussen ist...also kann ich mich darauf nicht verlassen,und müsste abstillen,wenn ich wieder arbeite.
Nun haben wir einen schlimmen Start gehabt und ich bin so stolz auf unsere Stillbeziehung,dass mir das schwer im Magen liegt.
Könnt ihr mir mit einem Rat oder Denkanstoss helfen?

Re: Stillen und arbeiten

Verfasst: 14.09.2009, 19:35
von seline
Ungefähr so wärs bei mir auch.
Zwar hat man das Recht nicht mit Substanzen arbeiten zu müssen die in die Mumi übergeht.Aber das müsste auch bei mir wohl erst getestet werden.Und da wärs für Cheffe wohl einfacher mich "gehen zu lassen"als Sachen zu testen und anderen "meine"Arbeit zu übertragen(die dann neben mir sitzen und ich wieder die giftigen Sachen um mich hätte).Ne andere Beschäftigung wäre auch nicht möglich

Später wieder arbeiten ist auch keine Option.Irgendwo muss ja Geld her :wink:

Dauert zwar bei mir noch n Stück bis dahin, zerbrech mir aber schon seit ich schwanger war den Kopf darüber.
Sorry, is kein guter Denkanstoß, ich weiß.

Re: Stillen und arbeiten

Verfasst: 14.09.2009, 20:54
von Waschbaer78
Gesetzlich hat man aber Anspruch auf eine andere Stelle...

Re: Stillen und arbeiten

Verfasst: 14.09.2009, 21:46
von seline
Ja, aber wenns keine andere gibt?
War ja schon in der Schwangerschaft so.Aber da hab ich ja dann vom Gyn n Beschäftigungsverbot gekriegt.

Re: Stillen und arbeiten

Verfasst: 15.09.2009, 07:50
von Waschbaer78
Gar keine andere Arbeit..Nichts im Büro?Was arbeitest du denn*neugierig bin*

Bei uns gibt es durchas andere Arbeit,habe ich in der SS ja auch gemacht...das ist dann nur eben nicht meine eigentliche Arbeit...

Re: Stillen und arbeiten

Verfasst: 15.09.2009, 09:55
von seline
Bin Zahntechnikerin.Und im Büro hockt Zaharztcheffe höchst selbst und für den Rest gibts die Helferinnen.Also, nö, kein anderer Job möglich :wink:

Re: Stillen und arbeiten

Verfasst: 15.09.2009, 11:22
von vroni
Waschbaer78 hat geschrieben:Unsere Substanzen sind ungestested,und man weiss nicht,ob sie in die Mumi gehen,und wenn ja,ob sie abends wieder draussen ist...also kann ich mich darauf nicht verlassen,und müsste abstillen,wenn ich wieder arbeite.
Woher hast Du diese Info?
Ansprechpartner für solche Fragen ist auch die Embryonaltoxikologische Beratungsstelle in Berlin, vielleicht ist dort doch einmal eine persönliche Beratung möglich (auch wenn die Beratung für Laien eingestellt wurde).

Ansonsten ist es sicherlich eine Abwägung, wie wichtig ist das Kind (und die Stillbeziehung) und wie wichtig ist die Arbeitstelle.
Viele Frauen stehen vor der Überlegung, ob und wie sie Prioritäten in ihrem Leben setzen.
Ist es sinnvoll, alles (Beruf und Kinder) zur selben Zeit umsetzen zu wollen? Was läßt sich zum Wohl aller sinnvollerweise organisieren?
Das hängt auch vom Kind ab: es gibt Kinder die ausgeglichen sind und sich schnell bei (zunächst) fremden Personen wohlfühlen, andere Kinder brauchen gerade die Mama in den ersten Lebensjahren sehr. Wenn letzteres der Fall ist, kann man diese Nähe zulassen und abwarten, bis die Kinder sich in ihrem Tempo lösen und selbstständig werden? Oder will man das beschleunigen?

Ich habe mich entschieden, mich auf meine Kinder einzulassen und sie zu begleiten und bin daher nicht erwerbstätig (was für uns empfindliche wirtschaftliche Konsequenzen hat). So eine eindeutige Prioritätensetzung entspricht nicht dem gesellschaftlichen Konsens - auch hier im SuT nicht (mehr), ich stehe ganz bewußt dazu.

Re: Stillen und arbeiten

Verfasst: 16.09.2009, 08:54
von jusl
aber da ich eine Labortätigkeit ausüber,müsste ich darauf bestehen aus dem Labor genommen zu werden.Unsere Substanzen sind ungestested,und man weiss nicht,ob sie in die Mumi gehen,und wenn ja,ob sie abends wieder draussen ist...also kann ich mich darauf nicht verlassen,und müsste abstillen,wenn ich wieder arbeite.
Ungetestet hin oder her - wie hoch ist denn das Risiko, dass Du solche Substanzen überhaupt AUFNIMMST? Handschuhe, Mundschutz, Abzug...?
Ich kenne zufällig persönliche zwei Zahntechnikerinnen, die bei halbtägiger Erwerbstätigkeit gestillt haben - da war Abstillen wegen Gefahren am Arbeitsplatz allerdings nie ein Thema. (Gibt es in den Tätigkeitsfeldern solche Unterschiede??)

Was mir sonst noch einfällt: auch als nichtstillende Mutter bin ich auf Gesundheit angewiesen, auch FÜR meine Kinder. Ich würde mir also auch im Falle des Abstillens überlegen, ob ich im Labor mit Substanzen arbeiten will, die dermaßen giftig sind, dass sogar über den Umweg des Stillens mein evtl Stillkind dadurch geschädigt werden könnte. Wäre dies der Fall, wäre ja zuerst mal ICH gesundheitlich offenbar stark gefährdet.

Ich empfehle ebenfalls, im Zweifelsfall Embryotox zu kontaktieren; Molekulargewicht, Proteinbindung, M/P-Quotient und ähnliche Parameter, die in Zusammenhang mit einer potentiellen Gefährdung des Stillkindes stehen, können ja vielleicht dennoch bestimmt werden und zu einer Risikoabschätzung herangezogen werden.

LG;
Julia

Re: Stillen und arbeiten

Verfasst: 16.09.2009, 10:58
von Captainsparrow
Ich arbeite ja normalerweise auch im Labor und es ion komme könnte sein dass ich auch in Eure Situation komme irgendwann. Ich denke aber man kann sich ausreichend schützen. Ich würde halt auf Nummer sicher gehen, z.b. statt normaler Handschuhe Nitril, Mundschutz etc. Arbeitest Du denn in der Toxikologie oder direkten Erprobung?

Re: Stillen und arbeiten

Verfasst: 16.09.2009, 13:41
von Mondenkind
Möchte mich jusl anschließen. Kann Dein Gyn nicht mal Kontakt mit embryotox aufnehmen? Das ist doch echt mal ein Fall für die.

Ich persönlich würde deswegen nicht abstillen. Ich würde eine Arbeitsplatzalternative in Anspruch nehmen, würde aber vorher wirklich genau abklären, wie groß die Gefahr wirklich ist.