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Binational
Verfasst: 13.09.2009, 20:49
von Ziana
Hallo,
ich bin hier ganz neu und trau mich mal trotzdem ein neues Thema anzufangen.
Ich hoffe ihr hattet das noch nicht...habe vorher gesucht aber keinen Thread gefunden, wenn ich blind war, führt mich auf den richtigen Weg...
Der Zwei-Sprachen-Thread ist ähnlich, aber mich interessieren noch mehr Aspekte, aber fangen wir von vorne an.
Ich bin 26 Jahre, seit drei Jahren mit einem muslimischen Kenianer verheiratet und wir sind stolze Eltern einer kleinen Tochter.
Mich würde interessieren, in welchen "Länderkombination-Ehen" ihr lebt.
Meiner Kleinen sieht man ihre Herkunft noch nicht so deutlich an und bis jetzt hatte ich mit meinen Mann zusammen kaum negative Erlebnisse...naja angeguckt werden wir halt selbst in Berlin, aber wirklich angepöbelt wurden wir "nur" 2mal-jedesmal war wohl bei den Herren Alkohol im Spiel.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Haben eure Kinder Probleme im Kindergarten oder Schule?
Unsere Religion macht auch vielen Angst, aber die meisten Leute waren nach nem ausführlichen Gespräch doch beruhigt und ich hoffe nun auch toleranter. Gibt es unter euch auch Konvertierte, die eine für Deutsche doch unübliche Glaubensrichtung gewählt haben, z.B. Buddismus, Judentum...? Wie kommt ihr damit im Bekannten-,Freundes- und Familiekreis an?
Nimmt euch die Familie eures Mannes gut auf oder mußtet ihr euch erst beweisen?
Freue mich auf eure Erfahrungen und Antworten!!
Re: Binational
Verfasst: 13.09.2009, 21:16
von Susanne
Was hat dich dazu bewogen zum Islam ueberzutreten?Wie stehst du zu der im Islam ueblichen Polygamie und der akzeptierten Gewalt gegenueber Frauen?Was waere im Falle einer Scheidung,wuerdest du akzeptieren,dass der Vater eure Tochter bekommt?
Gruss Susanne
Re: Binational
Verfasst: 13.09.2009, 21:29
von coccolone
Hallo Ziana,
wir sind auch eine binationale Familie. Na ja, eigentlich multinational.
Maenne ist Englaender, aber seine Familie stammt urspruenglich aus Nigeria. Wir wohnen in London, was wirklich sehr multikulturell ist, und somit fallen wir gar nicht als "anders" auf. In Deutschland gucken die Leute uns oft hinterher und es ist sehr oft vorkommen wenn wir zu dritt unterwegs waren, als unser Sohn noch klein war, dass die Leute sich regelrecht verrenkt haben, um ihn zu sehen.
Wir sind uebrigens beide Christen, also kam bei uns die Frage der Konvertierung gar nicht auf. Beide Familien haben den jeweiligen Partner mit offenen Armen aufgenommen.
Uebrigens hatten wir einen aehnlichen thread glaube ich schonmal im Partnerschaftsforum. Um dafuer freigeschaltet zu werden brauchst du aber erst noch mehr Beitraege. 
Re: Binational
Verfasst: 13.09.2009, 21:34
von Mäusebrot
Hallo,
wir sind auch Binational.
Deutsch NIgerianisch
Aber gleiche Religion.
Wenn du in meine Sig schaust, da triffst du mehrere Leute die Binational leben.
LG
Re: Binational
Verfasst: 13.09.2009, 21:42
von Ziana
Upps, Thema Polygamie...er hat mir versprochen nicht polygam zu leben, bricht er dieses Verprechen, gibts Minuspunkte vor Allah

und meinerseits die Scheidung...viele Männer in Deutschland leben aber auch heimlich polygam, gefeit ist man also nie...

Re: Binational
Verfasst: 13.09.2009, 21:42
von Ziana
Hallo Susanne,
bei mir war schon immer eine Fazsination gegenüber dem Islam vorhanden...mochte den Ruf der Moschee, fand auch Kopftücher schön (trage selbst keins), habe immer Alkohol als die schlimmste Droge der Welt gesehen...also erstmal recht oberflächlich. Als ich dann längere Zeit in Kenia war und irgendwie auch auf der Suche nach der "richtigen" Religion (zumindest für mich), habe ich erfahren wie die meisten Christen dort an mir "zerrten" und mich drängten mich taufen zu lassen. Persönlich gefiel es mir viel besser wie einige Muslime sich mit mir hinsetzten, mir zu hörten und dann ihre Meinung darlegten...nie kam der Satz:
Komm und konvertiere!
Als ich dann auch noch die Freiheit der Frauen miterleben durfte (hätte ich nie vorher geglaubt), war ich noch begeisterter, traute mich aber noch nicht. Weiß aber auch, dass es große Unterschiede zwischem afrikanischen und arabischen Islam gibt.
Zurück in Deutschland habe ich verschiedene Moscheen besucht und bin mir immer sicherer geworden...es ist für mich die fairste und toleranteste Religion. Der Islam, der immer wieder in den Medien auftauch ist nicht meiner..sondern ein durch Traditionen kaputt gemachter eigentlich schöner Glaube.
Die Sure, die dir gezeigt wurde, hatt auch mir anfangs Angst gemacht, aber ich denke, dass die ursprüngliche Aussage durch Übersetzung verloren gegangen ist. Außerdem sind bei Streit in dieser Abhandlung andere Lösungen vorher genannt worden, d.h. rede mit ihr, schlafe nicht im gleichen Bett...
Mein Mann hat mich nie geschlagen...wenn er dies tuen würde, könnte ich mich auch trotz meiner Religion scheiden lassen...!
Völlig naiv bin ich natürlich nicht in die Ehe gegangen, wir haben einen Ehevertrag und sind nach deutschem Recht verheiratet, das heißt im Falle einer Scheidung und völligem Zerwürfnis und Hass zwischen uns, würde der Sorgerechtsstreit in Deutschland ausgetragen...
Ich bin aber immer für geteiltes Sorgerecht, da gerade binationale Kinder ihre Wurzeln aus beiden Richtungen kennen sollten...
Hoffentlich habe ich nichts vergessen...

Re: Binational
Verfasst: 13.09.2009, 21:44
von Ziana
Ähh...meine letzten Beiträge bitte in umgekehrter Reihenfolge lesen!!
Re: Binational
Verfasst: 13.09.2009, 21:57
von leylabuldag
Mein Mann ist Türke und Moslem.Seine Familie hat mich sofort sehr herzlich aufgenommen.Meine Familie war dagegen etwas mit Vorurteilen behaftet.(schlägt seine Frau,zwingt Kopftuch zu tragen..)Doch als sie ihn besser kennenlernten mochten sie ihn alle gerne.Obwohl er ein sehr gläubiger Moslem ist,hat er mich nie zu etwas gezwungen.Zur Zeit macht er Ramadan und er geht auch Freitags immer in die Moschee.
Er würde sich zwar sehr freuen wenn ich auch Muslima wäre,aber gezwungen hat er mich nie.
Ich habe aber einige Sachen in den 8 Jahren,in denen wir zusammen sind,geändert: Ich ziehe mich nicht mehr so freizügig an und ich esse kein Schweinefleisch mehr.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Muslimen,hat er viel Respekt vor mir,hilft im Haushalt und unternimmt viel mit den Kindern.
Eigentlich könnte ich fast sagen,er trägt uns auf Händen...
Unsere Kinder sehen aus wie Papa,ja ich habe wohl sehr schwache Gene
Ich habe die Sprache gelernt ,mich viel mit dem Islam beschäftigt und muss sagen,alle sind sehr tolerant und auch zu mir hat noch nie jemand gesagt,komm konventiere endlich!
Liebe Grüße Sandra
Re: Binational
Verfasst: 14.09.2009, 10:10
von Susanne
Ziana hat geschrieben:
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Upps, Thema Polygamie...er hat mir versprochen nicht polygam zu leben, bricht er dieses Verprechen, gibts Minuspunkte vor Allah :P und meinerseits die Scheidung...viele Männer in Deutschland leben aber auch heimlich polygam, gefeit ist man also nie... :roll:
Das hatte mir mein Ex auch versprochen,die Realitaet sah aber anders aus.Seine Minuspunkte vor Allah helfen dir dann auch nicht.Scheiden lassen kann man sich im Islam,das ist aber ein sehr langer Weg.Du brauchst erst viele Treffen mit den Schechs und sie muessen der Scheidung zustimmen.Man versucht immer wieder beide zusammenzubringen.Meine Scheidung habe ich vor 5 Jahren eingereicht,offiziel habe ich die Scheidung noch nicht.Wobei ich noch nicht mal mit Sicherheit sagen kann,das wir je verheiratet waren.Ich lebe in Israel,offiziel gibt es ein Gesetz das Polygamie verbietet,es gibt 5 Jahre Gefaengnis dafuer,nur wird das Gesetz nicht angewandt.
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Der Islam, der immer wieder in den Medien auftauch ist nicht meiner..sondern ein durch Traditionen kaputt gemachter eigentlich schöner Glaube.
Ich glaube nicht,dass man den Islam und die dazugehoerige Kultur voneinander trennen kann.Ich habe leider die negative Seite des Islams kennengelernt.
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Ich bin aber immer für geteiltes Sorgerecht, da gerade binationale Kinder ihre Wurzeln aus beiden Richtungen kennen sollten...
Da hast du sicherlich Recht,aber mit Moslems klappt das in der Regel leider nicht,die wenigsten wuerden das Kind bei der Mutter lassen.Auch wenn ihr in Deutschland lebt und du bei einer Scheidung sicherlich einen ganz anderen Status hast,gibt es immer die Gefahr,das der Mann das Kind in sein Land bringt und dann sind die Chancen aussichtslos an die Kinder zu kommen.
Ich habe einfach zuviel vom Islam geshen und wuerde mich nie wieder mit jemandem aus dieser Religion/Kultur einlassen.Ich hoffe das es bei euch gut klappt und ihr nie in so eine Situation kommt.
Gruss Susanne
Re: Binational
Verfasst: 14.09.2009, 10:35
von inselkind08
Hallo wir sind auch bi-bzw.trinational...
Ich bin Deutsche, auch zum Islam konvertiert, mein Mann ist halb Palästinenser und halb Algerier. Wir haben uns während meines Studiums in Jordanien kennengelernt und dort geheiratet, dann haben wir bisher in Qatar gelebt, nun sind wir gerade mitten im Umzug nach Deutschland... Wir haben einen kleinen Sohn.
Ich sehe den Islam übrigens wie Du, Ziana.. als eine sehr gerechte und wunderbare Religion. Mein Mann ist Araber, aber eben ein wirklich religiöser Moslem, der sich an den Islam hält und nicht seine arabischen Traditionen über die Religion stellt.
@ Susanne: Ich finde es wirklich schlimm was Du mit deinem Ex-Mann erleben musst, aber trotzdem kannst du nicht von ihm auf den Islam schließen, die arabischen Beduinen verhalten sich oft nicht nach dem Islam aber begründen ihr Tun trotzdem mit dem Islam.. deshalb würde ein religiöser Araber niemals seine Tochter oder auch Sohn in eine beduinische Familie einheiraten lassen, wenn diese nicht auch sehr religiös sind... Die Beduinen haben bis heute viele ihre vor-islamischen Traditionen noch nicht abgelegt (wie Miss-handlung und -achtung ihrer Frauen und Töchter).