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Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 11.09.2009, 14:15
von Nuala
Hallo!
Ich würde gerne wissen in welcher Form das Eisen als Reserve eingelagert wird und wie es abgegeben wird. Es heißt ja, dass das Zu-Ende-gehen der Eisenreserven ein wichtiger Grund für rechtzeitige Beikostgabe, vor allem Fleisch ist.

Gibt es Vergleichsdaten: Wie hoch ist der durchschnittliche Eisenwert (im Blut nehm ich mal an?) eines neugeborenen Kindes, eines 6-Monate alten vollgestillten Kindes, eines 10-Monate-alten Beikostkindes das Fleisch zu essen bekommt, eines 10-Monate-alten vegetarischen Beikostkindes und eines eines 10-Monate-alten Beikost-Verweigerungskindes?

Dann interessiert mich noch die Verwertbarkeit vom Eisen in Fleisch und anderen Nahrungsmitteln im Vergleich mit der Verwertbarkeit des Eisens in der Muttermilch. Wieviel Fleisch muss ein Baby zu sich nehmen, damit dasselbe Eisen-Endergebnis vorliegt wie nach einer Stillmahlzeit (oder umgekehrt: Wieviele Stillmahlzeiten muss es geben um auf den Eisen-END-wert eines Gemüse-Fleisch-Breis zu kommen).
Danke!

Re: Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 11.09.2009, 14:41
von Bettina
Wozu brauchst Du da Daten?
Es hilft sowieso nichts. Wenn das Kind Beikost verweigert, machst Du Dich nur wild damit, dass es unter Eisenmangel leiden könnte, weil es bei Studienergebnissen so gewesen ist.
Meine Kinder haben mit 15 Monaten angefangen neben der Muttermilch noch Nahrung aufzunehmen und die Mineralwerte waren für die KiÄ nach dem Erscheinungsbild (gut durchblutete Zunge/Lippen) super. Sie wusste nicht wieso (meine Eisenwerte liegen aufgrund eines hohen Infektrisikos immer weit unter dem Normalwert), denn eigentlich sei es "normal", dass Kinder wesentlich früher mit Beikost beginnen, weil die MuMi nicht mehr alles hat, was das Kind braucht.

Re: Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 11.09.2009, 15:45
von Nuala
Bettina hat geschrieben:Wozu brauchst Du da Daten?
Brauchen nicht. Es interessiert mich.
Wobei ich dir recht gebe - ich glaube solche Daten wäre absolut nicht repräsentativ.
Aber man wird halt immer wieder darauf hingewiesen und ich hätte dann gerne irgendetwas in der Hand was etwas "wissenschaftlicher" klingt.
Ich weiß dass es meinem Kind gut geht und dass es gesund ist obwohl es erst jetzt anfängt zu essen und das noch immer in eher kleinen Portionen.

Vor allem aber interessieren mich die Eisenreserven. Wo sind die? Im Blut? Oder in einem kleinen Bunker? :mrgreen:
Ist viel Blut im Eisen und das wird dann immer weniger? Oder wie ist das?

Und dann das Eisen im Fleisch - in der MuMi. Mein Kind bekommt erst mal noch kein Fleisch und einige Bekannten denken wohl das ist so etwas wie ein Todesurteil. :roll:
Ich sage immer dass das MuMi-Eisen besser verwertbar ist, aber ich habe keine Anhaltspunkte WIE VIEL verwertbarer es ist. Bzw. im Vergleich zu den obligaten Fleischbreichen.

Re: Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 11.09.2009, 15:46
von Nuala
Nuala hat geschrieben: Ist viel Blut im Eisen und das wird dann immer weniger? Oder wie ist das?
Ähm.
Umgekehrt. Eisen im Blut.
Ja. Das meine ich.
:oops:

Re: Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 13.09.2009, 16:32
von Mummy
Das ist ein interessantes Thema. Ich hoffe ich darf mich hier anscließen.
Hab ich mir auch schon öfter überlegt aber nichts richtiges darüber gefunden.
Ab wann sind denn die Eisenreserven aufgebraucht? Also ab wann sollte man unbedingt mit anderer Eisenaufnahme beginnen?
Und kann ich nicht darüberhinaus Eisenpräparate oder ähnliches vermehrt zu mir nehmen, damit mein kleiner noch was abbekommt?

Re: Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 13.09.2009, 21:54
von lebensflieger
Eure Kinder zeigen euch, was sie benötigen!!! Wovon essen sie viel, wovon fast gar nichts.....deswegen ist eine abwechslungsreiche Kost so wichtig. Ich füttere mein Kind gar nicht..er nimmt sich von meinem Teller was er will. Mein erster Sohn hat bis 3 Jahre kein Fleisch angerührt, erst jetzt hat er eine "Fleisch-Phase" :D

Hört auf eure Kinder, die wissen am besten, was sie benötigen und Fleisch ist in den ersten Jahren gar nicht wichtig, Eisen bekommt man auch aus vielen anderen Lebensmitteln.
Falls du dich mehr mit dem Thema beschäftigen möchtest, hilf dir das Buch "Das vegetarische Baby", Irmela Erckenbrecht, geht sehr gut, auf das Thema Nährstoffe/Verwertung/... ein.


Lg
~Sabrina~

Re: Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 15.09.2009, 20:02
von mikiund4
Hallo!
Ich hab auch immer gedacht, daß sich die Kinder holen was sie brauchen. Bis zu einem gewissen Grad mag das ja stimmen aber immer ist es nicht so. gerade wenn ein Eisenmangel da ist kann es sein, daß die Kinder immer weniger Beikost zu sich nehmen. Wahrscheinlich liegt es daran, daß ich ein gebranntes Kind bin was das angeht.
Annika war ja im Juni stationär wegen massiver Eisenmangelanämie im St Anna Kinderspital aufgenommen. Ihr Eisenwert lag bei 14 (Normwerte fangen bei 43 an) und ihr Hb wert bei 8,2 (normal ab 11 ab 8 werden Blutkonserven verabreicht) Ich hab mich in weiterer Folge sehr viel damit auseinandergesetzt, Artikel gelesen, nach Normen gesucht usw. Klar ist der Eisenwert eines gestillten Kindes ist niedriger als der eines nicht gestillten, aber es gibt eben auch Grenzen die unter das Normale gehen und bedenklich sind. Schlussendlich hat unsere Kleine wirklich wie ein Porzellanpupperl ausgeschaut und war müder, leistungsschächer, essfauler,....
Manchmal denk ich mir es wäre besser gewesen wir hätten einfach mal kontrollieren lassen als sie noch nicht so im Mangel war. Jetzt hangeln wir uns bei etwa 9 Hämoglobin entlang. Eisen 16 :( und einem massiven Eisenhunger der ums 3 fache erhöht ist (Rezeptoren zum "saufüttern") denn jetzt sollte sie eigentlich Eisen nehmen das funktioniert nicht da sie mit Magen-Darm Problemen reagiert (sie bekommt Durchfall und erbricht). Wenn ich kann schummel ich ihr Fleisch unter, Hirse und co bringt halt kaum was denn wenn man sich anschaut wieviel Eisen in Hirse ist sprich wieviel sie davon essen müsste um eine gute Eisenquelle zu haben :|
Ich habe Niclas 15 Monate fast voll gestillt er hatte keine Problem, also es heisst sicher nicht, daß alle Kinder Probleme damit entwickeln aber ich weiss dass ich das nächste Kind mal kontrollieren lasse bevor wir in so einer verfahrenen Situation wie jetzt stecken.
Man darf ja auch nicht vergessen dass weniger Eisen einen Rattenschwanz an Problemen nach sich zieht.
Liebe Grüße
Michaela

Re: Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 15.09.2009, 20:05
von mikiund4
Mummy hat geschrieben:Das ist ein interessantes Thema. Ich hoffe ich darf mich hier anscließen.
Hab ich mir auch schon öfter überlegt aber nichts richtiges darüber gefunden.
Ab wann sind denn die Eisenreserven aufgebraucht? Also ab wann sollte man unbedingt mit anderer Eisenaufnahme beginnen?
Und kann ich nicht darüberhinaus Eisenpräparate oder ähnliches vermehrt zu mir nehmen, damit mein kleiner noch was abbekommt?
Es gibt Studien die besagen dass eine Eisenaufnahme der Mutter am Eisengehalt in der Milch nichts ändert obs so ist weiss ich allerdings nicht

Re: Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 15.09.2009, 21:34
von jusl
Mummy hat geschrieben:Das ist ein interessantes Thema. Ich hoffe ich darf mich hier anscließen.
Hab ich mir auch schon öfter überlegt aber nichts richtiges darüber gefunden.
Ab wann sind denn die Eisenreserven aufgebraucht?
Das ist unterschiedlich und hängt u.a. vom Schwangerschaftsalter, vom Geburtsverlauf, vom Kindsgewicht und vom Gesundheitszustand der Mutter ab. Risikofaktoren für Eisenmangelanämie sind:
* Frühgeburt
* Nichtauspulsieren der Nabelschnur
* SGA-Babys
* ausgeprägter Eisenmangel bei der Mutter in der Schwascha
* ausgeprägter Eisenmangel bei der Mutter in der Stillzeit
* zu frühe eisenarme Beikost
* eisenarme "Anstatt-Kost"


Mancher Winzling kommt quasi anämisch auf die Welt, ein anderes vollgestilltes 1-Jähriges zeigt keinerlei Eisenmangel-Symptome.
Also ab wann sollte man unbedingt mit anderer Eisenaufnahme beginnen?
Siehe oben - da das Risiko für Eisenmangelanämie so stark variiert, kann man dies nicht pauschal beantworten.
Und kann ich nicht darüberhinaus Eisenpräparate oder ähnliches vermehrt zu mir nehmen, damit mein kleiner noch was abbekommt?
Der Eisengehalt der Muttermilch lässt sich über Supplementierung der Mutter NICHT steigern - es sei denn, sie halt selbst starken Eisenmangel.

LG;
Julia

Re: Eisenreserven und -verwertung

Verfasst: 15.09.2009, 21:51
von Mummy
jusl hat geschrieben: Der Eisengehalt der Muttermilch lässt sich über Supplementierung der Mutter NICHT steigern - es sei denn, sie halt selbst starken Eisenmangel.
LG;
Julia
Hallo :wink:
Das ist aber doof. Ist das nur beim Eisen so oder auch bei anderen Vitaminen ect.?
*ist mir ja schon fast peinlich, die ganze fragerei*