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Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 08:35
von Lolomama
Hallo ihr Lieben,

Ich bin verwirrt!! :shock:

Meine Mütterberaterin hat mir gestern gesagt, als ich ihr sagte, dass meine Mutter nun leider Pre zufüttern muss (ich kann während der Arbeit leider nicht genug pumpen), dass Pre nur was für Frühgeborene sei. Das sei viel viel weniger nährstoffreich als meine eigene Milch und sei für Lea nicht gut! Sie meint, man könne doch Aptamil 1 (wir haben jetzt Aptamil Pre) doch auch sofort nach der Geburt nehmen und da seien viel mehr Nährstoffe drin und so. Ich bin verwirrt... könnt ihr mir sagen, warum Pre doch besser ist? Das habe ich hier jetzt öfters schon gelesen, dass man Pre geben sollte.

Wir möchten nichts falsch machen.

Re: Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 08:37
von Selina79
Also soweit ich weiß ist Pre die einzige Flaschenmilch die der Muttermilch wohl sehr nahe kommt - man kann sie auch nach Bedarf füttern ohne dass das Kind zu dick werden kann. Alle die ich kenne geben Pre ...

Re: Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 08:42
von Lolomama
Ja eben, ich habe auch immer gehört, es sei der Muttermilch sehr nahe. Aber was meinte die Beraterin mit "nährstoffarm"? Mich hat einfach verwirrt, dass sie sagte, es sei für Frühgeborene... man bekommt es bei uns in der Schweiz auch nur in Apotheken und nicht in den normalen Geschäften.

Re: Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 08:48
von Kathymami
in der Pre ist KEIN Kristallzucker - nur Milchzucker ...
und nährstoffe sind da genauso viel wie rein muss/soll/darf ....
es darf wie MuMi nach bedarf gegeben werden und nicht wie bei den anderen nur alle 3-4 Stunden dann auch nur eine Flasche...

und es ist weniger "müll" drin - da es sehr Muttermilch nah ist darf auch keine Werbung dafür gemacht werden ....

Re: Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 09:18
von rocking mammal
was ist denn das für eine mütterberaterin?
also, soweit ich weiß, ist es in etwa so:
pre ist der muttermilch am ähnlichsten und kann (und sollte!) das erste halbe jahr als alleinige nahrungsquelle für das kind dienen. auch für das 2. lebenshalbjahr ist sie, mit geeigneter beikost kombiniert, völlig ausreichend!
1er nahrung ist nur "zum teil" der muttermilch ähnlich. sie enthält meines wissens nach andere zuckerarten, nicht nur milchzucker, und auch stärke.
was stärke in babymilch zu suchen hat, verstehe ich nicht ganz. um stärke richtig verdauen zu können, muss sie mit speichel in berührung kommen. das ist aber doch nicht der fall, wenn milch aus einem sauger direkt in den hinteren mundraum gelangt.
außerdem soll 1er milch dicker sein, als pre.
fazit: ich würde meinem kind nichts anderes geben, als pre. WENN überhaupt andere milch, dann im 2. lhj vollfette kuhmilch in geringen mengen, ich glaube, 200ml war die grenze. :kopfkratz: - muss mich mal schlau machen.

Re: Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 09:29
von Lolomama
Danke für die Infos. Naja, ich habe keine Ahnung, woher die Beraterin ihre Informationen nimmt?!? Jedenfalls hat sie mir schon ein wenig ein schlechtes Gewissen gemacht, wir wollen ja das Beste für Lea.

Kuhmilch kann man in geringen Mengen geben? Das ist mir neu!

Re: Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 10:07
von rocking mammal
da gehen die empfehlungen auch auseinander. ich persönlich gebe *keine* kuhmilch - aber aus dem einfachen grund, dass ich mich ja selbst täglich 1-2 mal anzapfe.
kuhmilch ist übrigens ja auch der ausgangsstoff für formula.
schau mal:

forschungsinstitut für kinderernährung dortmund empfiehlt:
Ab dem (6.-)8. Monat (abgekocht)
täglich 200 g Kuhmilch abgekocht* im Getreidebrei für eine ausreichende Kalziumversorgung wird empfohlen. Frische Kuhmilch* im ersten Lebensjahr ist umstritten.

die who empfiehlt: Ab dem 12. Monat
Kuhmilch besser in Form von Käse, Joghurt oder abgekocht im Getreidebrei geben. Keine frische, unerhitzte Kuhmilch* in den ersten zwölf Lebensmonaten.

die amerikanische akademie für kinderheilkunde empfiehlt: Ab dem 12. Monat
Muttermilch ist im ersten Lebensjahr die beste Quelle für Kalzium. Käse, Joghurt etc. zwischen dem zehnten und zwölften Lebensmonat, frische Kuhmilch* nach dem 12. Lebensmonat einführen.
quelle: http://www.still-lexikon.de/90_beikost_einfuehrung.html

dann habe ich noch dies hier gefunden:
"DGE-Info
Aus dem Bereich: Ernährung

Milch für die Säuglingsernährung
06.10.2008

DGEInfo 09/2008 – Beratungspraxis

Frage: Ist Trinkmilch im ersten Lebensjahr geeignet?

Antwort: Herkömmliche Trinkmilch ist wegen ihrer Zusammensetzung im ersten Lebensjahr für die Ernährung des Säuglings nicht geeignet. Grund ist der hohe Protein- und Mineralstoffgehalt sowie ein zu geringer Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Eisen und Jod. Milchmahlzeiten im ersten Lebensjahr sollten aus Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrungen bestehen. Geringe Mengen an Vollmilch im Vollmilch-Getreide-Brei können frühestens ab dem sechsten Monat gefüttert werden. "
quelle: http://www.dge.de/modules.php?name=News ... le&sid=872

ich habe hier noch einen text zum thema, den ich in einem forum gefunden habe, leider kann ich dir keien quelle dazu sagen, weil ich nicht weiß, wo die verfasserin das her hat.
"Schon seit 2006 wird von der DGE im zweiten Lebenshalbjahr Milch selbst für allergiegefährdete Säuglinge wieder empfohlen. Die Hysterie vor Milch war etwas übers Ziel hinausgeschossen. Wenn auch selbst innerhalb der Allergologenriege keine Einigkeit darüber herrscht.

Klar ist die Milcheiweißallergie die häufigste Allergie bei Säuglingen. Das liegt aber weniger an der Milch ansich, sondern an der immensen Flut von Pulvermilch auf Kuhmilchbasis, die inzwischen so viele Säuglinge bekommen. Bei schätzungsweise 80% Kuhmilchproteinkonsum im ersten Lebenshalbjahr in der gesamten deutschen Säuglingswelt ist es ja nicht verwunderlich, dass die Milcheiweißallergie an erster Stelle steht. Würden 80% der Säuglinge ab dem ersten Tag tägl. Hühnerei bekommen würde diese Allergie in astronomische Höhen schnellen. Das ganze ist also wohl eher auch ein statistisches Problem.

Die Wahrscheinlichkeit eine Kuhmilcheiweißallergie zu bekommen ist nicht mehr signifikant höher wenn das Kind schon mit 7 statt erst mit 12 Monaten Kuhmilch bekommt. Insofern kann man sagen: Bekommt ein Kind mit 12 Monaten eine solche Allergie hätte es sie mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch mit 7 Monaten bekommen.

Problem bei Kuhmilch ist der hohe Protein und Mineralstoff-Gehalt. Zuviel Eiweiß kann die Nieren zu sehr belasten und der höhere Salzgehalt der Kuhmilch kann den empfindlichen Natrium/Kalium-Haushalt des Säuglings durcheinander bringen.

Kuhmilch enthält etwa doppelt so viel Eiweiß und einen höheren Mineralstoffgehalt (bs. Natrium). Aus diesem Grund wird empfohlen, Kuhmilch zunächst als Halbmilch einzuführen, eben um genau den Protein- und Salzgehalt zu senken. Zeigt das Kind darauf keine Reaktion (2-3 Tage) kann man den Gehalt schrittweise oder gleich komplett (nach etwa 7 Tagen) auf 100% Kuhmilch steigern. Denn letztlich verdünnt man mit der Halbmilch auch die wertvollen Stoffe wie etwa Calcium, weshalb Kuhmilch ja eigentlich auf dem Baby- und Kleinkindspeiseplan steht.

Ob Milch generell vertragen wird kann man auch anhand eines Reibetests ermitteln: Man gibt Baby ein paar Tage hintereinander ein paar Tropfen Mich auf den Unterarm und verreibt es etwas. Zeigt sich (sofort oder nach ein paar Tagen) kein nesselsuchtartiger Ausschlag und keine Rötung kann man recht bedenkenlos Kuhmilch geben.

Für Säuglinge bis zum ersten Geburtstag sollte man unbedingt vollfette Milch mit mindestens 3,5% Fettgehalt verwenden. Ab dem 1. Geburtstag können es auch nur 1,5% Fett sein. Empfohlen wird, auch im zweiten Lebensjahr noch vollfette Milch zu geben. Ob man Frisch- oder H-Milch gibt ist jedem selbst überlassen und man sollte sich nach eigenen Konsum und Geschmacksempfinden richten. Rohmilch ist für Säuglinge nur dann geeignet wenn sie vorher aufgekocht wird. Anderenfalls kann sie Keime enthalten (Campylobacter, Escherichia coli, Staphylokokken, Listerien), die zu schweren Erkrankungen führen können.

Empfohlen wird, nicht vor dem 7. Monat mit Kuhmilch anzufangen. Bis zum 10. Monat sind bis zu 200ml Kuhmilch tgl. akzeptabel. Z.B. im Milchbrei. Ab da bis zu 400ml tgl. Etwa 300ml reichen ab dem 1. Geburtstag in etwa aus um den Calcium-Bedarf zu decken. Ein höherer Milchkonsum ab dem 1. Geburtstag ist dann nicht problematisch, wenn das Kind auch ausreichend andere Nahrungsmittel zu sich nimmt und sich nicht nur ausschließlich von Kuhmilch ernährt."


also unter dem strich: ich würde im zweifelsfall keine kuhmilch geben, WENN kuhmilch, dann nur voll fette und diese vorher abkochen. wenn formula, dann nur pre.

Re: Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 10:12
von rocking mammal
nachtrag: solltest du in erwägung ziehen, kuhmilch zu füttern, bitte informiere dich vorher noch umfassend :). ich finde, der zitierte beitrag aus dem forum bietet genug grundlage, um selbst noch etwas nachzuforschen, aber auf empfehlungen aus foren verlasse ich mich nie zu 100%, sondern nehme diese nur als anregung zum recherchieren.

Re: Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 13:10
von Altraia
Im gesamten ersten Lebensjahr ist Premilch die Alternative der Wahl. 1er Milch enthält zusätzliche Stärke, die Dein Baby nicht braucht.

Re: Warum PRE?

Verfasst: 26.08.2009, 20:24
von Mie
Ihr lieben (voll)Stillenden.

Als allererstes möchte ich euch Recht geben, dass zum Zufüttern die Premilch absolut ausreichend ist und die Beraterin mit der 1er Empfehlung übers Ziel hinaus geschossen ist. Ich kann mir sogar vorstellen, dass das die Stillbeziehung ruinieren könnte, wenn man die sättigendere 1er Milch gibt.

Aber ihr lebt leider auch mit ein paar Halbwahrheiten, die ich gerne aufklären würde:

Vor 3 Tagen erst hatte ich diese Diskussion mit einer Bekannten die nur den halbwissenden, firmengesponsorten Berichten glaubte, daraufhin habe ich mir die Zutatenseiten der 1er Milchen angeschaut. Nicht aller, aber der bekanntesten.
In den meisten 1er-Milchen ist KEIN anderer Zucker, außer dem natürlichen Milchzucker, der da rein gehört. Besagte Bekannte wollte gerade auf Aptamil 1 umsteigen weil ihr Sohn nicht mehr satt genug wurde von Pre*
Sie sagte, in "billigen" Milchen ist noch Kristallzucker und Fruchzucker, der in Aptamil nicht ist. Auf die Verpackung hat sie nicht geschaut. Ich aber. Fazit: die allermeisten Milchen haben KEINEN anderen Zucker außer Milchzucker drin. ABER ausgerechnet Aptamil 1 hat neben dem Milchzucker noch 2 andere Milchzuckerarten, eine davon ist Fructose, die andere kannte ich nicht. (ihr könnt euch ja selbst die Inhaltsstoffe anschauen, kann man auch online).
Viel bedenklicher finde ich, dass in allen 1er-Milchen die ich angesehen habe, Taurin drin ist. Das ist doch der Muntermacher aus RedBull, oder?

*Ich möchte keine Diskussion über Pre als Nonplusultra anfangen, nur meine persönliche Erfahrung wiedergeben.
Pre ist der MuMi am nächsten, weil es im Eiweis volladaptiert ist (da gibts übrigens auch 1er Milchen die das sind und nach Bedarf gegeben werden können). ABER MuMi passt sich dem steigenden Energiebedarf des wachsenden Babys an und das kann Pre nicht. Meine persönliche Erfarung ist dass Babys, die Pre als Alleinnahrung bekommen, irgendwann nicht mehr satt werden davon. Nicht alle, aber manche. Ich würde also 1er Milch nicht von vorneherein verteufeln.
Zum Zufüttern zum Stillen würde ich aber keine 1er Milch empfehlen, das ist völliger Quatsch.