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Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 09.08.2009, 12:17
von Minchen
eute war in unserer Tageszeitung ein interessanter Artikel mit historischen Berufen. Heute ging es um die Amme. Da kam bei uns die FRage auf, ob es soetwas überhaupt noch gibt, auch heutzutage?! Also ich meine damit keine Pflegemutter, die ein Kind stillt, sondern eine Frau, die ein Kind gegen Entlohnung stillt.

Oder hat sich hierzulande die Babynahrung so durchgesetzt, dass es den Bedarf nicht mehr gibt (meine Vermutung)?
Re: Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 09.08.2009, 12:40
von Zierbanane
Nein, ich glaube das gibt es nicht mehr in DL bzw Europa. Ich vermute das liegt vor allem an dem Risiko der eventuellen Krankheitsübertragung. Was es noch gibt ist "Frauenmilch" an den Unis.
Re: Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 09.08.2009, 14:31
von Sally
Zierbanane hat geschrieben:Nein, ich glaube das gibt es nicht mehr in DL bzw Europa. Ich vermute das liegt vor allem an dem Risiko der eventuellen Krankheitsübertragung. Was es noch gibt ist "Frauenmilch" an den Unis.
Und was ist das? Abgepumpte Milch?
Heutzutage eine Amme zu beschäftigen, wäre ja sehr aufwändig und auch teuer. Die müsste ja mit im Haushalt wohnen und rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Und die Sorge vor evtl. Krankheiten käme dann noch dazu.
Re: Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 09.08.2009, 21:23
von mayra
Wurden nicht damals die Kinder weggegeben zu den Ammen? Meine, sowas im Kopf zu haben...
Soweit ich das eben weiß, gibts in meiner Umgebung nicht mal eine Klinik, die gespendete Mumi annimmt...

(
Re: Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 10.08.2009, 09:24
von Zierbanane
Sally hat geschrieben:Zierbanane hat geschrieben:
Und was ist das? Abgepumpte Milch?
Das ist gespendete Milch von stillenden Frauen. Gibt es aber nur noch sehr selten.
Re: Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 10.08.2009, 09:25
von Zierbanane
Re: Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 10.08.2009, 10:01
von kruemel09
Zierbanane hat geschrieben:Sally hat geschrieben:Zierbanane hat geschrieben:Und was ist das? Abgepumpte Milch?
Das ist gespendete Milch von stillenden Frauen. Gibt es aber nur noch sehr selten.
Bei uns in Dresden gibts das an der Uniklinik. Wenn man zu viel Milch hat, kann man die dort abgeben (ich glaube die wird sogar von zu hause abgeholt).
die frauen müssen gesundheitsnachweise bringen und bekommen, glaub ich, sogar ein bisschen geld dafür.
die milch wird dann in der milchküche aufbereitet (eine bekannte von mir arbeitet dort) und zunächst den frühchen zur verfügung gestellt.
wenn genug milch da ist, kann man die auch privat kaufen, ist aber übelst teuer (ich meine mich an 50 € pro liter zu erinnern

bin mir aber nicht sicher)
ich selber könnte mir nicht vorstellen, ein fremdes baby mit zu stillen
Re: Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 10.08.2009, 10:33
von mayra
In der ELTERN stand mal was von 80.--/Liter...
Ein fremdes Baby könnte ich glaube ich schon stillen, und auch -nach einigem Schlucken- mein Baby stillen lassen von einer anderen Mutter. Als Linus streikte, haben wir das versucht, er wollte aber nicht. Ich hatte zu der Zeit recht wenig Milch im Vorrat und hätte im Fall der Fälle abgepumpte Mumi meiner Freundin dazugenommen.... Es ist heute nicht mehr üblich, das stimmt und daher muss man glaube ich erst mal gründlich nachdenken, aber mir wäre das in jedem Falle lieber gewesen, als ihm Ersatznahrung zu geben. Zumal es bei uns ja auch nur um einmalige Sache gegangen wäre.
Langfristig ist das heute ja nicht mehr machbar (direktes Stillen), da müsste man dann eher auf abgepumpte Milch umsteigen. Würd ich aber der Ersatznahrung auf alle Fälle vorziehen, wenn ich jemanden wüsste, die mir regelmäßig Milch spendet!!
Re: Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 10.08.2009, 10:46
von Aschenputtel
Interessantes Thema!!!
Ich finds schon auch sehr befremdlich, ein fremdes Kind zu stillen, aber das ist glaub ich unsere westliche Denkweise, die uns da im Weg steht.
Meine STillberaterin hat z.B. erzählt, dass in Afrika die Babys oft reihum gegeben werden zum STillen.
Als jetzt in China der Skandal mit der giftigen Säuglingsnahrung war, konnte man als Amme richtig gut Geld verdienen.
Und last but not least ein paar Beispiele aus der Tierwelt: ich hab neulich in einer Kuhherde auch gesehen, dass die Mutterkuh nicht immer nur ihr Kälbchen stillt, außerdem eine Hamstermama die die Hasenkinder der mit ihr im Käfig lebenden Häsin stillt, sowie eine Eselin, die ein Pony stillt, das seinen Mutter verloren hatte!
Re: Gibt es eigentlich noch Ammen?!
Verfasst: 10.08.2009, 12:14
von Zierbanane
Das Wolfsrudel ist fürs "Ammen-Stillen" das allerbeste Beispiel. Warum, denkt Ihr, wird eine Hündin wohl scheinträchtig?

Im Wolfsrudel war eine Scheinträchtigkeit erwünscht, um die Welpen der "A-Wölfin" notfalls auch stillen zu können.
Und auch bei uns Menschen war das früher durchaus üblich. Also noch zu Zeiten bevor es Ammen gab.
Ich kann mir gut vorstellen ein anderes Kind zu stillen (kostenlos). 50-80 Euro pro Liter leuchten mir aber auch ein. Wenn man mal bedenkt wie mühsam es sich manchmal pumpt und man hat gerade mal 50ml rausgepumpt.