Seite 1 von 2
Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 19:08
von Ginevere
Da ich ab Herbst wieder arbeiten werde, bin ich an Erfahrungsberichten zum Thema Stillen und Arbeiten interessiert.
Bei uns wird es so sein, dass ich von ca 7 bis 14 Uhr aus dem Haus sein werde. Mein Mann macht Elternzeit.
Wir würden es gerne so machen, dass ich morgens noch ganz normal stille und die Kleine dann mit Beikost und Wasser über den Vormittag kommt und ich dann Nachmittags, Abends und Nachts ganz normal weiter stille. Sie wird dann 7,5 Monate alt sein.
Geplant ist Vormittags ein Obstbrei zu geben und Mittags einen Gemüse-Fleisch-Brei. Oder wäre Vormittags ein Milchbrei besser?
Wenn ich doch mal Nachmittags Verpflichtungen habe würde ich abpumpen oder zur Not auch mal ein Fläschchen Pre geben (falls sie es nimmt, das haben wir natürlich noch nicht ausprobiert).
Wie war das bei euch?
Ich habe nämlich schon Horrorgeschichten gehört, dass vom Stress bei der Arbeit die Milch weg bleibt oder dass man bald keine Lust mehr hat, sich den Stress zu machen mit dem Abpumpen.
Würde das aber sehr sehr gerne durchziehen denn wenn ich schon so viel weg bin, möchte ich ihr nicht auch noch das Stillen nehmen.
Mir ist schon recht mulmig bei der Sache, könnte also etwas Zuspruch gebrauchen. Danke!
Re: Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 19:47
von Daria
Hmm, mir wär nicht ganz wohl dabei, den ganzen Vormittag "nur" Wasser zu geben als Flüssigkeitszufuhr. Also, klar Beikost kannst Du versuchen, wenn Du das möchtest und Dein Kind es auch annimmt. Aber das ist ja nicht gesagt wie geplant. Und Wasser muss halt auch nciht sein, dass es das Kind immer gern nimmt. MIR wär wohler dabei, wenn ich mindestens noch eine abgepumpte Mahlzeit geben könnte in Deiner Abwesenheitszeit.
Milchbrei kann man machen, aber vorher überlegen, ob das Kind allergie-disponiert ist, also ob Ihr als Eltern allergisch vorbelastet seid. Dann würde ich auf Milchprodukte im ersten Lebensjahr verzichten. Allerdings ist halt so ein Obst/Gemüsebrei auch nicht so sonderlich gehaltvoll. Ich denke, dass Dein Kind davon keine 7 Stunden ohne Muttermilch/Stillen satt bzw. zufrieden sein wird.
Re: Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 20:37
von Bara
Ich habe wieder angefangen zu arbeiten, als meine Tochter etwa 8 1/2 Monate alt war (vier Tage ca 9 Stunden, plus 3-7 Nachtdienste).
Mit dem Abpumpen war das bei mir nicht so leicht, eine relevante Menge zusammen zu bekommen. Das war aber völlig egal, die Motte hat die Milch ohnehin nur orginalverpackt haben wollen.
Sie hat bis sie eineinhalb war, konsequent keinerlei Gemüse gegessen (und schon gar nicht als Brei). Wasser aus dem Becher ging super, Fingerfood (Obst wie z.B. Birne Apfel, Avocado, Trauben) ging super und abends, nachts (anfangs teilweise alle Stunde, wurde aber schnell weniger) und morgens Stillen ohne Probleme. Und wir stillen immer noch (z. Zt. schwangerschaftsbedingt extrem wenig)

.
Nur Mut! Bei uns war das alles viel unkomplizierter als erwartet und die Papazeit war für beide toll!
Re: Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 20:46
von Ginevere
Danke Bara! Das macht Mut!
Daria:
Mh, aber man kann doch mit 6 Monaten langsam damit beginnen, einzelne Stillmahlzeiten durch Beikost zu ersetzen. Wir würden dann natürlich so beginnen, dass zuerst der Vormittag abgedeckt ist. Sie ist schon jetzt sehr interessiert an unserem Essen, daher hoffen wir, dass das mit dem Brei auch klappt. Mal sehen.
Ach ja: Allergiegefährdet ist sie zum Glück nicht.
Diese Möglichkeit wäre mir nämlich lieber, als auf Flaschennahrung umsteigen zu müssen. Denn ich bin zwar eine überzeugte Stillmama aber neben dem Job noch so viel Milch abzupumpen wird mir glaube ich auf Dauer zu stressig. Sie ist ja dann auch kein Mini-Baby mehr...
Re: Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 20:57
von Stockfisch
Ich bin wieder arbeiten gegangen, als mein mini genau 6 Monate alt war. Habe 2-3 Wochen vorher angefangen, mit einer Handpumpe einmal täglich zu pumpen, um einen Vorrat zu haben. Mein Kleiner ging dann von 8:30 bis 14 Uhr in die Krippe. Er hat zu Beginn morgens eine halbe Banane bekommen, zwischendurch abgepumpte Mumi und mittags dann einen Gemüsebrei. Um 14 Uhr wurde er dann natürlich wieder gestillt. Ich habe einmal an der Arbeit gepumpt, die Mumi wurde am nächsten Tag verfüttert. Unser Problem war zu Beginn, dass er die Mumi aus dem Becher bzw. der Flasche nicht so toll fand, das ging dann aber nach ein paar Tagen. Ich habe aber nur ca. 4 Wochen abgepumpt, dann hat der Kleine in der betroffenen Zeit so viel Bekost gegessen (morgens eine ganze zerdrückte Banane, mittags Gemüsebrei, zwischendurch Wasser) und die Mumi nicht mehr gewollt. Mittlerweile ist er ein Jahr und stillt nach wie vor gerne, trotz Krippe bzw. Arbeiten.
Ich kann Dir also nur Mut machen, die Kinder stellen sich meiner Erfahrung nach recht schnell darauf ein. Wenn Du noch Fragen hast, nur zu!
Re: Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 20:59
von Lösche Benutzer 2178
Liebe Ginevere,
hier kommt ein Mut-mach-Bericht:
Es geht, das Arbeiten und Abpumpen zu verbinden. Wichtig ist, dass du einen ruhigen Ort hast, an dem du pumpen kannst (optimal, wenn dieser auch möglichst nah heißes Wasser (zum Abspülen der Pumputensilien) und einen Kühlschrank (zum Aufbewahren der abgepumpten Milch) hat sowie du dort deine Pumpe aufbewahren kannst). Falls du abpumpen willst, sprich am Besten möglichst bald mit deinem AG, um die Möglichkeiten auszuloten.
Wenn du diesen "organsiatorischen Rahmen" gesichert hast, fällt schon mal ein ziemlicher Stresspunkt weg! Natürlich bleibt manchmal schwierig, sich für das Abpumpen im Arbeitsalltag "freizuschaufeln". Natürlich ist auch klar, dass dir diese Zeiten zustehen - nur trotzdem erledigt vermutlich niemand in dieser Zeit deine Arbeit. Da hilft dann nur: Augen zu, loslaufen und durch! Hilfreich ist auch, eine möglichst effektive (Doppel-)Pumpe zu haben. Ich hatte die "Symphony" von Medela, ist eine elektrische, die man allerdings nur auf Rezept ausleihen kann. War bei mir ein Jahr lang kein Problem.
Ansonsten: Milch aufbewahren geht gut in den Bechern von Avent, für den Transport der Milch gibts ne Tasche ebenfalls von Avent, ich meine, sie heißt "ThermaBag".
Worauf du dich vermutlich einstellen musst, ist, dass deine Tochter nachts mehr stillen wird.
Natürlich könnt ihr auch probieren, den Vormittag mit Beikost "hinzubekommen". Ich wollt dir nur Mut zusprechen, es auch mit Abpumpen zu probieren, wenn es sich eingespielt hat, läuft es wirklich problemlos (auch die Milch

).
Falls du irgendwelche Fragen hast, ruhig her damit.
Re: Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 21:25
von Daria
schilf hat geschrieben:
Natürlich könnt ihr auch probieren, den Vormittag mit Beikost "hinzubekommen". Ich wollt dir nur Mut zusprechen, es auch mit Abpumpen zu probieren, wenn es sich eingespielt hat, läuft es wirklich problemlos (auch die Milch

).
Das war bei mir auch so. Hier war es nämlich so, dass Theo wider jeder Hoffnung oder Erwartung im ganzen ersten LJ fast nix gegessen hat. Klar, probieren wollte er und kosten, aber Hunger und Durst stillen, nee...Und nach einem Jahr bin ich wieder arbeiten gegangen und hab es auch so gemacht - einen Tag pumpen, am nächsten von Papa verfüttern lassen. Ja, er hat da weniger getrunken als an der Brust, aber er wollte es haben und er bestand auch drauf, gerade zum Schlafen.
Im Lauf der Zeit hat er immer mehr gegessen und sich dann auch umgestellt - aber es braucht seine Zeit, die man dem Kind wirklich geben sollte - und das funktioniert halt auch nicht mal eben im VOrfeld habe ich erleben müssen. Sowas kann man nicht vorplanen.
Und man muss sich drauf einstellen, dass das Kind dann das fehlende Stillen in der Zeit kompensieren will, wenn Mama wieder da ist - und das kann sehr anstrengend sein, finde ich.
Ich würd auch auf jeden Fall probieren abzupumpen - und zwar mit einer elektrischen Pumpe, händisch fand ich zu anstrengend, dafür dass man es jeden Tag macht. Man kann sich dafür einfach beim KiA oder FrauenA ein Rezept holen und ausprobieren, ob es was für einen ist.
Re: Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 21:34
von Stockfisch
Hm, ich habe einmal täglich an der Arbeit mit der Handpumpe gepumpt. Ich fand es unkompliziert und bei mir war es auch effektiv. Ich denke, das ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Hatte allerdings auch nie eine elektrische Pumpe...
Re: Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 21:43
von Iris
Ich wüsste nicht, was dagegen spricht, es so zu versuchen, wie Du es Dir überlegt hast. Die milchfreien Vormittage sind m. E. kein Problem, wenn Du danach ganz normal nach Bedarf stillst.
Das Ganze hängt aber damit zusammen, wie viel Beikost Dein Kind akzeptiert. Das wiederum kannst Du aber vorher gar nicht wissen, weil es gut sein kann, dass es in Deiner Anwesenheit gar nicht möchte, in der Papa-Zeit dann aber anfängt zu essen wie ein Scheunendrescher.
Also: Es kann sein, dass Dein Kind evt. doch abgepumte/ausgedrückte Milch möchte bzw. braucht, insofern könnte ein kleiner Vorrat nicht schaden. Meistens höre ich aber von berufstätigen Müttern, dass im Endeffekt alles leichter wurde als gedacht. Bei uns war es auch so. Ich habe wieder angefangen, als meine Große 10 Monate alt war. Sie aß zu dem Zeitpunkt noch fast nix und ich fürchtete schon, sie würde verhungern.

Aber bei Omi und Opa haute sie rein, als hätte sie nie was anderes getan, während an den Tagen, an denen ich zu Hause war, Mumi die Hauptnahrungsquelle war.
Re: Stillen und Arbeiten
Verfasst: 03.08.2009, 21:52
von katpaje
mein erstes kind war ein halbes jahr alt, als ich wieder angefangen habe zu arbeiten. wir haben es gemacht, wie du es beschrieben hast - und es lief absolut rund.
mit nachmittagsterminen hatte ich das glück, dass ich dann eher gehen durfte, wenn es eng wurde mit den zu erwartenden stillzeiten
meine tochter war schon ein jahr, als ich wieder angefangen habe zu arbeiten - sie wurde da noch fast voll gestillt. ich habe nur 15 stunden gearbeitet - so wurde sie morgens gestillt, bekam vormittags ein bütterchen und wasser. und den rest des tages sowie in der nacht gabs wieder mama pur.
ich habe es nie, wirklich nie als belastung gefunden, nebem dem arbeiten noch ein stillkind zu haben. im gegenteil habe ich die nähe zu meinen kindern umso intensiver wahr genommen.
nur mut, das wird schon
