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wie funktioniert die Milchbildung?
Verfasst: 10.07.2009, 06:30
von Joanna
und zwar nachdem gestillt wurde? ich meine in den Stunden danach. Ich habe eine Bekante, die sich sorgen wegen "zu wenig Milch" macht und meint, dass die Brust nicht in 1,5 std (so oft trinkt ihr kleiner) genug Milch produzieren kann. Ich weiss, dass die Milch hauptsächlich während des Trinkens produziert wird, möchte ihr aber genauer erklären wie es in der Brust aussieht NACH dem Stillen, wie funktioniert die Milchbildung und wieso häufiges anlegen die Milchproduktion steigert. Ich habe hier im Forum genaue Erklärungen gelesen, die finde ich aber nicht wieder!

ich kann mich nicht mehr genau errinern wie es war und möchte nicht mit "ich glaube es war so" irgendetwas zu erklären. Bei Google finde ich nur beiträge darüber wie es während des trinkens funktioniert und nicht danach.....
also KLÄRT MICH AUF!

Re: wie funktioniert die Milchbildung?
Verfasst: 10.07.2009, 07:17
von AmysMom
Ich schließe mich mal an... Ich suche auch schon seit geraumer Zeit eine Beschreibung, wie der biologische Prozess der Milchbildung genau aussieht, konnte aber bisher nix finden.
Re: wie funktioniert die Milchbildung?
Verfasst: 10.07.2009, 10:55
von Piccadilly
Oh das fände ich auch interessant

Re: wie funktioniert die Milchbildung?
Verfasst: 10.07.2009, 22:11
von Iris
OK, ich hab wenig Zeit und v. a. kein genügend volles Hirn

, um in die Tiefe zu gehen. Aber zu der Frage deiner Freunding fällt mir dann doch das Wichtigste ein:
Für die Milchbildung ist ja v. a. das Hormon Prolaktin zuständig. Und das wird nun einmal am besten ausgeschüttet, wenn die Brustwarze stimuliert wird. D. h. je häufiger gestillt wird, umso mehr Prolaktin wird ausgeschüttet und entsprechend mehr Milch gebildet. Der Prolaktinspiegel steigt im Laufe einer Mahlzeit allmählich an, sodass es v. a. am Anfang auch wichtig ist, lange genug anzulegen.
Re: wie funktioniert die Milchbildung?
Verfasst: 11.07.2009, 00:18
von Iris
Nochmal ich.
Schau mal hier:
KLICK - Kapitel 7/S. 143 ff.
Die Sache mit dem Prolaktin ist auf S. 58 erklärt.
Re: wie funktioniert die Milchbildung?
Verfasst: 11.07.2009, 19:02
von Nuala
Iris hat geschrieben: sodass es v. a. am Anfang auch wichtig ist, lange genug anzulegen.
Was ist lange genug? Gerade anfangs war die Maus nie länger als nur 5 Minuten an der Brust - geklappt hats trotzdem.
Darf ich vielleicht noch anschließen mit der Frage: Wie ist es möglich, dass eine Frau "zu wenig" Milch hat? Davon hört man ja dauernd! Gibt es das tatsächlich so oft oder steckt da eigentlich etwas ganz anderes dahinter?
Re: wie funktioniert die Milchbildung?
Verfasst: 11.07.2009, 22:01
von Iris
Nuala hat geschrieben:Iris hat geschrieben: sodass es v. a. am Anfang auch wichtig ist, lange genug anzulegen.
Was ist lange genug? Gerade anfangs war die Maus nie länger als nur 5 Minuten an der Brust - geklappt hats trotzdem.
Lange genug heißt normalerweise: Solange bis das Baby von selbst abdockt. Du hast offensichtlich eine Druckbetankerin.

Viele Babys bleiben auch eine halbe Stunde an der Brust. Und auch das kann sich schlagartig ändern. Auf einmal signalisiert das Baby schon nach ein paar Minuten, dass es aufhören oder die Seite wechseln muss.
Darf ich vielleicht noch anschließen mit der Frage: Wie ist es möglich, dass eine Frau "zu wenig" Milch hat? Davon hört man ja dauernd! Gibt es das tatsächlich so oft oder steckt da eigentlich etwas ganz anderes dahinter?
Die häufigste Ursache von Milchmangel sind Fehler im Stillmanagement. Zu wenig Milch hat eine Frau dann, wenn sie zu selten stillt. Dann produziert die Brust nicht genügend Milch um das Kind zu sättigen und das Kind hat ja auch zu wenig Gelegenheit zu trinken. Daher sollte immer nach Bedarf gestillt werden, auch wenn das z. B. in Zeiten von Wachstumsschüben gelegentlich halbstündlich ist. Solche Phasen werden häufig auch fehlinterpretiert: "Nach 6 Wochen reichte meine Milch nicht mehr." Diese Einschätzung ist falsch. Das Kind hätte durch häufigeres Anlegen die Milchproduktion innerhalb kurzer Zeit angekurbelt und alles wäre paletti gewesen. Außerdem hätte sich das Baby den Stress des Schubs an der Brust wegnuckeln können. Leider ist gerade dieses Ammenmärchen so hartnäckig, dass immer wieder Frauen darauf hereinfallen.
Auch einige Krankheiten (z. B. Schilddrüsenunterfunktion - allerdings nur, wenn diese nicht korrekt behandelt wird), die Einnahme bestimmter Medikamente sowie Nikotin und Alkohol können die Milchbildung hemmen.
Schließlich gibt es auch Frauen, die zu wenig Brustdrüsengewebe haben und daher zu wenig Milch bilden. Aber das ist sehr selten.
Wenn der initiale Milcheinschuss nach der Geburt ausbleibt, sollte überprüft werden, ob noch Plazentareste in der Gebärmutter sind.
Re: wie funktioniert die Milchbildung?
Verfasst: 12.07.2009, 21:18
von Joanna
Vielen dank für die Antworten!