Ich platze vor Glück - Einschlafritual
Verfasst: 11.06.2009, 23:04
Hallo zusammen
Bis vor kurzem gab's bei uns noch kein richtiges "Zu-Bett-geh-Ritual" - der Kleine schlief iiirgendwann nach stundenlangem Geschrei ein und wir waren fix und fertig - so schlief er da, wo er einschlummerte und blieb da liegen
Langsam kommt Regelmäßigkeit rein (ohne dass diese von uns vorgegeben ist weil wir uns total nach ihm richten). Er schläft so gegen 22 Uhr ein, kommt zwischen 1-2 Uhr nochmal und schläft bis ca. 6 Uhr weiter - und er schläft im Familienbett.
Seit ein paar Tagen haben wir auch ein Ritual für uns gefunden. Wir bringen ihn gemeinsam in's Bett. Er wird zuerst im Wohnzimmer bespielt (ist ja top fit), Mama richtet das Bett hin, sucht ein Buch aus (später darf er das machen) und holt "die Männer". Mein Mann trägt den Zwerg in's Bett - er liegt zwischen uns.
Das Zimmer ist dunkel, eine kleine Nachttischleuchte in der Ecke spendet Schummerlicht und wir sprechen über den Tag. Was ist passiert? Was war schön? Wofür sind wir dankbar? Was wünschen wir uns für morgen? Noah hat Körperkontakt zu uns beiden. Hat sich so "eingespielt" als er noch im Inkubator lag. Da hat jedes Elternteil einen "Erkennungsgriff". Wenn er also spürte, da ist jemand am Fuß, war das immer der Papa - ich dagegen habe ihm meine Hand an den Kopf gelegt und die andere auf den Bauch - diese Berührungen beruhigen ihn auch heute noch. Dann wird eine Geschichte vorgelesen und er wird laaaangsam müde.
Ein Elternteil (wechselt sich ab, je nachdem wer müder ist) bleibt noch bei ihm liegen und schlummert noch 20min mit, bis er tief eingeschlafen ist (wenn ich mit ihm einschlafe werde ich nimmer wach
)
Heute blieb mein Mann bei Noah im Bett. Ich bin aufgestanden, hab Noah einen Gute-Nacht-Kuss gegeben, ihm gesagt wie dankbar ich bin, dass es ihn gibt und dass es ihm gut geht und wie sehr ich ihn liebe. Dann gehe ich raus, dreh mich noch einmal um...sehe meine beiden Männer eingekuschelt im Schummerlicht, schließe die Tür und fang an zu weinen vor Glück...
Irgendwie geht mir das gerade sehr nah. Ich bin einfach nur unsagbar glücklich. Ein ganz warmes, schönes Gefühl ist das. Wir sind angekommen, wir sind eine Familie und unser Kind wird geliebt und erlebt soviel Halt.
Ich weiß garnicht, was ich mit diesem Thread bezwecken möchte, aber ich musste es von der Seele schreiben. Das ist genau das, wofür wir Jahrelang gekämpft haben, das ist das, wovon wir Noah auf der Intensivstation erzählt haben... ("Das erwartet dich wenn du nach Hause kommst, dafür lohnt es sich zu kämpfen")
Gute Nacht
asu, die gerade die ganze Welt umarmen könnte
Bis vor kurzem gab's bei uns noch kein richtiges "Zu-Bett-geh-Ritual" - der Kleine schlief iiirgendwann nach stundenlangem Geschrei ein und wir waren fix und fertig - so schlief er da, wo er einschlummerte und blieb da liegen
Seit ein paar Tagen haben wir auch ein Ritual für uns gefunden. Wir bringen ihn gemeinsam in's Bett. Er wird zuerst im Wohnzimmer bespielt (ist ja top fit), Mama richtet das Bett hin, sucht ein Buch aus (später darf er das machen) und holt "die Männer". Mein Mann trägt den Zwerg in's Bett - er liegt zwischen uns.
Das Zimmer ist dunkel, eine kleine Nachttischleuchte in der Ecke spendet Schummerlicht und wir sprechen über den Tag. Was ist passiert? Was war schön? Wofür sind wir dankbar? Was wünschen wir uns für morgen? Noah hat Körperkontakt zu uns beiden. Hat sich so "eingespielt" als er noch im Inkubator lag. Da hat jedes Elternteil einen "Erkennungsgriff". Wenn er also spürte, da ist jemand am Fuß, war das immer der Papa - ich dagegen habe ihm meine Hand an den Kopf gelegt und die andere auf den Bauch - diese Berührungen beruhigen ihn auch heute noch. Dann wird eine Geschichte vorgelesen und er wird laaaangsam müde.
Ein Elternteil (wechselt sich ab, je nachdem wer müder ist) bleibt noch bei ihm liegen und schlummert noch 20min mit, bis er tief eingeschlafen ist (wenn ich mit ihm einschlafe werde ich nimmer wach
Heute blieb mein Mann bei Noah im Bett. Ich bin aufgestanden, hab Noah einen Gute-Nacht-Kuss gegeben, ihm gesagt wie dankbar ich bin, dass es ihn gibt und dass es ihm gut geht und wie sehr ich ihn liebe. Dann gehe ich raus, dreh mich noch einmal um...sehe meine beiden Männer eingekuschelt im Schummerlicht, schließe die Tür und fang an zu weinen vor Glück...
Irgendwie geht mir das gerade sehr nah. Ich bin einfach nur unsagbar glücklich. Ein ganz warmes, schönes Gefühl ist das. Wir sind angekommen, wir sind eine Familie und unser Kind wird geliebt und erlebt soviel Halt.
Ich weiß garnicht, was ich mit diesem Thread bezwecken möchte, aber ich musste es von der Seele schreiben. Das ist genau das, wofür wir Jahrelang gekämpft haben, das ist das, wovon wir Noah auf der Intensivstation erzählt haben... ("Das erwartet dich wenn du nach Hause kommst, dafür lohnt es sich zu kämpfen")
Gute Nacht
asu, die gerade die ganze Welt umarmen könnte