Seite 1 von 1

Er springt mir fast in den Teller: Beikoststart express?

Verfasst: 04.06.2009, 14:54
von mamama
Ich wusste gar nicht, dass es Kinder mit dermassen ausgeprägtem Essbedürfnis gibt: Mein Sohn zeigt, seit er gut 5 Monate alt ist, deutliche Zeichen der Beikostreife. Mit 5 1/2 Monaten habe ich dem nachgegeben, als er meine Gabel mit Essen packte und sie sich in den Mund schieben wollte. Zuerst gab es mit der Gabel zerdrückte Banane abends.

Nun ist er aber immer noch nicht zufrieden, er "kaut" bei jeder Mahlzeit mit und springt mir fast in den Teller. Er greift auch nach wie vor nach dem Essen bzw. nach meinem Arm, wenn ich esse. Nach zwei Wochen habe ich ihm auch Mittags etwas gegeben (Karotte mit Öl), damit er sein Essbedürfnis stillen kann. Anschliessend wird nach wie vor gestillt.

Das ist ja schon mehr und schneller als man nach "Lehrbuch" eigentlich sollte. Ich merke jetzt, dass seine Verdauung darauf reagiert (weniger Stuhlgang) und muss ihn buchstäblich bremsen. Er würde wohl mehr essen als ihm guttut :shock: Kommt noch dazu, dass er allergiegefährdet ist und nicht zu viel zu schnell bekommen sollte... Ich finde eigentlich, man soll sich auch bei der Beikosteinführung von seinem Kind leiten lassen - aber das ist mir nun doch bald nicht mehr geheuer.

Auch beim Stillen ist er alles andere als zögerlich. Mehr so der Typ: "Andocken und los geht's" und das ab der ersten Minute. Er hat auch im Expresstempo zugenommen und gewachsen und liegt im oberen Perzentilen-Bereich. Ausserdem ist er ein ausgeprägtes Bewegungskind. Wach ist er dauernd aktiv, Tragen im TT ist eher schwierig, weil er sich da im Eiltempo rauswurstelt (was ist ein Känguru? :wink: ) und nicht so rumturnen kann, wie er möchte... Ich habe immer das Gefühl er braucht endlos viel Energie und er stillt auch viel.

Wer hat auch so ein Kind zuhause? Wie habt Ihr das gemacht? Gibt es etwas, womit er sein Essbedürfnis stillen kann, das ihm nicht "schadet"?

Die "Grosse" war das pure Gegenteil. Sie hatt einen sehr zögerlichen Beikoststart und erst mit etwa 10 Monaten so richtig angefangen zu essen. Für mich ist das ganze also völlig unbekannt. Jedes Kind ist anders :wink:

LG Anita

Re: Er springt mir fast in den Teller: Beikoststart express?

Verfasst: 04.06.2009, 20:06
von Mondenkind
So wie Du es beschreibst, würde ich dem schon nachgeben. Nun ist Karotte und Banane ja beides stopfend, da würde auch mein Vielfraß reagieren. Wie wäre es mit Birnenspalten, gedünsteten Apfelspalten, Kartoffel oder Gurke? Wenn er das mag, kann er das ja ne Weile bekommen, es muß ja nicht so schnell was Neues dazu kommen. Ich würde nur eins der beiden stopfenden Lebensmittel durch was Anderes ersetzen.

Re: Er springt mir fast in den Teller: Beikoststart express?

Verfasst: 26.06.2009, 23:34
von ananina
Hallo Anita,
ich habe auch so ein Kind im gleichen Alter zuhause, aber noch keine Antwort für mich gefunden, wie ich damit umgehen werde. Deshalb lese ich seit einiger Zeit immer wieder in der Rubrik Beikost, um mir Tipps & Anregungen zu holen. Anika ist jetzt 5 Monate und wenn ich sie während des Essens auf dem Schoß halte, schnappt sie jedesmal nach meiner Gabel und versucht sie sich in den Mund zu schieben. Oder auch wenn ich Fingerfood esse, macht sie jedesmal den Mund weit auf und dazu dann Schmatzgeräusche. Dachte erst sie will sicher nur spielen, aber die Sachen, mit denen sie spielt, schaut sie erstmal prüfend an und betatscht sie, bevor sie sie in den Mund steckt - das Essen schiebt sie gleich Richtung Mund. Soooo süss....aber bisher habe ich dem nicht nachgegeben, weil ich eigentlich schon noch ein Weilchen voll Stillen möchte/wollte und einfach so wie Du unsicher bin, wie ich damit umgehen soll.
In Deiner Beschreibung hab ich mich total wiedergefunden. Meine Kleine ist auch ein sehr aktives Kind, sobald sie wach ist, ist das ganze Kind immer in Bewegung, Ruhe kennt sie nur im Schlaf. Sie macht alles irgendwie im Eiltempo. Es gibt ja soooooooviel zu entdecken... Seit dieser Woche ist der 1. Zahn durchgebrochen, sie robbt (noch langsam, aber sie kommt voran) durch´s Wohnzimmer und an manchen Tagen hat sie soviel Energie, dass ich gar nicht mehr weiss, was ich noch mit ihr spielen könnte :roll:
Bin gespannt, was Du noch für Antworten bekommen wirst. Und bin froh, auf diesen Beitrag gestossen zu sein, denn die Kinder in meinem Bekanntenkreis sind eher "gemütliche" Babies...
LG, Marina

Re: Er springt mir fast in den Teller: Beikoststart express?

Verfasst: 26.06.2009, 23:54
von Altraia
Ich lese es jetzt erst...

Ja, mein zweites Kind war genauso. Mit nicht einmal 5 Monaten zeigte sie ganz deutliche Anzeichen von Beikostreife, wo ich nie mit gerechnet hätte, da mein Sohn quasi das gesamte erste Lebensjahr über nicht essen wollte und auch jetzt noch ein spärlicher Esser ist.

Aber Töchterlein hätte schon deutlich unter einem halben Jahr alles mögliche in größeren Mengen verputzt, wenn ich sie gelassen hätte. Wir haben dann trotzdem ganz langsam angefangen, mit gedünstetem Obst und Gemüse, dann auch frischem Obst und Gemüse als Fingerfood, irgendwann mit deutlich über einem halben Jahr auch mit Brot. Mit ca. 8 Monaten aß sie schon viele Sachen am Familientisch mit und mit 10 Monaten aß sie quasi alles und das selbständig. Sie liebt Essen immer noch total, aber stillen tut sie auch noch sehr gerne! Ach so - Mengenmäßig habe ich das Essen in den ersten Monaten stark begrenzt, weil ich nicht wollte, dass sie sich vorzeitig abstillt. Diese Sorge war vielleicht unbegründet, aber wer weiß...

Re: Er springt mir fast in den Teller: Beikoststart express?

Verfasst: 27.06.2009, 00:43
von Pupu
Und ich dachte schon, ich spinne...
Elina ist noch nicht ganz 5 Monate alt, aber auch sie würde mir am liebsten das Essen klauen. Buchstäblich.
Heute hab ich ein Eis essen wollen... kaum führte ich es zu meinem Mund, kreischte sie los. Als ich es ihr spasseshalber vor die Nase hielt, grabschte sie es sich und wollte es sofort in den Mund stecken :shock:
Ich habe sie natürlich nicht gelassen - Vanilleeis ist nun nicht gerade der ideale Beikoststart :lol: Aber so ging das Spiel weiter... Immer, wenn ich essen wollte, wurde sie richtig grantig. Kam das Eis in ihre Nähe, versuchte sie sofort, es zu greifen und zu essen. Ich glaub, so schnell hab ich noch nie ein Eis verdrückt, denn sie wurde richtig wütend, weil sie nix abbekam.

Normalerweise lasse ich sie beim Essen immer etwas untersuchen. Ein Stück Brot, ein Stück Gurke, irgendwas "Fingerfoodartiges"... angelehnt an das BLW-Konzept, mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sie ja ohnehin nichts davon in den Magen bekommt, aber so die Dinge ganz natürlich kennenlernt.
Ich selbst esse gern Obstgläschen ab dem 4. Monat - auch da schaut sie immer und will auch was abhaben, am liebsten von meinem Löffel - sie versucht meine Hand zu greifen und samt Löffel zum Mund zu führen, oder will gleich den Löffel klauen (was ich wegen Kariesgefahr nicht zulasse, sondern ihr dann lieber einen eigenen Löffel anbiete).

Auch Elina ist eine ganz aktive Maus, sie kann schon fast krabbeln und sitzt auch schon überraschend fest und gerade (wenn auch noch nicht selbstständig), wie die Ärztin bei der U bemerkte. Sie ist ständig in Bewegung.

Ich selbst weiss nun garnicht recht, was ich davon halten soll. Einerseits fühlt es sich für mich richtig an, ihr weiterhin Essen in die Hand zu geben (solange es nicht gerade Eis ist... *g*) - wie gesagt, im Magen landet ja doch nichts (da isst sie über den Tag verteilt wohl mehr Dreck und Staub als sie Nahrung aus der Gurke saugen kann), und so fängt sie eben genau dann an zu essen, wenn sie dazu bereit ist. Andererseits verunsichert mich z.B. eine Freundin, die mir in sarkastischem Ton sagt, dass Elina ja "ach so beikostreif" wäre, wenn sie mir am liebsten auf den Teller springen würde, und eben generell die Sache mit den mindestens 6 Monaten vollstillen und der langsamen Heranführung wegen Allergiegefährdung und und und...

Ich will auf jeden Fall weiter stillen, so viel wie möglich. Aber ich will meinem Kind auch ermöglichen, sich am Essen zu versuchen, wenn es dazu bereit ist. Am liebsten würde ich einfach nach meinem Gefühl handeln - aber ich bin mir unsicher, ob mein Gefühl wirklich die Mutter-Kind-Bindung ist, die instinktiv merkt, was das Kind möchte und braucht, oder doch nur meine eigene Ungeduld und Neugier auf das Essens-Kapitel? Oder gar meine Unwissenheit, die Zeichen richtig zu deuten?
Seufz...

Re: Er springt mir fast in den Teller: Beikoststart express?

Verfasst: 27.06.2009, 13:59
von Beccy
Marie ist auch so ein Frühstarter. Sie hat seit dem 4. Monat einen Zahn und arbeitet grade am zweiten. Auch Sitzen kann sie schon ganz alleine. Seit ca. einem Monat mag sie es nicht mehr auf ihrer Decke zu liegen während wir essen. Also haben wir ihr einen Hochstuhl besorgt und Löffel und Teller gegeben damit sie dabei sein kann. Derzeit ist sie noch ganz zufrieden damit mit am Tisch zu sitzen und auf dem Löffel zu kauen. Aber sie zeigt schon, dass sie auch gerne mal testen würde was wir da machen. Ich habe für mich/uns beschlossen. dass ich mit der Beikost noch bis zum 6. Monat warte (sind ja nur noch 2 Wochen), falls sie nicht vorher total unleidlich wird... Ansonsten besorge ich halt mal ne Biogurke und dann gibt es ein bisschen Fingerfood. Normalerweise schlucken die ja in den ersten Wochen Fingerfood noch nichts runter, habe ich zumindest gelesen... ...und die Beikost wollte ich ja sowieso mit BLW machen...

Liebe Grüße,

Re: Er springt mir fast in den Teller: Beikoststart express?

Verfasst: 28.06.2009, 21:37
von lexi
Hihi, das beobachte ich bei meiner Süßen auch... Sie ist erst 4 Monate alt und ich habe irgendwie das Gefühl, die zweiten Kinder habens eiliger - warum auch immer. Ich will aber noch bis mind. August warten und dann gehts los mit Banane, Kartoffel etc. Ich freue mich auch schon drauf wenn sie sitzen kann und dann beim Essen mit uns am Tisch sitzt. Ich glaube das wird ihr auch besser gefallen als nur vom Schoß aus zuzuschauen.
Allerdings hält sie von Bewegung noch nicht soviel, sie brabbelt eher vor sich hin und beobachtet alles genau :)