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Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 11.05.2009, 22:38
von Sajuri
Hallo,

Ich kriegs einfach nicht aus meinem Kopf dass ich doofe kuh nicht gestillt hab, jeden tag rasen mir die gedanken durch den kopf was ich mir und meiner kleinen versagt hab.

Gibt es jetzt mit 8 monaten überhaupt noch eine chance wenigstens teilzustillen? Oder lauf ich da einem irrsinnigen Traum hinterher?

Was müßte ich alles machen?

Würde sie die Brust überhaupt noch annehmen?

Re: Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 11.05.2009, 22:50
von isyisy
Puh, das würde hart werden! Aber der anderen (bislang eingeschlagene) Weg ist ja auch nicht ohne, nur anders :wink:
Fachlich habe ich keinen Überblick, da werden dir andere weiterhelfen. Gehen kann es. Für was du dich auch entscheidest: Ich wünsche dir, dass es das Richtige für dich/euch ist!!

Re: Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 11.05.2009, 22:51
von jusl
Hallo,
Du sprichst ja von Relaktation - dies ist ein steiniger Weg, den aber manche Mutter gegangen ist.

Notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Relaktation ist m.E. (und die realistische Definition von "Erfolg" im Vorfeld ist ein gaaaanz wichtiger Prozess!):

* ein hohes Saugbedürfnis des Kindes (i.A. gilt: je jünger desto besser. In den ersten 4-6 Wochen gelingt Relaktation in der Mehrzahl der Fälle, sogar mit guten Chancen aufs Vollstillen. Bis 3-4 Monate sind die Chancen immer noch recht gut, im 2. LHJ sinkt die Wahrscheinlichkeit - aus verschiedenen Gründen - aber deutlich.)
* eine geeignete psychische Verfassung der Mutter
* die Bereitschaft und Fähigkeit, die Gründe für den Relaktationswunsch zu analysieren und einzuordnen (warum mache ich das? was wünsche ich mir? was soll sich ändern?...)
* die Bereitschaft und die Fähigkeit, die Bedürfnisse des Kindes ohne Einschränkung in der Vordergrund zu stellen.
* das passende Umfeld. "Gegen die eigene Familie" zu relaktieren gelingt höchstwahrscheinlich nicht.
* Zeit und Geduld. Möglichst wenig andere Verpflichtungen (Geschwister, Familie, Erwerbstätigkeit, Termine).

Ich mag Dich ermutigen, Dir diese Stichpunkte genau vorzunehmen; vielleicht magst Du (einfach für Dich) was dazu aufschreiben, mit anderen (Papa?) darüber sprechen - und Dir eine fachkundige Stillberaterin suchen, die Dich dabei begleitet, FALLS Du Dich für diesen Weg entscheidest.

LG;
Julia

Re: Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 11.05.2009, 23:10
von Sajuri
jusl hat geschrieben:Hallo,
Du sprichst ja von Relaktation - dies ist ein steiniger Weg, den aber manche Mutter gegangen ist.

Notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Relaktation ist m.E. (und die realistische Definition von "Erfolg" im Vorfeld ist ein gaaaanz wichtiger Prozess!):

* ein hohes Saugbedürfnis des Kindes (i.A. gilt: je jünger desto besser. In den ersten 4-6 Wochen gelingt Relaktation in der Mehrzahl der Fälle, sogar mit guten Chancen aufs Vollstillen. Bis 3-4 Monate sind die Chancen immer noch recht gut, im 2. LHJ sinkt die Wahrscheinlichkeit - aus verschiedenen Gründen - aber deutlich.)
* eine geeignete psychische Verfassung der Mutter
* die Bereitschaft und Fähigkeit, die Gründe für den Relaktationswunsch zu analysieren und einzuordnen (warum mache ich das? was wünsche ich mir? was soll sich ändern?...)
* die Bereitschaft und die Fähigkeit, die Bedürfnisse des Kindes ohne Einschränkung in der Vordergrund zu stellen.
* das passende Umfeld. "Gegen die eigene Familie" zu relaktieren gelingt höchstwahrscheinlich nicht.
* Zeit und Geduld. Möglichst wenig andere Verpflichtungen (Geschwister, Familie, Erwerbstätigkeit, Termine).

Ich mag Dich ermutigen, Dir diese Stichpunkte genau vorzunehmen; vielleicht magst Du (einfach für Dich) was dazu aufschreiben, mit anderen (Papa?) darüber sprechen - und Dir eine fachkundige Stillberaterin suchen, die Dich dabei begleitet, FALLS Du Dich für diesen Weg entscheidest.

LG;
Julia
Ein hohes Saugbedürfnis hat sie, den ganzen tag saugt sie am schnuller rum.

Zu den anderen Punkten:

Ja was ist eine gute psychische verfassung?

Warum ich das machen will, weil ich mir auch dieses Gefühl genommen habe wie es ist sein kind ernähren zu können und ihm allein durch das stillen schon alles an gefühl geben kann was man mit flasche schwerer hinbekommt. Dieser Trost für das kind wenn es etwas nicht richtig verarbeiten kann ganz nah bei mama dieser innige körperkontakt und dazu noch die süße milch.
Ich einfach eine richtig tiefe bindung zu ihr aufbauen will und ich das gefühl habe auch wenn ich ihr sonst alles gebe wie das tragen, das Familienbett und immer für sie da zu sein, nicht alles gebe.
Ich will es für mich und für sie. Weiß nicht wie ichs ausdrücken soll.

Ich stelle ihre Bedürfnisse jetzt schon in den Vordergrund ohne Einschränkung. Hätte mir vor der geburt irgendwer gesagt sie wird in meinem Bett schlafen hätt ich ihn ausgelacht. Aber sie braucht es und jetzt möcht ichs nicht mehr missen.


Tja mit meinem Mann müßte ich ernsthaft reden, ihn das gefühlsmäßig zu erklären wird schwer, er kann es ja nicht verstehen. Für ihn sind Fakten wichtig. Wenn es gut für sie wäre und sie nicht abnehmen würde sondern weiterhin gut gedeihen würde hätte er nichts dagegen. Der Rest der Familie wär mir herzlich egal.

Geduld hab ich weniger, aber eher in den unwichtigen sachen des lebens. Da hätte ich geduld denk ich mal. Was Termine und Stress angeht, tja mit den anderen zweien gibts viele diverse Probleme die gerade mit psychologen angegangen werden und termine hab ich da genug :roll:

Re: Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 11.05.2009, 23:20
von jusl
Huch, ich hatte gar nicht erwartet, dass Du das alles sofort HIER postest - und dann noch so schnell! :lol:

Bei den Stichpunkten, die ich aufgezählt hatte, geht es weniger um "richtige Antwort - falsche Antwort", sondern vielmehr darum, dass Du SELBST Klarheit darüber hast.
Wenn eine Frau an mich persönlich als Stillberaterin mit dem Wunsch nach Relaktation herantritt und sie dann auch möchte, dass ich sie dabei begleite, dann lege ich (kann durchaus sein, dass das andere Stillberaterinnen vielleicht auch anders machen) auf die Erarbeitung dieser Antworten sehr viel Wert (weil ich davon überzeugt bin, dass dies sowohl für die Mutter-Kind-Beziehung als auch für den erfolgreichen Verlauf der Relaktation selbst sehr wichtig ist).

Insofern: lass diese Denkanstöße ruhig ein bisschen "einwirken", sprich mit Deiner Familie (oder den Leuten, die Dir wichtig sind) darüber, beschaff Dir Infos im www zu Thema, z.B. Erfahrungberichte von Müttern, die relaktiert haben.

LG;
Julia

Re: Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 11.05.2009, 23:31
von Sajuri
jusl hat geschrieben:Huch, ich hatte gar nicht erwartet, dass Du das alles sofort HIER postest - und dann noch so schnell! :lol:

Bei den Stichpunkten, die ich aufgezählt hatte, geht es weniger um "richtige Antwort - falsche Antwort", sondern vielmehr darum, dass Du SELBST Klarheit darüber hast.
Wenn eine Frau an mich persönlich als Stillberaterin mit dem Wunsch nach Relaktation herantritt und sie dann auch möchte, dass ich sie dabei begleite, dann lege ich (kann durchaus sein, dass das andere Stillberaterinnen vielleicht auch anders machen) auf die Erarbeitung dieser Antworten sehr viel Wert (weil ich davon überzeugt bin, dass dies sowohl für die Mutter-Kind-Beziehung als auch für den erfolgreichen Verlauf der Relaktation selbst sehr wichtig ist).

Insofern: lass diese Denkanstöße ruhig ein bisschen "einwirken", sprich mit Deiner Familie (oder den Leuten, die Dir wichtig sind) darüber, beschaff Dir Infos im www zu Thema, z.B. Erfahrungberichte von Müttern, die relaktiert haben.

LG;
Julia
Naja ich hab mir ja schon lange gedanken gemacht und deshalb gings so schnell :wink:

Erfahrungsberichte hab ich schon massenhaft gelesen, aber bei den meisten gings um die zeit so ein paar wochen nach der Geburt, das ist ja hier anders. Was muß ich machen, wie fang ich an? An wen wende ich mich zur unterstützung? Selbst wenn es nicht klappt, hab ichs wenigstens versucht, ich hab versucht meiner tochter alles zu geben, das was ich getan habe rückgängig zu machen.
Das ist das wichtigste für mich, dass ichs versuche. Es wäre wunderschön und toll wenns klappen würde, aber wenn nicht, kann ich wenigstens sagen ich habs versucht.

Ich möchte nicht irgendwann wenns gar keine chance mehr gibt da stehen und mir denken, vielleicht hätte es geklappt. Diese unwissenheit würde mich mehr fertig machen als wenn es nicht klappt. Denn dann stellt sich mir die Frage wenigstens nicht mehr.

Re: Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 11.05.2009, 23:44
von jusl
Na, dann hast Du ja schon eine gewisse Vorstellung, was Dich erwartet. :D

Allgemein: bei einer Wiederaufnahme des Stillens nach laaanger Stillpause (hast Du in den Tagen nach der Geburt gestillt?) geht es um zwei - erstmal getrennte - Dinge:
1. Aufbau der eigenen Milchproduktion
2. Umgewöhnung des Babys von Flasche zur Brust.

Welche dieser Aufgaben, 1. oder 2., die größere für Euch ist, lässt sich kaum vorhersagen. Die Unterstützung einer erfahrenen Stillberaterin (am besten vorort!) ist sicherlich sehr sehr sinnvoll; sie kann Dich detailliert über geeignete Methoden informieren, gemeinsam mit Dir herausfinden, was für Euch am besten passt und Dich durch schwierige Phasen hindurch begleiten.
Frag sie am besten gleich zu Beginn, ob sie Erfahrung mit Relaktation hat, ob sie alle Publikationen von Martha Guoth-Gumberger zum Thema kennt (oder Lust und Zeit hat, sich einzulesen).

LG;
Julia

Re: Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 12.05.2009, 16:21
von Sajuri
Ich hab mich jetz mal noch zusätzlich an LLL gewandt. Sie rät mir es ohne zwang immer wieder zu versuchen. Sie nachts im Halbschlaf anzulegen, immer wieder nackter hautkontakt und auch tagsüber zum kuscheln ins bett und sie auch da immer mal wieder kurz andocken lassen.

Ich frag mich bloß wie das geht wenn ich doch keine milch mehr hab. Oder kommt die automatisch wieder durchs ständige anlegen und nuckeln?

Was kann ich nehmen zur Milchanregung? Damit zumindest wieder milch gebildet wird?

Re: Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 12.05.2009, 20:40
von jusl
Bei manchen Baby klappt das so, wie Deine Stillberaterin beschrieben hat: einfach anlegen, und übers Saugen kurbeln die Babys die Milchbildung wieder an. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass viele Babys, die schon einige Monate alt sind, ÜBERHAUPT NICHT an die Brust gehen, ob mit Milch oder ohne ist völlig wurscht ;-) - hier ist also intensivere Stillberatung nötig.
Außerdem: selbst WENN Dein Baby spontan an die Brust ginge (was zwar nicht ausgeschlossen, aber wirklich ungewöhnlich wäre!) - DIESER Saugreiz würde sicherlich nicht ausreichen um die Milchbildung soweit anzuregen, dass Dein Baby seinen Milchbedarf weitenteils oder gar ausschließlich an der Brust decken kann. Dafür ist zusätzlicher Saugreiz notwendig; und evtl. medikamentöse Unterstützung (Infos dazu gerne per PN).

Grundsätzlich ist es tatsächlich so: durchs Saugen wird die Brust "automatisch" zur Milchbildung stimuliert. Wirklich "automatisch" klappt das allerdings nur in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt (bei entsprechender Hormonlage, v.a. mit physiologisch erhöhtem Basisprolaktinspiegel). Siehe auch meine erste Antwort weiter oben.
Je mehr Zeit seit der Geburt vergeht, und je kürzer nach der Geburt gestillt wurde, desto schwieriger die Relaktation.

Wie ich schon schrieb - Deine Baustellen wären:
1. Aufbau der Milchproduktion
2. Gewöhnen des Babys ans Saugen an der Brust
3. Finden einer mit Relaktation ERFAHRENEN Stillberaterin ;-)

Bis Du evtl. jemanden vorort findest, biete ich Dir gerne an, Dich bei den Punkten 1. und 2. zu begleiten (dann am besten per PN).
Wenn Du das möchtest, könnten wir dann auch noch mal gemeinsam etwas intensiver schauen, wie Relaktation in Eurer Situation realistischerweise aussehen könnte und ob dies für Dich ein geeigneter Weg sein kann.

LG;
Julia

Re: Ich wills so gern, gibts da noch eine chance?

Verfasst: 12.05.2009, 22:11
von Sajuri
jusl hat geschrieben:Bei manchen Baby klappt das so, wie Deine Stillberaterin beschrieben hat: einfach anlegen, und übers Saugen kurbeln die Babys die Milchbildung wieder an. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass viele Babys, die schon einige Monate alt sind, ÜBERHAUPT NICHT an die Brust gehen, ob mit Milch oder ohne ist völlig wurscht ;-) - hier ist also intensivere Stillberatung nötig.
Außerdem: selbst WENN Dein Baby spontan an die Brust ginge (was zwar nicht ausgeschlossen, aber wirklich ungewöhnlich wäre!) - DIESER Saugreiz würde sicherlich nicht ausreichen um die Milchbildung soweit anzuregen, dass Dein Baby seinen Milchbedarf weitenteils oder gar ausschließlich an der Brust decken kann. Dafür ist zusätzlicher Saugreiz notwendig; und evtl. medikamentöse Unterstützung (Infos dazu gerne per PN).

Grundsätzlich ist es tatsächlich so: durchs Saugen wird die Brust "automatisch" zur Milchbildung stimuliert. Wirklich "automatisch" klappt das allerdings nur in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt (bei entsprechender Hormonlage, v.a. mit physiologisch erhöhtem Basisprolaktinspiegel). Siehe auch meine erste Antwort weiter oben.
Je mehr Zeit seit der Geburt vergeht, und je kürzer nach der Geburt gestillt wurde, desto schwieriger die Relaktation.

Wie ich schon schrieb - Deine Baustellen wären:
1. Aufbau der Milchproduktion
2. Gewöhnen des Babys ans Saugen an der Brust
3. Finden einer mit Relaktation ERFAHRENEN Stillberaterin ;-)

Bis Du evtl. jemanden vorort findest, biete ich Dir gerne an, Dich bei den Punkten 1. und 2. zu begleiten (dann am besten per PN).
Wenn Du das möchtest, könnten wir dann auch noch mal gemeinsam etwas intensiver schauen, wie Relaktation in Eurer Situation realistischerweise aussehen könnte und ob dies für Dich ein geeigneter Weg sein kann.

LG;
Julia

Ja danke, das wär nett. Also erster versuch heute abend, völlige ruhe, nacktes kuscheln und im Halbschlaf. Wie du schon schreibst das schwierige ist das sie überhaupt wieder an die Brust geht. Sie hat zwar gesucht, nach schnuller, ich hab ihr die brust angeboten, aber sobald sie sie im mund hatte gleich wieder weg und nach schnuller geweint. Gar nicht gesaugt, kennt sie ja nicht. SChnuller hat ja auch andere form.Ich habs dann nachdem sie sich beruhigt hat noch 2 mal probiert, dann hab ich sie mal in ruhe gelassen. Ich will sie ihr ja nicht aufdrängen.