Seite 1 von 1

Pfefferminz-Tee / Traubenzucker

Verfasst: 07.04.2009, 08:44
von wunderpflanze
Die Heb im GebVorKurs hat erzählt, man braucht drei Tees:
+ Fenchel (Still-)Tee: fördert die Milchbildung - ist klar ... auf keinen Fall vor dem Milcheinschuß trinken, weils sonst zu heftig wird (die KHs drängen einem den Tee wohl schon auf - ich bin kein Teefan und hab ihn nicht so früh getrunken)
+ Pfefferminz-Tee: ist ausgleichend! - um die Milchmenge einzupegeln (ich dachte, der reduziert?)
+ Salbei-Tee: zum Reduzieren

Dass mit dem Pfefferminz-Tee wusste ich gar nicht ...


Aber noch was ganz anderes ...
Sie hat dann noch erzählt, wenn Baby öfter als alle zwei Stunden stillen will (und die Mama nicht kann - wunde BW), dann soll man abgekochtes Wasser mit Traubenzucker (damits sättigend ist) geben (per Löffel).
Ich dachte Traubenzucker bloß nicht? Woher kommt das?
Meine Hebi damals hatte mir das auch erzählt - da hieß es, wir sollen Charlotte Tee mit Traubenzucker geben (vom Löffel hatte die damals allerdings nix gesagt).

Re: Pfefferminz-Tee / Traubenzucker

Verfasst: 07.04.2009, 08:49
von Maja
Traubenzucker wird verwendet, damit der Blutzuckerspiegel des Kindes schnell wieder hochkommt. Das Problem ist nur, dass der danach genauso schnell wieder in den Keller rauscht, und man außerdem die natürliche Milchmendenregulierung bei der Mutter dadurch beeinträchtigt.
Mal davon abgesehen kann so eine Traubenzuckerlösung, genauso wie Wasser oder Tee, die Neugeborenengelbsucht verlängern/verschlimmern (auch wenn man früher das Gegenteil dachte).
Deswegen würde ich auf solche Maßnahmen verzichten. Und stillen...

Re: Pfefferminz-Tee / Traubenzucker

Verfasst: 07.04.2009, 09:35
von jusl
Aus stillberaterischer Sicht:

* Kräutertees (v.a. den Supermarktbeuteln) wird i.A. etwas arg viel Bedeutung beigemessen. Eine therapeutische Empfehlung bzgl. "ausgleichende Wirkung von Pfefferminztee" kann nicht gegeben werden, allein schon wg. NULL Datenlage. (Ich würde wohl ebensoviele Frauen finden, die mir bestätigen könnten, dass der Verzehr von Himbeeren "ausgleichend" wirkt...). Auch kann "Stilltee" selbstverständlich schon VOR dem initialen Milcheinschuss getrunken werden (er kann auch getrunken werden, wann man gar keine Kinder hat! :lol: ). Einzige Ausnahme bilden da Arznei-Tees bzw. Präparate, die z.B. hochdosierte Bochshornkleesamen enthalten. Deren milchbildende Wirkung ist belegt und sollte Fällen vorbehalten sein, wo ein medikamentöser Eingriff sinnvoll/notwendig ist.

* Babys jeden Alters sollte eindeutig nach Bedarf gestillt werden ("alle 2 Stunden" ist NICHT "nach Bedarf") - auf diese Weise sorgt das Baby für die für sich perfekte Milchmenge und -zusammensetzung. Gesunde Neugeborene sollten ÜBERHAUPT NICHTS zugefüttert bekommen, sondern ausschließlich gestillt werden. Füttert man Zuckerlösung o.ä. zu, meldet sich das Baby höchstwahrscheinlich seltener zum Stillen: so kann die Brust aber nicht genügend Milch produzieren. Das Baby erhält daher NICHT alle Nährstoffe die es braucht; und weitere Risiken (wie etwa die erwähnte verstärkte Gelbsucht) sind außerdem zu befürchten.

LG;
Julia

Re: Pfefferminz-Tee / Traubenzucker

Verfasst: 07.04.2009, 10:36
von LucieLu
Ich hatte nur die ersten beiden Tage im Krankenhaus mit Pre-Nahrung und Löffel gefüttert, weil meine Tochter "vor Hunger" nur am Brüllen war. Dann kam der Milcheinschuss und meine Kleine konnte endlich trinken... Natürlich hatte ich dann auch gleich wunde Brustwarzen - aber ich habe trotzdem weiter nach Bedarf gestillt (Zähne zusammenbeissen). Dank guter Brustwarzensalbe und Massieren der Brüste mit Stillöl war das Wundsein auch schnell wieder vorbei.
Generell halte ich auch nichts vom zufüttern, wenn es nicht wirklich notwendig ist - und schon gar nicht mit Zuckerlösung, weil wie schon erwähnt, die Milchmenge dann ja ggf. zurückgeht, weil die "Brust denkt", sie wird nicht gebraucht...

Natürlich gibt es aber auch Kinder die das Zufüttern brauchen, weil die Mütter generell wenig Milch haben.

LG
Andrea

Re: Pfefferminz-Tee / Traubenzucker

Verfasst: 07.04.2009, 14:30
von Ronia
Ich frage mich bei dem Ausgangsposting wieder einmal, warum im GVK soviel Mist weiter verbreitet wird :-(

Re: Pfefferminz-Tee / Traubenzucker

Verfasst: 07.04.2009, 15:55
von lunchen78
so ein blödsinn.......

Wenn die Mutter wunde Brustwarzen hat, sollte sie mal das richtige anlegen überprüfen, evtl ne Stillberaterin draufschauen lassen. Und vor allem nicht so lange warten, bis die Brust ganz prall ist und das Baby vor hunger schreit, dann klappt das Anlegen nämlich meist nicht und es tut erst recht weh.

@jusl: Was ist an Apotheken-Tee anders, als an z.B. Tee von alnatura oder Tee aus dem eigenen Garten??

Re: Pfefferminz-Tee / Traubenzucker

Verfasst: 07.04.2009, 17:22
von jusl
lunchen78 hat geschrieben: @jusl: Was ist an Apotheken-Tee anders, als an z.B. Tee von alnatura oder Tee aus dem eigenen Garten??
Ob sich Kräuter aus der Apo von denen aus dem eigenen Garten groß unterscheiden, kann ich nicht sagen (wie auch? ;-)) - hängt halt von der genauen Sorte(!), Standort, Aufzucht usw. ab, wie groß da letztlich der Wirkstoffanteil ist (ätherische Öle z.B.).

Bei normalem Supermarkttee ist oft kaum oder gar keine Arzneiwirkung da (bestes Beispiel: Kamillentee. Der besteht aus Kamillenblättern/Stengeln usw., was halt so SCHMECKT. Arnzeiwirkung haben aber ausschließlich die Blüten(!) )
Der Mindest-Wirkstoffgehalt ist bei Apothekenpflanzen festgelegt und überprüft(!) - d.h. für Hersteller macht es einen Unterschied, ob sie Kräuter zum Verzehr oder Kräuter als pharmazeutische Droge anbauen.

LG;
Julia