Ja, natürlich, ich kenne das von meiner Großen - die hat auch nur sehr wenig gegessen und es war GUT, dass sie über die Muttermilch grundernährt war. Sie hat nach dem Abstillen (das mir, als sie 22 Monate war - aus persönlichen Gründen - nötig erschien) auch nicht mehr gegessen. Ich war bei jedem Infekt dankbar, dass wir das Stillen noch hatten.
Ich habe meinen Satz oben bewusst so krass formuliert, weil ich es wichtig finde, darauf hinzuweisen, dass Muttermilch kein Wundermittel ist und feste Kost nix Böses. Ich möchte dir diese Sichtweise gar nicht unterstellen, aber manchmal kommen die Aussagen einiger hier so rüber.
Zum Vitamin D: Einen Verzicht auf Vitamin-D-Prophylaxe sollte man immer in Rücksprache mit der Kinderärztin/dem Kinderarzt sorgfältig abwägen. Auch sollte die Ärztin, falls wirklich kein Vitamin D gegeben wird, dies wissen und auf Rachitis-Anzeichen untersuchen. Außerdem sollte bei häufigen Infekten auch daran gedacht werden, dass Vitamin-D-Mangel auch dem Immunsystem schadet und im Gegenzug häufige Infekte den Mangel verstärken können - mit der Folge neuer Infekte.
Von der LLL gibt es dazu auch neue Aussagen:
KLICK. Da das hier alles auf Englisch ist, gönne

ich Euch auch die Übersetzung und Zusammenfassung von Denise Both (sehr gute und prominente LLL-Beraterin):
Denise Both hat geschrieben:Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist wichtig
Presseerklärung der La Leche League International über die Bedeutung, zusammengefasst und übersetzt von Denise Both
Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass aufgrund des derzeitigen Lebensstils die eigene Versorgung von stillenden Müttern mit Vitamin D möglicherweise nicht dafür ausreicht, dass sie genügend Vitamin D über die Muttermilch an ihre Kinder weiter geben.
Im Oktober 2008 hat die American Academy of Pediatrics (Amerikanische Akademie der Kinderärzte) die Empfehlung herausgegeben, Säuglingen täglich 400 IU Vitamin D zu geben und mit dieser Gabe bereits wenige Tage nach der Geburt zu beginnen. Kinder, die nicht genügend Vitamin D erhalten, haben ein Risiko an Rachitis zu erkranken und das Risiko für Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Krebs, Diabetes und Osteoporose ist erhöht.
Vitamin D wird zur Hauptsache in der Haut gebildet, wenn der Körper dem Sonnenlicht ausgesetzt ist und in zweiter Linie über die Nahrung aufgenommen. Untersuchungen zeigen, dass die Anpassung an ein Leben in geschlossenen Räumen und die Verwendung von Sonnenschutzmitteln bei den meisten Müttern zu einem ernsthaften Vitamin-D-Mangel geführt haben.
Die Fähigkeit, angemessene Mengen an Vitamin D durch Sonnenlicht zu bilden, ist abhängig von der Hautfarbe und der geographischen Lage. Dunkelhäutige Menschen können für die Bildung einer bestimmten Menge Vitamin D bis zu sechs Mal soviel Sonnenlicht benötigen wie hellhäutige Personen. Menschen, die am Äquator leben, können zwölf Monate im Jahr Vitamin D bilden, wohingegen die Vitamin-D-Bildung in nördlicheren oder südlichen Klimazonen nur während einem Zeitraum von sechs Monaten im Jahr oder weniger möglich sein kann.
Viele Jahre lang hat La Leche League International die auf Studien basierende Empfehlung ausgesprochen, dass ausschließlich gestillte Babys ihren gesamten Vitamin-D-Bedarf über die Muttermilch decken. Inzwischen haben die Gesundheitswissenschaftler ein besseres Verständnis über die Funktion von Vitamin D und die benötigten Mengen gewonnen. Die neueste Forschung zeigt, dass die bislang von LLL gegeben Empfehlung nur dann korrekt ist, wenn die Mütter selbst ausreichend mit Vitamin D versorgt sind. Statistiken weisen darauf hin, dass ein großer Prozentsatz der Frauen nicht über ausreichende Mengen an Vitamin D in ihrem Körper verfügen.
La Leche League International geht davon aus, dass stillende Mütter mit ausreichenden Vitamin-D-Speichern genügend Vitamin D über die Muttermilch an ihre Kinder weiter geben können. Es wird empfohlen, dass schwangere und stillende Frauen ausreichend Vitamin D aufnehmen, oder so weit wie möglich entsprechende Präparaten einnehmen. Ärzte und Ärztinnen können den Frauen, die sich nicht sicher sind, wie es mit ihrem Vitamin-D-Status aussieht, empfehlen, eine einfache Blutuntersuchung durchführen zu lassen, ehe sie sich gegen die Gabe eines Vitamin-D-Präparates für ihre Kinder entscheiden.
In einem
Thread im Rabenelternforum geht Denise Both noch weiter:
Denise Both hat geschrieben:Allerdings ist es eine zweischneidige Sache, die Versorgung des Kindes mit Vitamin D ausschließlich über die Ernährung gewährleisten zu wollen. Eine Versorgung über diesen Weg, ist so nicht vorgesehen (aber unser Lebensstil, bei dem wir uns viel in Häusern aufhalten und die Sonne meiden bzw. Sonnenschutzmittel benutzen und die Umweltverschmutzung und die damit einhergehende Filterung des Sonnenslichtes sind erst recht nicht „eingeplant“) und daher schwierig.
Der Gehalt an Vitamin D in der Muttermilch ist zwar beeinflussbar (das Hormon Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Substanzen) durch die Ernährung und dadurch wie viel Sonnenlicht die Mutter abbekommt. Allerdings ist es so, dass der Vitamin-D-Gehalt der Muttermilch bzw. die antirachitische Aktivität der Muttermilch relativ niedrig ist. Daniel Hirsch schreibt im Kapitel „Vitamin D and the Breastfed Infant“ in Hartman und Hale „Textbook of Human Lactation“, 2007, dass ein ausschließlich gestillter Säugling zwischen 2,5 und acht Litern Muttermilch pro Tag trinken müsste, um ausreichend mit Vitamin D versorgt zu sein. Das bedeutet, dass selbst bei den Frauen, bei denen der Vitamin-D-Gehalt der Muttermilch verhältnismäßig hoch ist, die Versorgung des Kindes nicht ausschließlich über die Muttermilch gesichert werden kann.
Da ein Vitamin D Mangel sehr unangenehme Folgen haben kann, sollte unbedingt immer mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin abgesprochen werden, wie im Einzelfall vorgegangen wird.