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Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 20:22
von Celiana
Hallo,
eigentlich sollte ich nach einmal 7monaten und einmal 2,5 Jahren Stillzeit schon alles wissen übers stillen. Ich grübel aber gerade über die ersten Anlegversuche/ die ersten Tage. Hier mal Rückblick auf die beiden Geburten oder eher Stillanfänge:
Bei der ersten Geburt:
Nach der Geburt und kurzem Kuscheln kam er erstmal (damals routinemäßig)in ein anderes Zimmer. Keine Ahnung mehr, ob wir gleich versucht haben zu stillen. Später wollte er dann nicht, die Hilfe durch die Schwestern sah folgendermaßen aus: Brustwarze wurde von der Schwester gequetscht, um zu sehen ob denn schon Milch da ist. Kinder Köpfchen wurde mit Gewalt an die Brust gequetscht und Kind kreischte vor Wut.
Die ersten 5 Tage hat er eigentlich gar nicht gestillt, nur protest schreien bei den Versuchen. Ich nehme an - nachts im Babyzimmer auch Flasche gekriegt. Dann sind wir nach Hause. Wir haben unterwegs noch eine Milchpumpe gekauft, im festen Glauben, dass er weiter dagegen brüllt. Zu Hause noch mal probiert und Kind stillte!

Danach zum Glück keine Probleme mehr.
Zweite Geburt:
Baby recht schnell angelegt, wollte auch nicht so Recht. War diesmal 3 Tage im Krankenhaus. Zuerst wollte er auch meistens nicht, ich habs wieder immer wieder probiert. Dann habe ich eine Schwester um Hilfe gebeten und wieder das Gleiche: Kinder Köpfchen mit Gewalt aber ohne Erfolg an Brust drücken. Danach habe ich es dann lieber für mich alleine probiert. Am 2. Tag hats dann auch erstmals so richtig geklappt, dass er richtig angedockt hatte und da habe ich ihn dann auch bestimmt eine viertel Stunde nuckeln lassen. (Es kam ja erst die Vormilch und an dieser Seite war ich 2 Tage Später dann auch wund.) Danach klappte es immer öfter mit dem Andocken und am 3. Tag kam dann auch der Milcheinschuß.
Ich habe ihn generell unzählige Male angelegt, bestimmt tagsüber alle Stunde - wenn nicht öfter.
So, jetzt zu meinen Fragen:
Wie würde es eine richtige Stillberaterin machen? Schnellstmöglich anlegen weiß ich, aber doch sicher nicht das Köpfchen mit Gewalt an der Brust fixieren oder? Einfach immer wieder anbieten? Wie oft? Wie lange nuckeln lassen wenn noch nicht der Milcheinschuß war? War ich an dieser Seite wund, weil ich ihn dort solange nuckeln ließ oder wars eher Zufall?
(Komm mir gerade wie ein Still Neuling vor

)
Habe dann natürlich meine Hausgeburtshebamme aber nach dem "3 Stunden Abstand zwischen den Stillmahlzeiten" Ratschlag, den ich von meiner anderen Hebamme damals bekam bin ich bei Hebammen und Stillberatung vorsichtig geworden. 
Vielleicht hat ja eine von euch die Anleitung für den perfekten Stillstart?
lg Conny
Re: Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 20:49
von Sternenfaengerin
Hallo Celiana,
bin zwar keine Stillberaterin, aber mag meinen Senf auch dazu geben

Ich habe direkt nach der Geburt anlegen wollen, wo die Hebamme meinte, dass ich das Kind nicht zwingen soll (ich habe ihn lediglich Richtung Busen geschoben), sie fixierte mich dann und als sie nicht geschaut hat, hab ich ein paar Tröpfchen Kolostrum rausgedrückt und ihm in den Mund geschoben. Nach der Geburt hatte er dann so 6 Std. geschlafen und dann hatte die Schwester mich vergessen, ich hatte sie gebeten mir beim ersten Anlegen zu helfen.
Ich habe das dann einfach gemacht, wie ich dachte... ich hab mich obenrum komplett frei gemacht und hab Paul auf meinen Bauch, in die Nähe der Brust gelegt und er hat mit seinem Kopf die Brust gesucht und hat getrunken.... alles im Liegen, dann seitlich...
ich hatte irgendwo vor der Geburt gelesen, das Neugeborene genau wissen, wo das Essen ist und wohl es teilweise wohl sogar schaffen, vom Bauch zur Brust hochzurobben, das hat mir sicher die Anregung dazu geboten.
Ich glaube am ersten Tag hatte ich ihn superselten angelegt, hatte mir auch keiner gesagt, dass ich das öfter machen soll. Ich hab dann einfach nach Gefühl gehandelt.
Bekommst du bald noch ein Baby oder ist das nur eine rein theoretische Frage?
GLG
Re: Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 20:49
von Sternenfaengerin
ha, hatte eben beim Antworten deinen Anhang nicht gesehen

Gratulation, Halbzeit ist ja bald geschafft!
Re: Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 21:08
von Celiana
Danke schon mal Silk81! Stimmt, das habe ich sogar schonmal als Video bei Youtube gesehen. Eine Hausgeburt, bei der das Baby dann regelrecht hochkroch zur Brust und andockte. War ein englischsprachiges mit Riesen Family um die Mama. Vielleicht finde ich es ja wieder.
Werde mich mal weiter dazu informieren, danke für die Erinnerung daran.
Ja, das zukünftige Stillkind / der Tragling hat gerade schön gestrampelt, macht sich schon sehr bemerkbar.
lg Conny
Re: Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 21:14
von Sternenfaengerin
das ist schön! da kommen mir vor rührung wieder tränchen in die augen!
geniess deine schwangerschaft und ihr macht das schon!
Re: Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 21:30
von Rachel
Ich hatte bei meinem 'Großen einen ziemlich schlechten Stillstart. Bei uns klappte es auch erst zuhause in aller Ruhe und da auch erst nach einer Woche "Pumpstillen".
Bei meinem 2. war alles anders. Ich hatte ihn direkt nach der Geburt bei mir und lies ihn auch Nachts bei mir im Bett. Wir stillten dann im Liegen und genossen das Kuscheln.
Ich muß dazuschreiben, dass ich leider zwei Kaiserschnitte hatte. Nach dem 1. Kaiserschnitt dauerte es ca2Stunden bis ich meinen Sohn das erste mal in den Arm gelegt bekam. Dann hatte ich extreme Schmerzen und wurde in der ersten Nacht in die Notaufnahme wegen Verdacht auf Lungenembolie verlegt. Meinen Sohn wurde mir in der ganzen Zeit nicht zum Anlegen gebracht. Ich war auch nach der Schmerzmittelinfussion total durch den Wind. Ich fragte mehrmals nach meinem Zwerg aber die Ärzte und Schwestern meinten immer ich solle mich jetzt auf mich konzentrieren...
Ich lag die ganze erste Nacht in der Notaufnahme und wurde erst nach 12Stunden wieder auf die Wöchnerinnenstation gebracht. Dort schrie Zwergi schon lauthals. Er wollte dann nicht mehr stillen. Er hat sich förmlich von mir weggedrückt. Die Trennungszeit war zu lange.
Im KH habe ich dann alle 2Stunden abgepumpt und mit der Flasche die Mumi gefüttert. Zuhause ging das dann noch eine knappe Woche so. Dann klappte es auf einmal. Unsere Stillzeit war anfangs sehr stressig für mich. Er wollte nur Zuhause stillen und auch nur bei absoluter Ruhe.
Bei meinem 2. war es ganz anders. Ich ging in ein anderes KH, dass total stillfreundlich ist. Die Hebi brachte mir gleich nachdem ich aus dem OP kam meinen Zwergi und ich kuschelte erstmal nackig mit ihm. Er versuchte da schon nach Brustwarze. Ich legte ihn dann direkt daneben und er dockte auch sofort an. Ich hatte ihn Tags und Nachts in meinem Bett und wir stillten am liebsten in Seitlage. Wir stillten sehr oft. Bestimmt alle 1,5h. Aber Zwergi war zufrieden und hat die ersten 3Wochen 1kg zugenommen. Die ganze Stillzeit ist ein Traum. Wir stillen immer noch

.
Laß dich nicht verunsichern. Du weißst bestimmt gut Bescheid und hör auf dein Bauchgefühl
Ich wünsch dir erstmal eine schöne Restschwangerschaft, eine traumhafte Entbindung und einen guten Stillstart
Re: Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 21:33
von Gaby
Ich bin keine Stillberaterin, schreibe jetzt aber mal, wie es bei meiner Kleinen war (ähnlich auch bei Nr. 2 und 3, nur beim ersten Kind war der Stillstart schwierig).
Nach ihrer Geburt (ich schätze so nach 20-30 Minuten) fing sie an zu suchen und etwas unruhig zu werden. Da habe ich sie genommen und an die Brust gelegt. Ich habe sie einfach machen lassen, nur darauf geachtet, dass sie gerade lag. Dann hat sie ein bisschen gesaugt und ist an der Brust eingeschlafen und hat über mehrere Stunden geschlafen. Später würde sie wieder unruhig und ich habe sie wieder an die Brust genommen. Einfach nach Gefühl, nicht auf die Uhr geschaut, wie lange oder wie oft sie stillt. Kein Pumpen, kein Fläschchen, kein Schnuller, kein an der Brust herumdrücken. Kind die ganze Zeit bei mir, viel kuscheln.
Ich weiß nicht, wie der perfekte Stillstart aussieht, aber für mich war es so genau richtig. Vom ersten Kind kenne ich es leider auch, dass das Köpfchen mit Gewalt an die Brust gedrückt wird, nein, das kann so nicht richtig sein.
Eine schöne weitere Schwangerschaft wünsche ich!
Re: Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 21:59
von Celiana
Danke euch! Ich hätte halt nur diesmal gerne alle verfügbaren Infos vorher und dann meinen Zwerg.
Ich bin mir aber auch 100% sicher, dass wir das schaffen werden.
Schon schlimm, dass bei vielen der Stillstart so schwer gemacht wird.
Ich habe gerade das Video wieder entdeckt, na - ich finde es heftig wie dort scheinbar das gesamte Dorf um die Mama auf ihrer Liege herumsteht und so weiter.

Aber das Baby schafft es wirklich ganz allein, die Brustwarze zu finden.
http://www.youtube.com/watch?v=zrwfIcPB ... re=related
Scheint sogar ein Still Anleitungs Video der Unicef zu sein, habs bisher nur ohne Ton gesehen. Und das ganze nennt sich in Englisch Breast Crawl. Da schau ich mal morgen weiter danach.
Re: Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 22:07
von Millefiori
Re: Wie sieht der perfekte Stillstart aus? (lang)
Verfasst: 17.03.2009, 22:31
von SteffiJ
Hm, ich bin auch keine Stillberaterin, aber ich kann Dir sagen wie es bei Philipp diesmal ablief, das war für mich der perfekte Stillstart:
Der Zwerg war grade abgenabelt und eingewickelt, da hat ihn die Hebamme auf Höhe der Brust seitlich neben mich gelegt. Da war nix mit drücken oder so, er durfte erstmal suchen (was er auch gleich getan hat) und dann hat sie uns lediglich beim ersten Andocken ein bißchen die Richtung gewiesen - und schwupps hat der Mops getrunken und seitdem damit auch nie ein Problem gehabt.
Bei Sophie lief das ja leider auch etwas anders, aber die wurde auch schon auf die Babystation verlegt bevor ich sie anlegen konnte wegen starker Anpassungsstörungen und Verdacht auf Neugeboreneninfekt...