Hallo,
also ich habe ja früher auch gedacht - was haben die nur alle mit dem Essverhalten der Kinder (Kind mag nur dies oder jenes, Kind isst kein Gemüse etc) - ich dachte mir, klar, da sind die Eltern schuld, die haben das Kind verwöhnt (ihm also immer nur das gekocht, was es möchte) oder die Eltern ernähren sich schlecht und sind kein Vorbild oder es gibt nur Fertigessen und das Kind sieht nie, wie viel Spass es macht zu kochen etc etc etc (was eben so landläufig angenommen wird, wenn Kinder sich "schlecht" ernähren).
Und jetzt? Ich habe zuhause einen kleinen Gemüse und Obstverweigerer, der sich am liebsten von fettigen oder süßen Sachen ernähren würde. Er mag Obst und Gemüse nicht kauen und bevorzugt weiche Speisen (schon als Baby/Kleinkind - sobald es Bröckchen gab hat er gewürgt...), dh Gemüse in Soßen geht grad so und als Obst va Banane, Obstbrei oder ganz zur Not mal etwas Apfel. Er würde sich von Käsebrot ernähren, wenn das möglich wäre, Butter, Frischkäse, Quark etc futtert er liebend gern, Nudeln, manchmal Reis oder Kartoffeln (aber am liebsten als Kartoffelbrei...) - das ist an sich nicht schlimm, das sind ja keine ungesunden Nahrungsmittel - nur mache ich mir schon manchmal Gedanken, da er eben so wenig frische Sachen wie irgendwie möglich ißt. Ich kann auch nicht sagen, dass er zuviel Süßes isst, so dass dan kein Hunger mehr für anderes da ist: Ich möchte eigentlich kein strenges Süßigkeiten-Verbot anfangen (da denke ich mir dann, sobald er mal was süßes erwischt isst er soviel es geht und lernt kein Maß halten), er hat eine kleine Tüte, da sind dann immer mal ein paar Gummibären oder Schokokäfer etc drin (was er halt mal so geschenkit bekommt) - und daraus nimmt er sich abends nach dem Essen ein oder zwei Stücke. Ich sage dann auch immer, er muß es sich selbst einteilen, und wenn die Tüte leer ist, dann fülle ich sie nicht einfach so wieder auf, er muß dann eben warten, bis er wieder was geschenkt bekommt von irgendwoher - und bislang hat er noch nicht versucht, alles auf einmal zu essen
Wir essen eigentlich recht ausgewogen, Gemüse oder Salat sind immer dabei, wir kochen fast täglich frisch und er kocht mit absoluter Begeisterung mit, schneidet Karotten, rührt mit dem Mixer etc etc aber wenn dann alles am Tisch steht, mag er es nicht essen. Wir zwingen ihn nicht, er soll immer lediglich einmal probieren, dann darf er sagen "Schmeckt mir nicht" und es stehen lassen - es gibt dann aber auch keine Extrawurst. Naja, manchmal isst er eben dann fast nix... es ist, als würde er sich seinen Hunger aufsparen, bis zum nächsten Tag wo es dann im Kiga Nudeln mit Käse gibt oder bis zum Wochenende, wenn es zum Frühstück Hörnchen mit Honig gibt (dann futtert er erstaunliche Mengen)... Naja, Nudeln, Kartoffeln, Reis, Brot gibt es ja als Beilage fast immer und dann isst er sich eben daran satt und nur einen obligatorischen Probierlöffel Gemüse und co.
Ich weiß nicht genau, was wir falsch gemacht haben und ich weiß auch nicht, was wir ändern müßten - und ich würde nur sehr ungern mein eigenes Essverhalten völlig auf den Kopf stellen (also zB einfach tagelang nur Gemüse und Obst anbieten, bis der Hunger so groß ist, dass er es isst... oder auf mein Frühstückshörnchen am Wochenende verzichten, weil mein Sohn das Süße Zeug dann eben auch isst...) - ich würde mir so wünschen, dass er das abwechslungsreiche ausgewogene Essverhalten von uns einfach irgendwann übernimmt und irgendwann von selbst und gern Obst und Gemüse isst (denn dann finde ich ist auch ein Süßes Teilchen nicht schlimm und man kann mal einen Tag nur Käsebrot essen....) und möchte ihn was das Essen betrifft auch nicht "zwingen" - da bin ich ganz Freund von Gonzales
Hat jemand eine Idee? Oder ist das eine Phase und irgendwann zum Schuleintritt isst das Kind normal?
Sorry ist jetzt etwas lang geworden, aber es hat so zum Thema gepasst und ich frage mich das schon lange....
LG Muli