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Adoptivstillen - wie ist die Milchqualität?

Verfasst: 14.10.2008, 21:34
von Zottel
Hallo zusammen!

Nach längerem "nur-mitlesen" mal wieder eine Frage von mir, an die Experten hier!

Es betrifft mich zwar grad nicht, aber interessiert mich total!

Das Thema Adoptivstillen wurde kürzlich in einem anderen Forum sehr intensiv diskutiert (teilweise recht emotional...), und ich fands wahnsinnig interessant, dass das überhaupt "so einfach" geht. Das heisst, dass sogar wenn frau noch nie schwanger war, sie durch häufiges Anlegen eines Babys (evtl. mit Brusternährungsset, damit Baby nicht aufgibt) erreichen kann, dass die Brust Milch produziert! Und wenn sie schon mal schwanger war, und gestillt hat, gehts natürlich noch viel besser und schneller. Und nun kam in der Diskussion die Frage auf, ob diese Milch denn die gleiche Qualität hätte wie beim "normalen" Ablauf, d.h. mit SS davor? Es wurde gegoogelt und es kamen unterschiedliche Meinungen bei raus, die einen sagen ja, die anderen sagen, nur wenn die Frau schon mal schwanger war, die nächsten wieder sagen nein es ist immer qualitativ minderwertige Milch, und man müsste auf jeden Fall zufüttern, damit Baby alle Nährstoffe bekommt.
Was ist denn jetzt richtig?
Ich fragte meine Hebamme, die wusste es aber auch nicht so wirklich. Sie denkt schon, dass die Milch "gleich gut" ist, wobei natürlich das Kolostrum nicht gebildet wird, dass würde sich ja durch die SS entwickeln, aber ansonsten wäre alles gleich. Aber das war nur so ihre spontane Bauchantwort, sie sagte selbst, sie hätte sich noch nie damit beschäftigt.

Hat jemand von euch zu dem Thema eine Ahnung?
Wenn ja, immer her damit! :mrgreen:

Lieben Gruß

vom Zottel

Re: Adoptivstillen - wie ist die Milchqualität?

Verfasst: 14.10.2008, 21:56
von jusl
"Experten" fürs Adoptiv-Stillen gibt's hier glaube ich nicht :mrgreen: (-oder doch??)

Ich kenne persönlich nur einen Fall von Adoptivstillen - dieser ist geglückt per BES, das Baby war auch erst 6 Wochen alt, als es in die Adoptivfamilie kam. Näher kenne ich keinen Fall, in dem eine Adoptivmutter ohne je schwanger gewesen zu sein zum VOLLstillen kam. Dies ist auch nicht das entscheidende daran - Stillen mit BES (mit dem künstliche Milch zugefüttert wird) ist Stillen!

Mir ist keine Studie bekannt, in der die Milch von induziert stillenden Frauen mit der Milch von normal stillenden Frauen hinsichtlich der Zusammensetzung verglichen wurde. In einschlägigen Fachtexten wird jedoch nicht erwähnt, dass die Milch bei induzierter Laktation qualitativ schlechter sei oder irgendwelche Nährstoffe fehlen könnten. Auch hier gilt: jeder Tropfen ist wertvoll fürs Baby.

Expertin für dieses Thema ist Martha Guoth-Gumberger, IBCLC aus Rosenheim - sie dürfte Dir bei Bedarf mit detaillierten Infos weiterhelfen können.

LG;
Julia

Re: Adoptivstillen - wie ist die Milchqualität?

Verfasst: 14.10.2008, 22:54
von Zottel
Wow, danke für die prompte Antwort!

Das wusste ich nicht, dass man zum BES auch stillen sagt.

"Experte fürs Adoptivstillen" nee so hab ich das ja auch nicht gemeint. Aber Experten fürs Stillen an sich find ich ja hier so gehäuft wie sonst nirgends, und das ist doch schon mal ein Anfang :wink: Du kennst zumindest "einschlägige Fachtexte" - und was, wenn ich fragen darf, ist ein(e) IBCLC???

Wenn mich das Thema mal wirklich persönlich angeht, komm ich auf jeden Fall auf die Dame aus Rosenheim zurück... danke!

dasZottel

Re: Adoptivstillen - wie ist die Milchqualität?

Verfasst: 14.10.2008, 23:50
von jusl
das ist ein Zertifikat, das eine Zusatzqualifikation für med. Fachpersonal im Bereich Stillen und Laktation nachweist. Google mal IBCLC - da wirst Du ganz schnell fündig ;-)
z.B. hier: www.stillen.de

LG;
Julia

Re: Adoptivstillen - wie ist die Milchqualität?

Verfasst: 15.10.2008, 21:59
von Zottel
ok, jetzt weiß ich das auch.... :wink:
interessante Seite...

Ich hab mir das übrigens auch gedacht, dass die Milch die gleiche ist. Wenn der Körper schon zu produzieren anfängt, warum sollte er es "halbscharig" tun. Klingt für mich nicht logisch.

also denn

LG

Zottel

Re: Adoptivstillen - wie ist die Milchqualität?

Verfasst: 02.07.2011, 20:07
von Grizzia
Mein Arzt meinte es wär die gleiche

Re: Adoptivstillen - wie ist die Milchqualität?

Verfasst: 03.07.2011, 21:52
von rucola
Zottel hat geschrieben:Wow, danke für die prompte Antwort!

Das wusste ich nicht, dass man zum BES auch stillen sagt.
naja, wenn das kind ander brust trinkt, ist es stillen. das BES benutzt man ja eher zur uebergangsphase, bis der milchfluss richtig in gang kommt, bzw wenn die milchmenge sich nicht so anpassen laesst, um eben dadrueber zu zufuettern. eine experting fuer dieses thema findest du hier:
http://stillunterstuetzung.de/

Re: Adoptivstillen - wie ist die Milchqualität?

Verfasst: 04.07.2011, 23:54
von danica
Ich weiß nicht, ob das passt, aber ich habe ohne einen medizinischen Grund (auch der Endokrinologe konnte keinen finden) auch schon Jahre vor der Schwangerschaft in beiden Brüsten Milch gebildet. Mehrere Frauenärzte haben das einwandfrei als Kolostrum identifiziert. Es hatte auch die entsprechende Farbe.

Da ich keine Hormonstörung habe, aber immer Milch hatte, die sich rein äußerlich nicht von der Milch nach der Schwangerschaft unterscheiden ließ, gehe ich davon aus, dass es beim Adoptivstillen auch so ist und sich die Milch qualitativ nicht unterscheiden dürfte. Aber das ist jetzt nur meine persönliche Schlußfolgerung, und ich bin keine Expertin und kann diese Theorie auch nicht mit weiteren wissenschaftlichen Quellen unterlegen.