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Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 15.04.2026, 18:58
von AnqChi
Huhu gibt es hier vielleicht Frauen mit Hypoplastischer Brust? Also Frauen die an zu wenig Drüsengewebe leiden? Musste jetzt mit Kind Nr.2 erfahren das ich wohl zu den seltenen Fällen gehöre die ihre Kinder nicht stillen kann, aufgrund dieser "Erkrankung". Jetzt stellt sich mir die Frage ob es vielleicht noch weitere Frauen mit dem selben Leiden gibt und vielleicht haben es ja doch welche geschafft Teil oder sogar voll zu stillen....würde mich sehr über den Austausch freuen,da es mir das Herz zerbricht niemals erfahren zu können wie es ist sein Kind zu stillen....
Da sich bestimmt gefragt wird wie ich darauf komme zu wenig Milch oder Drüsengewebe zu haben. Habe beim zweiten Kind alle 2-3h angelegt bzw. nach Bedarf. Sie ist auch immer super an die Brust gegangen,meine Hebi hat auch kontrolliert das sie gut dran geht. An Tag 2 hatte sie schon kaum nasse Windeln und an Tag 3 vielleicht nur 2 minimal gefüllte Windeln. Sie ist auch mit dem Gewicht bereits an Tag 3 an die 10% gekommen und an Tag 4 hat sie diese dann auch überschritten. Meine Hebamme konnte an Tag 4 auch keine Veränderung an der Brust feststellen auch trotz abpumpen nach dem stillen hat sich nicht groß was verändert.
Re: Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 16.04.2026, 12:23
von WuselSusl
Herzlich willkommen im Forum, liebe AnqChi und Glückwunsch zum Baby

Wie alt ist denn dein zweites Kind jetzt? Und wie waren deine Erfahrungen beim 1. Kind? Hast du da gestillt?
"Nicht stillen können" ist ja relativ, zwischen "nicht VOLL stillen können" und "gar nicht stillen" liegt ja noch ganz viel dazwischen... deshalb möchte ich dir hier erstmal etwas Zuversicht dalassen (())
Wurde die Verdachtsdiagnose denn durch einen Ultraschall bei der Gyn bestätigt?
Re: Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 16.04.2026, 12:36
von clairdelune
Schau mal, hier gab es kürzlich einen Thread zum Thema:
viewtopic.php?t=229166
Re: Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 16.04.2026, 13:08
von AnqChi
Bei meiner ersten Tochter hatte ich eine lange Geburt (insgesamt 38h) mit PDA,Wehentropf, Eröffnung der Fruchtblase. Sie wurde mir sofort an die Brust gelegt,wo sie aber eher am Warzenhof und nicht an der Brustwarze gesaugt hat. Auf der Wochenbettstation habe ich sie dann nach Bedarf gestillt,sie wirkte zum zweiten Tag hin aber immer unzufriedener an der Brust in der Nacht von Tag zwei zu drei war sie kaum zufrieden zu stellen ( laut der Krankenschwester damals normales Cluster Verhalten) und zum Morgen hin war ich dann so verzweifelt das ich darum gebeten habe sie zuzufüttern,da sie eigentlich gar nicht mehr zufrieden zu stellen war. Nach dem Milcheinschuss wurde ich damals auch nie gefragt,erst meine Hebamme hat mich darüber aufgeklärt. Die hat dann versucht das ich immer wieder anlege, habe auch nach dem Anlegen immer wieder gepumpt ,aber der "Schaden" war schon zu groß und meine Tochter hat angefangen die Brust zu verweigern (bin erst aufgrund einer Blasenentzündung nach 4 Tagen entlassen worden)
Bei meiner zweiten Tochter lief alles deutlich besser,aber wieder kein Milcheinschuss. Über das Teilstillen mit einem BES habe ich leider erst erfahren als meine kleine bereits 4 Wochen alt war und ich bereits abgestillt hatte und trotz Relaktationsversuch mit Domperidon die kleine nicht sonderlich gerne an die Brust gegangen ist.
Re: Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 16.04.2026, 13:28
von AnqChi
WuselSusl hat geschrieben: 16.04.2026, 12:23
Wurde die Verdachtsdiagnose denn durch einen Ultraschall bei der Gyn bestätigt?
Meine Frauenärztin scheint auf dem Gebiet nicht so bewandert zu sein. Bei der Nachsorge hat sie beim Abtasten der Brust nur gesagt es würde sich alles normal anfühlen. Hatte zu dem Zeitpunkt aber nicht die Kraft nochmal explizit nachzufragen
Re: Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 16.04.2026, 13:29
von AnqChi
AnqChi hat geschrieben: 16.04.2026, 13:28
WuselSusl hat geschrieben: 16.04.2026, 12:23
Wurde die Verdachtsdiagnose denn durch einen Ultraschall bei der Gyn bestätigt?
Meine Frauenärztin scheint auf dem Gebiet nicht so bewandert zu sein. Bei der Nachsorge hat sie beim Abtasten der Brust nur gesagt es würde sich alles normal anfühlen. Hatte zu dem Zeitpunkt aber nicht die Kraft nochmal explizit nachzufragen
Sie meinte aber bei dem ersten Termin,wo ich mich bezüglich des Domperidon erkundigt habe man würde auf einem Ultraschall eh nichts erkennen können
Re: Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 18.04.2026, 23:25
von fliegenpilzchen
Hallo,
Ich bin eine Leidensgenossin. Habe eine tubuläre Brust "wie aus dem Lehrbuch" und konnte meine Kinder auch nicht (voll) stillen. Beim 1. Kind ging zumindest Teilstillen, beim 2. Kind habe ich, ähnlich wie du, früh abgestillt. War eine Kombination aus Saugverwirrung und mangelnder Unterstützung, bzw. einer Hebamme, die mich völlig falsch beraten und alles schlimmer gemacht hat. Ich habe hier auch einen Thread dazu.
Ich habe kürzlich auch offiziell die Diagnose "tubuläre Brust mut Hypoplasie des Drüsengewebes" bekommen. Meine reguläre Gyn hatte davon auch keine Ahnung und ich musste gezielt nach einem Facharzt suchen, der das per Ultraschall beurteilen kann.
Mir tut es gut, eine Diagnose zu haben - es nimmt mir etwas die Schuldgefühle, was das Stillen angeht.
Wir können nichts dafür, es ist einfach eine körperliche Besonderheit und wir brauchen zum Stillen eben etwas mehr Unterstützung als viele andere.
Mehr kann ich dazu leider nicht beitragen. Du bist jedenfalls nicht allein. Fühl dich gedrückt, wenn du das willst.

Re: Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 19.04.2026, 14:35
von AnqChi
Hey,vielen lieben Dank für deinen Input. Auch wenn es sich doof anhört fühlt es sich beruhigend an zu wissen daß man damit nicht komplett alleine ist. Um mich herum sind so viele Mamas mit ihren Neugeborenen, die gestillt werden, das ich mich manchmal echt wie ein Alien fühle.
Wie hast du das bei K1 mit dem Teilstillen gemacht? Hast du ein Ernährungsset genommen oder dann die restliche Nahrung mit der Flasche gefüttert? Will bei K3 zumindest Teilstillen (wenn das möglich ist) habe bei K2 aufgrund der Tatsache das ich überhaupt nicht klar denken konnte nicht darüber nachgedacht das es auch eine Option wäre
Re: Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 19.04.2026, 16:03
von fliegenpilzchen
Hey, ja, mir geht es genau wie dir.
Bei uns ist auch ein 3. Kind, ich sag mal, vage geplant, und ich möchte dann auch unbedingt wieder Teilstillen. <3 Mir tut es nach wie vor sehr weh, wie das bei K2 gelaufen ist. Hab mich immer wie "keine richtige Mama" gefühlt, weil ich sie nicht stillen konnte. Es gab auch ganz viele Mamas ohne Stillprobleme in meinem Umfeld und ich hab mich total als Versagerin gefühlt. Mir hilft eine Therapie, damit etwas besser klarzukommen.
Beim 1. Kind war ich völlig unbedarft, dachte, ich stille halt einfach. Ich hatte zwas so ein komisches Gefühl (weil meine Brust immer schon sehr klein und anders geformt war und sich in der Schwangerschaft null verändert hat), aber mir war klar, ich stille eben.
Es war dann wie bei dir, kaum nasse Windeln und Dauergebrüll vor Hunger (das immer als Clustern abgetan wurde), und am 3. Tag über 10% Gewichtsverlust. Ich habe dann im KH schon mit der Flasche zugefüttert. Von einem BES wusste ich damals gar nichts. Ich war nach ein paar Tagen einfach völlig verzweifelt und wollte einfach nur, dass mein armes Baby endlich satt wird. Daher gab es dann 3-4x tgl nach dem Anlegen eine Flasche Pre und K1 ging es prächtig. K1 hatte nie eine Saugverwirrung und hat problemlos zwischen Flasche und Brust gewechselt, deshalb konnte ich mehrere Monate teilstillen + Flasche.
Bei K2 war ich zuversichtlich, dass es entweder besser klappt oder ich eben wieder teilstillen kann. Von der tubulären Brust und dass das wirklich eine Diagnose ist, die das Stillen beeinflussen kann, wusste ich da immer noch nichts...
Bei K2 hat es ähnlich angefangen (Gewichtsverlust, zu wenig nasse Windeln...), sie hat allerdings ab der ersten Flasche die Brust verweigert. Absolut konsequent. Der Versuch sie anzulegen und zum Saugen zu "zwingen" war dann regelrecht traumatisch für uns beide. Ich war verzweifelt, hatte leider keine gute Stillberatung. Ich war irgendwann mental so "durch", weil ich mein Kind nicht ernähren konnte, dass ich nach ein paar Wochen aufgegeben habe.
Pumpen ging bei mir übrigens auch nie, da kamen maximal ein paar Tröpfchen. Egal welche Pumpe.
Sorry, dass ich so einen Roman geschrieben habe.
Jedenfalls geht es mir ähnlich, und ich wünsche dir sehr, dass du beim 3. Kind die Stillbeziehung erleben darfst, die du dir wünschst. <3
Re: Stillen mit Hypoplastischer/ Tubulärer Brust?
Verfasst: 19.04.2026, 16:44
von AnqChi
Kann dich so gut nachvollziehen sich als "unzureichende Mutter" zu sehen. Selbst wenn ich an K1 sehe das es an der Bindung nichts ändert und sie gesund und munter ist,wie K2 auch, sitz die Trauer und die Wut gegen sich selbst doch sehr tief.
Machst du vorausschauend bezüglich K3 und dem Wissen woran es liegt etwas bezüglich Kolostrum in der Schwangerschaft ausstreichen oder hormonell nachzuhelfen? Musst drauf natürlich nicht antworten
Wünsche dir auf jeden Fall das du mit deinem nächsten Kind die gewünschte Stillbeziehung erreichst

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