Frühchen vollstillen
Verfasst: 02.11.2025, 07:32
Hallo liebes Stillberatungsteam,
nachdem ich schon viel in diesem Forum gelesen habe und ganz begeistert von Eurer großartigen Unterstützung bin, hoffe ich, dass Ihr mir auch wertvolle Tipps für meine Stillreise geben könnt.
Zu unserer Situation:
Antonia wurde am 27.09.25 in der 35+3 SSW per eiliger Sectio bei vorzeitiger Plazentalösung und Blasensprung bei Querlage geboren. (2300g, 48cm)
Ich habe bereits im Kreißsaal Komostrum ausgestrichen. Wegen Hypoglykämie wurde bereits im Kreißsaal mit der Zufütterung von Pre begonnen. Während des Weiteren Aufenthaltes wurde Pre per Fingerfeeding gefüttert. Ich habe ausgestrichen und gepumpt. Milcheinschuss am 3. Tag mit zunehmender Milchmenge, sodass Pre nur noch zugefüttert wurde. Ich habe zusätzlich häufig angelegt, aber Antonia konnte nur kurz saugen. Die Stillberaterin drängte auf die Bechermethode, ich kam jedoch nicht klar mit dieser Methode und blieb beim Fingerfeeding, da ich bei meinen beiden anderen Kindern damit gut gefahren bin (zur Stillgeschichte der beiden anderen unten mehr).
Während des stationären Aufenthaltes ergab sich am 3. Tag eine drastische Gewichtsabnahme auf 1890g, die jedoch von allen Beteiligten angezweifelt wurde, da schon am Folgetag das Gewicht wieder bei 2150g lag. Am Folgetag war das dann auch das Entlassgewicht. Zuhause gab es in den ersten 3 Tagen keine Gewichtszunahme, sodass in RS mit der Kinderärztin FM85 angeordnet wurde. Zuhause gab es dann keine Pre-Nahrung mehr, da die abgepumpte Menge reichte.
Darunter dann gute Gewichtszunahme (Werte liste ich unten auf). Ich habe immer mehr angelegt, darunter stagnierte das Gewicht dann wieder. Meine Hebamme empfahl, nur eine Mahlzeit zu stillen und den Rest mit abgepumpter Milch zu füttern bis sich eine stabile Gewichtszunahme einstellte.
Ab dem Zeitpunkt, zu dem ich tagsüber wieder ohne familiäre Unterstützung auskommen musste und neben Antonia noch unsere beiden anderen Kinder (2 und 4) versorgen musste, habe ich vom Fingerfeeding auf die Lansinoh-Flasche umgestellt. Da es für mich zeitlich praktikabler war.
Bis auf 3 Mahlzeiten hat sie während der Zeit zuhause nur Muttermilch erhalten. Diese 3 Mahlzeiten mit Pre ergaben sich aus „unglücklichen“ Umständen.
1x Milch verschüttet, 1x stark blutige Milch durch Verletzung beim Pumpen, 1x abends durch Stress zu geringe Pumpmenge.
Ich versuche Antonia immer wieder anzulegen, doch selten ist sie nach dem Stillen wirklich zufrieden.
Es läuft meist so ab, dass sie nach dem Aufwachen von 0 auf 1000 ist. Erstmal pupst sie stark nach dem Aufwachen und weint vor Schmerzen, das dauert ca 5 Minuten. Dann ist sie sehr hungrig und gierig. Ich lege sie an, oft gelingt es mir leider nicht, dass sie optimal angelegt ist, dann trinkt sie und schluckt auch, ermüdet aber schnell. Ich wende die Brustkompression an. Aber es dauert nicht lange und sie nuckelt nur. Habe schon Anpumpen mit der Handpumpe versucht, das erleichtert den Start, ändert aber nicht viel an der Dauer. Wechsel dann die Seite oder Position. Kann dies über eine Stunde fortführen. An der Brust ist sie zufrieden, sobald ich sie ablege schreit sie vor Hunger. Füttere dann Muttermilch mit der Flasche zu (oft 60ml), danach ist sie zufrieden und schläft 2-3h.
Letzte Woche habe ich einen kompletten Tag im Bett mit ihr verbracht, da habe ich kaum zugefüttert und sie sehr häufig angelegt. Leider komme ich mit den anderen beiden nicht dazu und kann mich nicht allzu weit entfernen, sodass es nachmittags, wenn sie aus der Kita kommen hier auch öfters unruhig ist während des Stillens.
Ich bin ratlos, wie ich es schaffen soll, sie voll zu stillen.
Diese Variante mit 1h lang Stillen, Zufüttern, Pumpen, Sterilisieren ist auf Dauer in unserer Situation nicht praktikabel. An Ausflüge zum Kinderturnen mit den Großen ist nicht zu denken. Da es so viel Logistik erfordert.
Ich kann auch das Problem nicht genau einschätzen.
Ist es eine Saugverwirrung? Ist sie noch zu schwach? Wie kann ich korrektes Anlegen fördern?
Ich habe keine Erfahrung mit BES, stelle es mir aber recht aufwändig vor im Vergleich zur Flasche. Bis zum erreichten Gewicht von 3500g ist die Zufütterung von FM 85 noch empfohlen, d.h. so lange ist das Abpumpen ja alternativlos.
Es soll nicht egoistisch klingen- mein größter Wunsch ist mein 3. Kind ebenso wie die anderen - voll zu stillen, aber der Weg dahin muss auch ansatzweise umsetzbar sein in meiner Situation. An manchen Tagen frage ich mich, ob wir es schaffen werden.
Beim 3. Kind habe ich nicht erwartet, dass es solche Probleme geben wird.
Unterstützung durch Kinderfrau und Haushaltshilfe ist gegeben, sodass ich mir Tage freischaufeln kann, aber dennoch bestehen feste Verpflichtungen mit den anderen Kindern. (zur Kita bringen und abholen, Arzttermine,…).
Noch ein Zusatz am Rande. In Ausnahmesituationen kam der Schnuller zum Einsatz. Allerdings wirklich nur sehr selten alle paar Tage.
Nun zu meiner bisherigen Stillerfahrung:
Kind 1) schwere Präeklampsie, Sectio 37+5SSW, 2550g.
3 Wochen Pumpen, Fingerfeeding und Flasche mit Zufütterung von Pre, danach Vollstillen, kurze Stillabstände.
12 Monate gestillt, Kind hat sich selbst abgestillt, war im 3. Monat schwanger mit 2. Kind
Kind 2) Frühgeburt 35+0, Re-Sectio, 2365g. 2 Wochen Fingerfeeding, zum Start mit Pre zugefüttert, dann sehr gute Gewichtszunahme unter Vollstillen.
Stilldauer 15 Monate.
Überblick über Gewichtsentwicklung zuhause:
3.10. 2130g
06.10. 2270g
09.10. 2340g
12.10. 2490g
15.10. 2650g
18.10. 2710g
21.10. 2830g
24.10. 2950g
27.10. 3030g
30.10. 3130g
Ich wäre sehr dankbar für eine Beratung und wünsche allen einen schönen Sonntag.
nachdem ich schon viel in diesem Forum gelesen habe und ganz begeistert von Eurer großartigen Unterstützung bin, hoffe ich, dass Ihr mir auch wertvolle Tipps für meine Stillreise geben könnt.
Zu unserer Situation:
Antonia wurde am 27.09.25 in der 35+3 SSW per eiliger Sectio bei vorzeitiger Plazentalösung und Blasensprung bei Querlage geboren. (2300g, 48cm)
Ich habe bereits im Kreißsaal Komostrum ausgestrichen. Wegen Hypoglykämie wurde bereits im Kreißsaal mit der Zufütterung von Pre begonnen. Während des Weiteren Aufenthaltes wurde Pre per Fingerfeeding gefüttert. Ich habe ausgestrichen und gepumpt. Milcheinschuss am 3. Tag mit zunehmender Milchmenge, sodass Pre nur noch zugefüttert wurde. Ich habe zusätzlich häufig angelegt, aber Antonia konnte nur kurz saugen. Die Stillberaterin drängte auf die Bechermethode, ich kam jedoch nicht klar mit dieser Methode und blieb beim Fingerfeeding, da ich bei meinen beiden anderen Kindern damit gut gefahren bin (zur Stillgeschichte der beiden anderen unten mehr).
Während des stationären Aufenthaltes ergab sich am 3. Tag eine drastische Gewichtsabnahme auf 1890g, die jedoch von allen Beteiligten angezweifelt wurde, da schon am Folgetag das Gewicht wieder bei 2150g lag. Am Folgetag war das dann auch das Entlassgewicht. Zuhause gab es in den ersten 3 Tagen keine Gewichtszunahme, sodass in RS mit der Kinderärztin FM85 angeordnet wurde. Zuhause gab es dann keine Pre-Nahrung mehr, da die abgepumpte Menge reichte.
Darunter dann gute Gewichtszunahme (Werte liste ich unten auf). Ich habe immer mehr angelegt, darunter stagnierte das Gewicht dann wieder. Meine Hebamme empfahl, nur eine Mahlzeit zu stillen und den Rest mit abgepumpter Milch zu füttern bis sich eine stabile Gewichtszunahme einstellte.
Ab dem Zeitpunkt, zu dem ich tagsüber wieder ohne familiäre Unterstützung auskommen musste und neben Antonia noch unsere beiden anderen Kinder (2 und 4) versorgen musste, habe ich vom Fingerfeeding auf die Lansinoh-Flasche umgestellt. Da es für mich zeitlich praktikabler war.
Bis auf 3 Mahlzeiten hat sie während der Zeit zuhause nur Muttermilch erhalten. Diese 3 Mahlzeiten mit Pre ergaben sich aus „unglücklichen“ Umständen.
1x Milch verschüttet, 1x stark blutige Milch durch Verletzung beim Pumpen, 1x abends durch Stress zu geringe Pumpmenge.
Ich versuche Antonia immer wieder anzulegen, doch selten ist sie nach dem Stillen wirklich zufrieden.
Es läuft meist so ab, dass sie nach dem Aufwachen von 0 auf 1000 ist. Erstmal pupst sie stark nach dem Aufwachen und weint vor Schmerzen, das dauert ca 5 Minuten. Dann ist sie sehr hungrig und gierig. Ich lege sie an, oft gelingt es mir leider nicht, dass sie optimal angelegt ist, dann trinkt sie und schluckt auch, ermüdet aber schnell. Ich wende die Brustkompression an. Aber es dauert nicht lange und sie nuckelt nur. Habe schon Anpumpen mit der Handpumpe versucht, das erleichtert den Start, ändert aber nicht viel an der Dauer. Wechsel dann die Seite oder Position. Kann dies über eine Stunde fortführen. An der Brust ist sie zufrieden, sobald ich sie ablege schreit sie vor Hunger. Füttere dann Muttermilch mit der Flasche zu (oft 60ml), danach ist sie zufrieden und schläft 2-3h.
Letzte Woche habe ich einen kompletten Tag im Bett mit ihr verbracht, da habe ich kaum zugefüttert und sie sehr häufig angelegt. Leider komme ich mit den anderen beiden nicht dazu und kann mich nicht allzu weit entfernen, sodass es nachmittags, wenn sie aus der Kita kommen hier auch öfters unruhig ist während des Stillens.
Ich bin ratlos, wie ich es schaffen soll, sie voll zu stillen.
Diese Variante mit 1h lang Stillen, Zufüttern, Pumpen, Sterilisieren ist auf Dauer in unserer Situation nicht praktikabel. An Ausflüge zum Kinderturnen mit den Großen ist nicht zu denken. Da es so viel Logistik erfordert.
Ich kann auch das Problem nicht genau einschätzen.
Ist es eine Saugverwirrung? Ist sie noch zu schwach? Wie kann ich korrektes Anlegen fördern?
Ich habe keine Erfahrung mit BES, stelle es mir aber recht aufwändig vor im Vergleich zur Flasche. Bis zum erreichten Gewicht von 3500g ist die Zufütterung von FM 85 noch empfohlen, d.h. so lange ist das Abpumpen ja alternativlos.
Es soll nicht egoistisch klingen- mein größter Wunsch ist mein 3. Kind ebenso wie die anderen - voll zu stillen, aber der Weg dahin muss auch ansatzweise umsetzbar sein in meiner Situation. An manchen Tagen frage ich mich, ob wir es schaffen werden.
Beim 3. Kind habe ich nicht erwartet, dass es solche Probleme geben wird.
Unterstützung durch Kinderfrau und Haushaltshilfe ist gegeben, sodass ich mir Tage freischaufeln kann, aber dennoch bestehen feste Verpflichtungen mit den anderen Kindern. (zur Kita bringen und abholen, Arzttermine,…).
Noch ein Zusatz am Rande. In Ausnahmesituationen kam der Schnuller zum Einsatz. Allerdings wirklich nur sehr selten alle paar Tage.
Nun zu meiner bisherigen Stillerfahrung:
Kind 1) schwere Präeklampsie, Sectio 37+5SSW, 2550g.
3 Wochen Pumpen, Fingerfeeding und Flasche mit Zufütterung von Pre, danach Vollstillen, kurze Stillabstände.
12 Monate gestillt, Kind hat sich selbst abgestillt, war im 3. Monat schwanger mit 2. Kind
Kind 2) Frühgeburt 35+0, Re-Sectio, 2365g. 2 Wochen Fingerfeeding, zum Start mit Pre zugefüttert, dann sehr gute Gewichtszunahme unter Vollstillen.
Stilldauer 15 Monate.
Überblick über Gewichtsentwicklung zuhause:
3.10. 2130g
06.10. 2270g
09.10. 2340g
12.10. 2490g
15.10. 2650g
18.10. 2710g
21.10. 2830g
24.10. 2950g
27.10. 3030g
30.10. 3130g
Ich wäre sehr dankbar für eine Beratung und wünsche allen einen schönen Sonntag.