Stillstreik und Verzweiflung
Verfasst: 25.10.2025, 13:25
Hallo zusammen,
ich bin die letzten Tage total verzweifelt, da es mit dem Stillen mal wieder nicht richtig funktionieren möchte. Aber am besten beginne ich von Anfang an mit unserer Still Odyssee.
Vor 15 Wochen wurde unsere Tochter mit 55cm und 3870g geboren. Die Geburt verlief bis auf den Einsatz einer Saugglocke komplikationslos. Im Kreißsaal legte ich bereits unter Anleitung der Hebamme an, was gut klappte. Im Nachhinein muss ich sagen, dass sich hier nicht viel Zeit genommen wurde. Das ganze dauerte maximal 15 Minuten wahrscheinlich wegen Zeitdruck der Hebamme und ruckzuck war ich auf dem Zimmer. Dort erklärte man mir nochmal das Anlegen und Stillen nach Bedarf und, dass meine Tochter wahrscheinlich erstmal viel schlafen wird. So war es und am Abend wurde sie mit großem Hunger munter. Die Nachschwester hatte gefühlt keine Zeit und so hatte ich sehr schnell ein Hütchen und zwei Stunden später die erste Flasche in der Hand. Ich sollte zufüttern, da meiner Tochter bereits der Magen knurrte und mein Milcheinschuss noch auf sich warten ließ. Zu Hause verfuhren wir erstmal in Absprache mit meiner Hebamme so weiter, dass ich zuerst anlege und danach zufüttere. Die Hebamme stellte fest, dass meine Tochter eine Saugschwäche hatte ubd wir vereinbarten einen Termin beim Osteopathen. Wir besorgten außerdem eine Milchpumpe aus der Apotheke und ich pumpte ab und zu zusätzlich ab. Leider wurde mir nicht erklärt, dass es sehr wichtig ist nach jedem Stillen/Zufüttern abzupumpen. Ich ging davon aus, dass wenn die Saugschwäche behoben ist meine Tochter einfach mehr an der Brust trinken wird und sich die Menge an Pre automatisch verringern würde. Irgendwann belaß ich mich selbst im Internet und ich begann als meine Tochter ca. 7 Wochen alt war regelmäßig abzupumpen. Als ich hiermit nach einer Woche keine Erfolge erzielte machte ich jeden Abend eine Session Powerpumpen. Aber meine Tochter trank weiterhin 90-130ml PRE pro Mahlzeit bzw. abgepumpte Muttermilch. Beim Abpumpen kamen oft nur 40ml zustande außer früh morgens, da waren es 100-120ml. Hier war ich schonmal sehr verzweifelt, denn außer füttern, abpumpen und Kind zum Schlafen bringen, konnte ich nichts machen. Der Durchbruch kam als meine Tochter 10 Wochen alt war. An einem Morgen beschloss ich ihr keine Flasche im Anschluss anzubieten, da sie nach dem Stillen zufrieden schien. Es folgte ein Tag mit fast ununterbrochen Stillen auch den Tag danach stellte ich noch fast stündlich. Aber meine Tochter war bis auf eine Flasche (50-100ml Muttermilch) zufrieden. Seitdem pumpte ich nur noch 1x nachts ab, da sie da oft nur an einer Seite trinkt. Wir hatten es also geschafft zwar mit viel Tränen meinerseits, aber der Kampf hatte sich vorerst gelohnt.
Das Ganze ging jetzt gut 4 Wochen gut. Letzte Woche Montag waren wir zur Impfung Meningokokken B und die zweite Rota-Viren Impfung und seit dem Tag danach verweigert meine Tochter plötzlich die Brust. Nur nach sehr langem überzeugen trinkt sie an der Brust schläft dann aber schnell dabei ein. Sie trinkt nur noch nachts sehr effektiv. Tagsüber tribkt sie wenn sie trinkt sehr unruhig und dockt ständig ab. Ich habe nun Angst, dass sie abnimmt und dass meine Milch weniger wird. Was ich beim abpumpen auch schon festgestellt habe. Statt 100-120ml nachts pumpe ich plötzlich nur noch 60-70ml ab. Am Abend habe ich sonst nachdem sie schläft und abends zusätzlich die Flasche bekommt sonst 70-80ml erhalten seit 3 Tagen nur noch 40-50ml.
Meine größte Sorge ist jedoch, dass meine Tochter hunger. Also habe ich ihr mittlerweile auch Tagsüber ab und an eine Flasche angeboten. Hier trinkt sie zwischen 30 und 70ml. Ich spiele zurzeit mit dem Gedanken abzustillen, da ich nicht weiß, ob ich dem Druck nochmal Stand halte, habe aber Angst, dass ich es bereue, falls ich abstillen sollte. Bei jeder Flasche die ich ihr zusätzlich gebe (bis jetzt waren es maximal 3 pro Tag) muss ich vor Verzweiflung weinen. Der Gedanke ans abstillen macht das gleiche mit mir. Mein Kopf sagt zwar, dass abstillen für mich stressfreier ist und für meine Tochter wahrscheinlich auch, aber mein Herz sagt ich soll es weiter versuchen. Ich bin allerdings mit meinem Latein am Ende und weiß einfach nicht, wie lange ich das noch aushalte. Denn wenn ich nochmal kämpfe heißt das wieder viel pumpen, viel anlegen und dadurch soziale Isolation, weil das ganze so viel Zeit in Anspruch nimmt. Wüsste ich, dass ich jetzt nur noch einmal dadurch muss würde ich mich nochmal 1-2 Wochen da durch kämpfen, wenn ich aber jeden Monat wieder mit einem Stillstreik rechnen muss, weiß ich nicht, ob ich das schaffe.
Ich habe übrigens sämtliches Equipment zu Hause: Medela Symphony mit Doppelpumpset, Ardo Melia Handsfree, Lansinoh Wärmepack für beide Brüste und Femaltika.
Das Gewicht von meiner Tochter die letzten 4 Wochen:
03.10. 5870g
10.10. 5955g
17.10. 6165g
20.10. 6280g
22.10. 6320g
24.10. 6335g
Im Grunde nimmt sie gut zu nur die letzten Tage machen mir Sorgen, da sie tagsüber wirklich sehr wenig trinkt und schnell quenglig wird. Was sonst noch auffällt ist, dass sie immer wieder versucht sich aufzurichten und sie schon anfängt zu weinen, wenn ich sie auf meinem Arm in eine horizontale Lage bringe. Sie hatte auch davor schon oft Probleme mit Luft im Bauch und fing an unruhig zu trinken, was sich aber durch zwischenzeitliches bäuern beheben ließ. Die letzten Tage kann ich ihr auch kaum ein Bäuerchen entlocken.
Ansonsten ist sie ein sehr aktives Kind. Sie dreht sich von Rücken in Bauchlage seit 20.09. und ist sehr interessiert an ihrer Umwelt.
So was erhoffe ich mir von diesem Post? Ein bisschen Zuspruch, Erfahrungsaustausch und vielleicht der ein oder andere Tipp und vor allem Motivation noch einmal zu kämpfen
ich bin die letzten Tage total verzweifelt, da es mit dem Stillen mal wieder nicht richtig funktionieren möchte. Aber am besten beginne ich von Anfang an mit unserer Still Odyssee.
Vor 15 Wochen wurde unsere Tochter mit 55cm und 3870g geboren. Die Geburt verlief bis auf den Einsatz einer Saugglocke komplikationslos. Im Kreißsaal legte ich bereits unter Anleitung der Hebamme an, was gut klappte. Im Nachhinein muss ich sagen, dass sich hier nicht viel Zeit genommen wurde. Das ganze dauerte maximal 15 Minuten wahrscheinlich wegen Zeitdruck der Hebamme und ruckzuck war ich auf dem Zimmer. Dort erklärte man mir nochmal das Anlegen und Stillen nach Bedarf und, dass meine Tochter wahrscheinlich erstmal viel schlafen wird. So war es und am Abend wurde sie mit großem Hunger munter. Die Nachschwester hatte gefühlt keine Zeit und so hatte ich sehr schnell ein Hütchen und zwei Stunden später die erste Flasche in der Hand. Ich sollte zufüttern, da meiner Tochter bereits der Magen knurrte und mein Milcheinschuss noch auf sich warten ließ. Zu Hause verfuhren wir erstmal in Absprache mit meiner Hebamme so weiter, dass ich zuerst anlege und danach zufüttere. Die Hebamme stellte fest, dass meine Tochter eine Saugschwäche hatte ubd wir vereinbarten einen Termin beim Osteopathen. Wir besorgten außerdem eine Milchpumpe aus der Apotheke und ich pumpte ab und zu zusätzlich ab. Leider wurde mir nicht erklärt, dass es sehr wichtig ist nach jedem Stillen/Zufüttern abzupumpen. Ich ging davon aus, dass wenn die Saugschwäche behoben ist meine Tochter einfach mehr an der Brust trinken wird und sich die Menge an Pre automatisch verringern würde. Irgendwann belaß ich mich selbst im Internet und ich begann als meine Tochter ca. 7 Wochen alt war regelmäßig abzupumpen. Als ich hiermit nach einer Woche keine Erfolge erzielte machte ich jeden Abend eine Session Powerpumpen. Aber meine Tochter trank weiterhin 90-130ml PRE pro Mahlzeit bzw. abgepumpte Muttermilch. Beim Abpumpen kamen oft nur 40ml zustande außer früh morgens, da waren es 100-120ml. Hier war ich schonmal sehr verzweifelt, denn außer füttern, abpumpen und Kind zum Schlafen bringen, konnte ich nichts machen. Der Durchbruch kam als meine Tochter 10 Wochen alt war. An einem Morgen beschloss ich ihr keine Flasche im Anschluss anzubieten, da sie nach dem Stillen zufrieden schien. Es folgte ein Tag mit fast ununterbrochen Stillen auch den Tag danach stellte ich noch fast stündlich. Aber meine Tochter war bis auf eine Flasche (50-100ml Muttermilch) zufrieden. Seitdem pumpte ich nur noch 1x nachts ab, da sie da oft nur an einer Seite trinkt. Wir hatten es also geschafft zwar mit viel Tränen meinerseits, aber der Kampf hatte sich vorerst gelohnt.
Das Ganze ging jetzt gut 4 Wochen gut. Letzte Woche Montag waren wir zur Impfung Meningokokken B und die zweite Rota-Viren Impfung und seit dem Tag danach verweigert meine Tochter plötzlich die Brust. Nur nach sehr langem überzeugen trinkt sie an der Brust schläft dann aber schnell dabei ein. Sie trinkt nur noch nachts sehr effektiv. Tagsüber tribkt sie wenn sie trinkt sehr unruhig und dockt ständig ab. Ich habe nun Angst, dass sie abnimmt und dass meine Milch weniger wird. Was ich beim abpumpen auch schon festgestellt habe. Statt 100-120ml nachts pumpe ich plötzlich nur noch 60-70ml ab. Am Abend habe ich sonst nachdem sie schläft und abends zusätzlich die Flasche bekommt sonst 70-80ml erhalten seit 3 Tagen nur noch 40-50ml.
Meine größte Sorge ist jedoch, dass meine Tochter hunger. Also habe ich ihr mittlerweile auch Tagsüber ab und an eine Flasche angeboten. Hier trinkt sie zwischen 30 und 70ml. Ich spiele zurzeit mit dem Gedanken abzustillen, da ich nicht weiß, ob ich dem Druck nochmal Stand halte, habe aber Angst, dass ich es bereue, falls ich abstillen sollte. Bei jeder Flasche die ich ihr zusätzlich gebe (bis jetzt waren es maximal 3 pro Tag) muss ich vor Verzweiflung weinen. Der Gedanke ans abstillen macht das gleiche mit mir. Mein Kopf sagt zwar, dass abstillen für mich stressfreier ist und für meine Tochter wahrscheinlich auch, aber mein Herz sagt ich soll es weiter versuchen. Ich bin allerdings mit meinem Latein am Ende und weiß einfach nicht, wie lange ich das noch aushalte. Denn wenn ich nochmal kämpfe heißt das wieder viel pumpen, viel anlegen und dadurch soziale Isolation, weil das ganze so viel Zeit in Anspruch nimmt. Wüsste ich, dass ich jetzt nur noch einmal dadurch muss würde ich mich nochmal 1-2 Wochen da durch kämpfen, wenn ich aber jeden Monat wieder mit einem Stillstreik rechnen muss, weiß ich nicht, ob ich das schaffe.
Ich habe übrigens sämtliches Equipment zu Hause: Medela Symphony mit Doppelpumpset, Ardo Melia Handsfree, Lansinoh Wärmepack für beide Brüste und Femaltika.
Das Gewicht von meiner Tochter die letzten 4 Wochen:
03.10. 5870g
10.10. 5955g
17.10. 6165g
20.10. 6280g
22.10. 6320g
24.10. 6335g
Im Grunde nimmt sie gut zu nur die letzten Tage machen mir Sorgen, da sie tagsüber wirklich sehr wenig trinkt und schnell quenglig wird. Was sonst noch auffällt ist, dass sie immer wieder versucht sich aufzurichten und sie schon anfängt zu weinen, wenn ich sie auf meinem Arm in eine horizontale Lage bringe. Sie hatte auch davor schon oft Probleme mit Luft im Bauch und fing an unruhig zu trinken, was sich aber durch zwischenzeitliches bäuern beheben ließ. Die letzten Tage kann ich ihr auch kaum ein Bäuerchen entlocken.
Ansonsten ist sie ein sehr aktives Kind. Sie dreht sich von Rücken in Bauchlage seit 20.09. und ist sehr interessiert an ihrer Umwelt.
So was erhoffe ich mir von diesem Post? Ein bisschen Zuspruch, Erfahrungsaustausch und vielleicht der ein oder andere Tipp und vor allem Motivation noch einmal zu kämpfen