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Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 07.05.2025, 11:15
von Hanne
Hat da mal jemand mitgemacht? Funktioniert das als Onlinekurs und lohnt sich das (ist ja nicht ganz billig)?

Re: Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 07.05.2025, 12:18
von Schneekugel
ich habe die HP mal kurz angeschaut, ich arbeite Nebenberuflich als Schwimmlehrerin. Ganz ehrlich, ich kann mir das wenig vorstellen. Wenn du selber schwimmen willst mit deinem Kind, gibt es genügend auch kostenlose gute Videos mit Inputs. Schwimmkurs vor Ort, halte ich für sinnvoll, aber auch mehr, weil viele Erwachsene nicht so sicher schwimmen oder es einfach ein hohes Konfliktpotenzial hat, wenn man den Kids selber was bei bringt. Was zB gerade auch im Pferde-Tread Thema war. Meine schickte ich auch zu einer Kollegin, weil das einfach sehr Nervenbelastend war, also der Selbstversuch und ich durfte auch nicht in der Nähe stehen, das machte mich kirre.
Aus welchem Grund überlegst du es dir den?

Re: Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 07.05.2025, 13:23
von Hanne
Naja, ich hab selber von meinen Eltern schwimmen gelernt, am Seeufer von einem echt gruseligen Moorsee :wink: , nachdem jeder Schwimmkurs bei mir fehlgeschlagen hat. Deshalb hat mich die Arbeit dieser Frau interessiert. Ich dachte, vielleicht könnt ich es meinem Kindchen damit einfacher machen. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass da einfach gesunder Menschenverstand für ein paar hundert Euro verkauft wird...
Magst du mal sagen, was dich daran wenig überzeugt?

Re: Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 07.05.2025, 13:57
von Schneekugel
ich habe nicht gesagt, dass es mich nicht überzeugt. Ich kenne sie ja nicht persönlich, daher....
Nur wie du selber schreibst, ist es eine gute Möglichkeit, das Eltern bezahlen.
Also ganz realistisch gesehen, ist schwimmen nun wohl eher keine Sache die 'nur theoretisch' funktioniert. Genauso nicht, mit nur in Wasser in dem man stehen kann. So aus Erfahrung, viele die sich durchaus über Wasser halten können, ist das Wasser so, dass sie stehen können, können dies nicht zwingend auch wenn der Boden fehlt. Einfach weil es sehr viel mit Vertrauen zu tun hat. Zu dem Menschen, der mit einem ins Wasser geht, bis zur Erkenntnis, man kann seinem Körper vertrauen, dass er auf dem Wasser liegen kann.
Und wie geschrieben, es gibt sehr gut Lernvideos von ganz verschiedenen.
Wenn du denkst, dass du es A erklären kannst und B das Kind auch zu hört, dann passt das doch. Dann werden dir Inputs die du findest vermutlich reichen.
Ich habe heute öfters das Gefühl, die Leute sind einfach zu faul um selber zu denken und daher muss alles Pfannenfertig sein. hat somit seine Berechtigung.

Es ist sicherlich nicht für jede Familie der geeignete Weg, dass dies Eltern selber machen. Das lässt sich aber auf fast alles adaptieren. Also es gibt Kinder die hören zu, wenn die Eltern was erklären und welche die hören nicht zu. Und das ist halt immer die Frage, in wie weit, es die Beziehung aushält. Meine hören bei gewissen Themen zu, anders klappt definitiv besser auswärts. Und auch besser in einer Gruppe, Einzelunterricht mag ich so gar nicht geben, für das Kind ist das jeweils nicht so witzig und deutlich anstrengender, und schneller lernen tut es in der Regel auch nicht.

Was euer Weg ist, kann ich dir nicht sagen. Ich glaube ich würde erst mal schauen, ob ich was an Video finde, dass mir zusagen und testen, klappt das überhaupt. Oder mit dem Wissen starten, dass ich habe. Ist immer auch die Frage, gerade im schwimmen, gehts vorherrschend darum, dass das Kind oben bleibt, gehts darum Schwimmstile korrekt zu können, oder einfach darum die Grundzüge von allen usw usf.

Zum schmunzeln brachte mich so das: jedes Kind hat sein Tempo, Beziehung usw.
weil ohne in die Beziehung zu treten, habe ich keinen 'Erfolg' und das es Kinder gibt die brauchen 3x so lange wie andere, ist auch einfach so und nichts das einem grösser stressen sollte. Vielleicht sehe ich das aber auch einfach zu entspannt. Ich mag es, wenn ich bei den Kids schon von der Körperhaltung beim reinkommen sehe: heute geht viel, heute brauchts mehr Gemütlichkeit usw.

Re: Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 07.05.2025, 14:39
von Kleine
Hier noch eine Ausbilderin mit über 30 Jahren in der Kinderschwimmausbildung.

Wenn du in der Beschreibung eines Kurses liest: in 10h kann ihr Kind schwimmen, lass die Finger weg. Das geht nur mit Kindern, die die Wassergewöhnung abgeschlossen haben.

Was kannst Du Sinnvolles tun? 2x die Woche mit dem Kind ins Wasser, ob drinnen oder draußen ist erstmal egal, Hauptsache es friert nicht dauernd, dann hat es nämlich ganz schnell keine Lust mehr auf Wasser. Und dann einfa spielen, spritzen, tauchen, was auch immer das Kind möchte. Bei einer 1:1-Betreuung keine Schwimmhilfen, aber Du musst in Greifnähe sein. Möglichst schnell in ein Becken wechseln, was von Stehhöhe bis Untergehen geht (auf das Kind bezogen). Tauchspielzeug mitnehmen.
Nimm Dein Kind mit unter die Dusche, lassces mit dem laufenden Duschkopf spielen, das ist schon die halbe Miete.

Das richtige Schwimmen würde ich einem Fachmann/Frau überlassen, denn das Konfliktpotenzial ist hoch. Ja, Brust ist nicht die ideale Startschwimmart, aber halt hier üblich. Ich habe in den höheren Gruppen soooo viele Kinder, die ganz böse Stilfehler haben, die ihnen wirklich den Spaß am Schwimmen nehmen (der Klassiker Schere in den Beinen, aber auch Pausenfehler in Armen und Beinen) und leider muss ich sagen, dass der allergrößte Teil davon das Schwimmen bei den Eltern gelernt oder es sich selbst beigebracht hat.
Auf 8-max 10 Kinder sollte ein Ausbilder da sein.

Und ganz wichtig: ein Kind mit Seepferdchen ist KEIN sicherer Schwimmer…


Wenn das Kind schwimmen kann: wöchentlich zum Schwimmen gehen, das wurd wieder verlernt…

Re: Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 07.05.2025, 19:45
von Hanne
Wow, danke für eure ausführlichen Antworten!
Super hilfreich find ich jetzt die Klarstellung, dass Wassergewöhnung und Schwimmstile lernen zwei unterschiedliche Sachen sind. Das hab ich mir vorher nie überlegt. Also der Podubrin-Kurs gehört, glaub ich, in die erste Kategorie. Und da kommt mir vor, dass wir die Gewöhnung ans Wasser ganz gut alleine meistern können, bzw. mit kostenlosem Material.

Re: Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 07.05.2025, 20:15
von Kaba
Wenn es was zum "Selbstlernen" sein soll, finde ich das Konzept Aquapädagogik sehr viel überzeugender als die Homepage von der Podubrin (wobei ich letztere nur auf den ersten Blick kenne). Von Uwe Legahn (Aquapädagogik) gibt es das Buch für 30€ und einen mehrteiligen Film/Doku für 15€ oder so.

Dein Kind ist aber ja auch gerade erst 1 geworden und du sagst selbst, dass das wahrscheinlich Abzocke ist, da versteh ich ehrlich gesagt nicht ganz, wieso du das trotzdem überlegst - fühlst du dich arg unsicher mit deinem Kind im Wasser oder ist es dir sehr wichtig, dass dein Kind früh schwimmen lernt? (in den USA ist ja Selbstrettung im Wasser für Kinder ab 1,5 oder so "ein Ding", aber halt in Gegenden, wo viele Leute einen eigenen frei zugänglichen Pool haben)

Re: Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 07.05.2025, 22:07
von Pirouge
Das Konzept von ihr ist ja quasi Pikler im Wasser. Das heißt, das Kind lernt nicht "die Schwimmbewegungen", sondern es wird eine Atmosphäre geschaffen, in der das Kind selbst schwimmen lernt. Zumeist wohl erst Tauchen und etwas Richtung Delfinschwimmen. Als einzige Schwimmhilfe werden Flossen genutzt, damit der Auftrieb selbst entdeckt werden kann.
Eine Bekannte bietet entsprechende Kurse bei uns in der Stadt an und hat damit wohl auch sehr gute Erfolge.
Ich hatte mir den Podrubin-Kurs vor Jahren gekauft (da war er noch günstiger), war aber irgendwie enttäuscht, weil es wenig spezifisch war. Ich kann nächste Woche mal schauen, ob ich die Zugangsdaten noch finde, dann schaue ich nochmal rein.

Re: Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 08.05.2025, 07:41
von OrangerStier
Ohne den Kurs komplett gemacht zu haben.
Es geht viel um die Wassersicherheit, es ist kein Schwimmen lernen im klassischen.

Re: Schwimmkurs Evelyn Podubrin

Verfasst: 08.05.2025, 08:22
von Kleine
Der Kurs löst halt das Grundproblem nicht: ein Kind, das nicht sehr regelmäßig im Wasser ist, hat auch keine Wassersicherheit. Und wenn die Eltern kein Wasser mögen, gehen sie nunmal erstens weniger ans/ins Wasser und vermitteln unterbewusst auch, dass Wasser doof ist, überspitzt gesagt.

Ich bin mit sehr vielen Ausbilderkollegen quasi durch die Pubertät marschiert und erwachsen geworden. Mittlerweile sind die meisten selbst Eltern und tatsächlich gibt es unter den sehr vielen verschiedenen Kinder dieser Gruppe kein einziges Kind, was jemals ein Problem mit Wasser hatte. Die allermeisten konnten zwischen dem 3. und 4. Geburtstag schwimmen, ein Downkind konnte es „erst“ mit 5, was aber für diese Art der Einschränkung eher früh ist. Das liegt schon wirklich am Umfeld.
Meine Jungs waren mit mir in der Dusche sobald sie stabil im Stütz waren. Im Schwimmbad waren sie dabei sobald ich nach den Geburten wieder durfte. Schweben, Gleiten und die Tauchanfänge kamen zeitlich mit dem Laufen. Die Ausbilderkinder waren einfach sehr früh immer mit in den Wassergewöhnungsgruppen dabei, natürlich mit Schwimmhilfen (idR Schloris) und einer extra Aufsichtsperson.

Da hilft einfach kein Kurs der Welt, wenn das Kind nicht regelmäßig ins Wasser kommt und dort seine Erfahrungen machen kann oder wenn es ins Wasser kommt, ein halb panisches Elternteil sofort eingreift und tröstet, wenn ein Tropfen Wasser ins Gesicht kommt 😉
Mit das erste, was gelernt werden muss ist, wie man sich wieder hinstellt, wenn man umfällt. Wenn man immer wieder hingestellt wird, funktioniert das nicht. Leicht unter die Achseln greifen, dass der Kopf hochgehoben werden kann, reicht. Den Rest schafft das Kind selbst. Irgendwann reicht die Hand und dann geht es von selbst…

Ich bekomme wirklich die Oberkrise, wenn die Kinder mit Schwimmflügeln, die natürlich aufgeblasen auf drn Arm geschoben werden, ins tiefe Wasser springen und weit und breit ist kein Elternteil zu sehen… oder Kinder ohne Schwimmwesten alleine auf SUPs unterwegs sind…