ehemaliges Frühchen trinkt nicht an der Brust
Verfasst: 22.12.2024, 15:02
Hallo zusammen,
in einer meiner inzwischen unendlichen Internetrecherchen bin ich auf dieses Forum gestoßen und habe noch einen Funken Hoffnung, dass man mir hier vielleicht weiterhelfen kann.
Schon in meiner Schwangerschaft habe ich mich ausführlich über die Geburt, das Wochenbett und natürlich auch mit dem Thema Stillen auseinandergesetzt. Für mich war klar, dass ich meine Tochter stillen werde, schließlich ist dies das Beste für das Kind, sehr praktisch und auch einfach schön.
Leider kam bis jetzt alles anders als ich es mir vorgestellt habe.
Meine Tochter Antonia wurde am 3.11.24 als Frühchen in der Schwangerschaftswoche 33+2 geboren. Sie hatte es aufgrund der Frühgeburtlichkeit in ihren ersten Lebenswochen nicht leicht – insbesondere ihre Lunge und Atmung sorgten dafür, dass sie nach der Entbindung direkt auf die Intensivstation gebracht wurde, wo wir 4 ½ Wochen verbrachten. Es gab weder Bonding, noch ein Wochenbett sondern dafür viele Stunden voller Sorge und Angst am Inkubator.
Ernährt wurde Antonia die ersten drei Wochen durch eine Magensonde mit abgepumpter Muttermilch. Sie zeigte lange kein Interesse daran Nahrung zu sich zu nehmen. Auch ein Saugbedürfnis am Schnuller zeigte sie nicht. Um sicherzustellen, dass kein verkürztes Zungenband diese Probleme verursacht, wurde dies vorsorglich durchtrennt. Auch neurologische Schwierigkeiten wurden ausgeschlossen.
Nach drei Wochen schließlich fing sie an, nachts bei der Versorgung durch die Pflegekräfte aus der Flasche zu trinken. Bei mir klingelten gleich die Alarmglocken, denn ich wusste, dass die Flasche in dem jungen Alter sehr schnell Schaden bezüglich des Stillens anrichten kann. Ich versuchte deshalb sehr häufig Antonia anzulegen, damit sie auch lernt aus der Brust zu trinken – leider ohne Erfolg.
Eine stillfreundliche Zufütterung wurde von Seiten der Klinik abgelehnt, da die Gefahr zu groß sei, dass Antonia sich verschlucke. Ich muss zugeben, dass mir an dieser Stelle die Kraft fehlte, dies mit den Ärzten zu diskutieren und ich es schweren Herzens akzeptierte.
Bis heute ist es so, dass Antonia den Mund nicht weit, sondern nur minimal öffnet bevor sie angelegt wird. Alle gängigen Tipps und Tricks aus dem Internet habe ich probiert und bin erfolglos geblieben.
Einen Termin bei einer Stillberatung habe ich sehr zeitnah nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bekommen. Leider hat Antonia den Termin verschlafen (durch einen Muttermilch-Ikterus war und ist sie noch häufig sehr müde). Die Stillberatung ermutigte mich aber, Stillhütchen zu nutzen, um Antonia das Trinken aus der Brust zu erleichtern.
Aktuell sieht es bei uns so aus, dass Antonia ca. 6 Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt. Zuerst lege ich sie 20-30 Minuten mit Stillhütchen an der Brust an. In dieser Zeit trinkt sie zwischen 5 und 30ml aus der Brust. Anschließend bekommt sie den Rest der abgepumpten Muttermilch mit der Flasche (Lansinoh Natural Wave), woraus sie deutlich effektiver trinkt und locker die nötigen Mengen schafft.
Ich habe den Eindruck, dass Antonia einfach keine richtige Technik hat, wie sie die Brust effektiv entleeren kann. Egal wie lange ich sie an der Brust lasse, schafft sie nie mehr als ca. 1ml pro Minute – meist schläft sie aber nach einiger Zeit erschöpft ein.
Ich habe auch versucht sie mit einer Sonde und Spritze bzw. einem Brusternährungsset zuzufüttern. Hier schafft sie es, an dem Schlauch zu saugen und den Behälter zu entleeren, trinkt aber max. 5-10 Milliliter in 45 Minuten aus der Brust. Den Schlauch in ihrem Mund zu platzieren gestaltet sich aber jedes Mal als mittelschwere Katastrophe, da sie so verkrampft an der Brust andockt – meist endet es damit, dass wir beide weinend dasitzen.
Mich macht die ganze Situation inzwischen wirklich fertig. Bisher hat sich die gesamte Neugeborenenzeit als blanker Horror herausgestellt. Jede schöne Vorstellung zum Kennenlernen meiner Tochter ist zwischen Beatmungsgeräten und piependen Monitoren verpufft. Nun klammere ich mich sehr an meinen letzten Wunsch für die Babyzeit, nämlich das Stillen und die besondere Verbindung, die Antonia und ich dadurch hätten. Diesen Wunsch nun auch noch aufzugeben zerreißt mir wirklich das Herz.
Vielleicht habt ihr noch Tipps, wie Antonia das Trinken an der Brust lernen kann?! Gerade bin ich absolut planlos, wie ich weitermachen soll – Brusternährungsset, mit der Flasche nachfüttern oder einsehen, dass das Ganze einfach keinen Sinn mehr hat?!
Ich würde mich über einen Austausch mit euch sehr freuen.
Viele Grüße,
Marina
PS: Ich weiß nicht, ob es wichtig ist, aber vorgestern hat Antonia aus dem nichts plötzlich fast 90ml aus der Brust getrunken. Seit dem gibt es aber wieder das gleiche Theater wie immer und keine nennenswerten Trinkmengen aus der Brust. Auch kann ich absolut nicht nachvollziehen, was bei dieser Mahlzeit anders war (schöner angedockt war sie jedenfalls nicht).
in einer meiner inzwischen unendlichen Internetrecherchen bin ich auf dieses Forum gestoßen und habe noch einen Funken Hoffnung, dass man mir hier vielleicht weiterhelfen kann.
Schon in meiner Schwangerschaft habe ich mich ausführlich über die Geburt, das Wochenbett und natürlich auch mit dem Thema Stillen auseinandergesetzt. Für mich war klar, dass ich meine Tochter stillen werde, schließlich ist dies das Beste für das Kind, sehr praktisch und auch einfach schön.
Leider kam bis jetzt alles anders als ich es mir vorgestellt habe.
Meine Tochter Antonia wurde am 3.11.24 als Frühchen in der Schwangerschaftswoche 33+2 geboren. Sie hatte es aufgrund der Frühgeburtlichkeit in ihren ersten Lebenswochen nicht leicht – insbesondere ihre Lunge und Atmung sorgten dafür, dass sie nach der Entbindung direkt auf die Intensivstation gebracht wurde, wo wir 4 ½ Wochen verbrachten. Es gab weder Bonding, noch ein Wochenbett sondern dafür viele Stunden voller Sorge und Angst am Inkubator.
Ernährt wurde Antonia die ersten drei Wochen durch eine Magensonde mit abgepumpter Muttermilch. Sie zeigte lange kein Interesse daran Nahrung zu sich zu nehmen. Auch ein Saugbedürfnis am Schnuller zeigte sie nicht. Um sicherzustellen, dass kein verkürztes Zungenband diese Probleme verursacht, wurde dies vorsorglich durchtrennt. Auch neurologische Schwierigkeiten wurden ausgeschlossen.
Nach drei Wochen schließlich fing sie an, nachts bei der Versorgung durch die Pflegekräfte aus der Flasche zu trinken. Bei mir klingelten gleich die Alarmglocken, denn ich wusste, dass die Flasche in dem jungen Alter sehr schnell Schaden bezüglich des Stillens anrichten kann. Ich versuchte deshalb sehr häufig Antonia anzulegen, damit sie auch lernt aus der Brust zu trinken – leider ohne Erfolg.
Eine stillfreundliche Zufütterung wurde von Seiten der Klinik abgelehnt, da die Gefahr zu groß sei, dass Antonia sich verschlucke. Ich muss zugeben, dass mir an dieser Stelle die Kraft fehlte, dies mit den Ärzten zu diskutieren und ich es schweren Herzens akzeptierte.
Bis heute ist es so, dass Antonia den Mund nicht weit, sondern nur minimal öffnet bevor sie angelegt wird. Alle gängigen Tipps und Tricks aus dem Internet habe ich probiert und bin erfolglos geblieben.
Einen Termin bei einer Stillberatung habe ich sehr zeitnah nach der Entlassung aus dem Krankenhaus bekommen. Leider hat Antonia den Termin verschlafen (durch einen Muttermilch-Ikterus war und ist sie noch häufig sehr müde). Die Stillberatung ermutigte mich aber, Stillhütchen zu nutzen, um Antonia das Trinken aus der Brust zu erleichtern.
Aktuell sieht es bei uns so aus, dass Antonia ca. 6 Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt. Zuerst lege ich sie 20-30 Minuten mit Stillhütchen an der Brust an. In dieser Zeit trinkt sie zwischen 5 und 30ml aus der Brust. Anschließend bekommt sie den Rest der abgepumpten Muttermilch mit der Flasche (Lansinoh Natural Wave), woraus sie deutlich effektiver trinkt und locker die nötigen Mengen schafft.
Ich habe den Eindruck, dass Antonia einfach keine richtige Technik hat, wie sie die Brust effektiv entleeren kann. Egal wie lange ich sie an der Brust lasse, schafft sie nie mehr als ca. 1ml pro Minute – meist schläft sie aber nach einiger Zeit erschöpft ein.
Ich habe auch versucht sie mit einer Sonde und Spritze bzw. einem Brusternährungsset zuzufüttern. Hier schafft sie es, an dem Schlauch zu saugen und den Behälter zu entleeren, trinkt aber max. 5-10 Milliliter in 45 Minuten aus der Brust. Den Schlauch in ihrem Mund zu platzieren gestaltet sich aber jedes Mal als mittelschwere Katastrophe, da sie so verkrampft an der Brust andockt – meist endet es damit, dass wir beide weinend dasitzen.
Mich macht die ganze Situation inzwischen wirklich fertig. Bisher hat sich die gesamte Neugeborenenzeit als blanker Horror herausgestellt. Jede schöne Vorstellung zum Kennenlernen meiner Tochter ist zwischen Beatmungsgeräten und piependen Monitoren verpufft. Nun klammere ich mich sehr an meinen letzten Wunsch für die Babyzeit, nämlich das Stillen und die besondere Verbindung, die Antonia und ich dadurch hätten. Diesen Wunsch nun auch noch aufzugeben zerreißt mir wirklich das Herz.
Vielleicht habt ihr noch Tipps, wie Antonia das Trinken an der Brust lernen kann?! Gerade bin ich absolut planlos, wie ich weitermachen soll – Brusternährungsset, mit der Flasche nachfüttern oder einsehen, dass das Ganze einfach keinen Sinn mehr hat?!
Ich würde mich über einen Austausch mit euch sehr freuen.
Viele Grüße,
Marina
PS: Ich weiß nicht, ob es wichtig ist, aber vorgestern hat Antonia aus dem nichts plötzlich fast 90ml aus der Brust getrunken. Seit dem gibt es aber wieder das gleiche Theater wie immer und keine nennenswerten Trinkmengen aus der Brust. Auch kann ich absolut nicht nachvollziehen, was bei dieser Mahlzeit anders war (schöner angedockt war sie jedenfalls nicht).
