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Ständig Milchstau bzw. Milchbläschen

Verfasst: 09.08.2024, 17:07
von Honigmelone
Hallo Zusammen,

Ich bin mittlerweile wirklich ratlos und zeitweise verzweifelt. Meine Tochter wird bald 14 Wochen alt und nicht sofort, aber relativ bald nach dem Milcheinschuss, hatte ich immer wieder mit Milchstaus zu kämpfen. Ich habe im letzten Monat dokumentiert und es war nie mehr als 4 Tage Pause. Oft habe ich am Tag 3 Staus an verschiedenen Stellen und am nächsten Tag gleich wieder einen. Mein Leben bestand phasenweise nur mehr aus massieren (mache ich jetzt nicht mehr weil es eh nichts bringt) und kühlen. Vor einem Monat hatte ich auch einen Abszess (maximale Größe 5 x 3 cm), der mittlerweile 4 Mal punktiert wurde. Das letzte Mal war vor einer Woche. Dahingehend bin ich jetzt immerhin Beschwerdefrei aber zäh ist es. Der Abszess ist allerdings ziemlich unbemerkt entstanden. Wahrscheinlich tat die Stelle mal weh, ich kann mich aber nichtmal mehr daran erinnern, da ja ständig irgendwo was ist. Dann war es aber sehr lange nur klein und hart (1,5– 2 Wochen) und irgendwann ist es eben eskaliert. Der Abszess soll aber gar nicht so sehr das Thema sein, mir geht es um die Milchstaus die ich einfach nicht in den Griff bekomme und die in dieser Häufigkeit wirklich stark einschränkend sind.

Was ich bisher versucht habe:

•⁠ ⁠⁠vorbeugend massieren
• kein BH, lockerer BH (auch nachts) gut stützender BH, mit oder ohne Bügel (wirklich gut passend, von einem Geschäft mit Brafitting)
•⁠ ⁠Lecithin 1.200 mg 3x tägl.
•⁠ ⁠Vit C und MamBiotik
•⁠ ⁠testweise vegane Ernährung (tierische Fette)
• Kaffee, Tee, Schokolade weglassen
•⁠ ⁠Vobaderm Salbe
• Blockstillen (hat mir jetzt kürzlich zumindest mal 6 Tage Pause beschert, es aber auch nicht gelöst. Werde da aber dran bleiben)
• Osteopathie
• Weinen, wütend sein, es mit Humor nehmen oder ignorieren
•⁠ ⁠Stress ist nicht das Thema, ich habe eigentlich einen relativ entspannten Alltag, mein Baby ist auch nicht übermäßig fordernd und ich hätte wahrscheinlich sogar Milchstaus wenn ich mich in den Sarg legen würde (sorry, aber mir bleibt nur mehr Sarkasmus :| ) Also habe ich irgendwann beschlossen mein Leben einfach weiterzuleben, denn egal ob ich mich hinlege für einen Tag oder nicht, es ändert nichts. Im Endeffekt bin ich durch den Abszess ohnehin vom Wochenbett ins Krankenbett gewechselt (in der Akutphase habe ich natürlich nichts gemacht) und ich fühle mich echt ein bisschen um die Babyzeit betrogen mittlerweile.

In letzter Zeit merke ich immer öfter, aber nicht immer, dass es sich in vielen Fällen um Milchbläschen handelt, wodurch die Milch nicht abfließen kann und im Worst Case ein Stau von der Brustwarze bis zur Achsel entsteht. Öffne ich das Bläschen (mit einer sterilen Nadel) und es klappt, kommt in vielen Fällen fast schwallartig die Milch, die dann fast von selbst abfließt, bis der Milchgang wieder ganz leer und die Stelle weich ist. Oder sie kann es durch das Öffnen dann endlich abtrinken, wo sich beim Anlegen 10 Min. davor noch nichts getan hat. Es ist wirklich absurd, ich könnte bald eine Karte erstellen, welches Loch zu welchem Milchgang gehört.
Leider ist es aber auch nicht immer so dass ein Bläschen sichtbar ist, die Verstopfung kann auch weiter drinnen sein. Dann funktioniert das natürlich nicht.

Hat denn irgendjemand noch eine Idee wie man das in den Griff bekommen kann?
Kann es sein dass das Zungenband nicht gut durchtrennt wurde und das noch Probleme macht, sodass sich die Milchgänge verschließen oder irgendwie falsch belastet werden? Die Gewichtsentwicklung ist grundsätzlich ganz gut, sie ist nur in letzter Zeit ein bisschen abgerutscht, von der 24.–26. Perzentile auf die 20., (und in die Länge gewachsen) aber der Verlauf ist ansonsten weitgehend parallel.

Ich stille trotz der ganzen Probleme, die wir schon hatten, aber wirklich gerne. Abstillen ist eigentlich keine Option. So weitermachen irgendwie auch nicht. Es wäre wirklich schön, wenn die Zeit endlich ein bisschen unbeschwerter wäre.

–––––––

* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen? – Mädchen

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde. – Nein, noch nie

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen? – Tagsüber meist ca. alle 2 Stunden, bei längerem Schlaf auch mal bis zu 4 h Pause (das kommt aber eher selten vor). Nachts stillen wir meist gegen 3, und 5 Uhr, variiert aber. Abends hat sie immer schon recht oft gestillt, da trinkt sie oft auch in recht kurzen Abständen (Nuckelbedarf, Übermüdung)

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang? – Stuhlgang 1–2 x pro Tag, nasse Windeln habe ich nie gezählt, aber sehr regelmäßig und beim Abhalten, das wir bei jedem Wickeln machen, wird auch so gut wie immer gepinkelt.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme? – Anfangs Andockprobleme, leider wurde die Brustwarze im KH von allen möglichen Leuten in den Mund gestopft. Machte irgendwann nicht mehr gut den Mund auf. Anfangs sehr starke Schmerzen an der Brustwarze. Anfangs durchgängig, irgendwann dann nur mehr beim Ansaugen. Am 8. LT wurde ein posteriores Zungenband durchtrennt. An den Schmerzen hat das erstmal nichts verändert, das hat lange gedauert, bis das besser wurde. Mittlerweile kommt es nur noch ganz selten vor dass es weh tut. Ihr Technik hat sich aber verändert, sie hat davor nur mit den Kauleisten gepresst, danach dann auch die Zunge verwendet.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller? – Nein, nichts.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...? – Stillberatung und Osteopath

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme? – Bis auf das Zungenband nein.

* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern. –

Re: Ständig Milchstau bzw. Milchbläschen

Verfasst: 09.08.2024, 17:57
von MaiNacht
Hallo Honigmelone,

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt deiner Tochter :)
Ich bin keine Fachfrau, habe aber während unseres schwierigen Stillbeginns (recht langer Beginn, haha) viel gelesen/gehört und darum paste ich die hier ein paar links:

in diesem Podcast gab es etwas zu verstopften Milchgängen - was genau, weiß ich leider nicht mehr, müsstest du nachhören.
https://stilllebenpodcast.podigee.io/25 ... gblaeschen

Hast du dies gelesen:
viewtopic.php?t=227526
?

Und ich glaube, zu Massagen wird nicht mehr geraten:
https://www.still-lexikon.de/milchstau/

Ich wünsch dir viel Erfolg und das du deinen Humor nicht verlierst!!

Re: Ständig Milchstau bzw. Milchbläschen

Verfasst: 10.08.2024, 12:19
von Honigmelone
Danke dir!
Ich habe jetzt auch diesen Thread gefunden viewtopic.php?t=227148
Auch bei mir könnte es einen Zusammenhang mit Antibiotika geben. Ich habe unter der Geburt welches bekommen und dann wegen des Abszesses auch nochmal 14 Tage lang. Eigentlich ist es erst danach so richtig eskaliert dass fast gar keine Pause mehr war. Werde also auch das Präbiotikpräparat probieren, da dort mehr Stämme drin sind. Das Mambiotik hat ja nur einen. Ob das wirklich so viel Unterschied macht werden wir sehen. Ich hoffe es.
Interessant ist auch, dass viele von Vasospasmen berichten, ich habe das ja auch. Wahrscheinlich ist das auch nicht förderlich für die Durchgängigkeit der Milchgänge.