Seite 1 von 2

Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 04.06.2024, 10:44
von Morgengold
Liebes Forum,

Ich bin seit einiger Zeit stille Leserin und konnte mich schon in einigen Beiträgen wiedererkennen. Gern möchte ich trotzdem unsere Situation schildern und lesen, was ihr da so zu Gedanken dazu habt.

Ich habe 2 Kinder, einen 3-jährigen Bub und ein 5 Monate altes Mädel. Nach anfänglichem Hin und Her und Neusortiererei ist es aktuell so, dass mein Mann unseren Jungen und ich das Baby ins Bett bringen. Das funktioniert anders auch gar nicht, denn mein Mädchen findet phasenweise wirklich schwer in den Schlaf!

Tagsüber schläft sie 3-4x, davon ein längeres Schläfchen von 2-2,5h, der Rest 40min. Am besten in der Trage beim Spazieren. Im Bett klappt nur morgens und ich muss daneben liegen. Insofern sind mir Schläfchen in der Trage sehr recht, denn ich muss ja auch den Großen von der Kita holen und mich mit ihm beschäftigen…. Das klappt ganz gut. Gerade scheint eine Umbruch-Zeit zu sein, sie stellt scheinbar von 4 zuvor sehr regelmäßiger und planbarer Schläfchen auf 3 nicht mehr so planbare um…
Ansonsten ist sie ein normal entwickeltes zielstrebiges Baby, das voll gestillt wird.

Abends gehen wir um ca 19:30 Uhr ins Schlafzimmer, nachdem sie für die Nacht gewickelt wurde und ich ihre Beinchen mit ein wenig Mandelöl massiert habe (als immer gleiches Zubettgehritual). Dann stecke ich sie in einen Schlafsack, in dem die Ärmchen nach oben in solchen Flügelchen gepuckt sind (ich hoffe, jeder weiß was gemeint ist). Und dann gehts eigentlich schon los: die Maus fängt an zu wimmern und zu schreien, windet sich in meinem Arm und kommt kaum zur Ruhe! Wenn ich sie stille, trinkt sie hastig und hampelt dabei herum, man könnte meinen, sie trainiert für einen Kopfstand! Leider schläft sie durch das Stillen so gut wie nie ein, fängt also nach der Mahlzeit an, sich zu winden und wurstelt sich mit den gepuckten Händchen im Gesucht, krümmt sich und dreht sich auf beide Seiten. Ich nehme sie dann hoch und schaukele sie bis sie schläft. Das dauert zum Teil aber 30-45min, sodass wir gut eine Stunde mit Einschlafen beschäftigt sind. Das an sich würde ich auch einfach akzeptieren, aber leider weint sie ja so sehr. Ich frage mich jedes Mal, was zum Kuckuck ich tun soll um ihr zu helfen…

Kennt das jemand? Habt ihr eine Idee, wie ich es schaffe, dass sie möglichst ruhig entspannen kann? Am besten natürlich noch, während ich neben ihr liege, das Hochnehmen und Schaukeln ist zwar ok, ich würde auf Dauer gern aber im Liegen Einschlaf-Begleiten…

Ich danke euch :)

Re: Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 04.06.2024, 10:48
von Immorta
Ohje, das klingt auf jeden Fall anstrengend.
Mag sie vielleicht einfach das Gepuckt sein nicht? Meine Tochter fand es auch ganz doof und wollte freie Arme haben. Mit 5 Monaten sind sie ja auch schon mobiler als als Neugeborene..

Re: Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 04.06.2024, 11:28
von Lovelycats2
Das liest sich wirklich anstrengend!
Ich habe in dem Alter meine Tochter in der Wiegehaltung im Arm gehalten und laufend gestillt. Irgendwann konnte ich mich dann mit ihr, noch angedockt, hinlegen. Ja, mir sind dabei fast die Arme abgefallen 🙈

Re: Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 04.06.2024, 14:10
von Theolino
Bitte die Kinder nicht pucken. Insbesondere nicht mehr in diesem Alter, wenn sie schon mobil sind und sich drehen können.

Re: Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 04.06.2024, 14:20
von muh
Unsere Große hat auch so schwierig in den Schlaf gefunden. Es war wirklich eine Last für sie selbst und für uns. Im Nachhinein denke ich mir, ich hätte sie mehr in den Schlaf tragen sollen und weniger versuchen, sie ans liegend einschlafen zu gewöhnen. Wenn Wiegehaltung oder tragen funktioniert, dann mach es. Irgendwann passt es vielleicht und sie kann sich auch wieder ungewöhnen.

Re: Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 04.06.2024, 19:02
von Kieselstein
In dem Alter hatte unser Kind die erste, ich nenn es mal „Akklimatisierungsphase“. Er musste einfach abends den Tag verarbeiten, vielleicht auch das Sein und Werden an sich in der Welt.
Wir haben dann immer einmal alles durchgecheckt, also, Pipi, Hunger, Bauch, irgendwas eingeklemmt (einmal ein Zeh ganz krumm im Söckchen). Und wenn nix zu finden war wurde getragen bis alle Tränen raus waren. Oft zur Sicherheit zwischendurch im Fliegergriff (dass wir keinen Pups übersehen).
Liegen war zu meinem Leidwesen einige Wochen lang in dieser Phase keine Option. Halt durch, es kommt was Neues! 🧡

Re: Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 05.06.2024, 09:02
von Morgengold
Danke für eure Gedanken!
Vorab: sie ist nicht wirklich gepuckt, sondern schläft in einem „Wombambino“. Das ist ein Schlafsack, der auch Stoff über die Ärmchen spannt, ohne ihre Beweglichkeit einzuschränken, insofern auch bei kleinen Drehmäusen sicher. Mir ist bewusst, dass man Babys in ihrem Alter nicht pucken darf.

Und zur Einsvhlafsituation: ich glaube, ich muss das Tragen zur Zeit tatsächlich akzeptieren… ich bounce ganz vorsichtig auf einem Pezziball beim Tragen, es ist also nicht superdoll kräftezehrend. Am schlimmsten ist ihr Weinen. Mein Sohn war einfach sin gemütliches und zufriedenes (dafür aber auch langsameres) Baby, ich bin davon ausgegangen, dass es sich mit ihr ebenso verhält. Was eben nicht der Fall ist, und das ist okay so :)

Re: Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 05.06.2024, 22:08
von OrangerStier
Kannst du ihr den Mal testweise die Hände frei lassen. Ob sie damit leichter zur Ruhe kommt.

Re: Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 06.06.2024, 12:09
von Umgedacht
Ich würde auch sagen, dass es einfach Reize verarbeiten ist. Wenn alle anderen Bedürfnisse erfüllt, sind dann darf ein Kind auch im Arm weinen.

Vielleicht hilft früher hinlegen?

Re: Einschlafen ist sooo schwierig

Verfasst: 06.06.2024, 17:45
von Morgengold
Danke für eure Beiträge!
Ich glaube, es ist vielleicht ein Denk-Problem von mir. Ihr Schreien in meinem Arm scheint mir entgegenzurufen: „Mama, du schaffst es nicht mich zu beruhigen!!“ und ganz schnell komme ich in so ein Versagens-Denken und verzweifle, weil ihr Weinen nicht sofort sistiert. In einem anderen Beitrag in diesem Forum habe ich die heilsame Ansicht gelesen, das Schreien sei einfach eine Art des Kindes, Stress zu verarbeiten. Hat nichts mit mir zu tun, sondern mit ihrer persönlichen Art, Stress „wegzuatmen“. Mehr als Halten und Wiegen kann ich da nicht. Irgendwie tut mir dieser Gedanke gut.

Und zu euren Vorschlägen: ich habe gestern die Ärmchen ganz frei gelassen, es gab allerdings keinen Unterschied leider. Und früher hinlegen ist bisschen kompliziert bei unserer Abendroutine, die den Großen mit einschließt, aber nicht unmöglich. Das probiere ich als nächstes aus.