Zufüttern erhöhen? / Aber Wunsch zu reduzieren
Verfasst: 25.05.2024, 23:04
Hallo,
ich freue mich, dass ich wieder in diesem Forum schreiben kann, auch wenn das Thema mir nicht sonderlich gefällt.
Bei meiner ersten Tochter hatte ich große Schwierigkeiten mit dem Stillen, da sie sehr saugschwach war, rückblickend vielleicht durch Gelbsucht bedingt. Wir mussten zufüttern, was ich die ganzen Monate über per Finger-Feeder getan habe. Diese Zeit war für mich extrem anstrengend, hat mich sehr traurig gemacht, da mir das Stillen wirklich wichtig ist, und bedeutete puren Stress. Es flossen in dieser Zeit bei mir sehr viele Tränen. Wir konnten die Pre zwar reduzieren, jedoch musste ich bis zum Beginn der Beikost immer noch 60ml am Tag zufüttern, was ja im Prinzip nicht viel ist. Hatte ich dies aber nicht getan, nahm sie nicht mehr zu. Es war wie verhext.
Beim zweiten Kind hoffte ich, dass alles anders und besser wird. In gewisser Weise lief es bei ihm tatsächlich besser, er saugte von Beginn an kräftiger, allerdings war es immer ein Bangen, was das Gewicht anging. Wir stillten zwar voll, jedoch haben wir in Absprache mit der Hebamme schon mit 4 Monaten mit hochkalorischer Beikost angefangen (zerdrückte Banane mit Öl).
Nun bei Nummer 3 war ich guter Dinge, habe mich aufs Stillen gefreut und dachte, wir schaffen es diesmal voll zu stillen. Die Kleine war zur Geburt auch größer und schwerer als ihre Geschwister (alle 3 termingerecht geboren), jedoch war auch sie wie die erste Tochter sehr trinkschwach, müde und beim Stillen kaum wach zu halten. Sie nahm immer mehr ab und hatte vor allem auch keine guten Ausscheidungen. Das heißt die Windeln waren kaum gefüllt und der Urin war sehr, sehr konzentriert. Anfangs dachte ich sogar, es wäre Blut in der Windel. Zur U2 bei uns zuhause bemerkte die Ärztin, sie habe Gelbsucht und müsste zur Not ins Krankenhaus zur Blaulichttherapie. In meinem Baby-blues, der am 3. Tag nach der Geburt zusammen mit dem Milcheinschuss kam, musste ich direkt weinen und zog aus Angst vorm Krankenhaus noch am selben Tag die Reißleine - ich ließ mir eine Milchpumpe verschreiben und wir besorgten Pre. Ich kannte das Spiel ja schon, dass es mit meiner Milchbildung schwierig ist, und wollte nichts riskieren.
Der Plan war also, sie erstmal zu Kräften kommen lassen, damit sie besser saugt und dann die Pre wieder abzusetzen. Nun füttern wir leider immer noch zu (4x 70ml) und ich bin so hin und hergerissen. Mein größter Wunsch wäre es, ganz ohne Pre auszukommen und endlich voll zu stillen. Ich dokumentiere jedoch ihre Gewichtsentwicklung schon eine Weile und es verunsichert mich sehr, dass sie nicht perzentilengerecht zunimmt. Meine Wochenbett-Hebamme ist in dieser Hinsicht sehr entspannt. Sie sagt, sie ist zufrieden, wenn sie überhaupt zunimmt, egal wieviel, und ich soll mich nicht verrückt machen und auch nicht so oft wiegen. Aber so richtig beruhigt mich diese Aussage nicht.
Ansonsten ist meine Maus aber ein echt fittes Baby, ihr geht's gut, sie guckt sehr aufmerksam, lächelt und strampelt. Pro Tag hat sie im Schnitt 5-7 wirklich volle Windeln mit Urin. Stuhlgang hat sie 2x pro Woche, dann recht viel auf einmal.
Noch ein paar Infos:
Am Anfang fütterte ich mit einer Spritze zu, jedoch ohne Finger-Feeder-Aufsatz, sodass ganz viel wieder aus dem Mund rauslief. Da scheinbar damit zu wenig ins Kind kam und es furchtbar lange gedauert hat, habe ich dann auf Anraten der Hebamme zum Schluss doch zur Flasche gegriffen, immer mit der Angst vor einer Saugverwirrung im Hinterkopf. Zwischendurch habe ich ihr die Pre per Becher gegeben, was anfangs erstaunlich gut klappte. Jedoch schluckte sie dabei so viel Luft mit, dass sie dann arge Probleme mit Blähungen hatte. Außerdem hatte ich nach ein paar Tagen auch den Eindruck, dass ihr das Trinken aus dem Becher nicht gefällt, denn nach ca. 20ml verweigerte sie. Satt schien sie mir aber nicht zu sein. Nun also seit Ende April wieder mit Flasche per paced bottle feeding.
Ich habe nur ein paar Mal am Anfang mit der Milchpumpe (Medela Symphony) gepumpt, da ich es sehr ungern mache und und es mich gestresst und frustriert hat zu sehen, dass nur so wenig dabei rauskommt.
Ansonsten ist die Kleine aber gefühlt permanent an meiner Brust, sie kann jederzeit stillen wie sie möchte. Wir verbringen den halben Tag zusammen auf dem Sofa. Nachts klappt stillen am besten, da füttere ich auch nicht zu. Generell stillen wir ganz viel im Liegen und das klappt gut.
Das Anlegen ist auch in Ordnung, nur anfangs musste ich ihre Unterlippe nach außen korrigieren. Ihre Oberlippe könnte etwas mehr nach außen gestülpt sein, scheint aber so auszureichen, ein gutes Vakuum baut sie auf. Die Hebamme hat keine Auffälligkeiten am Lippen- oder Zungenbändchen bemerkt. Schmerzen beim Stillen habe ich nicht.
Ich selbst ernähre mich gut und ausreichend, trinke auch genug und habe die letzten Wochen leider sogar zugenommen. Seit Anfang April nehme ich täglich 2x 2 Kapseln Bockshornklee (650mg je Kapsel).
Ich nehme außerdem noch L-Thyroxin 50, falls das eine Rolle spielt, hauptsächlich für den damaligen Kinderwunsch, ich soll es aber erstmal noch weiter nehmen.
Am mangelhaften Bonding kann unser Problem auch nicht liegen, denn wir hatten eine wunderschöne Hausgeburt bei uns in der Badewanne. Und auch die beiden großen Kinder kamen ganz friedlich im Geburtshaus zur Welt. Ich hatte und habe meine Babys fast ausschließlich rund um die Uhr bei mir oder an mir dran, wir kuscheln viel, auch nackig.
Jedoch hatte ich dieses Mal als die Kleine zweieinhalb Wochen alt war leider eine akute Blinddarmentzündung und musste operiert werden. Zum Glück konnte ich sie ins Krankenhaus mitnehmen und sie war auch bei mir im Zimmer (in meinem Bett) untergebracht. Wegen der Narkosemedikamente durfte ich etwa 16 Stunden nicht stillen. Ich habe in der Zeit abgepumpt und weggeschüttet, aber viel kam dabei nicht raus. Insgesamt bei 3x Pumpen ca. 150ml. Das alles hat sicher nicht zur Milchbildung beigetragen. Einen Schnuller nahm sie nur in der Zeit im Krankenhaus, sonst will sie ihn zum Glück aber nicht.
Seit zwei Tagen mache ich vor fast jedem Stillen eine Brustmassage und ich habe das Gefühl, dass es hilfreich ist.
Domperidon will mir leider kein Arzt verschreiben.
Ich hoffe, ich habe erstmal nichts an wichtigen Informationen vergessen. Die Gewichtsdaten schreibe ich in einem neuen Beitrag gleich noch hinterher.
Ich frage mich halt einfach, ob es möglich ist die Pre-Zufütterung zu reduzieren oder ob ich gar erhöhen muss, weil sie nun mehr benötigt? Ich wäre ja schon glücklich, wenn sie perzentilengerecht zunimmt, auch wenn es nur die zehnte Perzentile ist, und nicht noch weiter abrutscht. Ich will nicht, dass sie hungern muss und ich bin mir eigentlich auch ziemlich sicher, dass wir noch sehr lange stillen werden. Die großen Geschwister stillten sich selbst mit 2,5 bzw. 3 Jahren ab, obwohl auch diese Stillgeschichten holprig begannen. Und so wie die Kleine meine Brüste liebt, bleibt sie bestimmt auch noch lange ein zufriedenes Stillkind. Nur da es mit hoher Wahrscheinlichkeit mein letztes Baby ist, hatte ich doch irgendwie den Wunsch und die Hoffnung, es diesmal gut und richtig zu schaffen. Das macht mich eben doch wieder sehr traurig und wehmütig.
ich freue mich, dass ich wieder in diesem Forum schreiben kann, auch wenn das Thema mir nicht sonderlich gefällt.
Bei meiner ersten Tochter hatte ich große Schwierigkeiten mit dem Stillen, da sie sehr saugschwach war, rückblickend vielleicht durch Gelbsucht bedingt. Wir mussten zufüttern, was ich die ganzen Monate über per Finger-Feeder getan habe. Diese Zeit war für mich extrem anstrengend, hat mich sehr traurig gemacht, da mir das Stillen wirklich wichtig ist, und bedeutete puren Stress. Es flossen in dieser Zeit bei mir sehr viele Tränen. Wir konnten die Pre zwar reduzieren, jedoch musste ich bis zum Beginn der Beikost immer noch 60ml am Tag zufüttern, was ja im Prinzip nicht viel ist. Hatte ich dies aber nicht getan, nahm sie nicht mehr zu. Es war wie verhext.
Beim zweiten Kind hoffte ich, dass alles anders und besser wird. In gewisser Weise lief es bei ihm tatsächlich besser, er saugte von Beginn an kräftiger, allerdings war es immer ein Bangen, was das Gewicht anging. Wir stillten zwar voll, jedoch haben wir in Absprache mit der Hebamme schon mit 4 Monaten mit hochkalorischer Beikost angefangen (zerdrückte Banane mit Öl).
Nun bei Nummer 3 war ich guter Dinge, habe mich aufs Stillen gefreut und dachte, wir schaffen es diesmal voll zu stillen. Die Kleine war zur Geburt auch größer und schwerer als ihre Geschwister (alle 3 termingerecht geboren), jedoch war auch sie wie die erste Tochter sehr trinkschwach, müde und beim Stillen kaum wach zu halten. Sie nahm immer mehr ab und hatte vor allem auch keine guten Ausscheidungen. Das heißt die Windeln waren kaum gefüllt und der Urin war sehr, sehr konzentriert. Anfangs dachte ich sogar, es wäre Blut in der Windel. Zur U2 bei uns zuhause bemerkte die Ärztin, sie habe Gelbsucht und müsste zur Not ins Krankenhaus zur Blaulichttherapie. In meinem Baby-blues, der am 3. Tag nach der Geburt zusammen mit dem Milcheinschuss kam, musste ich direkt weinen und zog aus Angst vorm Krankenhaus noch am selben Tag die Reißleine - ich ließ mir eine Milchpumpe verschreiben und wir besorgten Pre. Ich kannte das Spiel ja schon, dass es mit meiner Milchbildung schwierig ist, und wollte nichts riskieren.
Der Plan war also, sie erstmal zu Kräften kommen lassen, damit sie besser saugt und dann die Pre wieder abzusetzen. Nun füttern wir leider immer noch zu (4x 70ml) und ich bin so hin und hergerissen. Mein größter Wunsch wäre es, ganz ohne Pre auszukommen und endlich voll zu stillen. Ich dokumentiere jedoch ihre Gewichtsentwicklung schon eine Weile und es verunsichert mich sehr, dass sie nicht perzentilengerecht zunimmt. Meine Wochenbett-Hebamme ist in dieser Hinsicht sehr entspannt. Sie sagt, sie ist zufrieden, wenn sie überhaupt zunimmt, egal wieviel, und ich soll mich nicht verrückt machen und auch nicht so oft wiegen. Aber so richtig beruhigt mich diese Aussage nicht.
Ansonsten ist meine Maus aber ein echt fittes Baby, ihr geht's gut, sie guckt sehr aufmerksam, lächelt und strampelt. Pro Tag hat sie im Schnitt 5-7 wirklich volle Windeln mit Urin. Stuhlgang hat sie 2x pro Woche, dann recht viel auf einmal.
Noch ein paar Infos:
Am Anfang fütterte ich mit einer Spritze zu, jedoch ohne Finger-Feeder-Aufsatz, sodass ganz viel wieder aus dem Mund rauslief. Da scheinbar damit zu wenig ins Kind kam und es furchtbar lange gedauert hat, habe ich dann auf Anraten der Hebamme zum Schluss doch zur Flasche gegriffen, immer mit der Angst vor einer Saugverwirrung im Hinterkopf. Zwischendurch habe ich ihr die Pre per Becher gegeben, was anfangs erstaunlich gut klappte. Jedoch schluckte sie dabei so viel Luft mit, dass sie dann arge Probleme mit Blähungen hatte. Außerdem hatte ich nach ein paar Tagen auch den Eindruck, dass ihr das Trinken aus dem Becher nicht gefällt, denn nach ca. 20ml verweigerte sie. Satt schien sie mir aber nicht zu sein. Nun also seit Ende April wieder mit Flasche per paced bottle feeding.
Ich habe nur ein paar Mal am Anfang mit der Milchpumpe (Medela Symphony) gepumpt, da ich es sehr ungern mache und und es mich gestresst und frustriert hat zu sehen, dass nur so wenig dabei rauskommt.
Ansonsten ist die Kleine aber gefühlt permanent an meiner Brust, sie kann jederzeit stillen wie sie möchte. Wir verbringen den halben Tag zusammen auf dem Sofa. Nachts klappt stillen am besten, da füttere ich auch nicht zu. Generell stillen wir ganz viel im Liegen und das klappt gut.
Das Anlegen ist auch in Ordnung, nur anfangs musste ich ihre Unterlippe nach außen korrigieren. Ihre Oberlippe könnte etwas mehr nach außen gestülpt sein, scheint aber so auszureichen, ein gutes Vakuum baut sie auf. Die Hebamme hat keine Auffälligkeiten am Lippen- oder Zungenbändchen bemerkt. Schmerzen beim Stillen habe ich nicht.
Ich selbst ernähre mich gut und ausreichend, trinke auch genug und habe die letzten Wochen leider sogar zugenommen. Seit Anfang April nehme ich täglich 2x 2 Kapseln Bockshornklee (650mg je Kapsel).
Ich nehme außerdem noch L-Thyroxin 50, falls das eine Rolle spielt, hauptsächlich für den damaligen Kinderwunsch, ich soll es aber erstmal noch weiter nehmen.
Am mangelhaften Bonding kann unser Problem auch nicht liegen, denn wir hatten eine wunderschöne Hausgeburt bei uns in der Badewanne. Und auch die beiden großen Kinder kamen ganz friedlich im Geburtshaus zur Welt. Ich hatte und habe meine Babys fast ausschließlich rund um die Uhr bei mir oder an mir dran, wir kuscheln viel, auch nackig.
Jedoch hatte ich dieses Mal als die Kleine zweieinhalb Wochen alt war leider eine akute Blinddarmentzündung und musste operiert werden. Zum Glück konnte ich sie ins Krankenhaus mitnehmen und sie war auch bei mir im Zimmer (in meinem Bett) untergebracht. Wegen der Narkosemedikamente durfte ich etwa 16 Stunden nicht stillen. Ich habe in der Zeit abgepumpt und weggeschüttet, aber viel kam dabei nicht raus. Insgesamt bei 3x Pumpen ca. 150ml. Das alles hat sicher nicht zur Milchbildung beigetragen. Einen Schnuller nahm sie nur in der Zeit im Krankenhaus, sonst will sie ihn zum Glück aber nicht.
Seit zwei Tagen mache ich vor fast jedem Stillen eine Brustmassage und ich habe das Gefühl, dass es hilfreich ist.
Domperidon will mir leider kein Arzt verschreiben.
Ich hoffe, ich habe erstmal nichts an wichtigen Informationen vergessen. Die Gewichtsdaten schreibe ich in einem neuen Beitrag gleich noch hinterher.
Ich frage mich halt einfach, ob es möglich ist die Pre-Zufütterung zu reduzieren oder ob ich gar erhöhen muss, weil sie nun mehr benötigt? Ich wäre ja schon glücklich, wenn sie perzentilengerecht zunimmt, auch wenn es nur die zehnte Perzentile ist, und nicht noch weiter abrutscht. Ich will nicht, dass sie hungern muss und ich bin mir eigentlich auch ziemlich sicher, dass wir noch sehr lange stillen werden. Die großen Geschwister stillten sich selbst mit 2,5 bzw. 3 Jahren ab, obwohl auch diese Stillgeschichten holprig begannen. Und so wie die Kleine meine Brüste liebt, bleibt sie bestimmt auch noch lange ein zufriedenes Stillkind. Nur da es mit hoher Wahrscheinlichkeit mein letztes Baby ist, hatte ich doch irgendwie den Wunsch und die Hoffnung, es diesmal gut und richtig zu schaffen. Das macht mich eben doch wieder sehr traurig und wehmütig.