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Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 13.11.2023, 13:39
von Frieda22
Hallo zusammen,
ich habe hier schon etwas quer gelesen und einige kennen das Problem, aber eine richtige Lösung für uns habe ich noch nicht gefunden..
Mein Kleinkind ist etwas über 2 Jahre alt und stillt tags und nachts immer noch locker bis zu 10x. Gleichzeitig isst er sehr wenig und langsam, stillen wird immer bevorzugt.
Der Beikoststart war problemlos, er hat gerne Brei gegessen, allerdings immer nur den sehr feinen. BLW haben wir angeboten, er hat aber immer nur etwas daran gelutscht und es wieder ausgespuckt. um den ersten Geburtstag wurden die Breimengen, die er gegessen hat, immer weniger. Teilweise waren wir wieder beim Vollstillen. im zweiten Lebensjahr hat er dann zumindest Nudeln, Würstchen, Milchreis etc probiert. Vor zwei Monaten waren wir dann deswegen beim Kinderarzt und es wurde (endlich!!) ein starker Eisenmangel festgestellt. Seitdem er die Tropfen bekommt, sitzt er mit uns am Tisch und isst vergleichsweise mehr. Das Stillen wurde aber nur merklich weniger. Wenn ich es überschlage, deckt er seinen Tagesbedarf an Kalorien zu einen viertel bis zur Hälfte (an guten Tagen) durchs Essen, den Rest durchs Stillen. Trinken tut er auch nur wenig, ca 200ml höchstens.
Nun hat eine Logopädin noch ein zu kurzes Zungenband festgestellt und meint, er hat deswegen Probleme beim Schlucken. Wir sind noch unschlüssig, ob wir es trennen lassen.
Langsam geht mir das viele Stillen und die schlechten Nächte sehr an die Reserven. Und ich schwanke zwischen Reduzieren, komplettem Abstillen und noch einige Monate durchhalten, bis wir eine richtige Ursache (gibt es die überhaupt?) gefunden haben. Die Kinder im Freundeskreis haben alle im Babyalter schon mehr gegessen und die Stillabstände selbst vergrößert, bis sie nur noch nachts gestillt haben, ein Traum für mich.
Ich arbeite auch einen Tag in der Woche wieder. Da isst er auch sehr wenig und wartet, bis ich zum Stillen heimkomme. Wenn ich eine Stillmahlzeit verweigere, endet es in einem ausdauernden Wutanfall..
Muss dazu noch sagen, dass er keine Flasche will (schon oft probiert) und auch keinen Schnuller hat, aber sein Saugbedürfnis sehr groß ist, auch zur Beruhigung.
Habt ihr Tipps für mich, wie ich das Problem noch angehen kann? Tagsüber abstillen, nachts abstillen? Nochmal untersuchen lassen?
Wem ging es ähnlich?
Liebe Grüße
Frieda
Re: Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 13.11.2023, 13:56
von FloppyDisc
Ich habe zwei wenig essende Kinder, eins hat gerne gestillt, eins nicht so. Ob das Abstillen eine direkte Auswirkung auf die Essmenge hat, kann dir natürlich niemand sagen. Bei meinen konnte ich das nicht feststellen, die habe ich in etwa diesem Alter (das Krötenkind nur nachts, das Paulchen damit auch komplett) abgestillt. Vor allem, weil ich auch mal wieder schlafen wollte, in dem Alter sind Kinder meiner Meinung nach groß genug, dass mein Schlafbedürfnis ihr Stillbedürfnis überwiegt.
Was ich persönlich viel relevanter finde: du schreibst, dass eine Logopädin ein zu kurzes Zungenband und daraus resultierende Probleme festgestellt hat. Da die Zungenlage und -beweglichkeit ja auch für den Spracherwerb sehr wichtig ist, wollte ich fragen, warum ihr es nicht durchtrennen lassen wollt.
Re: Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 13.11.2023, 14:08
von pqr
Ich würde es auch trennen.
Ich hatte es damals nicht machen lassen, und es kam ( neben Essproblemen) zu den beschriebenen Problemen beim Spracherwerb.
Re: Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 13.11.2023, 14:13
von Frieda22
Danke für deine Antwort!
Das frage ich mich natürlich auch, ob das Abstillen einen Einfluss auf das Essverhalten halt. Mir kommt es nachts schon noch so vor, als hätte er Hunger und möchte nicht nur nuckeln. Ich war halt so froh, als der Eisenmangel festgestellt wurde und dachte er isst nach der Eisensubtitution tagsüber mehr und stillt dadurch nachts weniger. Wenn ich es nachts verweigere, sind wir alle mehrere Stunden wach und an Einschlafen ist nicht zu denken.. ich weiss nicht, ob ich das durchhalte.
Bezüglich dem Zungenband: Es würde mit einem Laser durchtrennt werden mit örtlicher Betäubung, was ich mir sehr traumatisch vorstelle (wir hatten schon mehrere Blutabnahmen, seitdem ist er Ärzten negativ eingestellt) und wir müssten 4 Wochen lang alle 4-6h die Übungen machen, was ich mir momentan auch nicht vorstellen kann. Selbst Zähneputzen ist ein Kampf. Deswegen meine Überlegung noch etwas abzuwarten.
Re: Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 13.11.2023, 14:15
von klecksauge
Herzlich Willkommen!
Ich melde mich in Kürze bei dir.
Re: Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 13.11.2023, 17:28
von JoJu
Noch eine Stimme für jetzt durchtrennen. Wir haben es beim Weihnachtsjungen nicht machen lassen und haben jetzt das Problem, dass er ein völlig falsches schluckmuster und eine falsche Zungenruhelage hat, so dass sich dadurch die Zähne und der Kiefer verschieben. Wir haben es jetzt mit 6 trennen lassen und nun intensive Logopädie, damit die Zunge dahin kommt wo sie hingehört. Ich hätte mir sehr gewünscht, es schon als Baby bzw. als Kleinkind gemacht zu haben…
Re: Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 14.11.2023, 13:16
von Frieda22
Danke für euren Input!
Wir hatten das Zungenband sogar im Babyalter schon durchschneiden lassen (auf Anraten der Hebamme), allerdings gab es keine Nachbehandlung und es ist wohl wieder zusammengewachsen oder wurde nicht richtig getrennt. Das ärgert mich auch, dass wir da nicht richtig beraten wurden..
Wie haben eure Kinder das Trennen mitgemacht? Ich stell mir das schlimm vor, ihn dann fixieren zu müssen.. und eben die Nachbehandlung.
Ich denke oft, wir übersehen noch etwas. Was ich noch nicht erwähnt habe, ist dass er oft nur einmal die Woche Stuhlgang hatte. Durch die Eisentropfen wurde es schlimmer. Seitdem geben wir täglich Movicol, was hilft. Er hat dann auch täglich Stuhlgang. Liegt es noch an einer anderen Unverträglichkeit? Auf Zöliakie wurde mit einem bestimmten Blutwert getestet, da kam nichts raus. Oder dass er irgendwo Schmerzen hat und deswegen oft nachts schreiend wach wird und stillen will. Tagsüber ist es auch oft so, dass er vertieft spielt und dann plötzlich zu mir rennt und stillen will.
Re: Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 19.11.2023, 22:17
von klecksauge
Moin!
So, nun endlich....
Zunächst, ich habe zwar ein paar FoBis zum Zungenband gemacht, bin aber keine Expertin.
Erstmal ist es sehr gut, dass ihr den Eisenmangel angeht. Das kann auch einige Zeit dauern bis die Werte wieder gut sind. Habt ihr einen Termin zu Kontrolle der Blutwerte vereinbart? Das ist wichtig. Nicht einfach nach Zeit x absetzen.
Zum Stuhlgang, Movicol ist absolut unbedenklich und kannst du täglich geben. Würde ich auch machen, so lange ihr noch Eisentropfen gebt.
Ich kann total verstehen, dass du das nicht mehr lange durch hältst.
Ich würde trotzdem versuchen nachts eine Stillpause von 5h zu etablieren.
Wie sieht es mit Unterstützung durch deinen Partner aus?
Zum Zungenband:
Wenn deine Logopädin dazu rät, dann würde ich es machen.
Ich kann dir allerdings nicht sagen, wie es in dem Alter läuft. Da gibt es aber vielleicht hier noch mehr Erfahrungen. Und ich würde deine Bedenken auch in der Praxis ansprechen.
Zur Beikost noch:
Gibt es sichere Lebensmittel?
Gibt es Konsistenzen, die gut gegessen werden oder auch gar nicht?
Schreib das ruhig mal auf. Dann könnten wir darauf aufbauen und die Palette etwas erweitern.
Re: Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 21.11.2023, 13:31
von Frieda22
Danke für deine ausführliche Antwort!
Die Blutwerte werden in 2 Wochen kontrolliert.
Wegen dem Zungenband habe ich nochmal rumtelefoniert. Das örtliche Zungenbandzentrum macht es in diesem Alter gar nicht, weil es zu traumatisch ist. Ein Zahnarzt würde es unter Vollnarkose machen mit dem Laser, das müssen wir allerdings selber zahlen (ca 500€ alles zusammen). Mit dem Kinderarzt spreche ich noch darüber.
Gibt es denn Kinder, die einfach immer die Muttermilch bevorzugen? Bei denen man bewusst das Stillen reduzieren muss? Ich tendiere gerade auch dazu, nachts eine Stillpause einzuführen. Mein Mann kann leider wenig helfen. Er wird nachts total abgelehnt. Die heutige Nacht war endlich mal wieder etwas besser. Den Vormittag habe ich ruhig gestaltet und ihn vom Stillen abgelenkt und prompt hat er in der Früh Brei und Mittags mit Freude eine große Weißwurst gegessen.
Sichere Lebensmittel sind Brei (Hirse, Hafer, Gries) mit Wasser + Butter oder mittlerweile auch mit Milch. Dazu Obstmus (nur eine bestimmte Sorte). Außerdem Wurst/Leberkäse und Pizza. Das isst er eigentlich immer, aber oft nur kleine Portionen.
Oft gehen Nudeln (mit oder ohne Sosse), Apfel ohne Schale, Banane, Mandarine, Quetschie, Fruchtjoghurt, Toastbrot mit Frischkäse, Milchreis. Aber nicht zuverlässig und alles phasenweise. Von den Konsistenzen her also eher weich. Er steigert sich aber. Früher konnte er harte Äpfel gar nicht essen, mittlerweile schluckt er sie problemlos.
Re: Kleinkind isst wenig, stillt weiterhin viel..
Verfasst: 21.11.2023, 19:33
von Elafant
Hallo Frieda,
ich bin keine Expertin, aber ich lasse dir gerne meine Erfahrung da:
Die Löwin hatte nämlich auch bis vor ein paar (vllt 5?) Monaten noch einen Stillrhythmus wie ein Neugeborenes. Gegessen hat sie auch nur Minipotionen, "sichere Lebensmittel" gab es nicht und ihr Lieblingssatz war "schmeckt nicht"... Gewichtsprobleme hatte sie nie, aber ihre Kalorien kamen auch fast ausschließlich aus meiner Milch. Irgendwann konnte ich das dauernde Stillen einfach nicht mehr ertragen und nachdem "sanftes Reduzieren" nichts gebracht hat, habe ich tagsüber ganz abgestillt (das waren leider zwei wirklich harte Wochen, aber für mich anders nicht mehr zu ertragen. Zum Einschlafen und nachts darf sie immernoch). Bei ihr hat das tatsächlich dafür gesorgt, dass sie nun deutlich mehr isst.
Das kann natürlich bei euch ganz anders laufen und soll kein Ratschlag sein. Zur Zungenband-Problematik kann ich auch nichts sagen, aber du hattest ja gefragt, ob es Kinder gibt, die immer die Muttermilch bevorzugen: Ich bin davon überzeugt, ja! Und ich hatte das Gefühl, dass sie vor allem erst ab da überhaupt anfing zu lernen die Bedürfnisse "müde", "Hunger", "Nähe" zu unterscheiden. Vorher war das alles eins und die Lösung dafür war Stillen. Inzwischen können wir das trennen und haben zumindest für "Hunger" und "Nähe" andere Wege gefunden. Nur für "müde" ist die Lösung nach wie vor stillen...