V.a. Orale Restriktionen bei 12 W altem Baby, Gefühle, Ängste und Sorgen
Verfasst: 25.10.2023, 10:19
Hallo ihr Lieben,
Ich hab lange mitgelesen und auch viel gelernt und suche nun den Austausch zu unserer Geschichte und vor allem dem Umgang mit den Gefühlen in Zusammenhang mit Stillproblemen. In meinem Umfeldhabe ich dazu leider keinen Austausch.
Vorneweg möchte ich schon sagen, dass ich vollstille und mein Sohn überdurchschnittlich gut zunimmt. Ich weiß, dass dies bei den allermeisten Fällen hier anders gelagert ist und ich schätze unsere Situation daher auch als sehr privilegiert ein. Ich möchte mit diesem Thread niemanden triggern oder negative Gefühle verursachen, daher bitte ggf. nicht weiterlesen!
An die Mods/ Stillberaterinnen: Eine klassische Stillberatung brauche ich in dem Sinne nicht, ich brauche eher den Austausch um den emotionalen Aspekten unseres Weges umzugehen.
Mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt und wurde eher zart mit nur 2800 g geboren. Die Zeit im Krankenhaus war für mich sehr hart, das niedrige Gewicht und die Gewichtsabnahme nach der Geburt waren ein großes Thema. -ich wollte unbedingt stillen und habe alles umgesetzt, wozu man mir geraten hat, trotzdem war es sehr schwierig und die vielen Personalwechsel und dadurch unterschiedlichen Herangehensweisen haben es nicht einfacher gemacht. Als wir entlassen wurden, war ich so verunsichert, ob mein Sohn genug Milch bekommt, dass wir noch auf dem Heimweg Pre gekauft haben. Ich habe unter Tränen überlegt abzustillen, weil ich so sehr Angst hatte, dass er beim Stillen hungert. Nachts hat er nach dem Stillen das erste mal eine Portion bekommen, für mich war es sehr erleichternd die ml Angaben zu sehen und verfolgen zu können. Dass das ganze nicht stillfreundlich war, war mir in dem Moment absolut egal.
Meine Hebamme hat uns hier gut unterstützt und der Kleine nahm auch gut zu. Nachdem die Mengen die er nach dem Stillen aus der Flasche getrunken hatte, immer weniger wurden, versuchte ich ohne Pre auszukommen, was auch gut klappte . Der Kleine war zu diesem Zeitpunkt 10 Tage.
Ich dachte nun, dass wir es geschafft hätten, nur jetzt schlichen sich andere Probleme ein. Schmerzen beim Stillen, Vasospasme, verformte Brustwarzen, Saugblasen bei mir und an der Lippe meines Sohnes, nicht-ausgestülpte Lippen Saugpolster und zweifarbige Lippen usw. Bei einigen Sachen lernte ich erst mit der Zeit, dass diese nicht „normal“ wären. Mit 4 Wochen sprach ich das erste Mal das Thema orale Restriktion und das Zungenbändchen an. Der Osteopath, welcher u.a. Blockaden in der HWS löste, verneinte eine entsprechende Problematik und die hinzugezogene Stillberatung (mit entsprechender Fortbildung) sah hierin auch nicht die Ursache unserer Probleme. Und so saß ich dann da mit dem Gefühl, dass etwas nicht passte, uns aber auch keiner wirklich helfen konnte. Auch die Stillberatung im KH hatte an seinem 1. Lebenstagen, dass Zungenband als „in Ordnung“ beurteilt. Ich hoffte, dass sich alles mit der Zeit geben würde, die Schmerzen waren ja inzwischen deutlich besser und unser Sohn nahm ja auch super zu. Ich wollte ja auch nicht als hypochondrische oder hysterische Mutter dastehen, die ihrem Kind Diagnosen aus dem Internet anhängt.
Vor weich Wochen, als der Kleine zehn Wochen alt war, hatte er sein Geburtsgewicht mehr als verdoppelt, alle waren super zufrieden und ich hatte mich irgendwie mit der Situation arrangiert. Klar kam es mir komisch vor, dass er viel Luft schluckte und Bäuerchen nach dem Stillen machen musste, oder dass wir quasi durchgängig am Tag stillten und er eigentlich nie satt und zufrieden abdeckte., aber es gab ja fast für alles Erklärungen, wie Wachstumsschübe oder Clustern. Dann stieß ich letzte Woche auf einen weiteren Artikel zum Thema orale Restriktion, wo neben den Symptomen, die ich ja schon kannte, auch eine zu hohe Gewichtszunahme genannt wurde und mir war klar, dass wir sein Trinkverhalten doch noch einmal abklären müssen, denn von alleine geregelt oder verbessert hatte sich nichts und trotz aller Aussagen, der hinzugezogenen Fachpersonen, sprachen die Symptome doch eine recht eindeutige Sprache.
Ich entschied mich dazu diesmal eine wirkliche Fachfrau zu kontaktieren um eine Zungenbandproblematik nicht nur bestätigen sondern auch eindeutig ausschließen zu können. Hierauf wies sie mich im Vorgespräch auch ausführlich hin, dass es auch noch viele andere Ursachen als nur das Zungenband geben könnte.
Gestern war der Termin, welcher fast 2 h dauerte. Nach Anamnese, Beobachtung des Stillens und körperl. Untersuchung habe ich es nun schwarz-auf-weiß welche massiven Probleme mein Sohn beim Trinken hat. Bei einem Screeningbogen, wo alles unter 11 Punkten auffällig ist, hat meine Sohn 3 Punkte erreicht. Sein kompletter Mund- und Kieferbereich ist verspannt, seine Zungenbeweglichkeit ist sehr stark eingeschränkt, physiologisch saugen kann er nicht und kompensiert alles über den Kiefer. Das Trinken strengt ihn hörbar an, er atmet schnell und ist entsprechend schnell erschöpft. Wir haben die dringende Empfehlung zur ärztlichen Abklärung bei hochgradigen V.a. Orale Restriktion erhalten. Einen entsprechenden Termin habe ich gestern noch ausgemacht.
Aber jetzt sitze ich hier und mir blutet das Herz, wenn ich ihn stille und daran denke, wie sehr er sich anstrengt um gerade zu trinken. Ich bin sauer und traurig, wenn ich daran denke, wie er als zu faul oder zu gemütlich zum Stillen bezeichnet wurde. Ich bin unfassbar enttäuscht, dass vorher niemand sein pathologisches Trinkmuster erkannt hat, obwohl ich explizit gefragt hatte, ob es hier Auffälligkeiten gibt.
Natürlich mache ich mir auch selbst Vorwürfe, dass ich alles zu lange ausgesessen habe, mich habe abwiegeln lasse und den Ernst der Lage nicht erkannt habe.
Wie geht man damit um?
Ich überlege noch das Gespräch mit meiner Hebamme und der ersten Stillberatung zu suchen, scheue mich aber auch gleichzeitig davor.
Weiterhin habe ich vor einer möglichen Frenotomie vor allem vor der Nachsorge sehr viel Respekt und habe Angst dies nicht richtig zu schaffen. Ich frage mich, ob mein Sohn das Trinken danach noch richtig lernen wird, oder ob wir schon zu spät sind.
Zudem kann ich ihn bisher nicht in den klassischen Stillpositionen stillen, sondern nur wenn er auf einem Stillkissen vor mir liegt und ich meine Brust mit einer Hand festhalte. Anders haben wir es einfach nie hinbekommen. Bis gestern habe ich mich dafür wahnsinnig geschämt und mich nicht getraut vor anderen Müttern, die ihre Kinder „richtig“ stillten (z. B. Im Rückbildungskurs). Jetzt in der Rückschau wundert es mich nicht mehr, aber ich frage mich, ob wir auch hiervon irgendwann loskommen werden.
Vielen Dank an alle die bis hierher gelesen haben! Ich freue mich über jeden Tipp, Ratschlag oder persönliche Erfahrung!
Ich hab lange mitgelesen und auch viel gelernt und suche nun den Austausch zu unserer Geschichte und vor allem dem Umgang mit den Gefühlen in Zusammenhang mit Stillproblemen. In meinem Umfeldhabe ich dazu leider keinen Austausch.
Vorneweg möchte ich schon sagen, dass ich vollstille und mein Sohn überdurchschnittlich gut zunimmt. Ich weiß, dass dies bei den allermeisten Fällen hier anders gelagert ist und ich schätze unsere Situation daher auch als sehr privilegiert ein. Ich möchte mit diesem Thread niemanden triggern oder negative Gefühle verursachen, daher bitte ggf. nicht weiterlesen!
An die Mods/ Stillberaterinnen: Eine klassische Stillberatung brauche ich in dem Sinne nicht, ich brauche eher den Austausch um den emotionalen Aspekten unseres Weges umzugehen.
Mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt und wurde eher zart mit nur 2800 g geboren. Die Zeit im Krankenhaus war für mich sehr hart, das niedrige Gewicht und die Gewichtsabnahme nach der Geburt waren ein großes Thema. -ich wollte unbedingt stillen und habe alles umgesetzt, wozu man mir geraten hat, trotzdem war es sehr schwierig und die vielen Personalwechsel und dadurch unterschiedlichen Herangehensweisen haben es nicht einfacher gemacht. Als wir entlassen wurden, war ich so verunsichert, ob mein Sohn genug Milch bekommt, dass wir noch auf dem Heimweg Pre gekauft haben. Ich habe unter Tränen überlegt abzustillen, weil ich so sehr Angst hatte, dass er beim Stillen hungert. Nachts hat er nach dem Stillen das erste mal eine Portion bekommen, für mich war es sehr erleichternd die ml Angaben zu sehen und verfolgen zu können. Dass das ganze nicht stillfreundlich war, war mir in dem Moment absolut egal.
Meine Hebamme hat uns hier gut unterstützt und der Kleine nahm auch gut zu. Nachdem die Mengen die er nach dem Stillen aus der Flasche getrunken hatte, immer weniger wurden, versuchte ich ohne Pre auszukommen, was auch gut klappte . Der Kleine war zu diesem Zeitpunkt 10 Tage.
Ich dachte nun, dass wir es geschafft hätten, nur jetzt schlichen sich andere Probleme ein. Schmerzen beim Stillen, Vasospasme, verformte Brustwarzen, Saugblasen bei mir und an der Lippe meines Sohnes, nicht-ausgestülpte Lippen Saugpolster und zweifarbige Lippen usw. Bei einigen Sachen lernte ich erst mit der Zeit, dass diese nicht „normal“ wären. Mit 4 Wochen sprach ich das erste Mal das Thema orale Restriktion und das Zungenbändchen an. Der Osteopath, welcher u.a. Blockaden in der HWS löste, verneinte eine entsprechende Problematik und die hinzugezogene Stillberatung (mit entsprechender Fortbildung) sah hierin auch nicht die Ursache unserer Probleme. Und so saß ich dann da mit dem Gefühl, dass etwas nicht passte, uns aber auch keiner wirklich helfen konnte. Auch die Stillberatung im KH hatte an seinem 1. Lebenstagen, dass Zungenband als „in Ordnung“ beurteilt. Ich hoffte, dass sich alles mit der Zeit geben würde, die Schmerzen waren ja inzwischen deutlich besser und unser Sohn nahm ja auch super zu. Ich wollte ja auch nicht als hypochondrische oder hysterische Mutter dastehen, die ihrem Kind Diagnosen aus dem Internet anhängt.
Vor weich Wochen, als der Kleine zehn Wochen alt war, hatte er sein Geburtsgewicht mehr als verdoppelt, alle waren super zufrieden und ich hatte mich irgendwie mit der Situation arrangiert. Klar kam es mir komisch vor, dass er viel Luft schluckte und Bäuerchen nach dem Stillen machen musste, oder dass wir quasi durchgängig am Tag stillten und er eigentlich nie satt und zufrieden abdeckte., aber es gab ja fast für alles Erklärungen, wie Wachstumsschübe oder Clustern. Dann stieß ich letzte Woche auf einen weiteren Artikel zum Thema orale Restriktion, wo neben den Symptomen, die ich ja schon kannte, auch eine zu hohe Gewichtszunahme genannt wurde und mir war klar, dass wir sein Trinkverhalten doch noch einmal abklären müssen, denn von alleine geregelt oder verbessert hatte sich nichts und trotz aller Aussagen, der hinzugezogenen Fachpersonen, sprachen die Symptome doch eine recht eindeutige Sprache.
Ich entschied mich dazu diesmal eine wirkliche Fachfrau zu kontaktieren um eine Zungenbandproblematik nicht nur bestätigen sondern auch eindeutig ausschließen zu können. Hierauf wies sie mich im Vorgespräch auch ausführlich hin, dass es auch noch viele andere Ursachen als nur das Zungenband geben könnte.
Gestern war der Termin, welcher fast 2 h dauerte. Nach Anamnese, Beobachtung des Stillens und körperl. Untersuchung habe ich es nun schwarz-auf-weiß welche massiven Probleme mein Sohn beim Trinken hat. Bei einem Screeningbogen, wo alles unter 11 Punkten auffällig ist, hat meine Sohn 3 Punkte erreicht. Sein kompletter Mund- und Kieferbereich ist verspannt, seine Zungenbeweglichkeit ist sehr stark eingeschränkt, physiologisch saugen kann er nicht und kompensiert alles über den Kiefer. Das Trinken strengt ihn hörbar an, er atmet schnell und ist entsprechend schnell erschöpft. Wir haben die dringende Empfehlung zur ärztlichen Abklärung bei hochgradigen V.a. Orale Restriktion erhalten. Einen entsprechenden Termin habe ich gestern noch ausgemacht.
Aber jetzt sitze ich hier und mir blutet das Herz, wenn ich ihn stille und daran denke, wie sehr er sich anstrengt um gerade zu trinken. Ich bin sauer und traurig, wenn ich daran denke, wie er als zu faul oder zu gemütlich zum Stillen bezeichnet wurde. Ich bin unfassbar enttäuscht, dass vorher niemand sein pathologisches Trinkmuster erkannt hat, obwohl ich explizit gefragt hatte, ob es hier Auffälligkeiten gibt.
Natürlich mache ich mir auch selbst Vorwürfe, dass ich alles zu lange ausgesessen habe, mich habe abwiegeln lasse und den Ernst der Lage nicht erkannt habe.
Wie geht man damit um?
Ich überlege noch das Gespräch mit meiner Hebamme und der ersten Stillberatung zu suchen, scheue mich aber auch gleichzeitig davor.
Weiterhin habe ich vor einer möglichen Frenotomie vor allem vor der Nachsorge sehr viel Respekt und habe Angst dies nicht richtig zu schaffen. Ich frage mich, ob mein Sohn das Trinken danach noch richtig lernen wird, oder ob wir schon zu spät sind.
Zudem kann ich ihn bisher nicht in den klassischen Stillpositionen stillen, sondern nur wenn er auf einem Stillkissen vor mir liegt und ich meine Brust mit einer Hand festhalte. Anders haben wir es einfach nie hinbekommen. Bis gestern habe ich mich dafür wahnsinnig geschämt und mich nicht getraut vor anderen Müttern, die ihre Kinder „richtig“ stillten (z. B. Im Rückbildungskurs). Jetzt in der Rückschau wundert es mich nicht mehr, aber ich frage mich, ob wir auch hiervon irgendwann loskommen werden.
Vielen Dank an alle die bis hierher gelesen haben! Ich freue mich über jeden Tipp, Ratschlag oder persönliche Erfahrung!