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Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 21.09.2023, 17:37
von Lösche Benutzer 29118
Hallo! Mein Sohn wurde am 30.5. (40+3) vaginal entbunden - es war eine sehr anstrengende, aber schöne Geburt. Nach 3 Tagen Krankenhausaufenthalt konnten wir entlassen werden, wurden zuhause von unserer Hebamme dann weiter betreut. Mein Milcheinschuss kam nach 1-2 Tagen, an sich hat das Stillen ganz gut funktioniert, mit sehr vielen Clusterphasen gleich von Beginn an. Milchstaus haben mich auch schon häufig begleitet, einmal musste ich Antibiotika einnehmen - mein letzter Stau ist jetzt aber schon bestimmt ein Monat her.
Der Hebamme fiel bald eine eher schlechte Gewichtszunahme auf, bis wir am 24.7. im Krankenhaus ambulant vorstellig waren, weil mein Sohn wie am Spieß geschrien hat. Dort haben wir herausgefunden, dass er 10 Tage nicht zugenommen hat und ab da haben wir begonnen zuzufüttern. Momentan füttern wir 3 x tgl. je 100 ml zu (200 PRE, 100 Muttermilch), ich pumpe 3 x tgl. ab. Ich würde nun gerne beginnen das Zufüttern auszuschleichen.

* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen? Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde. 3 x tgl. je 100 ml - 200 ml PRE, 100 Muttermilch
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen? sehr häufiges Stillen, mind. 10 mal; Stillmahlzeiten sind eher unruhig und dauern ca. 10-20 Minuten; Schlafpausen tagsüber max. 2 h, nachts zwischen 1 - 4 h
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang? ca. 5-6 nasse Windeln pro Tag; Stuhlgang alle paar Tage
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme? Stillen klappte grundsätzlich ganz gut, im Nachhinein ist er wahrscheinlich zu schläfrig an der Brust gewesen und hat zu viel genuckelt und zu wenig aktiv getrunken. Er hat sehr viel geclustert am Anfang und meistens max. 30 min am Stück geschlafen (außer Nachts).
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller? Flaschen
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...? Stillberatung, Hebamme, Osteopathie/Physiotherapie aufgrund muskulärer Verspannungen und Lieblingsseite
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme? PCOS bei mir
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.


Gewichtsliste:
- 30.5.2023: 3.290 g (Geburtsgewicht)
- 1.6.2023: 3.080 g
- 2.6.2023: 3.110 g
- 7.6.2023: 3.240 g (Kinderarzt)
- 14.6.: 3.400 g (Hebamme)
- 28.6.: 3.650 g (Hebamme)
- 7.7.: 3.760 g (Hebamme)
- 14.7.: 3.880 g (Hebamme)
- 24.7.: 3.880 g (Krankenhaus)
- 25.7.: 3.980 g (Hebamme); 5 x 60 ml PRE pro Tag
- 31.7.: 4.140 g (Krankenhaus) 3 x 60 ml PRE pro Tag
- 2.8.: 4.200 g (Kinderarzt) auf Wunsch von Kinderarzt 3 x 100 ml PRE
- 7.8.: 4.420 g (Hebamme) 3 x 100 ml PRE
- 14.8.: 4.540 g (ab hier eigene Waage) 3 x 100 ml PRE
- 16.8.: 4.680 g 3 x 100 ml PRE/Muttermilch
- 21.8.: 4.810 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch
- 28.8.: 5.060 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch
- 5.9.: 5.290 g (Kinderarzt) 3 x 100 ml PRE /Muttermilch
- 11.9.: 5.340 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch - hier hatte er die Woche davor beim Kinderarzt einige Impfungen bekommen und hat gekränkelt
- 14.9.: 5.470 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch
- 18.9. 5.620 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch

Ich habe noch nicht mitgezählt wie oft ich stille, aber bestimmt mindestens 10 mal pro Tag. Momentan bekommt er immer 200 ml PRE (100, 100) und 100 ml Muttermilch über die Flasche, davor wird er gestillt und wenn er möchte danach auch noch (meistens nimmt er dann aber nur noch ein zwei Schluck an der Brust).
Ich würde gerne das Zufüttern reduzieren und freue mich schon über Hilfe dabei! :)

Vielen Dank und LG :D

Re: Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 21.09.2023, 20:34
von Lösche Benutzer 29118
Kleine Ergänzung noch wie das Stillen momentan so abläuft: Nachts funktioniert es ohne Probleme, zurzeit clustert er wieder und will stündlich trinken. Tagsüber ist es oft etwas schwierig, im Liegen geht es meistens gut, in der Wiegehaltung muss ich ihn manchmal locken und schon ein paar Tropfen ausdrücken, dann geht es. Manchmal macht er sich auch steif und will dann absolut nicht trinken, entweder legen wir uns dann hin oder ich schaff es doch irgendwie. Manchmal hat er nach ein paar Minuten schon fertig getrunken und manchmal will er länger, dockt aber dann immer wieder an und ab. Unterwegs funktioniert das Stillen eher schlecht, weil er sehr leicht abgelenkt ist.
Er bekommt vormittags, mittags und abends dann ein Fläschchen, nicht direkt nach dem Stillen, sondern eher etwas unabhängig (hat mir meine Stillberaterin so empfohlen). Meistens trinkt er es aus, oft lässt er aber auch ca. 20-30 ml stehen.
Ich pumpe 3 x tgl., abends 25 Minuten lang im 5 Minuten Takt (5 min pumpen, 5 min Pause, usw.) und beim Einschlafstillen am Abend machen wir Wechselstillen.

Hab seit gestern auch schon ein paar Mal das BES getestet, bin aber nicht sicher, ob es sich noch lohnt das einzuführen oder ob ich (hoffentlich) einfach die Zufüttermenge zumindest reduzieren kann.

Re: Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 22.09.2023, 07:34
von Hanfrila
Hallo,

ich bin keine Stillberaterin, aber habe schon öfter gelesen und kann es auch aus eigener Erfahrung berichten: das häufige an- und abdocken kann auch bedeuten, dass das Baby mal muss. Da kann abhalten helfen (mit oder ohne Windel). Bei uns hat das super gut funktioniert!

Liebe Grüße

Re: Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 22.09.2023, 19:41
von Theolino
Herzlich Willkommen liebe te2023! Ich schreibe bis spätestens morgen Abend bei Dir.

Re: Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 23.09.2023, 12:44
von Lösche Benutzer 29118
Danke für den Tipp, manchmal hilft es wirklich dann mal abzuhalten bzw. die Windel zu wechseln, aber mir ist jetzt auch aufgefallen, dass er manchmal wahrscheinlich einfach noch keinen Hunger hat und dann böse wird, wenn ich zu lange versuche ihn zu stillen 😂 Habe jetzt oft einfach jedes Weinen mit Hunger assoziiert ...

Seit Mittwoch ca. bekommt er tagsüber ca. 50 ml weniger (also insgesamt 250 ml über den Tag), weil ich um 30 reduziert habe und er dann das nächste Fläschchen auch nicht ausgetrunken hat. Also habe ich jetzt beim Mittagsflaschi von Haus aus nur 50 gegeben, hat ihm offensichtlich auch gereicht. Gestern hat er dann sogar nur insgesamt 210 ml gehabt, weil er beim Abendflaschi wieder etwas über gelassen hat.
Ausscheiden tut er so wie vorher, bin also auf das nächste Gewicht gespannt..

Und danke schonmal Theolino!

Re: Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 23.09.2023, 20:59
von Theolino
Liebe te2023 nochmals herzliche Willkommen und vielen Dank für die ausführlichen Daten. Das macht es mir erheblich leichter Dich hier gut zu beraten.
In der Zwischenzeit habe ich eine Gewichtskurve für Deinen kleinen Mann angelegt. Aus dieser ergibt sich ganz klar ein Zufütterbedarf, gut dass ihr diese eingeleitet habt! Deinen Wunsch, das Zufüttern zu reduzieren, verstehe ich gut. Es ist mühselig zuzufüttern, das Alleinige Stillen um so viel bequemer. In den letzten Tagen zeigt die Gewichtsentwicklung Deines Kindes nach oben, ihr seid auf einem guten Weg. Derzeit beträgt die zugefütterte Menge knapp die Hälfte des Tagsebedarfs Deines Sohnes, zum Reduzieren würde ich derzeit noch nicht raten.
Mein Vorschlag wäre, dass wir uns gemeinsam in der nächsten Zeit anschauen, was ihr Beide zuhause optimieren könnt, um dann Schritt für Schritt hoffentlich das Zufüttern reduzieren zu können. Du erwähnst ein PCO bei Dir. Hattest Du in der Schwangerschaft eine Veränderung an Deiner Brust bemerkt? Die Milchbildung kann durch ein PCO eingeschränkt werden, so dass evtl. nicht die notwendige Milchmenge für Dein Kind gebildet werden kann. Berät Dich Deine Stillberaterin vror Ort noch? Denn eine Doppelberatung stiftet in der Regel eher Verwirrung, was wir vermeiden wollen.
Derzeit füttert ihr große Mengen zu. Hier würde ich zu einer anderen Verteilung (etwa wieder 5x60 ml) raten. Wenn ihr beim Zufüttern über die Flasche bleiben wollt (was stilltechnisch Nachteile mit sich bringt), wäre es wichtig, dass ihr diese möglichst stillähnlich gebt. Hierzu gehört ein Sauger mit einem möglichst kleinen Loch (1 Tropfen/sec), die Flasche möglichst waagerecht zu halten, so dass die Milch langsam fließt, immer wieder Pausen zu machen, sobald das Interesse Deines Babys nachlässt und das Füttern im Haut zu Hautkontakt. Sinnvoller wäre es direkt an der Brust zuzufüttern.
Was denkst Du?

Re: Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 24.09.2023, 10:15
von Lösche Benutzer 29118
Hallo Theolino, danke dir für deine ausführliche und ehrliche Antwort! Schade, ich habe gehofft doch langsam mal reduzieren zu können aber dann werde ich das wohl doch nicht machen.
Bzgl. des PCO, das dürfte bei mir nicht so stark ausgeprägt sein, ich hatte nur einen unregelmäßigen Zyklus, den ich mit Inositol aber wunderbar im Griff hatte, die SS ist auch eher überraschend passiert ohne Hilfsmittel. Meine Brust ist in der SS schon nochmal größer geworden und teilweise sehr empfindlich gewesen, was meinst du denn mit Veränderungen?

Wenn das Reduzieren momentan eh noch nicht möglich ist, würde ich fast lieber bei meinem derzeitigen Schema bleiben. Ich bin so schon sehr viel beschäftigt mit Pumpen, 3 x tgl. Zufüttern und häufiges Stillen beschäftigt und hab manchmal das Gefühl nicht hinterher zu kommen. 5 x tgl. war extrem anstrengend, weil ich oft auch alleine bin. Paced Bottle Feeding machen wir.
Über deine Tipps was ich noch optimieren kann würde ich mich freuen. Bockshornklee nehme ich, ab und zu auch homöopathische Milchbildungstropfen, und abends eben Power Pumping und Wechselstillen.

Schönen Sonntag und LG!

Re: Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 25.09.2023, 11:16
von Lösche Benutzer 29118
Die neue Gewichtsliste mit Gewicht von heute - ab jetzt bekommt er aber wieder die gewohnte Zufüttermenge.
Ich überlege auch ihm etwas Muttermilchsahne zusätzlich zu geben, damit er vielleicht nochmal einen schönen Schub machen kann?
Bald stehen ihm wieder Impfungen bevor und letztes Mal war das dann ja auch am Gewicht erkennbar.

Gewichtsliste:
- 30.5.2023: 3.290 g (Geburtsgewicht)
- 1.6.2023: 3.080 g
- 2.6.2023: 3.110 g
- 7.6.2023: 3.240 g (Kinderarzt)
- 14.6.: 3.400 g (Hebamme)
- 28.6.: 3.650 g (Hebamme)
- 7.7.: 3.760 g (Hebamme)
- 14.7.: 3.880 g (Hebamme)
- 24.7.: 3.880 g (Krankenhaus)
- 25.7.: 3.980 g (Hebamme); 5 x 60 ml PRE pro Tag
- 31.7.: 4.140 g (Krankenhaus) 3 x 60 ml PRE pro Tag
- 2.8.: 4.200 g (Kinderarzt) auf Wunsch von Kinderarzt 3 x 100 ml PRE
- 7.8.: 4.420 g (Hebamme) 3 x 100 ml PRE
- 14.8.: 4.540 g (ab hier eigene Waage) 3 x 100 ml PRE
- 16.8.: 4.680 g 3 x 100 ml PRE/Muttermilch
- 21.8.: 4.810 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch
- 28.8.: 5.060 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch
- 5.9.: 5.290 g (Kinderarzt) 3 x 100 ml PRE /Muttermilch
- 11.9.: 5.340 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch - hier hatte er die Woche davor beim Kinderarzt einige Impfungen bekommen und hat gekränkelt
- 14.9.: 5.470 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch
- 18.9. 5.620 g 3 x 100 ml PRE /Muttermilch
- 25.9. 5.770 g 150 PRE, 100 Muttermilch

Re: Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 25.09.2023, 20:16
von Theolino
Vielen Dank für das Gewicht. Dein kleiner Mann klettert langsam wieder die Percentilen hinauf, dass ist sehr gut! Natürlich kannst Du Muttermilch aufrahmen lassen und zufüttern. Als nötig sehe ich es nicht. Weil ich Dich ja aus der Ferne berate, ist es mir wichtig zu wissen, was Deine Ziele für das Stillen Deines Kindes sind. Wenn in der nächsten Zeit noch weiteres Zufüttern nötig ist, was sind Deine Wünsche an mich? Hast Du eine Idee, wie Du DIr die weitere Stillzeit wünschst?

Ich verstehe, dass Dich das häufigere Zufüttern stresst. Der Gedanke dahinter ist, dass kleinere Mahlzeiten zum einen für die Kinder physiologisch (Magengröße etc,) sinnvoller sind und sie das Stillen unterstützen. Bei einer Trinkmenge von 100ml aus der Flasche gefüttert, ist Dein Baby hinterher sehr satt. Für die Milchbildung anregend sind aber viele (kleinere) Mahlzeiten, die Deiner Brust melden, mehr Milch zu bilden. Deshalb meine Empfehlung öfter und weniger zuzufüttern. Im Optimalfall direkt an der Brust mit dem BES oder ähnlichem. Dazu wäre Wechselstillen bei jedem Stillen sinnvoll.

Re: Zufüttermenge reduzieren

Verfasst: 25.09.2023, 21:40
von Lösche Benutzer 29118
Vielen lieben Dank!
Okay, das macht natürlich Sinn. Aber ist es dann trotzdem notwendig 5 x am Tag zu pumpen (weil ich 5 x zufüttere)? So hat es mir nämlich meine Hebamme damals gesagt, und das war wirklich kaum mehr machbar.

Wäre es dann ok, wenn ich zuhause mit BES zufüttere, und sollte ich mal unterwegs sein dann trotzdem die Flasche nehme, als Ausnahme? Auswärts mit BES kann ich mir im Moment nicht vorstellen...

Und ab wann meinst du könnte ich denn dann versuchen zu reduzieren? Oder wird das erst mit Einführung der Beikost möglich sein?

Wenn du mir die Fragen noch beantworten könntest, würde ich mich sehr freuen. Und dann denke ich brauche ich vorerst keine Beratung, weil das Reduzieren ja noch nicht geht.

Danke und LG!