Muss ich meinen Wunsch vom Stillen aufgeben?
Verfasst: 21.05.2023, 15:08
Hallo an Alle,
bin neu hier und möchte einfach mal mein Glück bei euch versuchen. Ich schildere am besten mal meine Situation und mein Problem.
Ich habe einen 6,5 Wochen alten Sohn (erstes Kind). Nach einer komplikationslosen Wassergeburt kam er nach ein paar Minuten auf meiner Brust zur Kinderärztin, da sein Geburtsgewicht auf weniger als 2500g geschätzt wurde. Nach der Untersuchung, bei der alles in Ordnung war, kam er wieder zu mir. Anschließend folgte die U1 durch die Hebamme, weshalb ich meinen Sohn nochmal hergeben musste. Die Waage zeigte 2390g an, also wirklich weniger als 2500g. Dafür, dass er als unterversorgt galt, war er aber fit. Nach der U1 kam er wieder zu mir und wir konnten endlich das erste Anlegen versuchen. Er ging zwar an die Brust, hat aber nach meinem Empfinden lediglich daran genuckelt, aber immerhin war er dran. Jedoch nicht wirklich lange. Die Kinderärztin wollte ihn aufgrund seines Gewichtes schnellstmöglich mit in die Kinderklinik nehmen, ich sollte nach meiner postpartalen Überwachung auch dorthin verlegt werden, damit mein Sohn und ich zusammen sind.
Ich wusste von vornherein, dass er vermutlich in die Kinderklinik muss, war für mich also keine Überraschung, aber natürlich trotzdem nicht schön, dass wir getrennt werden mussten. In der Kinderklinik fiel mein Sohn dann in eine Unterzuckerung, die die ÄrztInnen/PflegerInnen durch die Fütterung von Pre-Nahrung und die Gabe von Glukose per Infusion beheben konnten. Als ich dann endlich auch auf der Station angekommen war, gab es für das Personal einen Zwischenfall, sodass mein kleiner nicht sofort zu mir gelegt werden konnte, das dauerte nochmal einige Stunden.
Als er dann endlich bei mir war, ging der Fütterungs-Marathon los. Mein Sohn wurde anfangs gefeedert, während er an einem Finger genuckelt hat, wurde ihm per Spritze mit einem weichen, biegsamen Silikonaufsatz die Pre-Nahrung in die Wangentasche gegeben. Später haben wir ihn angelegt und mittels einer Sonde die Pre-Nahrung zugefüttert. Dabei sollten wir tagsüber als auch nachts einen strikten 2,5-3h Rhythmus einhalten. Nachts war das schwierig, da mein Sohn von Geburt an nachts länger schläft und ich meine Wecker meist überhört habe.
Vielleicht jetzt einmal ein paar Infos zu mir. Ich habe sehr kleine Brüste (Körbchen AA). Die Einnahmen der Pille hatte nie etwas daran geändert, obwohl ich so darauf gehofft hatte. Auch während meiner Schwangerschaft sind meine Brüste nicht gewachsen. Nach Aussagen meiner Hebamme und einer Hebamme/Stillberaterin aus der Klinik habe ich aber völlig normale Brustwarzen. Dass die Schwangerschaft zustande kam und auch ausgetragen werden konnte, war auch eher eine glückliche Fügung. Bei mir wurde PCOS, Polyzystisches Ovar Syndrom, diagnostiziert. Schwanger geworden bin ich trotzdessen auf ganz natürliche Weise, ohne medizinisches Zutun.
Ein paar Tage vor der Geburt hatte ich angefangen, ein bisschen Kolostrum aufzufangen, mit viel Mühe kam ich dabei auf 0,3ml.
In der Klinik habe ich nach der "Still"-Mahlzeit ausgestrichen bzw später auch abgepumpt. Während unseres Klinikaufenthaltes konnte ich die Menge mühsam auf knapp 1ml steigern (Gesamtmenge aus beiden Brüsten). Da mein Sohn sich sehr schnell in Rage schrie wenn er nicht schnell genug was bekommen hat und dann auch hektisch die Arme bewegt hat, war das Anlegen immer sehr schwer. Er musste gepuckt werden und ich musste mit Stillhütchen anlegen, damit mein Sohn die Brustwarze überhaupt lange genug gehalten hat.
Den Milcheinschuss habe ich überhaupt nicht gemerkt. Die Steigerung der Milchmenge war in meinen Augen minimal. Ich habe lediglich gemerkt, dass ich vom gelben Kolostrum auf die weiße Frauenmilch gewechselt bin. Aber die sonstigen typischen Anzeichen für einen Milcheinschuss gab's bei mir nicht.
Zuhause haben wir dann mit dem Anlegen und zufüttern per Sonde weiter gemacht. Die ersten Tage Zuhause waren sehr tränenreich, da sich meine Milchmenge einfach nicht steigern ließ und das Füttern per Sonde zu umständlich wurde. Desweiteren habe ich mir Vorwürfe gemacht und war so enttäuscht darüber meinen Sohn nicht auf die normalste Art und Weise ernähren zu können, ich war viel mehr am Boden zerstört. Das hat mich psychisch sehr mitgenommen. Wir haben dann das Brusternährungsset ausprobiert. Nachts bekam er die Flasche, das war für mich einfach entspannter. Das ständige befüllen der Flasche, befestigen der Schläuche an der Brust, das anbringen des Stillhütchens, einpucken meines Sohnes und anschließendes Anlegen ist mir jedoch mit der Zeit einfach zu stressig geworden, sodass mein Sohn immer häufiger die Flasche bekam und eigentlich kaum noch angelegt wurde. Nebenbei habe ich weiterhin abgepumpt bzw ausgestrichen. Um die Milchmenge noch weiter zu steigern habe ich vieles probiert. Ich habe Stilltee und Malzbier getrunken, Stillkugeln gegessen, Bockshornklee-Kapseln und Piulatte eingenommen. Mit all diesen Mittelchen bin ich jedoch nur auf eine Gesamtmenge von 3ml, einmal sogar 5ml gekommen.
Mir wurde auch immer wieder gesagt, ich solle mir und meinem Sohn Zeit geben. Durch sein geringes Geburtsgewicht fehlt ihm vllt noch die Kraft um vernünftig, ausreichend und ausdauernd an meiner Brust zu saugen. Mittlerweile wiegt er fast 3500g, ich Versuche ihn wieder regelmäßiger anzulegen, vor der Flaschen-Mahlzeit und sogar ganz ohne Hütchen. Wenn der Hunger noch nicht so riesig ist, saugt er zwischen 5-10min, lieber an der linken Brust.
Eine Steigerung der Milchmenge über die 3ml hinaus hat sich jedoch nicht eingestellt.
Ich war sogar bei meinem Gynäkologen zu einer Ultraschalluntersuchung der Brust. Der stellte fest, dass ich Brustdrüsengewebe habe, sonst würde auch keine Milch kommen, jedoch nicht besonders viel. Die Hebamme/Stillberaterin in der Klinik hatte sich meine Brust auch angeschaut und meinte, dass der Abstand zwischen meinen beiden Brüsten recht groß ist was auch dafür spricht, dass ich wenig Drüsengewebe habe.
Bis auf das Medikament Domperidon habe ich jetzt eigentlich alles ausprobiert. Ich will mich aber noch nicht so richtig damit anfreunden, dass ich mein Kind vermutlich nicht stillen kann und das auch bei folgenden Kindern so sein könnte und meine Kinder immer Flaschenkinder sein werden, was ja an sich nicht schlimm ist, aber nicht meiner Wunschvorstellung entspricht.
Muss ich mich wirklich vom Stillen verabschieden?
bin neu hier und möchte einfach mal mein Glück bei euch versuchen. Ich schildere am besten mal meine Situation und mein Problem.
Ich habe einen 6,5 Wochen alten Sohn (erstes Kind). Nach einer komplikationslosen Wassergeburt kam er nach ein paar Minuten auf meiner Brust zur Kinderärztin, da sein Geburtsgewicht auf weniger als 2500g geschätzt wurde. Nach der Untersuchung, bei der alles in Ordnung war, kam er wieder zu mir. Anschließend folgte die U1 durch die Hebamme, weshalb ich meinen Sohn nochmal hergeben musste. Die Waage zeigte 2390g an, also wirklich weniger als 2500g. Dafür, dass er als unterversorgt galt, war er aber fit. Nach der U1 kam er wieder zu mir und wir konnten endlich das erste Anlegen versuchen. Er ging zwar an die Brust, hat aber nach meinem Empfinden lediglich daran genuckelt, aber immerhin war er dran. Jedoch nicht wirklich lange. Die Kinderärztin wollte ihn aufgrund seines Gewichtes schnellstmöglich mit in die Kinderklinik nehmen, ich sollte nach meiner postpartalen Überwachung auch dorthin verlegt werden, damit mein Sohn und ich zusammen sind.
Ich wusste von vornherein, dass er vermutlich in die Kinderklinik muss, war für mich also keine Überraschung, aber natürlich trotzdem nicht schön, dass wir getrennt werden mussten. In der Kinderklinik fiel mein Sohn dann in eine Unterzuckerung, die die ÄrztInnen/PflegerInnen durch die Fütterung von Pre-Nahrung und die Gabe von Glukose per Infusion beheben konnten. Als ich dann endlich auch auf der Station angekommen war, gab es für das Personal einen Zwischenfall, sodass mein kleiner nicht sofort zu mir gelegt werden konnte, das dauerte nochmal einige Stunden.
Als er dann endlich bei mir war, ging der Fütterungs-Marathon los. Mein Sohn wurde anfangs gefeedert, während er an einem Finger genuckelt hat, wurde ihm per Spritze mit einem weichen, biegsamen Silikonaufsatz die Pre-Nahrung in die Wangentasche gegeben. Später haben wir ihn angelegt und mittels einer Sonde die Pre-Nahrung zugefüttert. Dabei sollten wir tagsüber als auch nachts einen strikten 2,5-3h Rhythmus einhalten. Nachts war das schwierig, da mein Sohn von Geburt an nachts länger schläft und ich meine Wecker meist überhört habe.
Vielleicht jetzt einmal ein paar Infos zu mir. Ich habe sehr kleine Brüste (Körbchen AA). Die Einnahmen der Pille hatte nie etwas daran geändert, obwohl ich so darauf gehofft hatte. Auch während meiner Schwangerschaft sind meine Brüste nicht gewachsen. Nach Aussagen meiner Hebamme und einer Hebamme/Stillberaterin aus der Klinik habe ich aber völlig normale Brustwarzen. Dass die Schwangerschaft zustande kam und auch ausgetragen werden konnte, war auch eher eine glückliche Fügung. Bei mir wurde PCOS, Polyzystisches Ovar Syndrom, diagnostiziert. Schwanger geworden bin ich trotzdessen auf ganz natürliche Weise, ohne medizinisches Zutun.
Ein paar Tage vor der Geburt hatte ich angefangen, ein bisschen Kolostrum aufzufangen, mit viel Mühe kam ich dabei auf 0,3ml.
In der Klinik habe ich nach der "Still"-Mahlzeit ausgestrichen bzw später auch abgepumpt. Während unseres Klinikaufenthaltes konnte ich die Menge mühsam auf knapp 1ml steigern (Gesamtmenge aus beiden Brüsten). Da mein Sohn sich sehr schnell in Rage schrie wenn er nicht schnell genug was bekommen hat und dann auch hektisch die Arme bewegt hat, war das Anlegen immer sehr schwer. Er musste gepuckt werden und ich musste mit Stillhütchen anlegen, damit mein Sohn die Brustwarze überhaupt lange genug gehalten hat.
Den Milcheinschuss habe ich überhaupt nicht gemerkt. Die Steigerung der Milchmenge war in meinen Augen minimal. Ich habe lediglich gemerkt, dass ich vom gelben Kolostrum auf die weiße Frauenmilch gewechselt bin. Aber die sonstigen typischen Anzeichen für einen Milcheinschuss gab's bei mir nicht.
Zuhause haben wir dann mit dem Anlegen und zufüttern per Sonde weiter gemacht. Die ersten Tage Zuhause waren sehr tränenreich, da sich meine Milchmenge einfach nicht steigern ließ und das Füttern per Sonde zu umständlich wurde. Desweiteren habe ich mir Vorwürfe gemacht und war so enttäuscht darüber meinen Sohn nicht auf die normalste Art und Weise ernähren zu können, ich war viel mehr am Boden zerstört. Das hat mich psychisch sehr mitgenommen. Wir haben dann das Brusternährungsset ausprobiert. Nachts bekam er die Flasche, das war für mich einfach entspannter. Das ständige befüllen der Flasche, befestigen der Schläuche an der Brust, das anbringen des Stillhütchens, einpucken meines Sohnes und anschließendes Anlegen ist mir jedoch mit der Zeit einfach zu stressig geworden, sodass mein Sohn immer häufiger die Flasche bekam und eigentlich kaum noch angelegt wurde. Nebenbei habe ich weiterhin abgepumpt bzw ausgestrichen. Um die Milchmenge noch weiter zu steigern habe ich vieles probiert. Ich habe Stilltee und Malzbier getrunken, Stillkugeln gegessen, Bockshornklee-Kapseln und Piulatte eingenommen. Mit all diesen Mittelchen bin ich jedoch nur auf eine Gesamtmenge von 3ml, einmal sogar 5ml gekommen.
Mir wurde auch immer wieder gesagt, ich solle mir und meinem Sohn Zeit geben. Durch sein geringes Geburtsgewicht fehlt ihm vllt noch die Kraft um vernünftig, ausreichend und ausdauernd an meiner Brust zu saugen. Mittlerweile wiegt er fast 3500g, ich Versuche ihn wieder regelmäßiger anzulegen, vor der Flaschen-Mahlzeit und sogar ganz ohne Hütchen. Wenn der Hunger noch nicht so riesig ist, saugt er zwischen 5-10min, lieber an der linken Brust.
Eine Steigerung der Milchmenge über die 3ml hinaus hat sich jedoch nicht eingestellt.
Ich war sogar bei meinem Gynäkologen zu einer Ultraschalluntersuchung der Brust. Der stellte fest, dass ich Brustdrüsengewebe habe, sonst würde auch keine Milch kommen, jedoch nicht besonders viel. Die Hebamme/Stillberaterin in der Klinik hatte sich meine Brust auch angeschaut und meinte, dass der Abstand zwischen meinen beiden Brüsten recht groß ist was auch dafür spricht, dass ich wenig Drüsengewebe habe.
Bis auf das Medikament Domperidon habe ich jetzt eigentlich alles ausprobiert. Ich will mich aber noch nicht so richtig damit anfreunden, dass ich mein Kind vermutlich nicht stillen kann und das auch bei folgenden Kindern so sein könnte und meine Kinder immer Flaschenkinder sein werden, was ja an sich nicht schlimm ist, aber nicht meiner Wunschvorstellung entspricht.
Muss ich mich wirklich vom Stillen verabschieden?